FRITZ!Fon C3 von AVM im Benutzertest

Wir hatten das C3 von AVM bereits in einem kurzen Test und nun kommt Christian mit seinem Benutzertest zu Wort.

Dank einer netten Aktion von Notebooksbilliger.de und etwas Glück habe ich die Ehre, das neue Fritz!Fon C3 testen zu dürfen. Die grundsätzlichen Daten zu diesem Telefon kann man ja auf der Aktionsseite bzw. direkt bei AVM  nachlesen. Von daher will ich mich nicht lange damit aufhalten, sondern lieber die persönlichen Eindrücke schildern.

Unboxing

Beim Auspacken keine größeren Überraschungen. Die Verpackung enthält das C3 inklusive 3 AAA-Akkus, die zugehörige Ladestation samt Netzteil, ein kleines gedrucktes Handbuch sowie einen Zettel, wie das erste Firmware-Update durchzuführen ist, was aber Carsten wohl schon für mich übernommen hatte.

Mein Testfeld

Antreten muss das C3 gegen meine bisherigen DECT-Telefone. Ein zig Jahre altes T-Sinus 702S, das erst vor einigen Wochen gegen ein Siemens Gigaset S79H ausgetauscht wurde. DECT-Basisstation ist eine Fritz!Box 7390, die ich aber bisher nicht als solche genutzt hatte. Aber was tut man nicht alles für einen Test 😉 Dank Android-Smartphone und Caschys Tipp habe ich zudem das Telefonbuch der Fritz!box noch mit meinen Google-Kontakten gefüllt, um es als zentrales Telefonbuch nutzen zu können.

Erster Eindruck

Von den äußeren Abmessungen ist das C3 das kleinste Telefon im Test, dafür aber am schwersten. Generell wirkt es recht klobig und das eckige Gehäuse am oberen Ende ist bei längeren Telefonaten nicht wirklich angenehm am Ohr. Das weiß-silberne Gehäuse wirkt in meinen Augen auch nicht wirklich wertig. Für die Größe des Telefons und die Funktionen, die es bietet, finde ich das Display (128 x 160) recht klein geraten. Auch die angeblich 262.000 Farben werden eigentlich nirgendwo sinnvoll genutzt.Aber dazu später noch mehr. Die Inbetriebnahme bzw. das erste Anmelden an der Basisstation verläuft sehr einfach und schnell und ist zur Not auch noch einmal für alle Eventualitäten im Handbuch beschrieben.

Bedienung

Das Tastenfeld unterscheidet sich nicht großartig von denen anderer DECT-Telefone. Am oberen Rand des Tastenfeldes finden sich zwei Auswahltasten, mit denen man die Optionen am unteren Rand des Displays quittieren kann. Warum zwischen diesen Tasten und dem Display aber 1,3 cm Platz sind sollte man die Designer mal fragen. Des weiteren gibt es 4 Navigationstasten, mit denen man durch die jeweiligen Menüs navigieren, die Lautstärke ändern oder z.B. auch Telefonbuch oder Anruflisten aufrufen kann. Sie umschließen die zentrale Menü- bzw Bestätigungstaste, die auch etwas hervor gehoben ist. Von daher dachte ich zuerst, dass sie vielleicht auch als Trackball verwendet werden kann. Dem ist aber leider nicht so. Alle anderen Tasten kennt man von anderen Telefonen auch.

Telefonieren

Kommen wir zum wichtigsten Punkt eines Telefons: Wie gut kann man damit eigentlich telefonieren? Der Empfang ist in der gesamten Wohnung mit ihren gut 65 qm gut. Warum ich aber selbst 2 Meter neben der Fritz!Box manchmal nur 4 von 5 Empfangsbalken habe muss man nicht verstehen. Von der Sprachqualität unterscheidet sich das C3 in meinen Augen nicht wesentlich von meinen anderen DECT-Telefonen. Der Rauschpegel ist in Ordnung, störend dagegen öfter mal ein deutliches Echo meiner Stimme, was ich aber auch bei den anderen Telefonen habe und somit wohl eher an der Fritz!Box liegt. Kritikpunkte gibt es jedoch trotzdem. Die Hörerlautstärke ist recht grenzwertig. Mann kann zwar zwischen 5 Stufen wählen, aber auch die höchste bzw lauteste Stufe liegt noch weit unter dem Niveau „normaler“ Telefone. Leider scheint das ein altbekanntes Problem der Fritz!Fons zu sein, denn auch die Vorgänger des C3 hatten wohl bereits mit diesem Problem zu kämpfen. Ähnlich wie mit der Freisprechfunktion. Sie klingt ziemlich blechern, hin und wieder knackt es auch mal laut im Lautsprecher und beim Sprechen sollte man sich auch nicht all zu weit vom Telefon weg bewegen, damit die Gegenpartei einen noch versteht. Dieses Problem hat die Gegenpartei aber öfter mal, denn im Vergleich zu den normalen Telefonen kommt man am anderen Ende grundsätzlich deutlicher leiser an, egal ob über Freisprecheinrichtung oder nicht. So bestand dann letztlich auch meine Freundin als Hauptgesprächspartnerin darauf, dass ich sie doch bitte mit dem „richtigen“ Telefon anrufen möge, da das Fritz!Fon einfach zu leise ist.


Von daher liefert das Telefon in seinen Grundfunktionen schon ein eher mäßiges Bild ab. Und wo wir schon beim Bild sind: AVM wirbt sowohl auf der Verpackung als auch auf Internetseite und Werbeanzeigen damit, dass das C3 Anruferbilder (sofern diese im Telefonbuch gespeichert sind) bzw auch Hintergrundbilder anzeigen kann. Das klappt nur dummerweise (noch) nicht. Die Bilder werden entweder nur teilweise oder gar nicht angezeigt und es scheint wohl auch noch etwas zu dauern, bis diese Funktion verfügbar sein wird. Bei den Vorgängern konnte man anscheinend auch nur maximal 32 Bilder im Telefonbuch speichern, was bei bis zu 300 möglichen Einträgen im Telefonbuch auch recht lächerlich wirkt. Aber warten wir es ab, ob und was sich in der Richtung noch entwickelt. Die nächste Firmware-Version kommt bestimmt.
Ansonsten ist das zentrale Telefonbuch der Fritz!Box natürlich sehr praktisch, gerade wenn man mit mehreren Telefonen darauf zugreifen kann. Um sich schneller in seinen Kontakten zurecht zu finden kann man einfach die entsprechenden Buchstaben eintippen und erhält dann alle Kontakte mit eben diesen Buchstaben angezeigt. Bei einem vollen Telefonbuch kann das schon sehr hilfreich sein.

Kommen wir zu den Funktionen, die das C3 von herkömmlichen Telefonen unterscheidet:

Internetfunktionen

Das C3 ist in der Lage E-Mails, RSS-Nachrichten und Podcasts aufzurufen bzw Internetradio zu hören. Das mag zwar eine nette Idee sein, wirklich ausgereift wirkt sie aber nicht. Für E-Mails und RSS-Nachrichten ist das Display eigentlich viel zu klein. Rund 18 Zeichen passen in eine Zeile und dummerweise werden Worte, die nicht mehr komplett in die Zeile passen, einfach abgeschnitten bzw. werden längere Worte umgebrochen und es fehlen mittendrin dann Buchstaben (siehe Foto). Ein Lesen von Mails oder Feeds wird damit zur Qual. Auch scheint das C3 recht wählerisch zu sein, was den Mail-Provider angeht. Eine Mail-Adresse bei Web.de lies sich problemlos abrufen, Googlemail funktionierte dagegen gar nicht und wurde mit den verschiedensten Fehlermeldungen beantwortet. Laut den Spezifikationen soll man auch in der Lage sein, sowohl abgerufene E-Mails zu beantworten als auch E-Mails an E-Mail-Adressen im Telefonbuch zu verschicken. Beides ist mir bis jetzt noch nicht gelungen, da ich erst gar keine Menüpunkte dafür gefunden habe.


Bei Podcasts bzw. Internetradio wird zwar zum Glück nichts abgeschnitten, da nur wenig Text angezeigt wird, aber ein Genuss ist es dank der doch recht schlechten Soundqualität auch nicht. Auch startet die Wiedergabe hin und wieder mit einem kurzen hohen Pfeifton. Im Display werden bei aktiviertem Internetradio unterhalb des Radiosenders Liedtitel, Interpret etc. durchgescrollt, allerdings auch nur in einer einzigen Zeile. Dabei könnte man dann ja auch mehr vom ansonsten ungebrauchten Display nutzen.
Eingerichtet werden alle diese Punkte nicht über das C3, sondern im Bereich „DECT“ der Fritz!Box, was einem die mühsame Eingabe über die Tastatur des Telefons erspart.

Fritz!Box-Funktionen

Hat man in seiner Fritz!Box Anrufbeantworter definiert, erkennt das C3 diese automatisch und kann sie auch über das Telefon-Menü direkt abrufen bzw die Einstellungen dafür ändern. Der Umweg über die Kurzwahl „**600“ entfällt daher. Des weiteren kann man direkt über das Telefon-Menü das WLAN der Fritz!Box aktivieren/deaktivieren, Versionsinfos abrufen oder auch die Firmware aktualisieren.

Komfort-Funktionen

Im Handbuch als solche bezeichnet kann das C3 noch als Wecker oder Babyfon genutzt werden und unterstützt Rufumleitungen. Der Wecker ist eben ein Wecker und das Babyfon ruft bei einem bestimmten erreichten Lärmpegel eine vorher definierte interne oder externe Telefonnummer an. Ob diese Funktion wirklich brauchbar ist kann ich als kinderloser Mitmensch leider nicht genau sagen. Zum Auslösen des Anrufes musste ich bei mittlerer Empfindlichkeit aber schon sehr nahe am C3 und recht lange sprechen, damit der Alarm ausgelöst wurde.

Akku-Laufzeiten

Wie bei allen Telefonen ein schwieriges Thema, da es eben auf das Gesprächsverhalten ankommt bzw darauf, was man sonst noch so mit dem Telefon macht. Standardmäßig sind netterweise keine Energiesparfunktionen aktiviert. Somit bleibt das Farbdisplay immer an. Zwar nach ein paar Sekunden leicht gedimmt, aber trotzdem an, was natürlich nicht wirklich gut für die Akkulaufzeit ist. So hatte ich dann auch nach einem halben Tag mit viel Rumspielerei, einigen Telefonaten und ohne Energiesparfunktionen den halbe Akku verbraucht. Stellt man das C3 so ein, dass sich das Display nach einigen Sekunden komplett ausschaltet, hält der Akku bei mäßigem Gebrauch auch mal 3-4 Tage durch, natürlich aber auch nur, wenn man die Internetfunktionen nicht ständig nutzt.

Fazit

Tja, was bleibt da noch zu sagen? Ich hatte mich wirklich auf den Test gefreut, da ich an AVM-Produkten bisher wirklich nichts auszusetzen hatte und sie sehr gelungen fand. Wären die beworbenen Funktionen wirklich alle ausgereift und nutzbar hätte man sicherlich mehr Gefallen an diesem Gerät, ein brauchbares Display vorausgesetzt. So fühlt man sich allerdings eher als Beta- oder auch Alpha-Tester, was ich als jahrelanger Fritz!Box-Fan so nicht von AVM kenne. Macht man sich im Internet etwas schlau merkt man aber recht schnell, dass auch die anderen Fritz!Fon-Modelle oft ähnliche Schwächen haben, was ich dann doch sehr traurig finde. Wenn man sich dann noch die vollmundigen Beschreibungen „Optimierte Akustik für den Hörer- und Freisprechbetrieb“ und „Lauthören in HD-Qualität“ ansieht, fühlt man sich schon fast etwas veräppelt. Hätte ich das Gerät selbst gekauft, hätte ich wohl von meinem 14-tägigen Rückgaberecht Gebrauch gemacht, denn für den Preis von derzeit rund 50 Euro kann man definitiv besseres erwarten, zumindest was die reinen Telefoniefunktionen angeht. Denn primär dafür ist das Telefon da! Schade, wäre wirklich ein schönes Gimmick, wenn es denn wirklich ausgereift wäre und der Kunde nicht als Beta-Tester missbraucht werden würde.

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5 Kommentare auf "FRITZ!Fon C3 von AVM im Benutzertest"

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Tja, ich sag nur, …hab ich doch gesagt *g* (in deinen alten Beitrag in den Kommentaren)

Naja, nun ist das wenigstens Offiziell 😛

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Kurzes Update: Nach 2 Firmware-Updates für das C3 und dem aktuellen Update für die Fritz!Box 7390 sind zumindest einige Mängel ausgebügelt: Internetfunktionen: Sowohl bei E-Mails als auch RSS-Nachrichten wird jetzt nichts mehr abgeschnitten bzw werden längere Wörter korrekt umgebrochen. Zusätzlich werden in RSS-Nachrichten jetzt auch Bilder angezeigt. Was natürlich nicht heißen soll, dass das Lesen auf dem kleinen Display jetzt sinnvoll wäre. E-Mails kann man nun auch beantworten, allerdings nur die in den Internetfunktionen abgerufenen. Das Versenden von E-Mails an Adressen aus dem Adressbuch funktioniert nach wie vor nicht. Alle anderen Kritikpunkte existieren nach wie vor und es hat sich… Read more »
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Hallo , wollte mal einen Kommentar über das C3 loswerden.Ich betreibe seit 2 Wochen 2 Stück davon an meiner FritzBox Cable 6360.
Und ich bin mit der Sprachqualität massiv zufrieden , besser als meine alten Dect Telefone und das waren keine alten,als letztes hatte ich das Gigaset SL910 benutzt.
Es hängt auch davon ab wie schnell das Internet ist,wenn Gespräche über das Netz laufen,mein Anschluss hat 32 Mbit.
Und ich kann auch Email aus dem Telefonbuch versenden und das Internetradio klappt auch einwandfrei.

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Da hat sich in den letzten Monaten dank diverser Firmware-Updates auch nochmal einiges getan. Wobei ich nach wie vor Dinge wie RSS oder E-Mail aufgrund des kleinen Displays ziemlichen Käse finde.

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Bin auch seit kurzem Besitzer eines FritzFons C3. Mich stört vor allem, dass 2 Funktionen fehlen, die z.B. bei den Siemens Gigaset-Modellen stets vorhanden sind:
1. Den Tasten kann man keine Kurzwahlen zuordnen
2. Keine Möglichkeit der Wahlwiederholung (z.B. durch Drücken der grünen Hörer-Taste), wenn das C3 an einer anderen Basisstation als der Fritz!Box angemeldet ist.
Positiv ist, dass ich stets schnell zwischen verschiedenen Basisstationen wechseln kann, ohne das Telefon dort wieder neu registrieren zu müssen.

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