FRITZ!OS 7 bringt WLAN Mesh Funktionen auf eure FRITZ!Box

      FRITZ!OS 7 bringt WLAN Mesh Funktionen auf eure FRITZ!Box

      Wusstet ihr schon? Ab FRITZ!OS 7 unterstützen viele Modelle der beliebten FRITZ!Box die Errichtung eines WLAN Meshs bei euch zuhause. Doch kann AVMs Mesh-Lösung es mit der Konkurrenz von Ubiquity & Co. aufnehmen? Diese und weitere Fragen untersuchen wir in diesem Artikel.

      Die FRITZ!Boxen des Berliner Herstellers AVM gehören hierzulande zu den beliebtesten Routern überhaupt. Neben der leistungsfähigen Hardware und gutem Marketing liegt das vor allem an einer Sache: der Software. In Sachen Usability liegt FRITZ!OS nämlich ganz weit vorn und sorgt dafür, dass sich kaum eine andere Routerfamilie so einfach bedienen und administrieren lässt.

      Mit der neuesten Version der Firmware, FRITZ!OS 7, hat AVM einige größere Veränderungen am Design und Funktionsumfang vorgenommen. Prominentestes, neues Feature: Die Unterstützung für WLAN Meshs.

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      Was ist eigentlich ein WLAN Mesh?

      Falls euch der Begriff WLAN Mesh nichts sagt – darauf sind wir in einem früheren Blogpost bereits eingegangen. Mein Kollege Hannes schrieb damals:

      Ein Mesh Netzwerk zeichnet sich dadurch aus, dass es aus mehreren Zugangspunkten besteht, die alle untereinander kommunizieren, um den optimalen Übertragungsweg auszuhandeln. Dadurch soll vor allem der WLAN-Empfang von mobilen Endgeräten verbessert werden, indem die Geräte immer mit dem Zugangspunkt verbunden sind, der die beste Signalqualität bietet. Diese Aushandlung passiert komplett im Hintergrund und automatisiert.

      Ein weiterer Vorteil ist, dass selbst bei Ausfall eines einzelnen Zugangspunkts die Verbindung aufrechterhalten werden kann. Während in einem klassischen Netzwerk alles von einem einzelnen Router und ggf. Repeater abhängt: Fällt eine der Komponenten aus, ist damit auch das Netzwerk Geschichte. Da alle Zugangspunkte miteinander verbunden sind, ist die Lastverteilung zudem deutlich besser.

      Der Clou an dem Kniff von AVM ist, dass ihr die Mesh-Funktionen auf eurer existierenden Hardware einfach per Software-Update bekommt. Habt ihr also z.B. eine halbwegs moderne FRITZ!Box und ein paar FRITZ! Wlan Repeater im Einsatz, müsst ihr zum Aufbau eines Mesh-Netzwerks nicht viel tun.

      Bisher musstet ihr zu diesem Zweck für teures Geld neue, spezialisierte Hardware anschaffen, z.B. von Asus oder Ubiquiti.

      WLAN Mesh mit der Fritz Box – wie geht´s?

      Doch wie richtet man das eigene WLAN Mesh jetzt eigentlich ein? Die kurze Antwort: Ausgesprochen einfach.

      Zunächst einmal muss eure FRITZ!Box mindestens mit der Version 6.90 von FRITZ!OS laufen. Die momentan (Stand Oktober 2018) aktuelle Version lautet 7.01. Folgende FRITZ!-Modelle unterstützen dann die WLAN-Mesh Funktionen:

      • FRITZ!Box 7590
      • FRITZ!Box 7590 Edition International und A/CH
      • FRITZ!Box 7580
      • FRITZ!Box 7560
      • FRITZ!Box 7530
      • FRITZ!Box 7490
      • FRITZ!Box 7490 Edition International und A/CH
      • FRITZ!Box 7430
      • FRITZ!Box 7430 Edition International
      • FRITZ!Box 7362 SL
      • FRITZ!Box 6591 Cable
      • FRITZ!Box 6590 Cable
      • FRITZ!Box 6490 Cable
      • FRITZ!Box 5491
      • FRITZ!Box 4040
      • FRITZ!Box 3490
      • FRITZ!Box 3490 Edition International
      • FRITZ!Powerline 1260E
      • FRITZ!Powerline 1240E
      • FRITZ!Powerline 546E
      • FRITZ!Powerline 540E
      • FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • FRITZ!WLAN Repeater 1160
      • FRITZ!WLAN Repeater 450E
      • FRITZ!WLAN Repeater 310
      • FRITZ!WLAN Repeater DVB-C

      Laut AVM sollen mittelfristig jedoch alle! FRITZ!-Produkte mit Mesh-Fähigkeiten ausgestattet werden.

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      Als nächstes müssen die angeschlossenen Geräte – WLAN- und Powerline-Repeater – auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dies geschieht ganz einfach und schnell über das Admin-Interface Eurer FRITZ!Box.

      FRITZ!WLAN Repeater 1750E

      Unter dem Menüpunkt „Heimnetz -> Mesh“ seht ihr eine übersichtliche Topologie eures Heimnetzwerks mit allen angeschlossenen Geräten. Sollte für angeschlossene AVM-Produkte ein Update bereitstehen, könnt ihr das dies praktischerweise direkt aus diesem Screen heraus veranlassen.

      Sobald sich alle FRITZ!-Geräte im Netzwerk auf den aktuellen Stand gebracht haben, steht euch das Mesh zur Verfügung. Ihr erkennt die ins Mesh integrierten Geräte an dem Mesh-Symbol, welches dann angezeigt wird.

      Toll: Die grafisch dargestellte Netzwerk-Topologie unter FRITZ!OS 7

      Läuft alles glatt, dauert der ganze Vorgang keine fünf Minuten. Bei einem Test an einer handelsüblichen DSL-Leitung einer Berliner Altbauwohnung funktionierte alles tadellos und schnell wie von AVM versprochen.

      Etwas länger dauerte die Einrichtung in unseren Büroräumen. Vermutlich kam die für den Endanwender gedachte FRITZ!Box mit dem großen Netzwerk unseres Büro-Hochhauses nicht ganz klar. Irgendwann hatten wir aber auch das gelöst und das WLAN Mesh lief stabil.

      WLAN Mesh Performance

      So viel zu den Grundlagen. Aber wie schlug sich das WLAN Mesh aus dem Hause AVM denn nun in der Praxis? Das wollten wir auch gern wissen, daher fingen wir an zu messen. Der Versuchsaufbau gestaltete sich einfach: Auf unserer großen Büroetage in Berlin platzierten wir eine Reihe verschiedener Access Points. Dabei handelte es sich um eine FRITZ!Box 7590, die das WLAN Mesh bereitstellte, sowie zwei FRITZ! 1750E WLAN Repeater und ein FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set.

      FRITZ!Powerlan 1260E Set

      Die Aufgabe, die das WLAN Mesh bewältigen musste, war recht einfach: Kopiere ein mehrere Gigabyte großes Verzeichnis mit einigen Tausend Dateien darin von unserem NAS auf die SSD eines per WLAN angebundenen Laptops. Das NAS hing per Gigabit-LAN direkt an der FRITZ!Box 7590.

      Mit dem Laptop bewaffnet starteten wir den Kopiervorgang, bewegten uns durch die Büros und beobachteten die Datenübertragungsrate.

      Erwartungsgemäß sank die Geschwindigkeit, je weiter wir uns von der FRITZ!Box entfernten. Direkt neben der FRITZ!Box stehend erreichten wir eine Kopiergeschwindigket von ungefähr 60 MB pro Sekunde – am anderen Ende der Etage waren es noch knapp 10 MB/s.

      Die Geschwindigkeit sinkt mit der Entfernung zur Fritzbox

      Gut zu beobachten war die Übergabe an den jeweils nächsten Access Point, weil die Geschwindigkeit dann jeweils kurz einbrach, um im Anschluss wieder anzusteigen.

      Den Test wiederholten wir mehrere Male – die erreichten Geschwindigkeiten blieben jedoch recht konstant. Ich hätte mir ein bisschen höhere Datenraten gewünscht, aber verglichen mit den Mesh-Systemen anderer Hersteller erreichte das Setup von AVM vergleichbare Werte.

      Super Vectoring mit an Bord

      Speziell die FRITZ!Box 7590 hat noch ein weiteres Ass im Ärmel. Sie unterstützt nämlich schnelles VDSL mit Supervectoring. Dabei sind Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s möglich. In der Praxis konnten wir dies aber leider nicht testen. Der Grund: Niemand bei uns in der Redaktion wohnt in einem der spärlich verteilten Ausbaugebiete, in denen Supervectoring überhaupt verfügbar ist.

      Breitbandwüste Deutschland: Wenn ihr in einem Ausbaugebiet wohnt – gut für euch.

      Sonstiges zu FRITZ!OS 7 & Fazit

      Abgesehen von der WLAN Mesh Technologie bietet FRITZ!OS 7 unzählige Features und Möglichkeiten, eure FRITZ!Box ganz nach euren Bedürfnissen anzupassen. Dabei wirkt das Betriebssystem aber niemals überladen und ist stets logisch aufgebaut, so dass ihr jede Einstellungsmöglichkeit schnell erreicht. Wer schon einmal versucht hat, andere Router zu konfigurieren, wird den Aufwand, den AVM in sein Betriebssystem steckt, also durchaus zu schätzen wissen.

      Die Möglichkeit, nun auch ein WLAN Mesh in den eigenen vier Wänden betreiben zu können, ist durchaus reizvoll. In der typischen Mietwohnung kommen die Vorteile so eines Systems vielleicht nicht so richtig zum Tragen – in größeren Wohnungen oder veritablen Eigenheimen jedoch dürftet ihr von einem WLAN Mesh ordentlich profitieren. Und solltet ihr bereits FRITZ!Boxen und WLAN Repeater von AVM zuhause einsetzen, müsst ihr nicht einmal die Hardware dafür upgraden. Wenn das mal nichts ist 😊

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      Tester gesucht FRITZ!Box & FRITZ!WLAN Repeater

      Und nun seid ihr dran. Denn wir suchen insgesamt sage und schreibe acht Testerinnen und Tester, das neueste FRITZ!OS inkl. WLAN Mesh nach Strich und Faden unter die Lupe nehmen.

      Konkret handelt es sich um:

      • Paket 1 – 1x FRITZ!Box 7490 + 1x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 2 – 1x FRITZ!Box 7490 + 2x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 3 – 1x FRITZ!Box 7490 + 3x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 4 – 1x FRITZ!Box 7490 + 1x FRITZ!WLAN Repeater 1750E + 1x FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set
      • Paket 5 – 1x FRITZ!Box 7590 + 1x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 6 – 1x FRITZ!Box 7590 + 2x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 7 – 1x FRITZ!Box 7590 + 3x FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      • Paket 8 – 1x FRITZ!Box 7590 + 1x FRITZ!WLAN Repeater 1750E + 1x FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set
      Fritzbox Mesh

      Es gibt einiges zu testen. Auf geht’s, bewerbt euch!

      Um euch als Tester zu bewerben, kommentiert bis Sonntag, den 28. Oktober 2018, 23:59 Uhr unter diesem Beitrag. Bitte teilt uns in eurem Kommentar mit, an welchem Paket ihr Interesse hättet und unter welchen Bedingungen ihr testen würdet. Im Anschluss an den Test dürft ihr das Testpaket natürlich behalten.

      UPDATE: Die Aktion ist beendet

      Die TesterInnen wurden bereits per Mail benachrichtigt. Vielen Dank, dass ihr so zahlreich mitgemacht habt und bis zum nächsten Mal.

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      Veröffentlicht von

      Nerd, Geek, SciFi-Fan, Rollenspieler, Gamer. Beruflich schreibe ich seit 2011 Dinge ins Internet – seit 2017 als Redakteur und Community Manager bei notebooksbilliger.de. Erste Computer-Gehversuche ca. 1985 auf einem C64.

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