G-Sync, VSync, Freesync? Wo liegt eigentlich der Unterschied?

      G-Sync, VSync, Freesync? Wo liegt eigentlich der Unterschied?

      Bei der Überlegung, welche Grafikkarte und welchen Monitor man sich zulegt, gibt es mehr als nur die blanke Leistung zu beachten. Denn egal wie viele FPS eure Grafikkarte ausspuckt: Arbeitet sie nicht synchron mit dem Monitor zusammen, kann es zu Tearing oder gar Lags und Stottern kommen. Wie VSync, G-Sync und Freesync dagegen helfen, haben wir euch daher einmal zusammengefasst.

      Zuletzt aktualisiert: November 2019

      Was ist Tearing und wie entsteht es?

      Gesehen haben es vermutlich schon alle, die mal am PC gezockt haben. Die einen nehmen es stärker wahr, als die anderen – vorhanden ist es aber fast immer. Als Tearing, zu deutsch „Zerreißen“ oder „zerrissen“ bezeichnet man es, wenn die Grafikkarte und Monitor nicht synchron arbeiten und der Monitor in dem Moment, in dem er ein neues Bild anzeigen will zwei oder mehr Frames erhält – dadurch ergibt sich eine Art „Riss“ im Bild, an der die beiden Frames aufeinandertreffen.

      Bis zu einem gewissen Maß kann Vertical Sync, oder auch einfach VSync, das Tearing-Problem lösen. Aktiviert man VSync „drosselt“ der Monitor die Grafikkarte auf seine maximale Bildwiederholfrequenz. Ein Beispiel: Euer Monitor liefert maximal 60Hz, also 60FPS, während eure Grafikkarte im gewünschten Spiel aber theoretisch 160FPS liefern kann. Aktiviert ihr nun VSync, „bremst“ der Monitor eure Grafikkarte auf 60FPS herunter. Tearing sollte es damit nicht mehr geben. In der Praxis funktioniert das aber nicht immer optimal. Nachteil der Geschichte ist zudem, dass, der Monitor auf neue Frames warten muss. Zumindest, wenn eure Grafikkarte zu schwach ist, um 60FPS zu liefern. Ihr seht also Lags und Stottern im Spiel, obwohl es mit eigentlich 50FPS flüssig laufen sollte. VSync erhöht zudem den Input-Lag, was gerade in sehr zeitkritischen FPS-Titeln oder generell E-Sports ein Nachteil ist.

      Es gibt allerdings auch schon eine Lösung für beide Probleme: NVidias G-Sync und AMDs Freesync. Beide Techniken erledigen eigentlich das gleiche, wenn auch mit anderen Mitteln: Sie synchronisieren GPU und Monitor, sodass jeder ausgegebene Frame der Grafikkarte auch direkt am Monitor angezeigt wird – soweit der Monitor diese darstellen kann.

      Freesync vs. G-Sync

      Welche Lösung ist nun die bessere? Im direkten Vergleich gewinnt AMDs Freesync auf der technischen Seite, denn im Gegensatz zu NVidia versucht man hier nicht, einen eigenen Standard zu etablieren. Der Unterschied zwischen den beiden Standards ist nämlich, dass AMD Freesync auf den im DisplayPort 1.4A Standard enthaltenen Adaptive Sync setzt. Das bedeutet, dass Monitor-Hersteller lediglich den Displayport Standard implementieren müssen, um Freesync zu unterstützen. Das Ergebnis ist eine größere Auswahl an Monitoren, die keinen Aufpreis für Freesync verpasst bekommen. Entsprechende Monitore sind dementsprechend relativ günstig, einsteigen kann man bereits für unter 200 Euro.

      Seit 2017 gibt es auch Freesync 2.0: Hier hat AMD seinen freien Standard noch aufgebohrt und weitere Funktionen implementiert. Beispielsweise kann die Grafikkarte darüber nun direkt das HDR-Tonemapping übernehmen und an den Monitor ausgeben. Zuvor mussten sowohl GPU als auch Monitor das Tonemapping separat durchführen, was bei Verwendung von HDR zu erhöhtem Input-Lag und höheren Latenzen geführt hat. Hierfür werden jedoch auch neue Monitore benötigt, die den Freesync 2.0 Standard unterstützen. Die bisherigen Freesync-Modelle sind damit nicht kompatibel. Die ersten entsprechenden Monitore sollen bald erhältlich sein. AMD Grafikkarten ab der GCN 1.2 Generation unterstützten Freesync 2.0 hingegen schon.

      AMD Freesync Displays bei notebooksbilliger.de
      AMD Freesync 2.0 Displays bei notebooksbilliger.de

      NVidia hingegen setzt auf seinen eigenen proprietären Standard. Dieser sieht vor, dass der Monitor einen eigenen Chipsatz benötigt, um zu G-Sync kompatibel zu sein. Zwar ist das Bild-Ergebnis im Endeffekt fast das gleiche wie bei AMD, NVidia lässt sich diese Synchronisierung aber sehr gut bezahlen. Während ein 24“ großer Monitor mit Freesync schon für 110 Euro zu haben ist, schlägt ein G-Sync Monitor mit der gleichen Diagonale schon mit knapp 350 Euro zu Buche. Hier gibt es natürlich noch ein paar mehr Details zu vergleichen, aber ihr seht in welche Richtung das geht.

      Aber natürlich hat Freesync auch Nachteile gegenüber G-Sync. Während G-Sync eine festgelegte FPS-Range unterstützt – 30 bis 144Hz um genau zu sein -, kann dieser Bereich bei Freesync je nach Monitor variieren. Klar, ein Display, dessen Panel nur mit maximal 60Hz arbeitet, kann natürlich auch nur mit maximal 60FPS arbeiten. Allerdings ist auch die Mindestgrenze variabel, sodass man hier genauer hinsehen muss, ob man überhaupt in den Genuss von Freesync kommt. Manche Displays starten nämlich erst bei 48FPS die Freesync Unterstützung.

      Zwar gibt es eine „Low Frequency compensation“, um die geringe Framerate auszugleichen. Hier werden dann aber lediglich Frames doppelt dargestellt – quasi als Lückenfüller. Gleiches macht auch NVidias G-Sync.

      NVidia G-SYNC Displays bei notebooksbilliger.de

      Nehmen wir aber mal ein praktisches Beispiel: Um auf G-Sync oder Freesync aufzurüsten, benötige ich einen neuen Monitor und eine neue Grafikkarte. Setze ich auf Freesync kann ich mich für rund 300 Euro mit einer performanten AMD RX 580 OC mit 8GB GDDR5 eindecken und dazu noch einen 24“ Monitor mit Freesync kaufen. Will ich auf G-Sync setzen, liegt allein der aktuell günstigste G-Sync Monitor aus unserem Sortiment bei 350 Euro. Die Grafikkarte kommt dann noch extra dazu – eine vergleichbare GTX 1660 mit 6GB GDDR5 VRAM schlägt auch noch einmal mit rund 200 Euro zu Buche.

      Update: Adaptive Sync kommt auf G-Sync-Monitore

      Ende November kündigte Nvidia aber an, dass künftig auch G-SYNC Monitore mit neuer Firmware Adaptive Sync und Variable Refresh Rate unterstützen werden. Voraussetzung hierfür ist Displayport 1.2 und HDMI 2.0b. Der erste Monitor der dieses Feature dank neuer Firmware von Haus aus mitbringt ist der Acer Predator XB273K. Allerdings ist es vom Hersteller abhängig, ob die neue Firmware auch auf alte Monitore kommt. Für euch als Kunden ist diese Entwicklung erst einmal sehr begrüssenswert: So könnt ihr bald Adaptive Sync auch an der heimischen Konsole mit eurem G-Sync-Monitor nutzen und seid beim Kauf einer Grafikkarte nicht auch gleich an eine Framerate-Technologe gebunden.

      Zwar gibt es hier und da Stimmen, dass G-Sync besser als Freesync funktioniere, mit geringerem Input-Lag usw. – aber wirklich verlässliche Ergebnisse gibt es hier bisher nicht. Mal ist das eine besser, mal das andere, alles wie immer also bei NVidia vs. AMD. In der Praxis hängt es also vor allem davon ab, was bereits vorhanden ist und welcher Hersteller euer Favorit ist. Die Grafikkarten-Lager liefern sich ja gerne mal Grabenkämpfe, welcher denn nun der bessere Hersteller wäre. Dabei ist AMD doch der klare Sieger. 😉

      Grafikkarten bei notebooksbilliger.de

      Quelle: tftcentral.com

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