Gaming-PC selber bauen – Konfigurationen für den besten Selbstbau-PC für 600, 800, 1000, 1200 & 1500 Euro

      Gaming-PC selber bauen – Konfigurationen für den besten Selbstbau-PC für 600, 800, 1000, 1200 & 1500 Euro

      Du willst dir einen Gaming-PC zusammenbauen, hast aber keine Ahnung von der aktuellen Marktsituation? In unserem Kaufberater für Gaming-PC-Konfigurationen gehen wir auf die Vor- und Nachteile von Selbstbau-PCs im Vergleich zu Fertig-PCs ein und erklären, was man bei der Zusammenstellung eines Eigenbau-PCs zum Zocken besonders beachten muss. Wir stellen dir zudem aktuelle Zusammenstellungen für Selbstbau-PCs bis 600, 800, 1000, 1200 und 1500 Euro vor.

      Zuletzt aktualisiert: Juni 2020

      Selbstbau-PC vs. Komplett-PC – die Vorteile

      Du wärst nicht in diesem Beitrag gelandet, wenn du dir einen Fertig-PC (trotzdem zum Fertig-PC-Kaufberater) kaufen wollen würdest. Trotzdem ist es für mich als Mitglied der PC Master Race nie zu schade, die Vorteile eines Selbstbau-PCs im Vergleich zu einem Fertig-PC herunterzubeten. Selbst für diejenigen, die sich mit der Bastelarbeit überfordert fühlen, zahlt sich der Betrag von 50 bis 100 Euro in den begeisterten Bastler-Kumpel oder eine Online-Montage angesichts der Lebensdauer des Eigenbau-PCs häufig mehr als aus.

      1. Maximale Individualität

      Wer sich den neuen Gaming-PC selbst zusammenstellt, profitiert im Vergleich zu Fertig-PCs von der maximalen Komponenten-Vielfalt und kann sich auf einen oder sogar mehrere Schwerpunkte konzentrieren. Silent Build, maximale Leistung, RGB-Eskalation, maximal leistende RGB-Eskalation? Du hast es in der Hand und das Limit wird meistens nur vom vorhandenen Budget festgelegt.

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      2. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

      Du bekommst fast immer mehr für dein Geld, wenn du den PC selbst zusammenbaust. Das Missverhältnis steigt mit dem absoluten Preis. Bedeutet: Je teurer ein Fertig-PC ist, desto schlechter ist im Normalfall das Preis-Leistungs-Verhältnis. Beispiel: Einen Fertig-PC bis 1500 Euro bekommst du in unserem Shop maximal mit einer GeForce RTX 2060 Super. Beim Eigenbau ist mit diesem Budget problemlos eine RTX 2070 Super oder mit Kompromissen eine RTX 2080 Super möglich.

      3. Lange Lebenszeit

      In die Rechnung aus Punkt 2 fließt dabei noch nicht mal die gesamte Lebensdauer ein. Markenkomponenten sind zwar teurer als OEM-Ware, allerdings hält die Hardware auch problemlos 5 Jahre und länger, wenn sie ordentlich behandelt wird. Das Stichwort lautet Kompatibilität. Mein zehn Jahre altes Markennetzteil nutze ich heute noch genauso wie mein gleichaltriges Gehäuse. Selbst mein großer CPU-Lüfter Noctua NH-U12P ist dank grandiosem Support in Form von kostenlosen Mounting Kits mittlerweile auf dem dritten Prozessor im Einsatz.

      4. Aufrüsten langfristig planbar

      Mit der richtigen Planung kannst du viele Komponenten über mehrere CPU- oder GPU-Generationen hinweg nutzen. Hier kommt es besonders auf ein geräumiges und modulares Gehäuse sowie ein umfangreich ausgestattetes Mainboard an. Überlege dir daher sorgfältig, wie groß oder klein das Gehäuse wirklich sein muss und ob sich ein Mainboard mit mehr PCIe-Steckplätzen, M.2-Ports und SATA-Anschlüssen letztendlich nicht doch angesichts der Aufrüstoptionen für Erweiterungskarten, SSDs und Co. auszahlt.

      5. Effiziente Kühlkonzepte mit geringer Lautstärke

      Während Fertig-PCs häufig auf Kante genäht sind und das besonders bei den eingesetzten Kühlkörpern und Lüftern zum Vorschein kommt, legst du die Temperaturen und parallel die Lautstärke beim Eigenbau-PC selbst fest. Ein großer und effizienter Prozessor-Kühler, die leiseste Triple-Fan-Grafikkarte und Gehäuse-Lüfter mit 140 mm Durchmesser? Deine Ohren werden es dir genauso danken wie die Komponenten, die ruhiger laufen, kühler bleiben und letztendlich länger durchhalten.

      Beachte: Große Lüfter können bei niedrigeren Umdrehungen genauso viel Luft bewegen wie kleine Lüfter. Und: Je schneller ein Lüfter sich dreht, desto lauter wird er. Also am besten so große Lüfter wie möglich verbauen. Noch bessere Temperaturen lassen sich nur via Wasserkühlung erreichen. Moderne AiO-Wasserkühlungen für die CPU sind schnell installiert. Ambitionierte Bastler sorgen mit einer Komplett-Wasserkühlung selbst bei sehr rechenintensiven Anwendungen und Spielen für einen extrem leisen Betrieb von Prozessor und Grafikkarte.

      6. Wartung und Verkauf

      OEM-Hardware ist ziemlich wartungsunfreundlich, weil die Komponenten für Endkunden nicht erhältlich sind und sich häufig nur schwer austauschen lassen. Bei einem Eigenbau-PC ist der Austausch von SSD, RAM, Netzteil oder Grafikkarte mit wenigen Handgriffen realisiert. Das gilt für das Aufrüsten ebenso wie für die Wartung. Sollte die GPU also doch mal den Geist aufgeben, ist eine neue Grafikkarte schnell bestellt und eingebaut. Mehr Aufwand wird z.B. beim Austausch vom Prozessor fällig, wenn du den Mainboard-Sockel wechseln musst.

      Du hast also nicht das Problem, gleich den ganzen Fertig-PC zum Hersteller schicken zu müssen, sollte einmal ein Defekt auftreten. Dank der Kompatibilität der Komponenten kannst du die alte Hardware zudem problemlos verkaufen und die neue RTX 2070 Super so mit dem Erlös für die alte GTX 1080 anzahlen. Selbst, wenn sich die GPU des Fertig-PCs ausbauen lässt, sind die beschnittenen OEM-Komponenten für viele Bastler nicht interessant.

      7. Lerneffekt und Glückshormone

      Niemand wird als Profi-Bastler geboren. Wer sich der Aufgabe Eigenbau-PC stellt, kommt häufig um Anleitungen, Video-Tutorials und vielleicht sogar den Besuch in der Service-Werkstatt nicht herum. Dabei lernst du aber nicht nur den PC und die Funktionsweise der Komponenten besser kennen, du wirst im Fall von Reparaturen und Hardware-Upgrades auch unabhängiger, da du die nötigen Schritte selbst durchführen kannst.

      Sharkoon TG6 RGB PC-Gehäuse im Test– Vollausstattung für wenig Geld

      Und sind wir mal ehrlich: Die empfundene Freude beim ersten Anschalten des neuen Gaming-PCs ist mitnichten mit dem Auspacken eines Komplett-PCs vergleichbar. Vorausgesetzt, dass alles funktioniert. Diese Freude ist für einige Selbstbauer sogar so groß, dass für sie das Zusammenbauen des PCs spannender als das Spielen an sich ist.
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      Selbstbau-PC vs. Komplett-PC – die Nachteile

      Du merkst schon, dass ich als begeisterter Bastler den Selbstbau-PC immer dem Fertig-PC vorziehe. Trotzdem hat der Komplett-PC für viele Nutzer eine legitime Daseinsberechtigung. Viele Gamer trauen sich eine PC-Montage nicht zu oder haben schlichtweg keine Muße für eine stundenlange Bastelstunde. Sie erachten die Nachteile des Selbstbau-PCs daher häufig für deutlich gravierender als die Vorteile. Doch wo kann der Fertig-PC im Vergleich zum selbstgebauten PC seine Vorzüge noch ausspielen?

      1. Der Zeitfaktor: Recherche, Montage, Troubleshooting

      Bestellen, auspacken, hinstellen, anschließen, zocken: So entspannt wie bei einem Komplett-PC ist die Reise bis zum fertigen Selbstbau-Gaming-PC nicht. Welche Komponenten passen zusammen? Was kostet der PC am Ende? Muss diese Schraube übrigbleiben? Warum schaltet sich der PC verdammt noch mal beim Hochfahren aus? Diese Fragen kommen den meisten Bastlern sicherlich bekannt vor.

      Wird die benötigte Zeit für die Recherche, den Zusammenbau und potentiell notwendige Fehlersuchen mit in die Aufwandskalkulation für den neuen Gaming-PC einberechnet, dann ist ein Eigenbau-PC also deutlich teurer. Außerdem musst du nicht auf die Verfügbarkeit der einzelnen Komponenten und unterschiedliche Lieferzeiten achten.

      2. Wissen und Ambitionen notwendig

      Die benötigte Zeit für die Zusammenstellung und Montage ist stark vom vorhandenen Wissen und deiner Fingerfertigkeit abhängig. Wenn du beim Wälzen von Foren, Kaufberatern und Anleitungen keine Freude hat, stolzer Besitzer von zwei linken Händen bist und die Montage an sowieso schon vollgepackten Wochenenden bis in die Nacht schieben musst, tust du dir mit einem Fertig-PC vielleicht doch den größeren Gefallen.

      3. Peripherie kostet extra

      Fertig-PCs werden häufig mit Eingabegeräten ausgeliefert. Diese sind zwar selten hochwertig, damit ist der PC aber trotzdem sofort startklar. Bei einem Selbstbau-PC musst du noch eine Gaming-Maus und -Tastatur mit einkalkulieren. Der Vorteil? Du kannst dir selbst aussuchen, was du haben willst und gleich zu hochwertigeren Eingabegeräten mit den für dich relevanten Funktionen greifen.

      Nicht hochwertig, aber immerhin dabei: Fertig-PC-Zubehör

      4. Garantie- und Service-Dschungel

      Ein weiterer Nachteil von einem Selbstbau-PC sind die unterschiedlichen Modalitäten bei Garantie, Service und Co. Falls wirklich mal etwas passiert, hast du unterschiedliche Ansprechpartner und musst im Zweifel genau prüfen, welcher Hersteller für welche Schäden aufkommt. Sollte eine Komponente den Dienst verweigern, liegt es zudem an dir, den Fehler zu finden. Bei einem Fertig-PC müsstest du allerdings den kompletten PC einschicken. Dafür bekommst du den Komplett-PC repariert und in einem Stück wieder.

      5. Mehr Verpackungsmüll

      Für viele Nutzer heute nicht mehr ganz unwichtig: die Umweltbilanz. Bei vielen kleinen und großen Paketen fällt deutlich mehr Verpackungsmüll an als bei einem großen Paket. Zudem ist der Lieferaufwand größer und es bleiben viele Kleinteile übrig. Das kann für späteres Aufrüsten jedoch auch ein Vorteil sein.
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      Worauf muss man beim Bau von einem Gaming-PC achten?

      Beim Zusammenstellen von einem Selbstbau-PC gibt es einige Dinge, die du beachten solltest. Natürlich muss bedacht werden, welche Komponenten am besten zusammenpassen. Wichtig ist außerdem eine sinnvolle Verteilung des Budgets auf die jeweiligen Komponenten. Dazu kommen noch individuelle Anforderungen: Wie groß darf oder soll der Gaming-PC sein? Sollte er möglichst leise sein? Welche Spiele will ich in welcher Auflösung spielen? Wie viele Jahre will ich den Gaming-PC nutzen? Letztendlich ist der wichtigste Faktor aber das vorhandene Budget.

      Sharkoon TG 6 Offen fertig

      Die richtige Planung

      Viele Gamer gehen folgendermaßen an einen neuen Gaming-PC heran: Ich kann 1000 Euro ausgeben. Was bekomme ich dafür maximal an Leistung? Das ist grundsätzlich nicht falsch, allerdings werden dadurch viele relevante Aspekte wie das Netzteil oder die Kühler stiefmütterlich behandelt. Das Problem wird vor allem dann greifbar, wenn am Ende nur 30 Euro für ein Netzteil übrig bleiben, weil man sonst die 1000-Euro-Marke überschreitet. Lass dir daher etwas Spielraum, damit du deinem neuen PC nicht von vornherein eine Schwachstelle aufzwängen musst.

      Um den Zeitaufwand für eine umfangreiche Recherche zu verringern, habe ich am Ende des Artikels empfehlenswerte Konfigurationen mit unterschiedlichem Budget für dich aufgelistet. Trotzdem gehe ich im Folgenden kurz auf jede Komponente und die jeweiligen Eigenschaften ein, die du beachten solltest.

      Die Grafikkarte ist für Spiele am wichtigsten

      Viele Gamer teilen sich den Großteil des vorhandenen Budgets zu gleichen Anteilen zwischen Grafikkarte und Prozessor auf. Dabei ist die Grafikkarte für die Berechnung der Auflösung und Grafikdetails bei den meisten Spielen am wichtigsten. Als Faustregel gilt, dass abhängig vom absoluten Budget ca. 30 bis 50% für die GPU investiert werden sollten. Bedeutet, dass bei einem 1000-Euro-Gaming-PC gerne 400 Euro für die Grafikkarte reserviert werden können, da sie den Bärenanteil der Rechenleistung übernimmt. Viel mehr sollte es anteilig dann aber nicht sein, sofern du nicht auf ein Sleeper-Build abzielst.

      Zotac RTX 2080 Test

      Das gewünschte Modell wird häufig von mehreren Herstellern mit unterschiedlichen Kühldesigns und Übertaktungen ab Werk angeboten. Hier sind die Vergleiche der Partnerkarten ebenso wie die Übersichtsseite von Computerbase sehr empfehlenswert. Kühldesigns mit nur einem Aktiv-Lüfter solltest du bei leistungsstarken Grafikkarten vermeiden, da sie unter Last sehr laut und warm werden.

      Ein Prozessor zum Spielen und Arbeiten

      Während die Grafikkarte in den meisten Spielen die überwiegende Rechenleistung stemmt, bilden Strategie-Spiele und Simulationen wie Frostpunk, Anno und Co. eine Ausnahme. Dort berechnet die CPU die vielen kleinen Objekte. FPS und Ego-Shooter wie CS:GO oder Battlefield legen ebenfalls viel Wert auf eine schnelle CPU. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Kerne, sondern eine möglichst hohe Taktrate bzw. Single-Core-Performance. Da Intel-Prozessoren trotz weniger Kerne oft noch höhere Taktraten erreichen, sind diese CPUs für Gamer aktuell die bessere Wahl.

      Wer an seinem Gaming-PC ebenfalls mit Anwendungen wie Adobe Photoshop oder DaVinci Resolve arbeitet, ist mit einem aktuellen Ryzen-Prozessor hingegen besser beraten. Der Ryzen 7 3700X ist bspw. in Spielen nur 6% langsamer als der Intel Core i7-9700, in Anwendungen hingegen 32% schneller. Zudem kostet er ca. 50 Euro* weniger. Ryzen 4000 dürfte den Markt nochmals deutlich durcheinanderwirbeln. Weitergehende Infos zu CPUs findest du hier und bei Computerbase. Da die Leistungssprünge bei Prozessor-Generationen bisher immer eher überschaubar waren, halten Flaggschiffe im Normalfall locker 4 bis 5 Jahre durch.

      Das passende Gehäuse für deine Ansprüche

      Es gibt mittlerweile unzählige Gehäuse auf dem Markt. Groß, klein oder kantig, mit Glas, Mesh und RGB-Beleuchtung, gedämmt, schlicht oder offen gestaltet. Während die Optik Geschmackssache bleibt, ist vor allem der Formfaktor wichtig und muss zu deinem gewünschten Mainboard passen. ATX ist der Standard. Etwas häufiger vertreten sind noch das größere E-ATX- und das kleine Mini-ITX-Format, das zum Beispiel im Fractal Design Era (Test) verbaut werden muss.

      Ich persönlich lege Wert auf eine möglichst werkzeuglose Montage im Innenraum, ein schlichtes Design, abgefalzte Kanten und generell eine saubere Verarbeitung, Staubfilter, genügend Platz für große Grafikkarten und hohe CPU-Kühler sowie ein einfach realisierbares Kabelmanagement. Moderne Anschlüsse wie USB-Typ-C an der Vorderseite sollten genauso wie genügend Laufwerkschächte für interne SSDs bzw. HDDs und ein guter Airflow vorhanden sein. Beim letzten Punkt sollte man darauf achten, dass große 140-mm-Lüfter verbaut sind oder Platz für Wasserkühlungen mit großen Radiatoren vorhanden ist, damit der PC schön ruhig läuft. Der Clou? Bei einem sehr guten Airflow wird selbst ein ungedämmtes Gehäuse nicht laut.

      Ein vorbildliches, wenn auch nicht ganz günstiges Gehäuse ist bspw. das Fractal Design 7 (Test). Wer es auffälliger mag, kann zum Fractal Design Define S2 Vision (Test) greifen. Mit Fractal Design machst du in den wenigsten Fällen etwas falsch, aber auch Hersteller wie be Quiet!, Corsair und Co. haben sehr gute Gehäuse im Angebot. PC-Tower können dich locker 10 Jahre begleiten. Wenn sie dann noch im Wohnzimmer stehen und „gesehen werden“, würde ich nicht weniger als 100 Euro für ein vernünftiges Case einplanen. Spätestens bei der Montage wirst du dir selbst dafür danken. Genauere Infos findest du hier.

      Beim Mainboard auf den Sockel und Chipsatz achten

      Genauso wie der Formfaktor vom Gehäuse zum Mainboard passen muss, ist es auch andersherum. Mit dem ATX-Format machst du nichts verkehrt. Wenn du dich für einen Prozessor entschieden hast, muss der Sockel des Motherboards die CPU unterstützen. Intels aktuelle 10. Generation (Comet Lake-S) setzt auf den Sockel LGA 1200. Bei AMDs Ryzen-Prozessoren der 3. Generation muss man zum Sockel AM4 greifen.

      Der Chipsatz des Mainboards verrät, wie umfangreich das Mainboard ausgestattet ist. Je besser der Chipsatz, desto teurer das Board. Dazu gehören unter anderem M.2- und SATA-Schnittstellen, RAM-Bänke, WiFi und Co. Die Preise schießen aktuell aber auch dank vorinstallierter Wasserkühlung, speziellen Kühlkörpern oder RGB-Beleuchtung in die Höhe. Man beachte: Bei neuen AMD-CPUs und älteren Chipsätzen kann es zu Komplikationen kommen, da die Mainboards ein Bios-Update benötigen oder die CPUs nicht mehr unterstützen (siehe Abbildung). Die Mainboards sind daher häufig mit „Ready-for-Ryzen-X000“-Stickern gekennzeichnet bzw. solltet ihr auf den Produktseiten danach suchen.

      Ältere Chipsätze unterstützen neue AMD-CPUs häufig erst nach einem Bios-Update.

      Intel umgeht das Problem „gekonnt“, da mit fast jeder neuen Prozessor-Generation auch ein neuer Sockel eingeführt wird. Das macht ein neues Mainboard so oder so notwendig.

      16 GB RAM reichen, aber mehr ist immer besser

      Neben der Grafikkarte und dem Prozessor ist auch der RAM für die Performance eines Gaming-PCs ausschlaggebend. Beim RAM sind sowohl Größe, Geschwindigkeit, Reaktionszeit und Timings relevant. Außerdem arbeiten zwei Module im Dual-Channel-Modus insbesondere in Verbindung mit aktuellen Ryzen-Prozessoren deutlich schneller. Daher sollte man bspw. lieber zu zwei 8-GB- statt einem 16-GB-DIMM greifen. Ein Mainboard mit vier RAM-Bänken bietet die Möglichkeit, den RAM später problemlos aufzurüsten.

      Test HyperX Predator RGB RAM

      Für aktuelle Spiele sind 16 GB DDR4 RAM übrigens völlig ausreichend. Anwendungen wie Google Chrome oder Adobe Photoshop bedienen sich hingegen sehr ausgiebig beim RAM. Da können selbst 32 GB schnell ausgelastet sein. Man sollte darauf achten, Module vom gleichen Typ und mit gleicher Geschwindigkeit (z.B. 3200 MHz) zu verwenden, da das langsamste Modul die Geschwindigkeit vorgibt. Außerdem muss das Mainboard die Geschwindigkeit des RAM unterstützen.

      Die Reaktionszeit bzw. Timings werden in Form von „CL16-18-18“ angegeben. Je niedriger die Werte sind, desto niedriger ist die Latenz bzw. desto schneller ist der RAM. Wirklich spürbar sind die Unterschiede in der Praxis aber häufig nicht. Die Thematik „Latenzen und Timings“ ist sehr komplex und besonders für Overclocker relevant.

      Eine Mittelklasse-SSD reicht im Normalfall aus

      Bei der Wahl des Datenträgers solltest du dich im Jahr 2020 immer für eine SSD entscheiden. Das Betriebssystem, Spiele und Programme starten von einer SSD viel schneller als von einer HDD, zudem arbeiten SSDs geräuschlos. SSDs gibt es in mehr oder weniger drei Formaten: Als 2,5″-SSD mit SATA-Anschluss, als M.2-SATA-SSD und als M.2-NVMe-SSD. Der Unterschied zwischen einer M.2-SATA-SSD und einer M.2-NVMe-SSD ist in der Praxis nicht so stark wahrnehmbar, solange keine riesigen Dateien bewegt werden.

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      Für die meisten Gamer ist daher eine günstige 2,5″- oder M.2-SATA-SSD ausreichend. Empfehlenswerte Modelle mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sind bspw. die Intel SSD 660p oder die Crucial P1 (Test). Weniger als einen TB solltest du angesichts der Größe aktueller Spiele für deine Hauptpartition nicht einplanen. Für die Lagerung von großen Datenmengen sind HDDs aufgrund des niedrigeren Preises pro Gigabyte immer noch empfehlenswert.

      Beim Netzteil sparen lohnt sich nicht

      Das Netzteil gehört häufig zu den Komponenten, bei denen am ehesten gespart wird. Billige China-Netzteile zahlen sich jedoch in den wenigsten Fällen aus. Oft wird weder die angegebene Leistung erreicht noch sind die Netzteile besonders energieeffizient und somit teuer im Betrieb. Mit unterdimensionierten Lüftern entwickeln sie sich zudem nicht nur zu einer lästigen Geräuschquelle, sie segnen in den meisten Fällen auch viel früher das Zeitliche als hochwertige Markenpendants.

      Worauf gilt es also zu achten? Neben dem Format muss auch die Leistung zu deinem System passen. be Quiet! bietet als generell sehr empfehlenswerter Anbieter von hochwertigen Netzteilen einen Netzteil-Kalkulator an, der allerdings sehr großzügig bemisst. Es ist jedoch immer sinnvoll, etwas Spielraum für eventuelle spätere Upgrades zu lassen. Mehr als 600 Watt sind jedoch nur in den seltensten Fällen wirklich notwendig. Mit dem Preis steigt im Normalfall auch die Effizienz des Netzteils, außerdem sind teurere Netzteile modular aufgebaut, was den Einbau und das Kabelmanagement signifikant erleichtert. Natürlich sollte das Netzteil genügend Stromanschlüsse und Kabel für eure Komponenten bieten. Bittet verwendet zu jedem Netzteil nur das originale Zubehör.

      Da Netzteile fast immer einen aktiven Lüfter besitzen, solltet ihr darauf achten, dass ein möglichst großer und leiser Lüfter zum Einsatz kommt. Parade-Beispiel ist die DARK-POWER-PRO-11-Serie von be Quiet!, in der ein 135-mm-Lüfter verbaut wird. Es gibt sogar Netzteile ohne aktiven Lüfter. Diese sind allerdings sehr teuer, nur bis zu einer bestimmten Leistung realisierbar und sollten nur dann eingesetzt werden, wenn ein guter Airflow im Gehäuse gewährleistet ist.

      Ein effizienter CPU-Kühler ist bei starken CPUs notwendig

      Der Prozessor ist das Bauteil im PC, das unter Last die höchste Temperatur entwickelt. Dementsprechend wichtig ist ein leistungsfähiger Kühlkörper, der die Temperaturen in Schach halten kann. Früher konnten sich Käufer von Intel- und AMD-CPUs einfach mit den mitgelieferten Boxed-Kühler zufriedengeben. Bedingt durch die steigende Leistung sind aber auch die Anforderungen an die CPU-Kühler gestiegen. Die zum Lieferumfang gehörenden Boxed-Kühler von AMD reichen für den Alltag aus, sind jedoch weder die schönsten noch leisesten Gesellen. Bei leistungsstarken Intel-CPUs wird teilweise sogar auf einen Boxed-Kühler verzichtet.

      Für einen besonders leisen Betrieb oder bei sehr leistungsstarken CPUs ist ein großer CPU-Kühler also eher Pflicht als Kür. Die Kühler sorgen zusätzlich für eine längere Lebensdauer des Prozessors, da die Kühlleistung besser ist. Mit Noctua habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht, da die CPU-Kühler dank kostenlosen Mounting Kits auch bei einem Prozessorwechsel weiterhin genutzt werden können.

      Bei großen Kühlern wie bspw. dem be Quiet! DARK ROCK 4 oder dem NOCTUA NH-D15 chromax.black musst du darauf achten, dass dein Gehäuse in der Breite genügend Platz bietet. Ein weiteres Problem stellen RAM-Riegel mit hohen Kühlkörpern dar, da diese nicht selten mit dem CPU-Kühler kollidieren. Wer die Lautstärke unter Last auf ein Minimum reduzieren möchte, greift am besten zu einer AiO-Wasserkühlung.

      Ist eine Soundkarte heutzutage überflüssig?

      Aktuelle Mainboards sind heutzutage überwiegend mit ordentlichen Soundchips ausgestattet, die für das Gaming-Headset oder 2.1-System am PC völlig ausreichen. Empfehlenswert wird eine dedizierte Soundkarte nur dann, wenn du Studiokopfhörer mit mehr als 32 Ohm als Headset am PC nutzen willst und einen internen Verstärker benötigst. Falls das Gehäuse oder Mainboard keinen freien Steckplatz hergibt, sind aber auch externe DACs eine Option.

      Die Konfiguration muss zusammenpassen

      Unterm Strich solltest du bei der Konfiguration eines neuen Gaming-PCs darauf achten, dass die Gesamtkonstellation aufeinander abgestimmt ist. Intel Core i7-10700k, RTX 2080 Super und 8 GB RAM bilden bspw. kein sinnvolles Team. Ebenso sollten CPU und GPU leistungsstechnisch zueinanderpassen, damit kein Flaschenhals entsteht. Um dir diese Aufgabe zu erleichtern, habe ich für die relevantesten Preisbereiche im Folgenden einige Konfigurationen für dich aufgelistet. AMD, Intel und Nvidia lassen sich natürlich beliebig kombinieren.


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      Konfiguration für 600 Euro

      600 Euro sind das Mindeste, das du für einen Gaming-PC einplanen solltest. Intel bietet mit dem Core i3-9100 etwas mehr Gaming-Performance. Wer noch wartet, kann gleich zum Core i3-10100 (10. Gen) greifen. Bei diesem Budget musst du dich mit dem Boxed-Kühler arrangieren. Ob ATX- oder µATX-Mainboard ist egal, Hauptsache es ist für die aktuellen Prozessoren zertifiziert. Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat, greift bei der GPU besser zur GTX 1660 Super, da sie für einen geringen Aufpreis deutlich mehr Leistung bietet. Die Gehäuse sind nur zwei Vorschläge für den Preisbereich bis ca. 40 Euro.


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      Konfiguration für 800 Euro

      Mit 800 Euro ist schon etwas mehr möglich. Wer auf Intel setzt, bekommt etwas mehr Gaming-Performance geboten, muss aber gleichzeitig zum teureren Z490-Mainboard greifen. Günstigere Mainboards mit dem Chipsatz H470 für Intel-CPUs der 10. Gen sind aktuell noch kaum verfügbar. Aus diesem Grund bleibt es bei der GTX 1660 Super. Bei AMD lohnt sich das Upgrade zum Ryzen 5 3600 mit sechs Kernen und der Radeon RX 5600 XT, die ca. 16% schneller als die 1660 Super arbeitet, allerdings auch deutlich teurer ist. Während sich der Rest im Vergleich zur 600-Euro-Konfig kaum verändert, solltest du das verbleibende Budget in ein hochwertigeres Case stecken. Das Bure Base 500 mit zwei vorinstallierten 140mm-Lüftern ist eine sehr gute Wahl.


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      Konfiguration für 1000 Euro

      1000 Euro sind vermutlich das Budget, das die meisten Gamer in einen neuen PC investieren können. Das zusätzliche Budget kannst du auf ein Mainboard mit besserer Ausstattung, eine stärkere Grafikkarte und eine größere M.2 NVMe SSD verteilen. Die GeForce RTX 2060 Super ist übrigens nur minimal (+3%) schneller als die Radeon RX 5700, kostet aber deutlich mehr. In meinen Augen ist die RX 5700 abgesehen von der fehlenden Raytracing-Unterstützung die bessere Wahl, zudem landest du mit der RTX 2060 Super schnell bei mehr als 1000 Euro. Der RAM taktet mit 3200 MHz etwas schneller und das Seasonic Focus PX 550W ist ein hochwertiges und vollmodulares Netzteil.


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      Konfiguration für 1200 Euro

      Mit 1200 Euro Budget befindet man sich bei Selbstbau-PCs in der oberen Mittelklasse. Während viele Komponenten sich im Vergleich zur Konfiguration für 1000 Euro nicht verändern, fließt das zusätzliche Budget zum Großteil in eine schnellere Grafikkarte. Als wichtigster Performance-Lieferant in Spielen ist das Geld bei ihr am besten aufgehoben. Die GeForce RTX 2070 Super bietet ca. 10% mehr Leistung, ist aber auch teurer als die Radeon RX 5700 XT. Wer auf die Nvidia-GPU setzt, muss dafür bei der CPU sparen, denn der Preissprung auf den Core i7-10600K ist sehr hoch. Für mehr Laufruhe im Alltag sind dedizierte CPU-Kühler daher eine sinnvolle Investition.


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      Konfiguration für 1500 Euro

      Puh, ich hatte gedacht, dass 1500 Euro Budget mehr Probleme beseitigt als es schafft. Das Upgrade auf Core i7 bzw. Ryzen 7, 32 GB RAM und eine RTX 2080 Super ist aber mit 1500 Euro nur schwer realisierbar. Du hast daher die Wahl: Beim Ryzen 5 3600X bzw. Core i5-10400F und 16 GB RAM bleiben und die Hälfte des Budgets in eine RTX 2080 Super investieren – oder das Budget auf einen Ryzen 7 3700X bzw. Core i5-10600K sowie 32 GB RAM, einen effizienteren CPU-Kühler (beim Core i5-10600K notwendig) und ein umfangreich ausgestattetes Mainboard als auch Gehäuse aufteilen.

      Ich tendiere zur zweiten Option, da die RTX 2070 Super ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die 2080 Super bietet und sich ein Grafikkarten-Upgrade später immer noch sehr einfach realisieren lässt. Eine dritte und ebenfalls sinnvolle Option wäre, einfach 50-100 Euro draufzulegen und sich neben 32 GB RAM und Ryzen 7 noch die RTX 2080 Super zu gönnen. Die Radeon RX 5700 XT halte ich in diesem Preisbereich nicht mehr für empfehlenswert und aktuell bietet AMD leider noch keine Alternative zur RTX 2080 Super an.

      Natürlich sind die Konfigurationen nicht in Stein gemeißelt. Im Hinblick auf abweichendes Budget und persönlichen Geschmack ist überall Spielraum vorhanden. Ob das Netzteil bspw. von be Quiet!, Seasonic oder Corsair ist, spielt keine entscheidende Rolle. Das gilt ebenfalls für Gehäuse, Grafikkarten, Mainboards oder den RAM. Empfehlenswerte Hardware gibt es von vielen Herstellern, mit den genannten Komponenten macht ihr aber in keinem Fall etwas verkehrt.

      Welche Hardware erwartet uns noch 2020?

      Falls du dir nicht sicher bist, ob sich die Investition in aktuelle Hardware überhaupt lohnt, hilft der Blick in die Glaskugel. Wer Hardware kurz vor dem Ende des Produktlebenszyklus kauft, ärgert sich am Ende nämlich häufig. Was passiert im Jahr 2020 also noch? Während Intel mit der 10. Generation von Desktop-Prozessoren (Comet Lake-S) bereits für dieses Jahr durch ist, stellt AMD die kommenden Ryzen-4000-CPUs (Vermeer) für den Desktop vermutlich auf der Computex in Taipeh Ende September vor. Wann und ob die Prozessoren noch in diesem Jahr in den Handel kommen, ist unklar.

      Spannender sollte es bei der nächsten GPU-Generation werden. Sowohl AMD als auch Nvidia dürften im September neue Grafikkarten vorstellen. Bei der RTX-3000-Reihe (Ampere) wird verglichen zur Vorgänger-Generation über einen deutlichen Leistungssprung spekuliert. Während AMD Nvidia mit den aktuellen Radeon-RX-GPUs nur in der Einstiegs- und Mittelklasse auf Augenhöhe begegnet, soll sich das mit der Vorstellung von Big Navi im Herbst ändern. Gerüchten zufolge wird Big Navi mit der RDNA2-Architektur einen Angriff auf die Performance-Krone im GPU-Segment starten. Wir bleiben gespannt.

      Falls dein Gaming-PC also nicht gerade die Hufe hochgerissen hat und du für Cyberpunk 2077 perfekt gerüstet sein willst, lohnt sich das Warten auf die neuen Grafikkarten also in jedem Fall. Wer am Ende die Nase vorne haben wird, ist dabei nicht entscheidend. Hauptsache, wir bekommen mehr Leistung!

      Hast du Fragen oder Anmerkungen zu einer bestimmten Konfiguration oder suchst eine Zusammenstellung für ein anderes Budget? Dann schreibe uns deine Anforderungen an deinen neuen Gaming-PC und den finanziell möglichen Rahmen einfach in die Kommentare.

      Kaufberater bei uns im Shop

      *Stand: Juni 2020

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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