Gastbeitrag: Das Acer Aspire S7 im Testeinsatz

Im Rahmen unserer Acer Aspire S7 Verlosung warteten drei Ultrabooks auf einen neuen Besitzer, dieser uns im Gegenzug ein Testbeitrag schicken muss. Der letzte Testbericht ist nun auch da und wir wollen euch diesen natürlich nicht vorenthalten: Ingo D.

Testbericht Acer Aspire S7

Ablösung

Dank meiner Glücksfee und NBB durfte ich die Stelle meines ständigen Begleiters neu ausschreiben. Der bisherige Stelleninhaber ist ein Samsung NF210 Netbook, der aktuelle Bewerber das Acer Aspire S7 Ultrabook. Das Anforderungsprofil erstreckt sich über die ständige Nutzung von Microsoft Office 2010, Visual Studio 2012, Java Laufzeitumgebung, Skype und Abspielen von Videos. Kurzum, es muss so ziemlich alles außer Spielen mitmachen, aber klein sein und lange durchhalten.

Nackte Tatsachen

Das Samsung verfügt über einen Intel® Atom N550 Prozessor mit werksseitigen 1 GB RAM (auf 2 GB aufgerüstet), der wiederum mit 667 Mhz angesprochen wird. Für die Anzeige dient ein 10,1“ Bildschirm mit einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln, der auf auf einen Intel® GMA 3150 hört. Gespeichert wird auf 250 GB HDD. Klasse Schmankerl: ein UMTS-Modul.

Die Konkurrenz kommt mit einem Intel® Core™ i7 3517U Prozessor (3. Generation, 2 x 1.90 GHz) und 4 GB RAM daher, die Taktung liegt bei 1.600 Mhz. Die Anzeige ist ein 11,6“ Touchscreen, auf dem durch eine Intel® HD Graphics 4000 bis zu 1920 x 1080 Pixel verteilt werden können. Eine HDD sucht man vergebens, dafür ist eine 256 GB SSD an einem SATA III Anschluss zu finden. Schön ist natürlich auch die beleuchtete Tastatur. Der 3910 mAh Akku ist allerdings nicht so der Renner (Samsung: 6.600 mAh), aber mal schauen, was da rauszuholen ist. Im Lieferumfang ist noch ein weiterer Akku enthalten, der bei Bedarf mit angeschlossen werden kann. Das Gewicht von 1,08 kg dagegen gefällt wieder. Für mich ist noch positiv, dass das Gerät vollständig flach ist und auf der Unterseite keine Verdickung, bspw. durch den Akku, aufweist.

Ferner wird damit für mich nun der Umstieg auf Windows 8 fällig, den ich bisher vermieden habe. Mal schauen, ob das Aspire mir den Wechsel schmackhaft machen kann.

Erscheinungsbild

Die Verpackung verspricht schon ein Gerät, das auf Stil setzt. Nix Buntes, sondern dezent in weiß gehalten mit einer Abbildung des Ultrabook. In der Verpackung alles aufgeräumt und passgerecht in kleinen Boxen mit Lasche, dazwischen das Ultrabook. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Papierkram (aber keine Anleitung) Ladegerät, Zusatzakku, Case und zwei Adapter für VGA und LAN. Die Adapter sind notwendig, da durch die schmale Bauweise des Books die USB-Ports die größten Anschlüsse sind und damit anscheinend die Dicke des Gerätes bestimmen. Neben zwei USB 3.0-Anschlüssen sind noch der Anschluss für das Netzteil, der Port für eine Mini-SD-Karte und ein Micro-HDMI-Anschluss zu finden. Besonders klasse finde ich das beigelegte Cover, von der Größe auf das Gerät abgestimmt und die grau-beige Farbe macht einen edlen Eindruck.

Von der Form her ist das Ultrabook sowohl oben als auch unten vollständig flach, was mir sehr gut gefällt. Ich konnte den Net- und Notebooks nie was abgewinnen, deren Form eher einer Welle glich. Die Oberseite besteht aus gebürstetem Stahl, die Unterseite aus weißem Plastik, beides passt zwar nicht so ganz zusammen, macht aber einen wertigen Eindruck. Die Festigkeiten der Scharniere beim Öffnen sind optimal, nichts wackelt, der Bildschirm verschiebt sich nicht durch sein Eigengewicht, aber schwer ist das Öffnen auch nicht.

Arbeitsalltag

Der Start geht dank der SSD sehr schnell von statten, innerhalb von wenigen Sekunden ist das S7 einsatzbereit. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät neu hochfährt oder aus dem Ruhezustand erwacht. Selbst der Zeitgewinn vom Stand-By beträgt nur wenige Sekunden. Praktisch ist der automatische Start schon beim Aufklappen des Ultrabooks.

Als erstes bei einem neuen System führt der Weg zum Leistungsindex, der für ein Ultrabook seiner Art durchaus anständig ist. Danach führt der Weg zur Liste installierter Programme. Viele Hersteller installieren ab Werk eine Flut von Tools, die das System verbessern sollen, in meinen Augen aber meist unnötiger Ballast sind. Wie erwartet passt die Liste nicht auf eine Seite, rund die Hälfte habe ich erst mal entsorgt. Ähnliches erwartet einen bei den Apps, der Start-Bildschirm ist schon so voll wie nach einem Jahr Nutzung. Rund eine Stunde Aufräumarbeit später sieht die Sache schon ordentlicher aus.

Windows 8 hat ja nun seine Kachel-Optik, der Startbildschirm hat hierbei Ähnlichkeit mit den Homescreens eines Smartphones. Die Kacheln der Standardansicht können gruppiert, ergänzt oder entfernt werden. Bei der vollständigen Ansicht werden alle installierten Apps und Anwendungen angezeigt. Je nach Art des Programmes wird entweder die App in der Metroansicht geöffnet oder der Desktop (als App) gestartet und die Anwendung dort ausgeführt. Der Desktop ist im Wesentlichen der gewohnte aus Windows 7, lediglich der Start-Button fehlt. Man behilft sich mit der „Start-Leiste“, die vom rechten Rand herbeigewischt wird.

Zeit genug, ein paar Worte über den Touchscreen zu verlieren. Nachdem ich nun schon viele Kacheln verschoben, Apps geöffnet und geschlossen habe, kann ich nur sagen: Klasse. Der Touchscreen ist sehr feinfühlig, die Gesten werden vollständig registriert und es folgt prompt die entsprechende Reaktion. Ob man den Touchscreen im Windows Explorer bei einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel sinnvoll nutzen kann, lasse ich mal im Raum stehen (außer bei Nutzung eines Stiftes), ich nutze da dann doch lieber die Maus, aber in allen anderen Fällen macht er stets eine gute Figur und erleichtert die Bedienung, gerade im Zusammenspiel mit der Metro-Oberfläche von Windows 8.

Seinen ersten Einsatztauglichkeitstest durfte das Ultrabook gleich einen Tag nach Erhalt absolvieren: Power Point-Präsentation in der Schule. Anschalten, anmelden, auf dem Desktop geparkte Präsentation öffnen. Das alles in knapp zehn Sekunden. Dann noch den VGA-Adapter zwischen Mini-HDMI-Buchse und VGA-Kabel des Beamers gesteckt – schon war das Bild an der Wand. Dieser Test wurde mit Bravour bestanden.

Praktischerweise stand kurz nach Erhalt der Winterurlaub an: sechs Stunden Fahrt in den Bayerischen Wald. Dafür ein paar Filme raufkopiert und Kopfhörer eingesteckt, spart mir die Diskussion mit der Freundin, ob Tote Hosen oder Helene Fischer im Auto dudeln. Ganz nebenbei gleich eine prima Gelegenheit, dem Akku des Ultrabooks die Stoppuhr vor die Nase zu setzen. Hier offenbart das Aspire S7 seinen Schwachpunkt: nach etwas über zwei Stunden Filmgenuss bei 50% Helligkeit und aktiviertem Flugmodus nur noch 39% Akkus – da hätte ich mehr erwartet. Die Darstellung selber ist dagegen wieder gut. Kurze Ladezeit, scharfes und farbtreues Bild. Auch der Sound kann sich hören lassen.

Der Akku im Ultrabook ist doch etwas unterdimensioniert. Dies scheint Acer erkannt zu haben, sodass dem Gerät gleich der Zusatzakku beigelegt wurde (ohne den der Name Ultrabook wahrscheinlich nicht hätte verwendet werden dürfen). Der Zusatzakku hat eine eigene Ladezustandsanzeige in Form von fünf LED’s, wird unter Windows allerdings nicht berücksichtigt. Solange der Zusatzakku am Gerät angeschlossen und nicht leer ist, bleibt die Anzeige unter Windows unverändert. Für mich ist die Umsetzung der Akkukapazität ein klares Manko. Für ein Produkt dieser Preisklasse habe ich mehr erwartet – der Zusatzakku ist für mich nur Schadensbegrenzung.

Bei der normalen Nutzung nutzt das Ultrabook dann seine Gelegenheit zur Ausspielung seiner Stärken. Office-Dateien sind schnell geladen und auch ein vollständiges Visual Studio-Projekt braucht keine zehn Sekunden, super Werte. Alles natürlich einschließlich Anwendung, versteht sich. Wie schon beim Systemstart angedeutet, macht die SSD dabei ordentlich Tempo. Beim Testen der Wiedergabe von TV bin ich dann leider über ein Treiber-Manko von Windows 8 gestolpert: mein USB-TV-Stick von MSI (DigiVox mini II) funktioniert nicht. Er wird zwar erkannt und es werden Treiber installiert, aber bei der Nutzung über das Windows MediaCenter (das zusätzlich erworben und installiert werden muss), kommt es zum Absturz. Die gleiche Konfiguration unter Windows 7 funktioniert dagegen einwandfrei. Auch musste ich feststellen, dass Canon für viele Modelle keine Windows 8-Treiber anbietet, mein PIXMA MP520 ist leider darunter. Ferner schafft es Skype hin und wieder, dafür zu sorgen, dass das Ultrabook sehr träge und behäbig wird. Ein Neustart von Skype schafft dann Abhilfe.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tastenbelegung der Tastatur, so hat sich Acer beispielsweise die Funktionstastenreihe gespart und diese Tasten mit den Zifferntasten gepaart. Ansonsten lässt sich aber auf ihr angenehm schreiben, mit zehn Fingern habe ich da keine Probleme und werde auch noch durch die Beleuchtung der Tastatur unterstützt.

Alles im Ganzen macht die Arbeit mit dem Aspire S7 spaß. Auch mit einigen Anwendungen im Hintergrund gibt es Gerät ein Tempo vor, welches keine Wartezeiten erfordert. Es reagiert bei allem flüssig und scheint nur darauf zu warten, etwas machen zu dürfen. Ich hätte mir noch ein UMTS-Modul dazu gewünscht, aber man kann ja nicht alles haben. Das Acer Aspire S7 erweist sich würdiger Nachfolger für mein Samsung NF210.

Fazit

Das Ultrabook weiß durchaus zu gefallen. Mit seiner dünnen und geraden Form sieht es sehr stilvoll aus und passt prima zwischen Unterlagen, wo es dabei vom mitgelieferten Case geschützt wird. Windows ist nach wenigen Sekunden betriebsbereit, egal ob aus Stand-By oder komplett neu hochgefahren. Windows 8 selbst macht seine Arbeit bis auf die erwähnten Grenzen ohne Probleme, wobei ich noch immer der Meinung bin, dass es nicht allzu sinnvoll ist, die Anwendungen, die so oder so über den Desktop laufen, von der Metro-Oberfläche zu starten, anstatt über das Startmenü. Der Touchscreen reagiert sehr genau und blitzschnell auf alle Gesten, die Tastatur hat einen angenehmen Druckpunkt und unterstützt mit ihrer Beleuchtung auch das Arbeiten in dunkler Umgebung. Einzig der Akku ist enttäuschend, bei abgedunkeltem Bildschirm, aktiven Kommunikationsadaptern und normaler Beanspruchung sind ihm lediglich nur gute zweieinhalb Stunden zu entlocken, die mit dem Zusatzakku auf rund fünf erweitert werden können.

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