Gastbeitrag: Testbericht MadCatz R.A.T.M

Im Rahmen unserer MadCatz Verlosung wollten wir unsere zwei Testmäuse von echten Gamern getestet bekommen. Dennis M. ist unser erster Tester und hat sein Ergebnis für euch niedergeschrieben.

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Die neue R.A.T. M ist eine mobile Gamingmaus. Ein Test soll zeigen, ob sich der kleine, kabellose Nager als Gamingmaus eignet.
Äußerlich macht die R.A.T. M einen stylischen und hochwertigen Eindruck. Sie ist an die Hand des Spielers in 3 Stufen anpassbar und lässt sich mit allen gängigen Haltestilen (Palm grip, Claw grip, und Fingertip grip) gut bedienen. Die Batterien lassen sich sehr einfach einlegen, nichts klappert oder lässt sich unsachgemäß bewegen.

Das Treibermenü von MAD CATZ ist übersichtlich und simpel gestaltet. Das Menü ist in drei Haupttabs gegliedert, eines für die Tastenbelegung und ein weiteres für die allgemeinen Einstellungen der Maus und des Sensors. Ein drittes Tab beinhaltet Hilfen und weitere Information zu Maus und Treiber. Die R.A.T. M besitzt 10 programmierbare Tasten. Das Treibermenü gibt hier viele verwendbare Funktionen bereits vor. Z. B. Play/Pause in Videoplayern, Copy & Paste Funktionen etc. Hier kann der Benutzer aus 44 vordefinierten Shortcuts wählen oder eigene Shortcuts kreieren.

madcatzratm_treiber1Die R.A.T. M bietet verschiedene Möglichkeiten zur Konfiguration. Mit dem D.P.I. L.E.D. Sleep Timer lässt sich die Leuchtdauer der DPI-Status LED setzen. Der Standardwert beträgt 5 Sekunden. Sobald der DPI-Wert geändert wird, leuchtet die DPI LED eine entsprechende Zeit in 2 Helligkeitsstufen auf. Die Precision AIM Einstellung beschreibt die Präzision im Aiming Modus. Die Mausbeschleunigung kann hier per Knopfdruck (5D) umgestellt werden. Der Beschleunigungswechsel gilt nur solange die Taste gedrückt wird. Wird der Wert auf Max gesetzt, reagiert die Maus gar nicht mehr auf Mausbewegungen und das „Fadenkreuz“ steht absolut still, falls der eigene Puls das Halten der Maus erschwert.

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Die R.A.T. M bietet zwei Einstellbare DPI Modi, die via Mausbutton aktiviert werden können. Die DPI Range beträgt 25-6400. Die Maus funktioniert auf vielen Untergründen absolut problemlos. Der Hersteller gibt die Akku Laufzeit (ohne täglichen Nutzungsgrad) mit einem Jahr an. Im Vergleich zu Razers Mamba, welche im Schnitt einen „Gamingtag“ bis zur nächsten Betankung durchhält, ist dies ein enorm hoher Wert! Die Akkufüllstandanzeige wird im Treibermenü in Tagen und Prozent angegeben. Die vergleichsweise niedrige Pollingrate ist mitunter ein Grund für die hohe Betriebsdauer. Sie beträgt bei der R.A.T. M 120 Hz – hier schaffen kabelgebunden Gamingnager Spitzenwerte von 1000 Signalübertragungen pro Sekunde an euren Computer. Meist sind die 1000 Hz jedoch nicht wirklich von niedrigeren Einstellungen unterscheidbar, sodass die 120 Hz der R.A.T. M keinen gravierenden Nachteil darstellen sollten.

Trotz dieser Funktionen, wirkt das Treibermenü lieblos gestaltet und weist auch einige Designschwächen auf. Das Fenster lässt sich nicht in der Größe verändern. Wenn Menüpunkte aufgeklappt sind, werden nicht alle Tabs angezeigt, sodass der Benutzer sich schrittweise durchklicken muss.

Die Maus wirkt klein, was ein Vergleich zu einer Roccat Kone+ und einer Logitech G5 deutlich macht. Das Prädikat M in „R.A.T. M“ steht für Mobile. Eine mobile Maus muss jedoch nicht unbedingt so klein sein. Ein Spieler legt mehr Wert auf eine gute Ergonomie und einen festen Sitz seiner Hand, als auf Kompaktheit.

Anwendungstests in Spielen:

Counterstrike Global Offensive:
CS:GO ist ohne Zweifel eines der rasanteren und hektischeren Egoshooter. Es kommt auf Reaktion und gutes Mousehandling an. Die R.A.T. M macht bei CS:GO einen durchweg guten Eindruck. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Pollingrate kam es im Test zu keinen Aussetzern oder ungenauen Bewegungen. Der 5D Button, welcher die Maus in den Präzisionsmodus schaltet ist jedoch nur für den Einsatz von AWP und Co. geeignet und auch hier nur begrenzt. Je nach Haltestil der Maus ist es mehr oder weniger schwer, den Button ohne Mausverschiebung zu halten. Lediglich der Palm grip erlaubt es in schnellen Gefechten, ohne Verrutschen den 5D Button zu betätigen. Der 5D Button ist für schnelle Spiele einfach zu schwerfällig und Bedarf einen festen Haltegriff.

Battlefield 3:
Der 5D Button der R.A.T. M findet hier wesentlich mehr Verwendung. Viele Waffen in Bf3 besitzen große Zoomingobjektive, die es erlauben über weite Strecken zu schießen. Der Spielablauf ist schnell, jedoch aufgrund des weiten Terrains gut einsichtig, sodass es zu weniger hektischen Bewegungen als bei CS:GO kommt. Wird hierbei kurzfristig die Präzision über den 5D Button erhöht, sind mehr Punkte garantiert. Ein Problem der R.A.T. M zeigt sich jedoch in BF3 ganz besonders – die geringe Anzahl ein speicherbaren DPI Modes. Es ist nützlich, die DPI Stufe während dem Spiel an seine Waffe anzupassen. Oft sind es nur minimale Unterschiede, wenn zwischen Handwaffen gewechselt wird. Die Spieler können das auch sehr schnell zu kompensieren. Der Unterschied fällt jedoch gravierender aus wenn der Spieler von Fußsoldat in einen Transporter, Panzer oder gar Jet wechselt. Ein DPI Wechsel ist hierbei geradezu notwendig. Hierbei kann die R.A.T. M nicht punkten. Eine Gamingmaus sollte hierbei mehr als 2 Profile anbieten!

Minecraft:
Die programmierbaren Tastenmakros der R.A.T. M können in Minecraft sehr hilfreich sein. So können spezielle Tools (beispielsweise via WorldEdit) mit einem einzigen Klick ausgewählt werden. Mit diesen Makros spart man sich unzählige Textkommandos. Allgemein lässt sich das Spiel gut mit der Maus bestreiten.

SimCity 5:
SimCity gehört zu den etwas relaxten Spielegenres. Keine schnellen Bewegungen oder Buttonsmashing. Jedoch verlangt das Spiel aufgrund seiner nicht simplen Kammerasteuerung einiges dem Handgelenk ab. Es ist daher wichtig, dass die Maus bei längeren Städtebausessions gut in der Hand liegt. Die R.A.T. M liegt bei langen Sessions steht‘s gut in der Hand, jedoch gibt es dennoch Mäuse, die ergonomisch noch besser für lange Sessions geeignet sind. Die R.A.T. M fühlt sich selbst auf größter Stufe für einige Hände über längere Zeit einfach zu klein an und das Handgelenk sehnt sich nach etwas mehr Ablagefläche. Dies trifft speziell bei Spielern zu, die den Palm grip bevorzugen.

Fazit:
In Shootern ist die R.A.T. M reaktionsschnell und zeigt im Test keine Ausfälle. Der Spieler kann die Maus in 3 Stufen an seine Hand anpassen, sodass sie auch für längere Sessions gut in der Hand liegt. Auch ein Wechsel der Maushaltung ist aufgrund der verstellbaren Größe kein Problem. Der 5D Button ist leider schwerfällig und lässt sich nur gut bedienen, wenn die gesamte Hand auf der Maus aufliegt (Palm grip), gleiches gilt für die Flügeltaste, welche sich links der linken Maustaste befindet.
Enttäuscht hat die R.A.T. M mit dem lieblos wirkenden Treibermenü und fehlenden Features. Konfigurierbare Mousebuttons gehören bei Gamingmäusen bereits zum Standard, ebenso wie das Wechseln in verschiedene DPI Modes. Die R.A.T. M kann hier nur zwischen zwei DPI Einstellungen wechseln, was bei Ego-Shootern mit variierenden Fortbewegungsmitteln zu Problemen führen kann. Oft ist es nötig, die DPI an das benutzte Vehikel oder Waffe anzupassen, hier dürften zwei DPI Modi so ziemlich jedem Spieler zu wenig sein. Ein Fußsoldat steuert sich nunmal anders als ein Panzer oder ein Jet in Battlefield 3.

Die R.A.T. M wird von MAD CATZ als Gamingmaus bezeichnet. Sie besitzt einige Features, die ein Spieler sehr gut gebrauchen kann, jedoch bietet die Konkurrenz hier oft deutlich mehr. Ein Pluspunkt ist der Wegfall des lästigen Kabels und eine extrem hohe „Akku“-Laufzeit. Die R.A.T. M ist wirklich gut geeignet, wenn sie für das Spielen für zwischendurch oder mobil genutzt wird. Im täglichen, heimischen Gebrauch macht sie einen guten Eindruck, jedoch gibt es hier Alternativen, die günstiger und gleichzeitig mehr bieten. Für Hardcore Gamer dürfte die R.A.T. M leider weniger interessant sein. Schade ist, dass MADCATZ die Maus für Gamer ausgelegt hat, dieses Ziel auch erreicht, jedoch in vielen Disziplinen kein Spitzenergebnis einfährt. Für den mobilen Einsatz ist sie ein durchaus brauchbares, aber auch teures Werkzeug. Im direkten Gaming-Vergleich mit den Mäusen von Roccat, Razer, Logitech und auch den großen MADCATZ Geschwistern, zieht die R.A.T. M den Kürzen. Die Maus brilliert jedoch im mobilen Office Bereich – verdutzte Blicke der Kollegen sind garantiert.

Meine persönliche Wertung:
Ergonomie 30%
Verarbeitung 10%
Technische Leistung 40%
Treiber & Softwarehandhabung 20%

Ergonomie: 22/30 Punkte
+ Tasten besitzen sehr guten Druckpunkt
+ Mausrad leise und präzise
+ Mit jedem Haltestil verwendbar
– klein
– Hand liegt bei Palm grip nicht ganz auf
Verarbeitung: 9/10 Punkte
+ Verarbeitung wirkt hochwertig
– Nichts wackelt
– 5D Button und Flügeltaste schwerfällig

Technische Leistung: 28/40 Punkte
+ sehr niedriger Akkuverbrauch
+ sehr präzise
+ viele Buttons
– nur 2 DPI-Profile
– geringe Entfernung keine Aussetzer oder Ungenauigkeiten
– ab 2,5m Entfernung für Spiele unbrauchbar
– ab 3m für Office unbrauchbar

Treiber & Softwarehandhabung: 6/20 Punkte
– Treiber bietet (vergleichsweise) wenig Funktionen
– lieblos gestaltet

Wertung: 65/100 Punkte
Preis/Leistung: mangelhaft

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