Gastbeitrag: Yarvik Tablet Tab9-200 Xenta im Test

Yarvik Tablet TAB9-200Wir haben letztens im Blog ein Android Tablet von Yarvik verlost. Hier haben wir eine erste Auswahl der Testberichte für euch. Fangen wir mit dem Beitrag von Martin an, danach ein etwas speziellerer von Johannes:

Testbericht Yarvik Tab9-200 Xenta

Der erste Tag

Voller Vorfreude komme ich nach Hause, mit dem Wissen, dass der Postbote mein Notebooksbilliger-Paket beim Nachbarn abgegeben hat.
Nach dem Öffnen des Umkartons und einer kurzen Prüfung geht es gleich ans Eingemachte bzw. Eingepackte :-).

Der erste (äußere) Eindruck

Im Lieferumfang befinden sich neben dem eigentlich Tablett und einer Kurzanleitung in diversen Sprachen, ein Netzteil zum Laden und zwei USB-Kabel: ein längeres Datenkabel (Micro USB-Stecker auf USB-Stecker) zum Anschluss an einen PC und ein kurzer Adapter (Micro USB-Stecker auf USB-Buchse) zum Anschluss weiterer USB-Hardware (USB-Sticks, Tastatur, Maus usw.)

1-Yarvik-Display

Soweit so gut. Doch dann muss ich feststellen, dass dem Netzteil die Stecker-Adapter fehlen. Kurz zur Erklärung: dem Yarvik Tablet liegt im Normalfall ein universales EU-UK-Netzteil bei, bei dem man durch einfaches Tauschen des Aufsatzes den Netztyp wechseln kann. Das Netzteil halte ich in der Hand, aber die Steckeradapter kann ich nirgends finden. Auch nach mehrmaligen Durchwühlen des Kartons tauchen die Dinger nicht auf. Also kontaktiere ich gleich den notebooksbilliger-Support. Der nette Herr am anderen Ende Leitung muss mich aber an die Reklamationsabteilung verweisen. Mittlerweile ist es kurz nach 19 Uhr und die entsprechenden Kollegen sind nur bis 18 Uhr erreichbar. Ich gönne jedem seinen Feierabend, daher muss ich die Reklamation auf den nächsten Tag verschieben.

Ohne Netzteil und etwas geknickt geht es an die Außeninspektion:
Die Vorderseite: Außer dem schwarzen Rahmen und dem Display ist auf den ersten Blick nichts spektakulär. Sieht man genauer hin, erkennt man oben rechts noch eine kleine Kamera. Die Rückseite ist ebenfalls unspektakulär, aber in matt-silber 😉 Die Kamera sitzt links, direkt daneben befinden sich zwei Aussparungen für den Lautsprecher und das Mikrofon. Ansonsten gibt es nur noch ein kleines „Loch“ für den Hardreset und kleine weiße Piktogramme, die auf die seitlichen Anschlüsse hindeuten.

Die Anschlüsse befinden sich alle samt am rechten Rand (im Querformat) und davon gibt es reichlich:

  • 3,5mm-Kopfhörer-Anschluss
  • USB-Slave
  • MicroSD-Slot
  • USB-Host
  • HDMI
  • 1,5mm Hohlstecker-Stromanschluss

Hardware-Buttons gibt es erfreulicherweise auch. Direkt neben den Anschlüssen sitzt der Power-Button. Am oberen rechten Rand (Querformat) sitzt ein Button für Zurück und eine Wippe für die Lautstärke.

Insgesamt wirkt das Yarvik Tab9-200 gut verarbeitet, nur die Hardware-Buttons sind etwas wackelig. Das Gewicht ist ok und auch sonst liegt das Tablet gut in der Hand. Wie lange die matt-silber lackierte Rückseite ohne Kratzer ist, bleibt abzuwarten.

Und los geht’s…

Trotz fehlendem Ladegeräte kann ich der Versuchung nicht wiederstehen und starte das Yarvik. Glück gehabt, der Akku zeigt 90%. Ich besitze bereits ein Android-Smartphone (Motorola Defy+ mit CyanogenMod 10), daher bin ich mit der Grundeinrichtung bereits vertraut. Vorerst verzichte ich auf die Kopplung mit meinem Google-Account.
Auf dem Homescreen angekommen, geht es direkt weiter in die Einstellungen. Dort bestätigt sich meine Vermutung: Auf dem Tablet befindet sich ein Android ICS (4.0.4), auf der Homepage von Yarvik wird aber bereits mit Android 4.1.1 Jelly Bean geworben.
Also nutze ich mein neues Tablet, um die Informationen über das Update einzuholen: Datenkabel, die neue ROM von der Yarvik-Homepage und ein voller Akku. Ohne Ladekabel fällt das aber erst einmal aus. Das Surfen über den Android-Standard-Browser läuft ruckel-frei. Auch bei größeren Seiten mit Flash oder anderen dynamischen Inhalten kommt das Tablet nicht in Bedrängnis. Das Hinein- und Herrauszoomen bereit ebenfalls keine Probleme.

1-Yarvik-Ladesgerät (2)

Erfreulicher Weise ist das Tablet nicht mit unnötigen Apps vom Hersteller zugemüllt. Neben Googles Play Store und den Android-Standardanwendungen (Browser, Mail, Music, Video), gibt es zusätzlich den FBReader für eBooks, die OfficeSuite Viewer Edition von mobisystems und den ES Datei Explorer. Außerdem findet man noch das Manual zum Tablet auf dem Homescreen. Von dieser Politik könnten sich die meisten Premium-Hersteller mal eine Scheibe abschneiden.

Am Abend teste ich noch auf die Schnelle, ob ich auf mein NAS (Synology DS209) zugreifen kann. Mit dem ES Datei Explorer klappt das problemlos, einfach das Netz nach Freigaben durchsuchen, Ordner wählen, User und Kennwort eingeben, fertig. Zur Probe wähle ich gleich mal eine Mp3-Datei aus und schon tönt es aus den Boxen. Der Sound ist o.k. ohne überragend zu sein, aber mehr habe ich an dieser Stelle auch nicht erwartet. Ich denke mit einem guten Kopfhörer wird das besser. Als nächstes fällt meine Wahl auf ein Video (SD-Auflösung). Auch hier startet die Wiedergabe sofort.

Das fehlende Ladekabel geht mir nicht aus dem Kopf. Daher suche ich im WWW nach einer Alternative. Nach einer kurzen Recherche muss ich aber feststellen, dass das Yarvik Tab9-200 nur über den separaten Stromanschluss geladen werden kann. Für die Zukunft heißt das wohl, dass ich nun zwei Ladestecker mit mir rumtragen muss. Ich hoffe, dass sich noch irgendwo ein Adapter von USB auf 1,5mm Hohlstecker finden lässt, da das Netzteil schon recht klobig und schwer ist.

Der zweite Tag

Nach dem ich Dienstag bei notebooksbilliger.de angerufen habe, wurden heute (Samstag) die fehlenden Netzadapter geliefert. Nun muss das Yarvik erst einmal ans Netz. Die, in der Anleitungen beschriebenen, 6 Stunden muss man für den Ladevorgang schon einplanen.
Nach guten 2 Stunden zeigt der Akku einen Füllstand von 31 Prozent.
Der Stecker wird beim Laden extrem heiß. Das werde ich im Auge behalten und versuchen ein anderes Netzteil zu finden. In einem englischen Forum bin ich schon auf die Information gestoßen, dass das Ladekabel des Wireless Headsets für die Xbox angeblich passen soll. Weiterhin wirkt die Qualität des Ladesteckers nicht sehr hochwertig. Das Kabel ist sehr dünn, so dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte bis der Stecker einen Kabelbruch erleidet. Besonders wenn man davon ausgeht, dass man den Stecker immer mit sich herumträgt.

Update auf Jelly Bean

Die Anleitung zum Update des Yarvik ist nur auf Englisch erhältlich, jedoch leicht verständlich. Das Update dauert insgesamt ca. 15 Minuten. Anschließend verbinde ich das Tablet mit meinem Google-Account und lade meine favorisierten Apps herunter. Glücklicherweise laufen die meisten Apps ohne Probleme.

Zwei grundlegende Nachteile hat das Update jedoch:
1. Yarvik hat bei der Jelly Bean Rom die Kontakte-App, sowie den Provider zur Synchronisierung entfernt, mit der Begründung, dass das Tablet kein 3G hat und man die Kontakte deswegen nicht benötigt. Aber Kontakte sind mehr als Telefonnummern, schließlich speichert man auch die Mailadressen seiner Kontakte. Oder wollt ihr jedes Mal, beim Schreiben einer Mail die Adresse von Hand eingeben? Eine Lösung des Problems beschreibe ich später.
2. Android 4.1.1 hat bzw. hatte ein Problem mit der Synchronisierung von Exchange Accounts. Diese fehlerhafte Version befindet sich scheinbar in der ROM. Auch für dieses Problem finde ich später noch eine Lösung.

Super User – Rootrechte für das Yarvik

Bisherige Recherchen haben ergeben, dass die meisten Yarvik-Tablets bereits gerootet sind. Mit dem Update auf Jelly Bean verschwinden die Rootrechte jedoch. Im Yarvik-Forum findet man verschiedene Anleitungen, die zum Erfolg führen.

Fehlende Kontakte-App nachinstallieren (benötigt Root-Zugriff)

Damit man seine Kontakte auf dem Yarvik benutzen kann benötigt man als erstes die Contacts.apk, ContactsProvider.apk und GoogleContactsSyncAdapter.apk. Ebenfalls im Yarvik-Forum hat ein User diese APKs bereitgestellt. Nach der Installation kann man über die Konten-Synchronisation die alle Kontakte auf das Tablet laden. Allerdings fehlt noch der Zugriff auf die Kontaktliste. Diesen bekommt man am besten über die zusätzliche App „LauncherPro“. Mit dieser App kann man eine Verknüpfung auf dem Home-Screen zu den Kontakten anlegen.

Synchronisierung von Exchange Accounts (benötigt Root-Zugriff)

Dank der Root-Rechte lässt sich der Bug beim Synchronisieren mit Exchange-Konten recht schnell beheben: Ich habe einfach die Email.apk und Exchange2.apk von meinem Motorola Defy+ mit CyanogenMod 10 (Android 4.1.2) auf das Yarvik kopiert und installiert.
Nun klappt auf die Verbindung zum Exchange-Account.

Zusammenfassung nach einer Woche mit dem Yarvik Tab9-200 Xenta

Nach gut einer Woche mit dem Yarvik bin ich positiv überrascht. Das Gerät läuft flüssig und die Akkulaufzeit reicht für meine Zwecke völlig aus. Im Schnitt muss das Tablet alle zwei Tage an die Dose. Die fehlende 3G-Funktion überbrücke ich mit meinem Motorola Defy+, das dann als mobiler Hotspot herhalten muss. Die Tastatur zeigt auch beim Tippen längerer Mails oder Notizen keine Schwächen oder Hänger. Zu Testzwecken habe ich auch mal eine Tastatur bzw. Maus an das Yarvik angeschlossen. So konnte ich problemlos mehrere Fernwartungen (mittels RDP) durchführen.

Das Display ist ausreichend hell und die Auflösung (1024 x 768) ist ausreichend. Nur bei sehr kleiner Schrift wird der Text leicht unscharf. Die zwei Kameras des Tablets sind nur schmückendes Beiwerk und nicht wirklich zu gebrauchen (siehe Testbilder). Für Videotelefonie sollte es schon sehr hell sein, damit der Gesprächspartner überhaupt etwas von einem sieht. Sollte jemand Wert auf eine gute Kamera legen, dann ist er mit dem Yarvik sehr schlecht beraten. Mich persönlich stört diese Tatsache aber nicht.
Der WLAN-Empfang des Tablets könnte besser sein. Je nachdem, wie man das Tab in der Hand hält kann der Empfang beeinträchtigt werden. Sinkt der Empfang auf einen Balken, dann reicht es maximal noch zum Synchronisieren der Mails, Surfen ist dann so gut wie ausgeschlossen.

1-Yarvik-vs-Ipad

Das Streaming von Musik und Video von meinem NAS auf das Tablett klappt prima, vorausgesetzt das WLAN-Signal ist stark genug. Auch bei der Flash-Perfomance braucht sich das Yarvik nicht verstecken. Im GLBenchmark 2.1 Egypt Classic erreicht das Yarvik gute 55 fps. Ein Nachteil des (noch) unbekannten Herstellers ist die schlechte Versorgung mit Zubehör. Die Suche nach einem passenden Cover oder anderem Ladegerät gestaltet sich sehr schwierig. Hier hilft es durchaus mal bei anderen Herstellern zu schauen. So sollen die Taschen bzw. Cover des Apple iPads passen. Beim direkten Vergleich (siehe Bilder) kann man auch erkennen warum: die Grundform der beiden ist identisch.
Das Yarvik kann ich nach meinem Test durchaus weiterempfehlen. Für das Couch-Surfing reicht es locker aus. Für den günstigen Preis muss man jedoch mit Kleinigkeiten, wie dem proprietären Ladegerät und der schlechteren Versorgung mit Zubehör leben.

Positiv:

  • Insgesamt gute Verarbeitung
  • viel Rechen- und Grafikleistung (laut Datenblatt)
  • zahlreiche Anschlussmöglichkeiten
  • beiliegender Adapter zum Anschluss USB-Hardware (UMTS-Stick, Tastatur, Maus usw.)
  • erweiterbarer Speicher (microSD)
  • Verzicht auf unnötige, vorinstallierte Apps
  • Update auf Android 4.1.1 (Jelly Bean) verfügbar

Negativ:

  • Laden über USB ist nicht möglich, nur über separates Netzteil mit 1,5mm Hohlstecker.
  • Netzteil qualitativ nicht sehr hochwertig (Kabelbruch vorprogrammiert)
  • Netzteil wird beim Laden sehr heiß
  • Fehlerhafte Exchange-Synchronisation (Android 4.1.1)
  • Kontakte-App standardmäßig nicht auf der Android 4.1.1 Rom
  • Passendes Zubehör schwer zu bekommen

Vielen Dank an notebooksbilliger.de, dass ich das Yarvik für euch Testen durfte!

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3 Antworten auf Gastbeitrag: Yarvik Tablet Tab9-200 Xenta im Test

  1. avatar electroma86 sagt:

    Danke für den Link zum Forum 🙂 das mit dem Rooten werde daheim sofort ausprobieren 🙂

  2. Ich hab das Tablet letztes mal kurz in einem Lokalen Laden angeschaut und von außen sieht es doch recht gut aus. Aber was du hier erwähnst als negative Punkte machen mich eher skeptisch gegenüber dem Produkt.

  3. avatar Laie Test sagt:

    Hey ich habe heute das neue Yarvik Tablet entdeckt (Xenta 10ic) und bin begeistert.
    Wenn man in dieser Preisklasse schaut 200-300€ stehen einem nach guter Recherche
    etwa 3-4 Geräte zur Auswahl und wenn man dann noch weitere Testberichte sieht wird klar das dieses Gerät auch wenn der Hersteller in Deutschland noch recht unbekannt ist am besten abschneidet.Zubehör für dieses gibt es massig dank der Bluetooth Schnittstelle findet man leicht Tastaturen,Dockingstations uvm. Preisleistung wird hier groß geschrieben.

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