Google: Android L bietet Geräte-Verschlüsselung als Standardeinstellung

Google_Nexus_Android_L_DevPreApple hat in einer Woche, in der es iOS 8 auf seine Nutzer losließ und die beiden iPhone-6-Modelle in den Handel brachte, auch ein ganz klares Statement zu den Themen Datenschutz und Sicherheit abgegeben. Das wollte Google offenbar nicht ohne Reaktion stehen lassen und so sprach die Google-Mitarbeiterin Niki Christoff mit der Washington Post. Das wohl interessanteste Detail im von der US-Zeitung veröffentlichten Artikel ist Christoffs Ankündigung, die für diesen Herbst erwartete Android-Version L werde Daten auf Smartphones und Tablets standardmäßig verschlüsseln.

Auf Android-Geräten ist die Möglichkeit zur Verschlüsselung des Flash-Speicher-Inhalts nicht neu, sondern wird bereits seit drei Jahren angeboten. Das Sicherheitsfeature muss bislang allerdings manuell aktiviert werden und weder bei der Einrichtung noch während der ersten Nutzungsstunden wird der Anwender in irgendeiner Form darauf hingewiesen. Das führte dazu, dass ganz allgemein nur sehr wenige Android-Nutzer wissen, dass die Funktion überhaupt existiert. Aufgerufen werden kann sie bei allen aktuellen Android-Geräten unter „Einstellungen->Sicherheit->Verschlüsselung“. Wer das Sicherheitsfeature aktiviert, der muss jedoch zwangsläufig einen Pin oder ein Passwort festlegen, mit dem dann sowohl der Zugriff auf die Daten als auch die Entsperrung des Bildschirms ermöglicht wird.

Genau wie Apple mit Blick auf iOS 8 verspricht im Übrigen auch Google, dass während der Verschlüsselung der Geräte keine sicherheitsbezogenen Informationen auf die Unternehmensserver übertragen werden. Die Schlüssel zum Entsperren sollen ausschließlich auf dem Gerät selbst liegen, was es Google unmöglich mache, auf die Daten zuzugreifen, geschweige denn an Dritte weiterzugeben, selbst wenn genau das von einer staatlichen Behörde verlangt werden sollte.

Unabhängig von den zunächst einmal sinnvoll und lobenswert anmutenden Maßnahmen, die Google und Apple in Bezug auf die Datensicherheit und den Datenschutz umzusetzen planen, muss aber jedem Anwender klar sein, dass die in Cloud-Speicher-Diensten wie iCloud, Microsofts OneDrive oder Google Drive abgelegten Daten weiterhin ohne echten Schutz vor behördlichen Investigationen bleiben.

Bild: Google
Quelle: The Washington Post
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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