Google bietet Antragsformular zur Löschung persönlicher Daten


google_suche_2014_1Google stellt ab sofort ein Formular bereit, das es Bürgern der Europäischen Union (EU) erlaubt, zu beantragen, persönliche Daten aus den Ergebnislisten der Google-Suche löschen zu lassen. Mit diesem Schritt reagiert der US-Internetriese auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), demnach allen Menschen in der EU das „Recht auf Vergessen im Internet“ zusteht.


Dem vor gut zwei Wochen gefällten EuGH-Urteil nach muss jeder Suchmaschinenbetreiber Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten auf Verlangen der Betroffenen aus seinen Ergebnislisten streichen. Google hatte sich zunächst etwas Zeit erbeten, um angemessen auf diesen Gerichtsbeschluss reagieren zu können. Seit heute nun stellt der US-Konzern ein online abrufbares Antragsformular zur Verfügung, mit dem ein Verfahren zur Löschung der Daten in die Wege geleitet werden kann.

Wer Interesse daran hat, persönliche Daten aus Google-Suchergebnissen löschen zu lassen, muss dafür allerdings ein paar Hürden überwinden. Antragsteller müssen unter anderem die Kopie eines gültigen Ausweises einsenden und ihre Forderung für jeden einzelnen Web-Link begründen. Das soll dazu beitragen, dass das von Google bereitgestellte Verfahren nicht missbraucht wird.

Darüber hinaus beschreibt der Internetgigant den Prozess in eigenen Worten folgendermaßen: „Bei der Umsetzung dieser Entscheidung werden wir jede Anfrage individuell prüfen und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen. Bei der Bearbeitung Ihres Antrags prüfen wir, ob die Ergebnisse veraltete Informationen über Sie enthalten. Wir untersuchen außerdem, ob ein öffentliches Interesse an den Informationen besteht, zum Beispiel, ob es um finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten geht.“

Unklar ist zum aktuellen Zeitpunkt, ob das von Google bereitgestellte Verfahren überhaupt ausreichend ist, um das EuGH-Urteil umzusetzen. Mit dieser Problematik müssen sich in Zukunft erst Datenschutzbehörden und vermutlich verschiedene regionale Gerichte befassen. Das US-Unternehmen ist sich dem sehr wohl bewusst und will in den kommenden Monaten eng mit entsprechenden Stellen zusammenarbeiten, um das jetzt ins Leben gerufene Verfahren zu verbessern.

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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