Google stellt Phablet Nexus 6 und Tablet Nexus 9 sowie den Nexus Player vor

Google_2014_Nexus-Family

Wie erwartet hat Google heute nach vielen Wochen der Spekulationen neue Nexus-Geräte vorgestellt. Teil des überarbeiteten Produktportfolios ist das von HTC gefertigte Tablet Nexus 9, das Motorola-Smartphone Nexus 6 mit riesigem 5,96-Zoll-QHD-Display sowie – und das kommt etwas überraschend – die Set-Top-Box Nexus Player von Asus. Auf allen Geräten läuft erwartungsgemäß die neueste Android-Version, Android 5.0 alias „Lollipop“. Im Fall des Nexus Player wird es sich um das erste marktreife Android-TV-Modell handeln.

Nur einen Tag vor Apples Oktober-Event feuert Google aus allen Zylindern. Die Stars des heutigen Abends sind sicherlich das Nexus 6 und das Nexus 9, zwei Geräte also, um die sich seit einer gefühlten Ewigkeit zahlreiche Gerüchte rankten. Werfen wir zunächst einen Blick auf das Nexus 6.

Google_Moto_Nexus6_1

Das Nexus 6 ist ein riesiges Smartphone, welches der inoffiziellen Bezeichnung Phablet, also der Kreuzung aus Phone und Tablet, alle Ehre macht, und wie zuvor gemunkelt von Motorola gebaut wird.

Hier die technischen Daten zum Nexus 6:

  • 5,96 Zoll AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln (493 ppi), 16:9-Format
  • Speicher: Qualcomm Snapdragon 805 (2,7 GHz)
  • Arbeitsspeicher: noch unbekannt
  • Speicher: 32 GB / 64 GB
  • Kameras: hinten 13 MP mit optischer Bildstabilisierung, vorne 2 MP
  • Konnektivität: GSM, HSDPA, LTE, Bluetooth 4.1, WLAN 802.11 ac, NFC
  • Akku: 3220 mAh
  • Sensoren: GPS,Umgebungslichtsensor, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Magnetometer, Barometer
  • Maße & Gewicht: 82,98 mm x 159,26 mm x 10,06 mm, 184 g
  • Sonstiges: Micro-USB 2.0, Nano-SIM, 3,5-mm-Kopfhörerbuchse, Zwei Frontlautsprecher

Schon mit dem ersten Blick auf das Nexus 6 wird klar, dass es ganz ähnliche Formen aufweist wie die beiden anderen, noch ganz jungen Motorola-Geräte Moto X (2014) und Moto G (2014). Wie das neue Moto X besitzt auch das Nexus 6 einen Metallrahmen. Die Gehäuserückseite besteht aus Kunststoff, wird von einem Nexus-Schriftzug sowie dem Motorola-Logo verziert und ist so gewölbt, dass das Gerät möglichst angenehm in der Hand liegt. Der rückseitige Kamerasensor liegt zentral, löst mit 13 Megapixeln auf und verfügt über einen optischen Bildstabilisator. Die Vorderseite des Smartphones wird von einem beeindruckenden 5,96-Zoll-QHD-Display dominiert, das eine Bildpunktdichte von 493 ppi aufweist und durch Cornings Gorilla Glass 3 vor Kratzern und Stößen geschützt ist. Jeweils ober- und unterhalb des Bildschirms sitzt ein Lautsprecher.

Was die inneren Werte des Nexus 6 angeht, gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Das Gerät bietet die derzeit leistungsfähigste für Android-Smartphones erhältliche Hardware in Form des Snapdragon-805-Prozessors von Qualcomm in Kombination mit einem großen 3220-mAh-Akku. Die Premiumausstattung hat allerdings auch ihren Preis: In den USA soll das Nexus 6 knapp 650 US-Dollar kosten. Das ist deutlich teuerer als das, was Android-Fans bislang für Nexus-Smartphones bezahlen mussten. Wie dem auch sei, Google will Vorbestellungen für sein neues Flaggschiff-Smartphone ab Ende Oktober akzeptieren.

Die zweite große Neuvorstellung von Google ist das Nexus 9, welches in Kooperation mit HTC entwickelt wurde. Somit wird es das erste von HTC gefertigte Tablet seit Jahren sein, das es wieder auf den Markt schafft. Beim Industriedesign des Geräts haben sich die beiden Unternehmen offensichtlich viel vom Nexus 5 abgeschaut, zumindest legt das der Blick auf die Soft-Touch-Rückseite nahe. Anders als das Nexus 5 verfügt das Nexus 9 jedoch genau wie das Nexus 6 über einen Metallrahmen.

Google_HTC_Nexus9_1Die technischen Spezifikationen des Nexus 9:

  • 8,9 Zoll IPS-LC-Display (2048 x 1536 Pixel)
  • Prozessor: 64-bit Nvidia Tegra K1-Prozessor (2,3 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Speicher: 16 GB / 32 GB
  • Kameras: hinten 8 Megapixel, vorne 1,6 Megapixel
  • Akku: 6700 mAh
  • Sensoren: GPS, Umgebungslichtsensor, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Magnetometer
  • Konnektivität: Bluetooth 4.1, WLAN 802.11 ac
  • Maße: 153,68 mm x 228,25 mm x 7,95 mm, 425 g (WLAN), 436 g (LTE)
  • Sonstiges: Micro-USB 2.0, 3,5-mm-Audioanschluss, zwei HTC BoomSound-Frontlautsprecher, zwei Mikrofone

Von Vorne betrachtet hat das Nexus 9 durchaus etwas Ähnlichkeit mit dem Nexus 7. Das Display des neuen Tablets ist aber 8,9 Zoll groß, verfügt über eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixel und weist wie Apples iPad-Reihe ein Seitenverhältnis von 4:3 auf.

Das vielleicht interessanteste Ausstattungsmerkmal des Nexus 9 ist das SoC: Das Tablet wird das erste Gerät auf dem Markt sein, bei dem Nvidias leistungsstarker Tegra-K1-Prozessor in der 64-Bit-Variante zum Einsatz kommt. Der Chip verfügt über zwei CPU-Kerne, die Nvidia auf Grundlage der ARMv8-Architektur in Eigenregie entwickelt hat (Project Denver) und die mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,3 Gigahertz rechnen. Als Grafikeinheit findet wie schon bei der bereits erhältlichen 32-Bit-Version des K1 eine Kepler-basierte Lösung Verwendung.

Google_HTC_Nexus9_Tastatur

Google wird das Nexus 9 in den drei Farben Schwarz, Weiß und Sand mit 16 oder 32 Gigabyte Flashspeicher sowie mit und ohne LTE-Modem anbieten. Die Euro-Preise betragen 399 Euro für die 16-Gigabyte-Version, 489 Euro für die Ausführung mit 32 Gigabyte und 569 Euro für die 32-Gigabyte-LTE-Variante. Als optionales Zubehör wird es außerdem eine passende Schützhülle mit integrierter Tastatur für das Tablet geben.

Den weltweiten Vorverkauf für das Nexus 9 will der Internetriese am kommenden Freitag, den 17. Oktober starten. Der Versand und der Verkauf über den Einzelhandel sollen dann ab dem 3. November erfolgen.

Das dritte heute von Google angekündigte Gerät ist die Set-Top-Box fürs Wohnzimmer namens Nexus Player, dessen Herstellung Asus übernimmt. Der Nexus Player wird das erste Android-TV-Gerät auf dem Markt sein und soll eine elegante Lösung für das Streamen von Musik, Filmen und vergleichbaren Medieninhalten verkörpern.

Google_Nexus_Player_2

Genau wie andere Set-Top-Boxen dieser Art wird der Nexus Player einfach über ein HDMI-Kabel an den gewünschten Fernseher angeschlossen und streamt Medieninhalte über das heimische WLAN. Software-seitig läuft auf dem Gerät Android TV, das auf Android 5.0 Lollipop basiert, jedoch eine für das Fernseherlebnis maßgeschneiderte Benutzeroberfläche bietet. Dazu zählt unter anderem eine angepasste Play-Store-Ansicht, eine Suchfunktion, um Inhalte möglich schnell und unkompliziert zu finden, sowie eine Spiele-Rubrik.

Hier die technischen Details zum Nexus Player:

  • Prozessor: Intel Atom Quad-Core (1,8 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Speicher: 8 GB
  • Konnektivität: WLAN nach 802.11 ac, Bluetooth 4.1
  • Maße: 120 mm x 120 mm x 20 mm, 235 g
  • Sonstiges: HDMI-out (1920×1080 mit 60Hz)

Zusätzlich zu dem direkt über Android TV verfügbaren Streaming- und App-Angebot unterstützt der Nexus Player auch Googles Cast-Technologie. Somit lässt sich die kleine Box also auch als Chromecast-Alternative verwenden, um Inhalte von einem Android- oder iOS-Gerät beziehungsweise einem Mac, Windows-PC oder Chromebook auf den Fernsehbildschirm zu übertragen. Ein weiteres Feature des Nexus Player, das heutzutage aber fast schon vorausgesetzt werden muss, ist der Datenabgleich mit anderen Android-Geräten. Nutzer können also beispielsweise einen Film bis zur Hälfte auf dem Fernsehbildschirm schauen, die Wiedergabe stoppen und zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt an derselben Stelle auf einem Tablet fortsetzen.

Google_Nexus_Player_1

Als Eingabegerät liegt dem Nexus Player eine kleine Fernbedienung bei, mit der sich Inhalte auswählen und grundlegende Wiedergabefunktionen steuern lassen. In der Fernbedienung ist außerdem ein Mikrofon integriert, um auf Wunsch mit Hilfe von Sprachbefehlen durch das Angebot zu stöbern. Wer Android-Spiele auf der neuen Set-Top-Box nutzen möchte, für den wird der Internetriese ein passendes Gamepad als optionales Zubehör anbieten.

In den USA will Google parallel zum Nexus 9 ab dem 17. Oktober Vorbestellungen für den Nexus Player akzeptieren. Der Preis soll dort bei 99 US-Dollar liegen. Wann und zu welchem Preis das Gerät in Deutschland erhältlich sein wird, ist bislang noch unklar.

Bilder: Google
Quelle: Google, Google Nexus
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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