Googles selbstfahrende Autos „häufig in Unfälle verwickelt“ – Schuld sind aber die Menschen

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Google weitet seine Tests mit autonom agierenden Fahrzeugen immer weiter aus. Nach etlichen erfolgreichen Kilometern auf Amerikas Freeways und Highways sind jetzt die Städte an der Reihe. In diesen sind die Google Autos laut Chris Urmson, Chef des Programms für autonomes Fahren bei Google, überraschend häufig in Unfälle verwickelt – schuld seien aber immer „human errors“, also die Fehler der menschlichen Fahrer der anderen Autos. Auch ein typisches Unfallprotokoll aus „Sicht des Autos“ hat er veröffentlicht. Dazu später mehr.

Das klingt jetzt natürlich erstmal dramatisch, aber vorweg: Bei keinem der Unfälle kamen Personen zu schaden. Auch die materiellen Schäden hielten sich in Grenzen. In den allermeisten Fällen handelte es sich um einfache Auffahrunfälle, die durch Unachtsamkeiten entstehen. Die Gesamtzahl der Unfälle bisher? 14. seit 2012.

Dabei ist insgesamt weniger die Anzahl der Unfälle spannend, sondern vielmehr die Anzahl der Unfälle im Verhältnis zur zurückgelegten Strecke. Die ersten Google Autos sind seit 2012 unterwegs, noch auf Basis eines Lexus SUV. Im Mai 2014 wurde dann erste eigene Prototyp vorgestellt. Ihr erinnert euch sicher an die kleine Kugel, die die wenigsten als Auto ernst nahmen. Doch seit 2012 haben diese Autos rund 1,7 Millionen Meilen autonom zurückgelegt. Das sind knapp 2,7 Millionen Kilometer.

Das bedeutet, dass die Autos aktuell auf weniger als 10 Unfälle pro 1 Million Kilometer kommen. Zum Vergleich: In Deutschland kamen 2014 auf etwa 1,8 Milliarden gefahrene Kilometer 2,4 Millionen Verkehrsunfälle. Und das sind nur die offiziell gemeldeten Unfälle. Googles autonome Fahrzeuge gewinnen damit bislang klar die Unfallstatistik.

Google-driverless-car-concept

Natürlich stellt sich noch die Frage, in welche Art Unfälle die Google Autos verwickelt sind. Hier kommt die Auswertung eines verunglückten Fahrzeugs gerade richtig, denn sie zeigt doch recht deutlich, dass das Google Auto keine Schuld trägt. In der ausgewerteten Situation hatte die Spur des Google Autos zwar grün, aber weil sich der Verkehr auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung staute, blieben die Autos davor und das Google Auto stehen. Soweit so gut. Der Fahrer dahinter war aber leider etwas abgelenkt…

Klar könnte man jetzt sagen, er war nur abgelenkt, weil so ein selbstfahrendes Fahrzeug vor ihm war. Da aber ein Großteil aller Unfälle im Stadtverkehr aus Unachtsamkeit passieren, ist die Situation schon eher alltäglich.

Unterm Strich bleibt das Fazit: Auch wenn autonomes Fahren noch ein recht junges Gebiet ist, ist die Technik schon sehr weit fortgeschritten. Bisher gibt es keinen dokumentierten Fall, bei dem ein autonom agierendes Fahrzeug einen Unfall verursacht hat. Der Grund liegt eigentlich auch auf der Hand: Während menschliche Fahrer ermüden, unachtsam sein können und keinen Rundumblick haben (können), gilt all dies nicht für die autonomen Fahrzeuge. Die Sensoren können auf mehrere hundert Objekte zeitgleich achten, das Steuersystem hat immer einen 360 Grad Rundumblick und die Software verrichtet ihre Arbeit auch nach einem langen Tag im Büro ohne zu ermüden. Ein Restrisiko durch Bugs in der Software oder ausfallende Elektronik bleibt natürlich. Diesem Risiko setzen wir uns aber auch in herkömmlichen modernen Fahrzeugen aus, die mit allerlei Assistenz- und Sicherheitssystemen ausgestattet sind.

Natürlich wollen wir auch nicht vergessen, dass bereits diverse andere Hersteller ebenso Fortschritte machen. In Deutschland sind z. B. seit kurzem autonom agierende Tesla Testfahrzeuge auf den Autobahnen unterwegs und auch Audi testet eifrig seine autonomen Fahrzeuge.

Eins wage ich dennoch zu behaupten: Der Deutsche wird auch bei allem technischen Fortschritt das Lenkrad wahrscheinlich (vorerst) nur ungern aus der Hand geben. Oder seht ihr das anders?

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