Größe, Panel, Anschlüsse, Auflösung – darauf müsst ihr beim Monitor-Kauf achten

Bei der Suche nach dem richtigen Monitor ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Verschiedene Paneltypen, Ausstattungsmerkmale, Anschlüsse und Auflösungen – die Auswahl ist extrem groß und die Geräte sehr breit gefächert. Wir geben euch daher einen kurzen Überblick, was ihr beachtet solltet, um den richtigen Monitor zu finden.

Zu Anfang steht immer erst einmal die Frage, wofür der Monitor eingesetzt werden soll. Will man primär damit spielen, sitzt man unter Umständen mehrere Stunden im Homeoffice davor, will man ihn auch für anspruchsvolle Bild- und/oder Videobearbeitung nutzen? Außerdem stellt sich die Frage, ob man ein Single-Display-Setup oder mehrere Displays nutzen will und vieles mehr. Das Budget ist dann natürlich der zweite limitierende Faktor und man sollte sich vorher klar machen, was man ausgeben möchte oder kann. Je nach Anforderungen muss aber auch klar sein, dass man beispielsweise ein Display speziell für Grafiker nicht im Bereich von 200 Euro finden wird – und ein reiner Office-Monitor keine 2000 Euro kosten muss.

Anschlüsse

Eigentlich sollte man meinen, dass das Thema Anschlüsse kein Problem ist, doch trotzdem sollte man darauf achten. Der wichtigste Punkt ist dabei, welche Anschlüsse aktuell am PC oder Notebook vorhanden sind, an dem der Monitor angeschlossen werden soll. Zwar kann vieles adaptiert werden, aber das ist nicht immer sinnvoll.

Die derzeit gängigsten Anschlüsse sind HDMI, Displayport und DVI. VGA findet man hier und da noch, empfehlen würde ich VGA aber niemandem mehr – wer will heutzutage schon noch eine analoge Verbindung an einem nagelneuen Monitor?

Auch an aktuellen PCs findet man in der Regel mindestens einen der drei genannten Anschlüsse. Bei Notebooks ist es etwas schwieriger, gerade neue und sehr Schlanke Geräte bringen meist nur noch einen USB Type C Anschluss mit. Hier hilft in den meisten Fällen dann nur ein Adapter, beispielsweise auf DisplayPort. Ausnahme: Monitore mit Type C bzw. Thunderbolt Anschluss – die sind allerdings noch selten und dann meistens auch ziemlich teuer.

Gerade bei einer Neuanschaffung sollte man daher darauf achten, ein Modell mit möglichst großer Anschlussvielfalt zu wählen. Meist überlebt ein Monitor mehrere Generationen von Notebooks oder PCs, in dieser Zeit kann sich einiges ändern. Auf ein Modell mit beispielsweise nur einem einzigen DVI-Eingang zu setzen ist daher riskant.

Office und Internet

Wer keine hohen Anforderungen an den Monitor stellt, beispielsweise, weil er nur gelegentlich zum Abrufen der E-Mails und ein wenig im Internet Surfen genutzt wird, braucht keine Unsummen investieren. Passende Monitore mit bis zu 24“ Diagonale gibt es bereits unter 100 Euro. Dafür gibt es dann ein klassisches TN-Panel mit Full HD Auflösung. Auf Ergonomiefunktionen wie eine Höhenverstellung muss dann allerdings verzichtet werden.

Etwas teurer wird es, wenn man das Display im (Home) Office einsetzen will. Nicht nur sollte dann eine Höhenverstellung vorhanden sein, sondern eure Augen werden es auch danken, wenn ihr euch für ein IPS-Display mit Flicker-Free Technik und Blaulichtfilter entscheidet. Gerade für den Einsatz im (Heim-) Büro ist hier auch die Verordnung für Bildschirmarbeitsplätze zu beachten. Diese sieht, grob vereinfacht, vor, dass ein Display über ein mattes („frei von störenden Reflexionen“), flimmerfreies Panel verfügen muss. Außerdem muss eine Anpassung an den Anwender jederzeit möglich sein – also mindestens muss er dreh- und neigbar sein und über eine Höhenverstellung verfügen.

Displays die diese Kriterien erfüllen sind bereits ab 130 Euro zu haben, unsere Empfehlung in diesem Bereich wäre DELL mit dem P2317H. Er erfüllt alle Auflagen für einen Bildschirmarbeitsplatz und bietet zudem angenehm schlanke Displayrahmen, um ein Multi-Monitor-Setup ohne allzu große Unterbrechungen zu ermöglichen. Mit 23,8“ etwas größer wäre noch der BenQ GW2406Z einen Blick wert – die Displayrahmen sind sogar noch etwas dünner als bei DELL.

Wenn es ein wenig luxuriöser sein darf lohnt sich ein Blick in die 21:9 Kategorie. Anstelle von zwei 24“ FullHD Displays benötigt man hier nur ein Display – das spart Platz auf dem Tisch und macht einfach Spaß bei der Nutzung. Anfangs ist es ungewohnt, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Passende Displays mit Ultra-Wide QHD Auflösung – also 3440×1440 Pixel – gibt es schon für unter 600 Euro. Der LG 34UM88C-P erfüllt zudem alle oben genannten Voraussetzungen für den Einsatz im Büro.

Gaming und Multimedia

Hier gibt es riesige Unterschiede und die Preise rangieren von knapp über 100 Euro bis hin zu Monitoren für über 1500 Euro. Nicht alles, was die Flaggschiffe bieten braucht man, aber alles der Reihe nach.

Wer ein Monitor fürs Gaming sucht sollte sich zunächst einmal überlegen, was denn primär gespielt wird – denn unterschiedliche Spieltypen benötigen unterschiedliche Displays. Wer hauptsächlich Echtzeitstrategie oder ähnliches spielt – also beispielsweise Titel wie Anno oder Civilisation – braucht nicht zwingend ein Ultraschnelles Panel mit G-Sync und 240Hz. Klar, man kann zu einem solchen Panel greifen wenn es das Budget zulässt, wer aber einen begrenzten finanziellen Spielraum hat, sollte sich lieber erstmal auf eine gute Farbdarstellung und große Blickwinkel konzentrieren.

FPS-Gamer, also alle die in Titeln wie Counter Strike oder ähnlich schnellen Spielen unterwegs sind, sollten sich vornehmlich auf ein schnelles Panel mit kurzen Reaktionszeiten konzentrieren. Displays mit 144Hz und 1ms Rekationszeit gibt mittlerweile recht günstig, hier muss man dann allerdings Abstriche bei der Blickwinkelstabilität und meist auch beim Kontrast und der Farbdarstellung machen, da die günstigen TN Panels zwar schnell sind, aber nicht besonders farbgenau oder kontraststark. Aber auch hier gibt es natürlich nach oben hin keine Grenzen.

Schauen wir uns erstmal bei den Displays für FPS-Titel um. Hier geht es schon recht günstig los, beispielsweise mit dem AOC G2460PF. Für derzeit rund 260 Euro gibt es ein 24 Zoll großes Display mit 144Hz, 1ms Reaktionszeit und AMD FreeSync. Als Bonus bringt er auch gleich noch einen Standfuß mit Höhenverstellung und einen USB-Hub mit.

Wer es schärfer mag, muss etwa 100 Euro mehr einplanen – der AOC AGON AG241QX bietet bei ebenfalls 24 Zoll eine WQHD Auflösung, also 2560×1440 Pixel. Dazu gibt es ebenfalls 144 Hz und 1ms Reaktionszeit sowie auch AMDs FreeSync.

Mit dem Acer Predator XB241Hbmipr gibt es im gleichen Preisbereich von rund 380 Euro nVidia G-Sync nebst 1ms Reaktionszeit und 144Hz, dafür allerdings nur eine Full HD Auflösung. Bei einer Diagonale von 24 Zoll ist das aber in Ordnung.

Ihr sucht noch größer, schneller, höher aufgelöst? Dann dürfte der Asus PG278QR genau euer Kandidat sein. Mit über 670 Euro ist er deutlich teurer, bietet dafür allerdings eine WQHD Auflösung auf einem 27 Zoll Panel. Dazu gibt es eine Refresh-Rate von 165Hz und NVidia G-SYNC. Längere Gaming Sessions sind auch kein Problem, denn er kommt wie auch die zuvor genannten Modelle mit einem Flicker-Free-Panel und einem Blaulicht-Filter daher.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber für FPS-Gamer: Wirklich schnelle 4K UHD Displays sind derzeit noch Mangelware. 1ms in Kombination mit G-SYNC sind zwar schon möglich – beispielsweise im Acer Predator XB281HKbmiprz – aber dann nur bei maximal 60Hz. Andererseits: Grafikkarten, die aktuelle AAA Titel in 4K und mit 144FPS darstellen können sind ebenfalls noch nicht erhältlich. Selbst eine GTX 1080Ti ist dafür in aller Regel noch nicht leistungsfähig genug.

Wer dagegen eher auf Strategiespiele setzt, die nicht so extrem zeitkritisch sind wie Multiplayer-Shooter, kann auch bedenkenlos zu einem etwas langsameren Panel greifen – allerdings nur hinsichtlich der Reaktionszeiten. Ein 144Hz Panel mit Adaptive Sync ist auch bei vergleichsweise langsamen Spielen wie CIV oder Anno schön anzuschauen.

Einen Curved Monitor kann ich hier aus eigener Erfahrung sehr empfehlen – insgesamt ist das Spielerlebnis damit immersiver, das Bild kommt einem förmlich entgegen. Und das ganz ohne 3D oder ressourcenfressenden VR-Kram. Recht günstig wäre hier zum Beispiel der Samsung C27F396FHU, der auf seinen 27“ allerdings leider nur eine Full HD Auflösung bietet. Auch auf Comfortfunktionen wie eine Höhenverstellung muss verzichtet werden. Ohne Krümmung, aber ansonsten vergleichbar wäre dann noch der Dell SE2717H . Der ist für rund 200 Euro zu haben.

Wollt ihr das volle Programm mit 144Hz, WQHD Auflösung und AMD FreeSync lohnt ein Blick auf den Asus MG278Q – der schlägt allerdings aktuell mit rund 580 Euro zu buche. Dafür fehlt es ihm wirklich an nichts. Das Schwestermodell, der Asus PG279Q, bietet 165Hz und NVidia G-Sync, der Aufpreis ist aber nicht ganz unerheblich – satte 800 Euro werden aktuell fällig.

Zu guter Letzt noch ein Blick in die Königsklasse: 34 Zoll, Curved, UWQHD (3440x1440Pixel) Auflösung, IPS Panel und NVidia G-Sync. All das bringen der Asus ROG Swift PG348Q sowie der Acer Predator X34A mit. Mit 35″ sogar noch minimal größer wäre der OMEN X by HP 35″, der Preis hat es dafür wahrlich in sich. Alles drei bewegen sich in etwa in der gleichen Preisklasse von rund 1150 Euro – wer allerdings einmal davor gesessen hat, wird ein solches Display nie wieder hergeben wollen. Im Test hat der OMEN X 35 jedenfalls überzeugt.

Grafiker und andere farbkritische Anwender

Wer viel mit Fotos oder Video arbeitet wird wissen: Ohne sehr stabile Blickwinkel, einen großen Farbraum und hohen Kontrast macht es einfach keinen Spaß und die Arbeit wird erschwert. Ein guter Monitor muss dennoch nicht teuer sein. Ein gutes IPS Panel erfüllt diese Anforderungen in aller Regel bereits und ist schon recht günstig zu haben. Im professionellen Umfeld wird es dann schon etwas schwieriger, denn neben einem guten Panel gehören auch Features wie eine gute Kalibrierbarkeit und ggf. sogar 10bit Unterstützung dazu. Auch eine möglichst hohe Auflösung ist zu empfehlen, um so viel Arbeitsfläche wie möglich neben den Bedienelementen zu erhalten.

Wichtig ist zudem die Farbraumabdeckung. sRGB und Adobe RGB gilt es möglichst weit abzudecken, wobei aktuelle IPS Displays mittlerweile kaum noch Probleme haben, den sRGB Farbraum zu 100% abzudecken. Der Adobe RGB Farbraum ist da schon etwas schwieriger, sehr gute Displays schaffen hier in aller Regel bis zu 99%. Für Videoproduzenten ist außerdem der Rec.709 Standard wichtig. Wer also im filmischen Bereich unterwegs ist, sollte auch diesen beachten.

Auch entsprechende Testberichte sind hier immer sehr hilfreich. Dabei sollte neben den Farbräumen auf den Delta E Wert geachtet werden. Dieser sollte unter 2, besser noch unter 1 liegen. Der Wert gibt an, wie groß die maximale Farbabweichung ist. Ein Wert von Delta E < 2 gibt zum Beispiel an, dass es einen „unmerklichen Farbunterschied“ geben kann. Bei Profimodellen ist der Wert in der Regel auch direkt mit vermerkt und gibt damit den Zustand der fabrikseitigen Kalibrierung an. Ein Blick auf die Angabe zur LUT ist ebenfalls wichtig – denn die Lookuptabelle kennzeichnet, wie gut sich das Panel kalibrieren lässt. Ein Display mit einer 16bit LUT lässt sich beispielsweise weit genauer kalibrieren, als ein Display mit einer 10bit LUT.

Fangen wir aber bei den günstigeren Modellen an. Wer eher hobbymäßig mit Fotos und/oder Videos arbeitet benötigt nicht alle Features, die ein Profimodell mitbringt – dementsprechend sinkt dann auch der Preis. DELL bietet mit der U-Serie bereits einen guten und günstigen Einstieg – so zum Beispiel mit dem U2414H. Er liegt aktuell nur knapp über 200 Euro, bietet aber ein hervorragendes Panel und jede Menge Anschlüsse.  Auch die nötigen Komfortfunktionen sind enthalten. Wenn die Auflösung höher sein darf, lohnt ein Blick auf den DELL P2415Q – dieser bietet für rund 500 Euro ein sehr gutes 4K UHD Panel.

Wer nun auf der Suche nach einem guten Gesamtpaket ist, das nicht direkt sämtliche Budgets sprengt, sollte sich den BenQ SW320 einmal genauer ansehen. Dieser kann sRGB und Rec.709 zu 100% abdecken und Adobe RGB zu 99%. Dazu bietet er eine Hardwarekalibrierung mit bis zu vier Profilen, unterstützt HRD10 und kommt von Haus aus mit einer passenden Lichtschutzhaube. Darüber hinaus bietet er mit 32 Zoll Diagonale und 3840×2160 Pixeln Auflösung jede Menge Arbeitsfläche.

Zusammengefasst

Auch wenn die Masse an Monitoren ziemlich unübersichtlich wird, lassen sich mit ein paar Fragen schnell die richtigen Geräte eingrenzen. Über unsere erweiterte Suche lässt sich die Auswahl schnell und einfach verfeinern, um passende Geräte herauszufiltern.

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4 Kommentare auf "Größe, Panel, Anschlüsse, Auflösung – darauf müsst ihr beim Monitor-Kauf achten"

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Ich suche einen Monitor, vorwiegend zu Spielen und als Zusatz zum Laptop. Welche von denen im Angebot kann man mir empfehlen?

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Edit: 27 Zoll

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Ich suche einen Bildschirm am besten 2Stück ab 24 Zoll soll IPs können da ich für mein Schnitt am PC IPS benötige. Zudem wäre 4K für für mich auch ein wichtiger Faktor für die Zukunft zum schneiden.

Liebe Grüße

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