Günstige Winde: Elektro-Laubsauger im Vergleichstest mit Video

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An den Bäumen eine Pracht, am Boden eine Last: Buntes Herbstlaub. Eine komfortable Beseitigung ist mit Laubbläsern und Laubsaugern möglich. Wir haben uns mit zwei Elektro-Laubsaugern den Blättermassen gestellt und die Gartenhelfer auf Herz und Nieren geprüft. Im Test mit Video nehmen wir uns die Blas-, Saug- und Häckselfunktion des ALS 25 von Bosch und des GW3050 von Black&Decker vor.

 

So weit die Strippe reicht: Laubsauger für Hof, Terrasse und Garten

Elektro-Laubsauger wie der Bosch ALS 25 und der Black&Decker GW3050 bieten sich für den Einsatz rund ums Haus an. Sie werden per Stromkabel betrieben. Dadurch sind sie immer zuverlässig einsatzbereit, aber im Gegensatz zu Benzin-Laubsaugern und Akku-Laubsaugern beim Einsatzradius auf die Länge von Kabeltrommel oder Verlängerungskabel beschränkt. Das Kabel kann bei der Führung des Laubsaugers stören oder zur Stolperfalle werden. Wir kamen mit der Strippe im Einsatz gut klar. Eine Kabelzugentlastung verhindert, dass sich der Stecker vom Gerät löst, wenn sich das Kabel verfangen hat.

Kräftiger Luftstrom gegen nasses Laub

Als Laubbläser treiben die beiden Gartenhelfer das Blattwerk zuverlässig zusammen. Es gibt keinen merklichen Leistungsunterschied zwischen dem 2500-Watt-Gebläse des Bosch ALS 25 und der 3000-Watt-Puste des Black&Decker GW3050. Beide Laubbläser lösten auch nasses Laub mühelos vom Boden, bliesen große Blätterhaufen zusammen und trieben Zweige und Eicheln vor sich her. Der Black&Decker-Bläser besitzt einen optionalen Rohraufsatz, der die Blasluft konzentriert und das Ausblasen von Ecken und Ritzen vereinfacht.

Die Gebläseleistung ist bei beiden Modellen stufenlos regulierbar, lässt sich allerdings nicht bis zum Nullpunkt drosseln. Die schwächste einstellbare Stufe hat immer noch viel Kraft. Dadurch empfehlen sich die Laubbläser nicht für Stellen, wo anderes loses Material unerwünscht mit dem Laub fortgeblasen wird, beispielsweise lockere Erde in Blumenkübeln oder feiner Kies.

Bosch_ALS_25

Lautsauger und Lautbläser

Beide Laubsauger machen Krach, die Lärmentwicklung bleibt aber in einem Bereich, der den Frieden in der Nachbarschaft bewahrt. Der Schalldruckpegel liegt in einem Meter Entfernung bei etwa 80 bis 85 dB(A). Die Hersteller empfehlen die Verwendung eines Gehörschutzes. Wir hatten bei der Nutzung auch auf höchster Leistungsstufe nicht das Bedürfnis, einen aufzusetzen.

Saugt, häckselt, fängt und hat Luft

Innerhalb einer halben Minute werden durch das Umstecken der Rohre aus den Laubbläsern Laubsauger. Wo bislang das Blasrohr saß, steckt nun ein Fangsack, der beim Bosch-Modell 45 Liter fasst, beim Black&Decker 50 Liter. Beide Laubsauger nehmen trockene und nasse Blätter mühelos auf. Bei nassem Blattwerk kann das Saugrohr am Eingang gelegentlich verstopfen. Kompaktere Objekte wie Zweige, Bucheckern oder Eicheln lassen sich schwieriger einsaugen.

Das Gebläse häckselt das eingesaugte Material und wirft es zerkleinert in den Laubsack aus. Beim Bosch ALS 25 wird die Volumenreduzierung mit 1:10 angegeben, beim Black&Decker GW3050 sogar mit 1:16. Das mag nach mehreren Durchgängen als maximale Zerkleinerung möglich sein, aber wer hat schon Lust sein Laub mehrfach durchzujagen? Nach einmaligem Einsaugen und Häckseln reduziert sich bei beiden Laubsaugern das Volumen nur auf etwa ein Drittel. Übrigens werden auch Eicheln zerkleinert. Festeres Material wie Nüsse, Steinobstkerne oder Kiesel dürften das Gebläse aber schnell verschleißen lassen.

Black&Decker GW3050

Tragekomfort

Das Modell von Black&Decker bringt sowohl als Laubbläser wie auch als Laubsauger ein paar hundert Gramm mehr auf die Waage als das Bosch-Modell. Durch einen Zweitgriff am Gehäuse lässt sich der Black&Decker GW3050 als Laubbläser etwas bequemer führen als der Bosch ALS 25. Spätestens beim Einsatz als Laubsauger, wenn sich der Fangsack mit Laub füllt, ist man bei beiden Modellen für die Tragegurte dankbar. Beim Bosch ALS 25 ist der Fangsack auch am Saugrohr befestigt, während er beim Black&Decker GW3050 nur am Blasloch hängt und unschön über den Boden schleift Reißverschlüsse an den Fangsäcken erleichtern das Entleeren.

Haltbarkeit: Metall schlägt Plastik

Das Gebläse des Black&Decker GW3050 besteht aus Metall, während der Bosch ALS 25 auf ein Gebläse aus Kunststoff setzt. Gerade bei häufigem Häckseln von harten Holzteilen zeigt das Bosch-Modell schneller Verschleißerscheinungen, wodurch auch die Gebläseleistung sinkt. Das Kunststoff-Gebläse bietet Bosch leider nicht als Ersatzteil an. Eine größere Robustheit verspricht der Black&Decker-Laubsauger.

Fazit: Komfortable Laubbekämpfer mit kleinen Unterschieden

Beide Laubsauger erfüllen ihre Blas- und Saugdienste zur Zufriedenheit und erleichtern die Grundstückspflege im Herbst merklich. Markante Leistungsunterschiede sind nicht festzustellen. In der Handhabung hat uns der Bosch ALS 25 geringfügig besser gefallen. Auf lange Sicht hat der Black&Decker GW3050 wegen des robusten Metallgebläses die Nase vorn.

 

Im Shop: Laubbläser und Laubsauger

 

Technische Daten

                               Bosch ALS 25                              Black&Decker GW3050

Funktionen                  Saugen, Blasen, Häckseln           Saugen, Blasen, Häckseln

Leistung                      2500 W                                        3000 W

Blasleistung                < 300 km/h                                  230 – 418 km/h

Saugleistung              13,2 m3 / Stunde                         14 m3 / Stunde

Fangkorbvolumen       45 Liter                                        50 Liter

Häckselverhältnis       10:1                                             16:1

Häckselrad                 Kunststoff                                    Metall

Gewicht                     4,4 kg (Sauger) / 3,2 kg (Bläser) 4,9 kg (Sauger) / 3,7 kg (Bläser)

Lieferumfang             Gerät, Fangsack, Tragegurt        Gerät, Fangsack, Konzentrator, Tragegurt, Laubrechen

Bilder: Black&Decker, Bosch
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Über Anton Weste

Ich bin Redakteur, Autor und Game Designer und habe an Fantasy-Rollenspielen wie "Das Schwarze Auge: Drakensang" mitgewirkt. Wenn ich nicht gerade tippe, philosophiere ich über Hollywood-Filme, zocke am PC oder ertüchtige mich beim Hockey, Fußball und Wandern.
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5 Kommentare auf "Günstige Winde: Elektro-Laubsauger im Vergleichstest mit Video"

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Tragekomfort ist wohl einer der wichtigsten Aspekte beim Kauf eines Laubsaugers. Worauf meist nicht hingewiesen wird ist der Lärm. Viele Geräte sind einfach zu laut. Hab mich letztlich für den Gardena ErgoJet 3000 entschieden. Weiß nicht ob den jemand kennt und was die Meinung der Leserschaft darüber ist LG Hanni

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Es ist eines der entscheidensten Vorteile bei der Gartenarbeit das richtige Gerät auszuwählen. Ich glaube nur auf den Preis zu schauen ist keine gute Strategie.

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Sehr guter und ausführlicher Beitrag 🙂 Auch das Tragen eines Gehörschutzes sollte nicht unterschätzt werden. Ich verwende gerne bei meinen Gartenarbeiten einen Gehörschutz mit Radio, da wie ich finde dadurch die Arbeit im Fluge vergeht und mehr Spaß macht.

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Guter Artikel. Auch wenn ich persönlich eher Fan von den benzinbetriebenen Modellen bin. Aber mittlerweile stehen einige der Elektrogeräte den Benzinmodellen in Sachen Power auch in nichts mehr nach. Wobei du bei den Elektrogeräte auch noch den Vorteil hast, dass sie in der Regel Leichter und handlicher sind. Naja vielleicht steige auch ja doch noch irgendwann um … 🙂

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sehr gut verfasster Artikel. Man merkt dass du dir Zeit dafür nimmst und jedes Wort wohl überlegt ist. Vorallem merkt man aber dass der Artikel nach guter analytischer Beobachtung und Recherche verfasst wurde was leider sehr oft sehr selten ist!

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