Günstiger Office-Laptop: Lenovo Chromebook S345 im Test

      Günstiger Office-Laptop: Lenovo Chromebook S345 im Test

      280 Euro ruft Lenovo für das Chromebook S345 auf. Technische Wunderwerke dürft ihr dafür zwar nicht erwarten, aber ein ausdauerndes Office-Notebook.

      Technische Daten Lenovo Chromebook S345
      Display 35,56 cm (14 Zoll) matt, 1920x1080px, 60-Hz-Bildwiederholrate, TN
      Prozessor AMD A6-9220C (2x 2,1 – 2,70 GHz, 1 MB Cache)
      Grafik Radeon R5
      Arbeitsspeicher 4 GB LPDDR4 (onboard, nicht erweiterbar)
      Festplatte 64 GB eMMC
      Netzwerk
      Wi-Fi 5 (802.11 ac)
      Bluetooth 4.1
      Anschlüsse 2x USB 3.2 Typ-A Gen 1
      2x USB 3.2 (Typ-C) Gen 1
      1 x microSD-Cardreader
      1 x 3,5mm Kopfhörer- und Mikrofon-Klinkenanschluss
      Sicherheit Vorrichtung für Kensington-Schloss
      Akku
      3 Zellen Lithium-Ionen-Akku, bis zu 10 Stunden Laufzeit
      45W-Ladegerät
      Eingabegeräte Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung
      Touchpad mit Multi-Touch-Gestenunterstützung
      HD 720p Webcam
      Sound Audio-System mit zwei Lautsprechern
      Abmessungen 32,8 x 22,5 x 1,77 cm (B x T x H)
      Gewicht 1,48 kg
      Preis
      Ab 279,00 Euro*

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      Design & Verarbeitung

      Das Design ist schlicht und überbordenden Zierkram findet ihr nicht. Es gibt zwei kleine Lenovo-Schriftzüge am Body und am Displaydeckel. Und auf dem Displaydeckel gibt es noch einen Chrome-Schriftzug. Das farbige Chrome-Logo ist der einzige Farbakzent an diesem Notebook. Als Material verwendet Lenovo matten Kunststoff. Der verleiht dem Chromebook S345 eine solide Robustheit (es lässt sich nur mit ordentlich Kraftaufwand verbiegen) und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Fingerabdrücke. Sie sind kaum zu sehen und wenn doch, lassen sie sich recht einfach wieder abwischen.

      Die Verarbeitung ist typisch für Lenovo: einwandfrei. Alle Teile passen, nichts knartscht oder knirscht oder wackelt, wo es nicht wackeln soll. Die wenigen Spaltmaße sind angenehm ebenmäßig. Es gibt rein gar nichts zu bemängeln.

      Die Displayrahmen sind für heutige Verhältnisse breit, aber das ist bei einem Notebook in dieser Preisklasse auch nicht anders zu erwarten. Im oberen Rahmen ist die Webcam untergebracht. Wenn ihr die nutzen wollt, solltet ihr auf eine gute Beleuchtung achten. Andernfalls bekommt ihr Pixelmatsch. Gegenlicht solltet ihr auf alle Fälle meiden.

      Die Displayscharniere sind angenehm schwergängig. Ihr könnt das Chromebook S345 nicht mit einer Hand öffnen, aber das ist meiner Meinung nach ein vollkommen überbewertetes Feature. Wichtig ist, dass das Display auch dann nicht wackelt, wenn ihr auf der Tastatur das Ein-Finger-Such-und-Hack-System zur Anwendung bringt. Um das Display zum Wackeln zu bekommen, müsst ihr ordentlich am Tisch rütteln. Alles andere interessiert es nicht.

      Die Tastatur sitzt in einer kleinen Vertiefung. Die Tasten bieten einen sehr kurzen Hub und sind für meinen persönlichen Geschmack zu schwammig. Ihr müsst euch an sie gewöhnen. Nicht nur, weil die Tastatur ein weiches Tippgefühl bietet, sondern auch, weil Tasten wie STRG teilweise größer sind, da ja bspw. die Windows-Taste fehlt. Gleiches gilt für die Belegung der Funktionstasten. Sie ist anders als bei einem Windows-Rechner. Nach ein paar Texten zur Probe sind aber auch längere Texte kein Problem. Eine Tastaturbeleuchtung gibt es leider nicht.

      Das Trackpad sitzt mittig vor der Tastatur und ist für den gelegentlichen Einsatz ausreichend. Es spricht brauchbar an und hat keine toten Ecken. Ihr könnt also die komplette Breite für Gesten nutzen. Ich habe aber trotzdem sehr schnell eine Bluetooth-Maus angeschlossen. Damit lief die Navigation einfach schneller und präziser. Die Eingabegeräte entsprechen aber voll und ganz dem, was in dieser Preisklasse erwartet werden kann.


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      Viele und vielseitige Anschlüsse

      Anschlüsse gibt es bei dem Chromebook S345 reichlich. Insgesamt stehen euch vier USB-Ports zur Verfügung, alle mit dem Standard 3.2 Gen 1 und somit 5 Gbps maximaler Übertragungsrate.

      Auf der linken Seite findet ihr einen USB-C-Port, einen USB-A-Port, einen 3,5mm-Combo-Anschluss und einen microSD-Kartenleser. Letzterer ist nicht der schnellste unter der Sonne, reicht aber im Alltag vollkommen aus. Da der interne Speicher mit 64 GB knapp bemessen ist, solltet ihr es in Erwägung ziehen, den microSD-Kartenleser zur dauerhaften Speichererweiterung zu nutzen. Falls ihr lieber die Cloud zum Speichern eurer Daten nutzt, stehen euch in eurem Google-Konto 15 GB an kostenlosem Speicherplatz zur Verfügung. Weiteren Speicherplatz könnt ihr über Google One erwerben.

      Auf der rechten Seite befinden sich die Buchse für das Kensington-Schloss, ein weiterer USB-C-Port und der zweite USB-A-Anschluss.

      Das Chromebook S345 wird mit USB-C geladen. Es ist dabei vollkommen egal, an welchen der beiden Ports ihr das 45-Watt-Ladegerät anschließt. Eine Sache finde ich richtig gut: Beide USB-C-Ports unterstützen DisplayPort. Damit habt ihr freie Wahl bei der Aufstellung eures Monitors auf eurem Schreibtisch. Ihr könnt ihn an beiden Seiten anschließen. Diese Flexibilität gibt es nicht überall.


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      Display

      Lenovo gibt als maximale Helligkeit 220 nits an. Leider hatte ich im Testzeitraum keinen Spyder zur Hand, um das nachzumessen. Aber die Angabe dürfte in etwa stimmen. Für das Arbeiten im Innenräumen reicht die Helligkeit vollkommen aus. Auch gelegentliche Ausflüge ins Freie sind damit möglich. Ihr solltet in dem Fall allerdings darauf achten, dass ihr nach Möglichkeit in einer schattigen Umgebung rastet. Dann könnt ihr Bildschirminhalte noch brauchbar erkennen. Direkte Sonneneinstrahlung solltet ihr hingegen komplett vermeiden. Das Display kann das nicht überstrahlen.

      Für farbkritische Arbeiten ist das Display ebenfalls nicht geeignet. Die Abdeckung des sRGB-Farbraums dürfte um die 50%, die des umfangreicheren AdobeRGB-Farbraums 40-45% betragen. Einfache Optimierung von Fotos für Social Media ist kein Problem. Wenn ihr genaue Farben braucht, ist das Display aber nicht geeignet.

      Das 14“-Display löst mit Full HD auf und das bedeutet, dass eure Inhalte schön scharf dargestellt werden. Es ist ein TN-Panel, so dass ihr hier mit Farbverschiebungen rechnen müsst, wenn ihr seitlich darauf blickt. Im Office-Alltag ist das aber nicht weiter tragisch.


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      Performance

      Den Chromebooks wurde lange nachgesagt, dass sie schwache Kisten seien. Und das vollkommen zu Recht. Auch beim S345 bekommt ihr keine starke Hardware. Sie reicht aber für die vorgesehenen Einsatzzwecke vollkommen aus. Ganz grundsätzlich ist Chrome OS aber ein Betriebssystem, das auch aus schwacher Hardware eine Menge macht.

      Der AMD A6-9220C-Prozessor wurde 2019 vorgestellt und gehört eindeutig nicht zu den stärksten CPUs von AMD. Seine Leistung liegt etwas über der eines Intel Pentium N4200. Ihm stehen 4 GB RAM zur Seite. Und was bedeutet das in verständlichem Deutsch?

      Für alle Office-Aufgaben ist die Leistung ausreichend. Google Docs läuft flüssig, ebenso Google Tabellen. Extrem umfangreiche Tabellen solltet ihr allerdings meiden. Auch sonst läuft das System rund. Unterschiedliche Apps starten flüssig und selbst Bildbearbeitung, etwa mit Snapseed, läuft rund. Photoshop Express hingegen hakt ab und an. Surfen mit Chrome war überhaupt kein Problem und auch das exzessive Öffnen von Tabs hat die Performance nicht gebremst.

      Videobearbeitung hätte ich gerne ausprobiert, allerdings habe ich keine App gefunden, die das Chromebook S345 unterstützt.

      So weit, so gut. Kommen wir nun zu den Schattenseiten der Leistung. Zocken fällt aus wegen “is nich”. Asphalt bekommt ihr zum Laufen, aber das ist so ruckelig, dass es keinen Spaß macht. Eine Runde PUBG einlegen? Habe ich versucht. Ich bin allerdings nie in einen Kampf hineingekommen. Immer wenn das Chromebook fertig geladen hatte, war der Kampf schon für mich beendet.

      Der AMD A6 hat eine Leistungsaufnahme von 6 Watt. Das ist nicht viel und das ist in diesem Zusammenhang positiv. Denn die geringe Leistungsaufnahme erlaubt den lüfterlosen Betrieb dank passiver Kühlung. Ihr werdet das Chromebook also im Betrieb nicht hören. Das ist gerade in Umgebungen wie einer Uni-Bibliothek definitiv von Vorteil.

      Der Akku soll laut Lenovo bis zu zehn Stunden durchhalten. Das kommt auch ziemlich gut hin. Ich habe bei voll aufgedrehter Display-Helligkeit pro Stunde etwa 10% Ladung verloren. Es ist also ohne weiteres möglich, einen Arbeitstag ohne Steckdose zu verbringen.

      Betriebssystem ist Chrome OS. Das ist stark an Android angelehnt. Wenn ihr also ein Android-Smartphone habt/gehabt habt, dann werdet ihr euch sofort zurechtfinden. Für Apps steht der Google Play Store zur Verfügung. Allerdings unterstützen nicht alle Apps Chrome OS, so dass ihr euch hier ev. nach Alternativen eurer Smartphone-Apps umsehen müsst. Wir haben für euch einen Überblick zu den ersten Schritten in Chrome OS aufgeschrieben. Lest ihn euch durch, wenn ihr noch keine Erfahrungen damit habt. Im Grunde ist Chrome OS aber einfach und ihr werdet euch schnell zurechtfinden.

      Kern von Chrome OS ist, dass die Daten online gespeichert sind. Ihr könnt also überall arbeiten, wo ihr WLAN habt. Da es in Deutschland ja leider immer noch nicht überall flächendeckendes WLAN gibt, bspw. in Regionalzügen, ist der Offline-Modus eine sinnvolle Erweiterung von Chrome OS. Mit ihm könnt ihr eure Musik auf dem Chromebook speichern oder offline zocken. Mails und andere Office-Tasks gehen natürlich auch offline.
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      Klang

      An den Klang dürft ihr keine großen Ansprüche stellen. Die Speaker sitzen an der Unterseite und produzieren einen dünnen Klang.

      Selbst bei halber Lautstärke klingen sie blechern und höhenlastig. Tiefen sind nur in Ansätzen zu erkennen. Dreht ihr die Lautstärke auf, dann bessert sich das natürlich nicht. Die Höhen werden dann auch zum Teil klirrend.

      Für die allgegenwärtigen Zoom- oder Teams-Calls reicht die Qualität allerdings aus. Sprache wird ordentlich ausgegeben.

      Grundsätzlich solltet ihr aber entweder ordentliche Boxen oder Kopfhörer für einen guten Klang anschließen. Das geht ja über Bluetooth oder Klinke problemlos.
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      Aufrüsten: Leicht zu öffnen, wenig zu machen

      Aufrüsten geht nur bedingt. Ihr kommt weder an den RAM noch an den Speicher heran. Wenn ihr die neun Kreuzschrauben auf der Rückseite gelöst habt, dann könnt ihr die Bodenplatte einfach abnehmen. Eventuell benötigt ihr dazu ein altes Plektrum, eine ausgediente Kreditkarte o.ä. – ich konnte die Platte so einfach aushebeln.

      Falls der Akku in ferner Zukunft den Geist aufgibt, dann könnt ihr den tauschen. Er ist nur mit ein paar Schrauben fixiert. Auch das WiFi-Modul ließe sich austauschen.
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      Fazit Lenovo Chromebook S345: Günstiger Office-Laptop

      Lohnt sich der Kauf des Chromebook S345? Die ehrliche Antwort lautet: kommt drauf an. Wenn ihr einen Laptop sucht, mit dem ihr Texte verfassen und Tabellen anlegen könnt und der auch ohne Steckdose gut über den Tag kommt, dann könnt ihr euch mit ruhigem Gewissen das Chromebook S345 zulegen. Der Preis von 280 Euro* ist derzeit so ziemlich unschlagbar.

      Gelegentliche Bildbearbeitung mit Snapseed ist auch kein Problem. Für weitergehende oder gar professionelle Bildbearbeitung ist das Chromebook von Lenovo nicht geeignet. Hier setzen sowohl die Hardware als auch das Display Grenzen.

      Das Chromebook S345 ist also im wahrsten Sinn des Wortes ein Office-Notebook. Für diesen Zweck ist es gemacht und hier liefert es auch ab. Für alle, die weitergehende Usecases haben, ist es nicht geeignet.

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      *Stand: 05/2021

      Veröffentlicht von

      Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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