Gut gebrüllt: Bluetooth-Lautsprecher HP Roar Plus

Einmal alles zum Mitnehmen, bitte. Der kleine Aktivlautsprecher HP Roar Plus koppelt sich über Bluetooth mit einem Zuspielgerät wie Smartphone oder Tablet und kann dank integriertem Akku stundenlang im Freien Musik abspielen. Und falls der Akku des Smartphones früher zuneige geht, kein Problem. Den HP Roar Plus kann man auch als Powerbank nutzen. Zusätzlich lässt sich der Lautsprecher als Freisprechanlage für Telefonate verwenden. Mit einem zweiten HP Roar Plus kann man eine Stereo-Klangbühne aufbauen. Der HP Roar Plus ist also ein Bluetooth-Lautsprecher mit Vollausstattung, der mit seinem kompakten Gehäuse in jedem Rucksack Platz findet.

Gestauchte Toblerone

Die Gehäuseform des HP Roar Plus als gleichmäßige Dreieckssäule erinnert an die Schokoladenschachtel einer Schweizer Marke. Das kompakte Gerät mit seinen abgerundeten Kanten bekommt man auch im gut gefüllten Rucksack noch unter. Mit einer Breite von knapp 19 cm und dreimal 8 cm Seitenlänge ist er für einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher weder besonders groß noch klein. Aber mit 520 g Kampfgewicht gehört der HP-Lautsprecher nicht zu den Fliegengewichten. Das relativ hohe Gewicht lässt auf große und stabile Treiber hoffen, die kraftvollen Sound ausgeben, oder auf einen großen Lithium-Ionen-Akku für lang andauernde Musikwiedergabe. Das Gehäuse ist stabil und dürfte nach einem Sturz aus größerer Höhe nur kleine Blessuren davontragen. Getestet haben wir es nicht.


An einer der beiden dreieckigen Seiten befindet sich der Power-Button, auf der gegenüberliegenden Seite sitzen die Tasten für die Lautstärkeregulierung, Titelsteuerung und Freisprechfunktion. Die Tastensymbole sind selbsterklärend und die Bedienung intuitiv. Auf der Rückseite findet man eine Micro-USB-Buchse zum Laden des integrierten Akkus, eine USB-A-Buchse zum Aufladen eines Smartphones und einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, um Musik drahtgebunden auf dem Lautsprecher auszugeben. Zum Lieferumfang gehören ein USB-Ladeadapter, ein passendes Ladekabel, ein 0,5 Meter langes Klinkenkabel sowie eine Neopren-Tasche.


Mit technischen Details hält sich der Hersteller zurück: Bis auf Angaben zur Übertragungsfrequenz (80 bis 16.000 Hz) und Musikleistung (15 W) ist in den Datenblättern nichts zu finden. Ebenso knausert HP mit Infos zur Bluetooth-Version und unterstützten Profilen. Es ist davon auszugehen, dass der HP Roar Plus Audioinhalte über das Bluetooth-Profil Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) mit dem verlustbehafteten Audio-Codec SBC empfängt und nicht mit den effizienteren Codecs AAC oder aptX.

Device connected

Die Bluetooth-Koppelung des Lautsprechers mit Zuspielern gelingt recht schnell und simpel, obwohl kein NFC integriert ist. Nach dem Einschalten und der Begrüßung durch eine heisere Frauenstimme („Hello“) befindet sich der Lautsprecher im Koppelungsmodus, was durch den weiß blinkenden Power-Button signalisiert wird. Im Test wurde der HP Roar Plus von unseren Zuspielern Huawei P8, Apple iPhone 5s, LG G4 und Apple MacBook Pro Retina als „HP BT Plus“ angezeigt. Sobald eine Verbindung steht, leuchtet der Power-Button dauerhaft und die heisere Frauenstimme bestätigt dies mit „Device connected“. Der HP-Lautsprecher kann mit bis zu zwei Geräten gleichzeitig eine Verbindung aufbauen. Damit man vom zweiten Gerät Musik wiedergeben kann, muss man die Wiedergabe auf dem ersten Gerät stoppen. Sobald der HP nach dem Ausschalten wieder in Betrieb genommen wird und sich eins von sechs zuletzt angebundenen Bluetooth-Geräten in Empfangsnähe befindet, sind die Geräte innerhalb kurzer Zeit automatisch gekoppelt. Die Sprachausgabe bestätigt dies umgehend: „Device connected“. Um einen neuen Zuspieler mit dem Lautsprecher zu pairen, müssen alle verbundenen Geräte entkoppelt werden, um den Lautsprecher in den Koppelungsmodus zu versetzen.

Akku

Holt man den HP Roar Plus aus der Verpackung, muss man ihn zuerst aufladen. Das dauert rund vier Stunden und wird mit einer rot blinkenden LED im Power-Button signalisiert. Eine Akkuladung reichte im Test für etwa 12 Stunden Musikwiedergabe in allen Lautstärken. Das entspricht ziemlich genau der Herstellerangabe. Lädt man mit der Powerbank-Funktion nebenbei ein Smartphone auf, verkürzt sich die Akkulaufzeit. Ist keine Bluetooth-Anbindung aufgebaut, schaltet sich der HP Roar Plus nach drei Minuten aus.

Freisprechfunktion

Eine nützliche Funktion bietet der HP Roar Plus mit der Freisprechfunktion. Ist ein Smartphone per Bluetooth mit dem Lautsprecher gekoppelt, wird bei eingehenden Anrufen die Musikwiedergabe gestoppt und man kann das Telefonat auf Tastendruck auf dem Lautsprecher annehmen. Die Stimme des Gesprächspartners kommt laut und gut verständlich aus dem Speaker. Mit weniger Bass und mehr Bariton in der Stimme würde die Verständlichkeit noch besser ausfallen. Im Test mit einem Apple iPhone 5s funktionierte die Freisprechfunktion anfangs nicht wie gewünscht. Erst nach mehreren Telefonaten hörte mich der Gesprächspartner in akzeptabler Lautstärke. Außerdem klagte er anfangs über starken Hall seiner eigenen Stimme. Denkbar, dass das iPhone daran Mitschuld hatte. Immerhin häufen sich Beschwerden von Apple-Usern über schlechte Bluetooth-Verbindungen ihrer Geräte.

Sound

Das Klangbild des kleinen Lautsprechers übertrifft die Soundwiedergabe eines Smartphones in jeglicher Hinsicht. Der HP-Lautsprecher spielt lauter, bassvoller und in den Mitten und Höhen sauberer. So weit, so gut. Dass aber der HP Roar Plus sogar den Sound eines Apple MacBook Pro 15 Retina in den Schatten stellt, damit hatten wir nicht gerechnet. Im Vergleich zum Roar Plus klingt das eigentlich mit gutem Sound gesegnete MacBook nahezu blechern und schal. Zwar verfügt es über zwei Lautsprecher und bietet damit einen besseren Stereo-Effekt, aber mit einem zweiten HP Roar Plus kann man auch eine Stereo-Bühne aufbauen. Das wertet den Sound ordentlich auf, treibt aber die Ausgaben in die Höhe.


Neben der kabellosen Musikübertragung per Bluetooth bietet der HP Roar Plus den Anschluss eines Zuspielers via Klinkenkabel. Darüber kann man auch Musik beispielsweise von einem älteren MP3-Player ohne Bluetooth über den HP-Lautsprecher wiedergeben. Die über Kabel abgespielte Musik klingt im Vergleich etwas matt, ist aber auch bei hohen Lautstärken ohne Verzerrungseffekte genießbar. Bei der Übertragung per Bluetooth kommt es hin und wieder zu unangenehmen Störgeräuschen, sobald man die Lautstärke voll aufdreht. Am Abspielgerät und Lautsprecher lassen sich verschiedene Lautstärkestufen unabhängig voneinander einstellen. Das ist eigentlich unproblematisch. Aber nach dem Einschalten setzt der Speaker die Lautstärke automatisch auf Stufe 12 von 15, was ziemlich laut ist. Regelt man vor der Musikwiedergabe die Lautstärke am HP oder Zuspieler nicht runter, kann man schon mal aufschrecken, wenn der HP Roar Plus lautstark losröhrt.

Fazit

Der Bluetooth-Lautsprecher HP Roar Plus ist schnell mit einem Smartphone gekoppelt und überzeugt mit einer sehr guten Akkulaufzeit von etwa zwölf Stunden. Mit kompakten Abmessungen und der ergonomischen Gehäuseform passt er in jeden Rucksack und ist damit prädestiniert, um im Park, Garten oder in einer Ferienwohnung für musikalische Untermalung zu sorgen. Musik gibt er dabei druckvoll und transparent wieder. Nur bei extremer Lautstärke kann es zu Verzerrungen kommen. Die Bedienung erfolgt intuitiv. Nervig ist dagegen die Sprachausgabe, die man nicht abschalten kann.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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5 Antworten auf Gut gebrüllt: Bluetooth-Lautsprecher HP Roar Plus

  1. avatar Martin sagt:

    Guter Bericht, hat das Geraet auch einen Preis?

  2. avatar Robert Tischer sagt:

    Hallo Martin, bis Sonntag kostet ein HP Roar Plus 99 Euro (solange verfügbar). Nächste Woche wird er wieder teurer.

    http://www.notebooksbilliger.d.....HPRoarPlus

  3. avatar Bernhard sagt:

    Warum bei 16kHz kastriert? Für eine saubere Audio Wiedergabe werden 20kHz benötigt. Das ist eine völlig unnötige Einschränkung, denn große Gehäuse braucht man für tiefe Frequenzen und nicht für die Hohen.

  4. avatar Larry sagt:

    Det HP Roar Plus und det HP Roar Mini sind beide ordentliche Lautsprecher. Det HP S6000 is nicht der Rede wert.

    Tschüssi

    Wie immer…euer Larry

  5. avatar Sven sagt:

    An und für sich ein guter und verlässlicher Bluetooth Lautsprecher. Schade aber das hp mit techn. Details etwas geizt. Des weiteren kann ich mich Bernhard nur anschließen: Nur 16 kHz für einen Lautsprecher ist etwas schade. Auch wenn nicht jeder diese hohen Frequenzen hören kann, manche können es dann doch und da fehlt leider was.

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