HDMI, DisplayPort & Co. – die Video-Anschlüsse am Monitor erklärt

      HDMI, DisplayPort & Co. – die Video-Anschlüsse am Monitor erklärt

      Wer sieht da noch durch? DisplayPort, HMDI, DVI oder Thunderbolt. Auf dem Monitormarkt gibt es aktuell Hunderte Geräte mit den verschiedensten Anschlüssen, aber nicht jeder Anschluss unterstützt bspw. alle Auflösungen oder Bildwiederholraten. Damit ihr nicht den Überblick verliert, haben wir für euch in diesem Ratgeber aufgeschlüsselt, welcher Anschluss zu welchem Einsatz passt.

      Ihr habt euch einen Ratgeber nach dem anderen durchgelesen. Jetzt ist die Entscheidung nach langem Hin und Her gefallen. Einer neuer Monitor musste her. Egal ob Office, Gaming oder Multimedia. Der neue soll für jeden Einsatzzweck geeignet sein und bringt ein Menge an unterschiedlichen Anschlüssen mit. Euer altes Notebook hat aber nur einen VGA-Anschluss. Der Gaming-PC immerhin HDMI und DisplayPort. Und der Beamer? Ist das ein DVI-Anschluss?

      Samsung C34J791

      Wer kennt es nicht? Im Laufe der Jahre haben sich die Anschlüsse weiterentwickelt. Vieles wurde angeblich einfacher und Standards sollten das Anschlusschaos reduzieren. Aber viele ältere Geräte werden noch benutzt. Sind die Anschlüsse überhaupt kompatibel? Und welches Kabel benötige ich eigentlich, um WQHD bei 144 Hz Bildwiederholrate darzustellen? Unsere Tabelle klärt auf.

      Die relevantesten Video-Anschlüsse

      Anschlusstyp Erklärung
      DisplayPort / Mini DisplayPort Überträgt Bild- und Tonsignale und lässt sich mechanisch am Anschluss verriegeln. Die erste Version wurde bereits 2006 veröffentlicht. Ähnelt dem HDMI-Anschluss und ist via passendem Adapter kompatibel zu Mini DisplayPort, HDMI, DVI und VGA. Eignet sich als Übertragungsart für schnelle Monitore mit 144 oder 240 Hz und Full HD- bzw. WQHD-Auflösung ab Version 1.2. Nur mit DisplayPort lässt sich FreeSync und G-Sync nutzen. Ab Version 1.4 wird HDR unterstützt.
      DVI-D Der DVI-Standard wurde 1999 zur Übertragung von Videosignalen verabschiedet. DVI ist der Nachfolger von VGA und steht für Digital Visual Interface. Es gibt unterschiedliche Arten, die abhängig von der Pinbelegung sind. Am relevantesten für PC-Monitore ist Dual Link DVI-D. Damit können Auflösungen von bis zu 2560×1600 Pixeln bei 60 Hz wiedergegeben werden. DVI-D eignet sich zudem als Übertragungsweg für 144 Hz-Monitore bei Full HD-Auflösung und ist mittels Adapter kompatibel zu HDMI 1.0 und VGA. DVI wird zunehmend durch DisplayPort und HDMI abgelöst, die höhere Auflösungen und größere Farbtiefen in kompakterer Bauform ermöglichen.
      HDMI Steht für High Definition Multimedia Interface, ist der Nachfolger von DVI und wird seit 2002 (weiter)entwickelt. Überträgt Bild- und Tonsignale und ist in unterschiedlichster Unterhaltungselektronik zu finden. Version 2.1 kommt ab 2019 auf den Markt. Mit HDMI werden je nach Version unterschiedliche Auflösungen unterstützt, zudem können via HDMI ab Version 1.4 auch 120 Hz wiedergegeben werden. HMDI 2.0 eignet sich für aktuelle gängige Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln bei 60 Hz. Ab Version 2.0(a) wird auch das 21:9-Format und HDR unterstützt.
      Thunderbolt Ist eine Schnittstelle, die DisplayPort mit PCI-Express kombiniert und offiziell 2011 vorgestellt wurde. Sie soll als universeller Anschluss fungieren und ist ohne Adapter abwärtskompatibel mit Mini-DisplayPort-Steckern. Thunderbolt 3 wurde 2015 der Öffentlichkeit präsentiert und besitzt einen USB-C-Stecker mit den Spezifikationen von USB 3.1. Thunderbolt 3 bündelt alle Bild-, Ton-, Energie- und Datenübertragungskanäle in einer Schnittstelle und erlaubt mittels optischer Übertragung auch große Reichweiten. Es ist mit einem Adapter auch mit DVI-, HDMI-, und VGA-Displays kompatibel und unterstützt bis zu 240 Hz. Thunderbolt 3 ist bedingt durch hohe Lizenzgebühren bisher nicht sehr weit verbreitet, sollte aber angeblich 2018 lizenzfrei werden.
      VGA Steht für Video Graphics Array und ist ein analoger Übertragungsstandard für Bildsignale. VGA wurde 1987 verabschiedet und ist mittlerweile – „Überraschung“ – veraltet. Eigentlich wurde schon 2010 von Intel und AMD beschlossen, dass VGA ab 2015 nicht mehr hergestellt und durch DisplayPort und HDMI ersetzt werden soll. Nichtsdestotrotz wird der veraltete Anschluss in günstigen Notebooks und Office-Monitoren heute noch verbaut.

      Diese fünf Anschlüsse sind zumindest aktuell am weitesten verbreitet. Bei fast allen Schnittstellen gibt es zahlreiche unterschiedliche Versionen, die in der nächsten Tabelle genauer aufgeschlüsselt werden. Die neueren Versionen unterstützen zumeist höhere Auflösungen und höhere Bildwiederholraten. Bei Gaming-Monitoren mit mehr als 60 Hz seid ihr zumindest im Full HD-Bereich mit DVI-D und DisplayPort auf der sicheren Seite. Bei allen höheren Auflösungen und wenn ihr FreeSync oder G-Sync nutzen wollt, solltet ihr auf DisplayPort setzen.

      Anschluss/Auflösung 1920x1080p 2560x1440p 3840x2160p 5120x2880p 7680x4320p
      VGA 60 Hz
      Dual Link DVI-D 144 Hz 60 Hz
      HDMI 1.4b 120 Hz 75 Hz / 120 Hz** 30 Hz / 75 Hz**
      HDMI 2.0b 120 Hz 120 Hz 60 Hz / 120 Hz** 30 Hz / 60 Hz** / 30 Hz**
      HMDI 2.1 (2019) 120 Hz 120 Hz 120 Hz 120 Hz 120 Hz
      DisplayPort 1.2 240 Hz 165 Hz / 240 Hz** 75 Hz / 120 Hz** 30 Hz / 60 Hz** / 30 Hz**
      DisplayPort 1.3 240 Hz 240 Hz 120 Hz / 240 Hz** 60 Hz / 120 Hz** 30 Hz / 60 Hz**
      DisplayPort 1.4 240 Hz 240 Hz 120 Hz / 240 Hz*/** 60 Hz / 120 Hz** / 144 Hz* / 240 Hz*** 30 Hz / 60 Hz*/** / 144 Hz***
      Thunderbolt 3 240 Hz 240 Hz 120 Hz 60 Hz

      Bei DisplayPort und HDMI können mittels Display Stream Compression (DSC) und Farbunterabtastung im YCC-Farbmodell auch höhere Bildwiederholraten erzielt werden. Ihr solltet euch jedoch nach dem fettgedruckten Wert richten. Wer unbedingt HMDI nutzen will, kann mit diesem Anschluss maximal 120 Hz wiedergeben. Zudem solltet ihr genau wissen, welche HDMI-Version bei eurem Monitor verbaut ist. Wie schon geschrieben: Ich empfehle bei schnellen (Gaming)-Monitoren DisplayPort.

      Es gibt natürlich noch eine Vielzahl anderen Anschlüsse. Viele davon spielen aber heutzutage kaum noch eine Rolle. Sollten euch Anschlüsse fehlen oder gibt es Unklarheiten? Dann schreibt uns im Kommentarbereich.

      MSI OPTIX MAG271C

      Wenn ihr noch auf der Suche nach einem neuen Monitor seid, dann hilft euch unser Ratgeber bei der Auswahl. Habt ihr den Monitor fertig angeschlossen, seid aber auf Probleme im Menü gestoßen? Dann schaut in unser Lexikon der Monitor-Begriffe rein. Habt ihr alles zu eurer Zufriedenheit eingestellt, aber bei der Einrichtung in Windows Probleme? Dann schaut hier rein. Anschließend noch auf die richtige Körperhaltung achten und los geht es. Wir wünschen euch viel Spaß mit eurem neuen Monitor freuen uns über euer Feedback.

      Monitore bei uns im Shop

      via 144hz-monitor.org, wikipedia 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, datapro

      * Möglich via DSC (Nicht sichtbare, aber verlustbehaftete Komprimierung hochaufgelöster Bildsignale).
      ** Möglich via YCbCr-Farbmodell und Farbunterabtastung (chroma subsampling) in Relation 4:2:2 oder 4:2:0.
      *** Möglich via DSC und YCbCr-Farbmodell und Farbunterabtastung (chroma subsampling) in Relation 4:2:2 oder 4:2:0.

      Stand: 10.12.2018

      Veröffentlicht von

      Nerd, Geek, SciFi-Fan, Rollenspieler, Gamer. Beruflich schreibe ich seit 2011 Dinge ins Internet – seit 2017 als Redakteur und Community Manager bei notebooksbilliger.de. Erste Computer-Gehversuche ca. 1985 auf einem C64.

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