Honor 7X – Viel Smartphone für wenig Geld

      Honor 7X – Viel Smartphone für wenig Geld

      Die Smartphones aus Honors X-Reihe sind dafür bekannt, ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Heißt im Klartext: Für nen schmalen Taler erhaltet ihr ziemlich viel Smartphone. Ob das auch beim Honor 7X zutrifft, erfahrt ihr nun in unserem Test.

      Das gefällt uns

      • Sehr gutes Preis Leistungs Verhältnis
      • Gutes Display
      • Ordentliche Kamera

      Das gefällt uns nicht

      • Android 7.0
      • Micro USB
      • Kein QuickCharge

      Honor 7X bei notebooksbilliger.de

      In welches Segment gehört das Honor 7X?

      Mit der recht imposanten Modellvielfalt aus dem Hause Honor konfroniert, kann man schon manchmal den Überblick verlieren, welches Phone vom Hersteller wo genau einsortiert wird. Daher gibt’s jetzt erst einmal ein bisschen Terminologie. Aktuell (März 2018) stellt sich das Line-Up von Honor folgendermaßen dar:

      Honor View: High End, keine Kompromisse. Aktuelles Flaggschiff: Honor View 10
      Honor n: Topmodell, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für aktuelle Komponenten. Aktuelles Modell: Honor 9
      Honor X: High-End-Mittelklasse, großes Display, gute Ausstattung, Fokus auf Kamera und Akkulaufzeit. Aktuelles Modell: Honor 7X
      Honor n Lite: Mittelklassemodell basierend auf dem Topmodell, ein bisschen von allem, Fokus auf Preis-Leistung und Lifestyle. Aktuelles Modell: Honor 9 Lite
      Honor A: Einstiegsklasse, fokus auf günstigen Preis bei angemessener Ausstattung, aktuelles Modell: Honor 6A

      Technische Daten

      Als Smartphone der gehobenen Mittelklasse, nur knapp unter den Flaggschiffen positioniert, kann ich die Ausstattung des Honor 7X durchaus sehen lassen, vor Allem wenn man den Preis von aktuell (März 2018) 229€ beachtet:

      • SoC: Kirin 659 OctaCore, 4×2,36 und 4×1,7GHz
      • Speicher: 4 GB RAM, 64 GB interner Speicher + MicroSD-Slot (max. 256 GB)
      • Display: 5,93 Zoll 18:9 FullView Display, FHD+ Auflösung (2160×1080 Pixel), 407 PPI
      • Kamera: 16MP Farbsensor und 2MP Monochrom-Sensor, F2.2, 8MP Selfie-Cam
      • Akku: 3340 mAh
      • Funkververbindungen: Wifi 802.11 b/g/n, 2.4GHz, Unterstützt Wi-Fi Hotspot, Bluetooth 4.1, USB 2.0
      • Software: Android 7.0, EMUI 5.1
      • Anschlüsse: Micro USB, 3,5mm Klinke
      • Abmessungen / Gewicht: 75 mm x 157 mm x 8 mm / 165 g

      Dual-Kamera, 18:9-Display, Achtkern-Prozessor, … das Honor 7X klotzt Specs-mäßig schon mal ordentlich ran. Einzig der Micro USB-Anschluss verwirrt etwas. Eigentlich sollte sich USB-C mittlerweile durchgesetzt haben.

      Optik und Haptik

      Als ich das Honor 7X zum ersten Mal in die Hand nahm, hatte ich nicht den Eindruck, ein relativ günstiges Telefon zu halten. Die Verarbeitung ist tadellos, die verbauten Werkstoffe wirken wertig und das Smartphone liegt angenehm schwer in der Hand. Von der Form her erinnert das 7X ein bisschen an das iPhone 6 bzw 6S, die stark abgerundeten Ecken und Kanten sind schon sehr charakteristisch.

      Die Rückseite des Honor 7X

      Die matt eloxierte Rückseite lässt sich gut und griffig fassen – kein Vergleich zu den manchmal doch recht glitschigen Glastelefonen – allerdings ist sie auch ein recht starker Fingerabdruckmagnet und sieht leider recht schnell speckig aus. Der Fingerabdrucksensor liegt dort wo er liegen soll: Mittig auf der Rückseite.

      Einen kleinen, optischen Downer gibt es allerdings: Die beiden Kamerabuckel der Hauptkamera wirken etwas deplatziert und lustlos positioniert. Außerdem sammelt sich an den Kamerakanten gern Staub und Dreck an.

      Die beiden Kamera Buckel

      Am ganzen Honor 7X finden sich nur zwei physische Knöpfe – eine Laut/Leiser-Schaltwippe sowie der Powerbutton. Beide Knöpfe liegen am rechten Geräterand. Sie wirken solide, haben ein ansprechendes Klickverhalten und lassen sich auch bei Einhandbedienung jederzeit gut erreichen. Dazu trägt auch der 18:9 Formfaktor bei, der das Honor 7X angenehm schmal bleiben lässt.

      Sehr angenehm finde ich die Porportionen auf der Vorderseite. Das 18:9 FullView-Display kommt mit recht schmalen Rahmen daher und fügt sich nahtlos ins Gesamt-Ensemble ein.

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      Beim Lieferumfang gibt es keine Überraschungen: Zettelwerk, SIM-Kartentool sowie Ladekabel und 220V-Adapter – das war’s. Ein Case oder eine Displayschutzfolie, wie sie bei teureren Huwei- und Honor-Smartphones häufig beiliegen, sucht man allerdings vergebens.

      Display

      Bei so einem günstigen Smartphone ist es umso erfreulicher, dass Honor hier aus den Vollen schöpft. Die Anzeige misst nämlich fast 6 Zoll und kommt im trendigen 18:9-Format daher. Das Honor 7X verfügt deswegen auch über eine angenehm ordentliche FHD+ Auflösung, was 2160×1080 Pixeln entspricht. Zum Vergleich: Mein Huawei Mate 9 – immerhin das Flaggschiff von 2017 – hat nur Full HD.

      Gestochen scharf: Das Display des Honor 7X

      Wie bei Huawei/Honor üblich, ist das verbaute Panel über jeden Zweifel erhaben und bietet große Betrachtungswinkel und lebendige (spricht: knallig-knackige) Farben. Es war im Sonnenschein stets hell genug, um alles auf dem Display erkennen zu können. Die Auto-Helligkeitsregulierung läuf nicht so smooth wie z.B. bei Apple, geht für ein Android-Telefon aber vollkommen in Ordnung. Bei 409 PPI bleiben alle Details gestochen scharf und einzelne Pixel müsst ihr buchstäblich mit der Lupe suchen.

      Software: EMUI 5.1

      Wer bereits mit Huawei/Honor vertraut ist, wird sich softwareseitig sofort zurecht finden. Das Betriebssystem auf dem Honor 7X hört auf den Namen EMUI 5.1 und ist uns so bereits aus anderen Smartphones bekannt. Die Basis bietet Android 7.0, was im Jahr 2018 vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Da aber auch der Vorgänger 6X sehr nachhaltig mit Updates versorgt wurde, ist es sicher nur eine Frage der Zeit bis auch das Honor 7X in Oreo-Land ankommt.

      Wie üblich findet sich leider auch ein guter Batzen Bloatware auf dem Gerät – z.B. die Apps von Booking.com oder WPS Office, die sich selbstverständlich nicht deinstallieren lassen. Wie üblich gibt euch EMUI sehr viele Möglichkeiten, Apps daran zu hindern, einfach ungefragt im Hintergrund weiterzulaufen und am Datenvolumen sowie der Akkuleistung zu saugen. So wünsche ich mir das auch von allen anderen Android-Phones.

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      Allerdings, und das muss man leider sagen, gehört EMUI immer noch zu den hässlichsten Android-Distributionen da draußen. Huawei/Honor geben sich viel Mühe, designmäßig Apples iOS zu channeln, scheitern aber leider fatal, so dass EMUI aufgrund des fehlenden App-Drawers eigentlich immer unaufgeräumt wirkt. Aber zum Glück gibt’s ja alternative Launcher mit denen sich das Smartphone optisch aufbohren lässt.

      Performance & Akkulaufzeit

      Was EMUI an optischen Leckereien vermissen lässt, macht es leistungsmäßig aber locker wieder wett. Selbst mit den im Vergleich zum View 10 oder Honor 9 abgespeckten Specs läuft das System butterweich. Ruckler und dergleichen gibt es kaum.

      Natürlich starten Apps ein bisschen langsamer als bei den Flaggschiffen aber wenn ihr da nicht drauf achtet, wird euch das im täglichen Betrieb kaum auffallen. Auch das hin- und her switchen zwischen verschiedenen Apps läuft angenehm flott.

      Honor 7X PC Mark work Vergleich Honor 7X 3D Mark Slingshot Vergleich

      Wo sich die Mittelklasse-Spezifikationen zeigen, sind aufwändige Games. Hier müsst ihr mit ein paar Rucklern rechnen. Insgesamt ist die Performance des Honor 7X aber sehr, sehr ordentlich.

      Akkumäßig kann das 7X ebenfalls überzeugen. Der PCMark Batterie Benchmark erreichte eine brauchbareLaufzeit von rund 6,5 Stunden – in den Alltagsbetrieb übersetzt bedeutet dies, dass euch das Honor 7X locker über einen ganzen Tag bringt – bei sparsamer Nutzung sind auch durchaus 1,5 bis 2 Tage drin. Leider hat Honor seinem 7X keine Schnelladefunktion spendiert – mal fix zwischendurch etwas Strom nachzutanken, fällt also aus.

      Honor 7X PC Mark Akku Vergleich

      Für die Zahlen-Nerds unter euch haben wir natürlich auch die gängigsten Benchmarks durchlaufen lassen:

       

       

      Kamera

      Wenn ein Smartphone mit einer Dual-Kamera kommt, weckt das natürlich ordentlich Erwartungen, daher war ich sehr gespannt, wie der Knipser des Honor 7X sich in der Praxis schlagen würde. Wie bei anderen Smartphones aus dem Hause Huawei/Honor bereits erprobt, hat das Honor 7X zwei Sensoren: Einen 16MP Farbsensor und einen 2MP Schwarzweiß-Sensor, der vor Allem Konturen und Details liefern soll. Aus beiden geschossenenen Fotos wird dann das fertige Bild zusammengesetzt.

      Die mitgelieferten Filter machen Spaß

      Softwareseitig kommt die bewährte Kamera-App von Honor/Huawei zum Einsatz, die sich sehr leicht bedienen lässt und euch mit einem Wisch vom unteren Rand ausgehend in Nullkommanix in den Pro-Modus wechseln lässt.

      Was sofort auffiel: Das Honor 7X neigt bei Tageslicht etwas zur Überbelichtung. Allerdings sind die hellen Stellen des Fotos nur selten ausgefressen, so dass sich mit gängiger Fotobearbeitungs-Software durchaus noch einiges retten lässt.

      Die Limits der Kamera zeigen sich z.B. wenn ihr näher ins Bild hereinzoomt. Dann zeigt sich nämlich, dass feine Details der Freund des Honor-Knipsers nicht sind. Meine Vermutung ist, dass der 2MP Monochrom-Sensor, der ja Strukturen usw. beisteuert, hier schnell an seine Grenzen stößt.

      Mit schummerigem Licht kommt das Honor 7X im Vergleich zu anderen Smartphones seiner Preisklasse recht gut zurecht. Wird es allerdings richtig dunkel, lässt sich Pixelmatsch nur noch durch den Pro-Modus und längere Belichtungszeiten verhindern, was mangels Bildstabilisierung beinahe zwangsläufig ein Stativ erfordert.

      Nachtfotos sind schwierig mit dem Honor 7X Nachtfotos sind schwierig mit dem Honor 7X

      Selbstverständlich ist auch ein Portraitmodus mit an Bord, der verspricht, das Subjekt durch einen verschwommenen Hintergrund profi-mäßig freizustellen. In der Praxis sind die Ergebnisse aber durchwachsen – wie bei den meisten anderen Smartphones, die das Bokeh durch Rechnerei simulieren auch.

      Der Bokeh-Modus liegt gern mal daneben

      Insgesamt geht die Bildqualität des 7X vollkommen in Ordnung und eignet sich nicht nur für Schnappschüsse. Allerdings dürft ihr keine Bildqualität wie bei modernen Flaggschiffen á la iPhone X, Samsung Galaxy S9 oder Huawei P20 Pro erwarten.

      Sound & Telefonie

      Bei Smartphones sollte man nie sonderlich viel in Sachen Sound erwarten. Dazu ist das Volumen der kleinen Klangkörper einfach zu gering. Manche Hersteller versuchen, über diese Tatsachen hinwegzutäuschen, indem sie einem bekannten Audio-Hersteller ordentlich Geld zahlen, um seinen Namen auf ihr Device drucken zu dürfen.

      Honor tut das nicht und im 7X befindet sich auch nur ein einziger, nach unten feuernder Lautsprecher. Entsprechend quäkig und blechern ist auch der Sound. Allerdings ist der kleine Speaker laut genug, um z.B. mal fix ein YouTube-Video zu schauen oder beim Kochen in der Küche etwas Musik laufen zu lassen.

      Die Gesprächsqualität beim Telefonieren war unauffällig – nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Ich wurde von meinem Gegenüber gut verstanden und und meine Gesprächspartner meinten, ich wäre gut zu hören gewesen.

      Fazit

      Das Honor 7X ist ein unauffälliges Smartphone – und ich meine das in jeder Hinsicht positiv. Es fängt damit an, dass man dem Gerät auf den ersten Blick nicht ansieht, dass es sich hier um ein recht günstiges Modell handelt, setzt sich bei den ordentlich vorhandenen Leistungsreserven fort und endet mit der Kamera, die sehr ordentliche Ergebnisse abliefert.

      Das Honor 7X funktioniert und liefert ab, und das dürfte für die meisten von uns, die keine 800€ für ein Smartphone ausgeben möchten, absolut genug sein. Wem das Design des Honor 7X nicht zusagt, kann auch getrost zum Honor 9 Lite oder zum Huawei P Smart greifen, die ähnlich wenig kosten und nahezu identische Ergebnisse liefern.

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      Nerd, Geek, SciFi-Fan, Rollenspieler, Gamer. Beruflich schreibe ich seit 2011 Dinge ins Internet – seit 2017 als Redakteur und Community Manager bei notebooksbilliger.de. Erste Computer-Gehversuche ca. 1985 auf einem C64.

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