HP All-in-One 24-g053ng – guter Mittelklasse-PC mit nur einem Kompromiss

HP All-in-One 24-g053ng – guter Mittelklasse-PC mit nur einem Kompromiss

All-in-One PCs fristen bisweilen ein Nischendasein. Zu Unrecht, denn gerade für den Hausgebrauch eignen sich die Komplettrechner sehr gut. Sie nehmen nicht viel Platz weg, es steht nur ein Gerät im Raum und man hat kein unnötiges Kabelgewirr unter dem Schreibtisch. Bei HP sieht man das ähnlich und hat daher eine eigene All-in-One Serie im Programm. Ein Modell daraus ist der HP All-in-One 24-g053ng, den ich mir für einen Test geschnappt habe.

Von den technischen Daten her ist es das Einstiegsmodell, der Intel Core i3-6100U Prozessor zusammen mit 4GB RAM sollte aber allen alltäglichen Aufgaben gewachsen sein.

  • Intel Core i3-6100U mit (2.30GHz, 3 MB Cache, 2 Kerne / 4 Threads)
  • 60,45 cm (23,8″) IPS-Display (1920×1080) mit WLED-Hintergrundbeleuchtung
  • Intel HD-Grafikkarte 520
  • DDR4 SDRAM mit 4 GB (1 x 4 GB)
  • 1000GB HDD 7200rpm
  • 2 USB 3.0, 2 USB 2.0, 1 HDMI, 1 Kopfhörer/Mikrofon kombiniert
  • Integriertes 10/100/1000 Gigabit Ethernet LAN
  • WLAN + Bluetooth
  • DVD Writer SATA
  • Windows 10 Home 64-bit
  • 1 Jahr eingeschränkte Garantie
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Designtechnisch fällt er kaum auf: Das Weiße Gehäuse mit Wellenmuster, die nicht allzu dicken Displayrahmen und ein schlanker Standfuß sind unauffällig und fügen sich so in die Umgebung ein, ohne besonders aufzufallen. Meine Kolleginnen allerdings kommentierten ihn meist mit „Oh, der ist aber hübsch“ – Ziel erfüllt würde ich sagen.

Haptisch gibt es auch wenig zu meckern, allerdings bedarf es etwas Übung um sich an die Position der wenigen Tasten zu gewöhnen. Es gibt lediglich einen Power-Button auf der Unterkante und die Auswurftaste für das DVD-Laufwerk. Beide liegen an der Unterkante bzw. der Rückseite des Gehäuses, man sieht sie also in der Regel nicht. Nach kurzer Nutzung findet man sie aber blind. Alle Anschlüsse liegen auf der Rückseite, lediglich ein SD-Karten-Slot versteckt sich an der Front neben dem Power-Button.

Die Verarbeitung ist gut, das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, fühlt sich aber trotzdem wertig an. Der Standfuß ist ausreichend dimensioniert, der PC steht sicher auf dem Schreibtisch. Schade ist nur, dass er nicht in der Höhe verstellbar ist. Auch drehbar ist er nicht, lediglich die Neigung kann verstellt werden. Nichts wackelt oder klappert, die Rückseite besteht aus einem durchgehenden Bauteil.

Hinsichtlich der Ausstattung in dem Preisrahmen gibt es nur einen Punkt, der mich stört: Die Festplatte. 1000GB sind eine Menge Platz, doch trotz der 7200RPM ist sie im Vergleich zu einer SSD eben recht langsam. Hier hätte ich mir eher eine kleinere SSD statt der großen HDD gewünscht – oder eben eine Kombination aus kleiner SSD und großer HDD. Ansonsten ist die Ausstattung aber sehr gut, das Display setzt auf ein IPS-Panel mit schöner Farbdarstellung, tiefem Schwarz und gutem Kontrast. Durch die FullHD Auflösung ist das Bild auch knackig scharf und die Blickwinkel sind angenehm groß. So kann man auch problemlos mit mehreren Personen davorsitzen und einen Film ansehen. Apropos Film: Die Lautsprecher in der Front sind in Ordnung. Sprache kommt klar und deutlich, auch in lauten Szenen oder bei lauter Musik gibt es kein Übersteuern. Lediglich der Bass fehlt, irgendwie auch klar bei so kleinen Lautsprechern.

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Neben dem PC ist im Lieferumfang auch noch eine Tastatur-Maus-Kombination enthalten. Beide kommen ebenfalls in Weiß daher und setzen auf Kunststoff. Die Tastatur ist sehr kompakt und setzt auf ein recht eigenes Layout, wer blind schreibt braucht daher etwas um sich einzugewöhnen. Gerade die kleine Enter-Taste und die verschobenen Einfg., Entf., Pos. 1, etc. Tasten machen die Eingewöhnung etwas schwieriger.

Vom Druckpunkt her sind die Tasten aber gut, man bekommt ein eindeutiges Feedback sobald die Taste ausgelöst wurde. Nebeneffekt ist allerdings, dass die Tasten bei jedem Anschlag ein Klicken von sich geben, wenn Kunststoff auf Kunststoff trifft.

Die Maus ist recht einfach gehalten – zwei Tasten und ein Scrollrad, mehr nicht. Dafür ist sie recht groß ausgefallen, was gerade Nutzer mit großen Händen gefallen dürfte. Der Druckpunkt der Tasten ist dafür gewöhnungsbedürftig, für den normalen Einsatz zuhause reicht es aber aus.

Software

Vorinstalliert ist Windows 10, dazu muss ich denke ich nicht viel sagen. Neben Windows 10 ist auch diverse Software vorinstalliert wie ein DropBox Client, der direkt mit 50GB Gratisspeicher wirbt, ein paar HP-Tools die unter anderem im Problemfall helfen, und dann noch die eher nervige Fraktion wie McAfee, die einem ein Abo verkaufen wollen oder die WildTangent Games, die die Festplatte zumüllen. Wirklich viel ist es letztlich aber nicht, denn neben den teils einfach nicht benötigten oder manchen schlicht nutzlosen Programmen sind auch nützliche Programme wie die Cyberlink Suite vorinstalliert.

Das BIOS ist im übrigen ziemlich eingeschränkt und lässt nur die nötigsten Einstellungen zu.

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Leistung

Kommen wir zur Performance, auch wenn die nicht unbedingt der entscheidendste Faktor bei einem solchen System ist. Die gefühlte Performance ist durch die schon erwähnte, recht langsame, Festplatte gering. Doch das System kommt, wenn es die Daten erst einmal geladen hat, so ziemlich mit allem zurecht, was man so tagtäglich von einem PC erwartet. Egal ob Videostreaming, einfachere Spiele, Surfen oder Office-Anwendungen, alles läuft problemlos auf dem HP All-in-One 24. Anspruchsvolle Spiele scheitern allerdings an der Grafikleistung der integrierten Intel HD Grafik.

Natürlich gibt es auch ein paar Benchmarks, der Vollständigkeit halber. Die Ergebnisse fallen erwartungsgemäß aus, der verbaute Core i3 sortiert sich im unteren Mittelfeld ein.

Was allerdings auffällt in einigen Tests, ist, dass der Arbeitsspeicher regelmäßig an sein Limit stößt und damit das System ausbremst. Das passiert aber nur bei speicherintensiven Aufgaben und nicht beim einfachen Surfen im Internet. Wer also regelmäßig speicherlastige Anwendungen wie beispielsweise Adobe Lightroom nutzt sollte den Arbeitsspeicher bei Gelegenheit erweitern. Aber dazu später mehr.

Die verbaute WD Blue Festplatte ist wie erwähnt im Vergleich zu einer SSD recht langsam. Doch wie verhält es sich verglichen mit anderen HDDs?

Auf den ersten Blick sind die Werte ok, doch bei genauerem Hinsehen erkennt man die Schwächen der HDD. Im Schnitt kommt sie auf gerade einmal 40 MB/s, zeitweise bricht sie auf einstellige Werte ein.

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Emissionen

Leistung muss auch gekühlt werden, so ist es ja immer, auch im HP All-in-One 24. Dazu setzt man hier auf einen Lüfter, Frischluft wird an der Unterseite gezogen und die warme Abluft oben wieder abgegeben. Der Lüfter läuft allerdings recht unruhig und neigt auch zum pulsieren. Steuern lässt er sich nicht, weder per BIOS noch per zusätzlicher Software. Die Temperaturen bewegen sich dabei im Bereich von 50°C bei etwa 20°C Raumtemperatur. Das ist soweit ok. Der Lüfter läuft aber permanent um diese Temperatur zu halten. Geräuschempfindliche Nutzer könnten sich dadurch gestört fühlen. Es gibt leider auch keine Möglichkeit, die Lüftersteuerung zu beeinflussen. Im BIOS kann man sich die Drehzahl ansehen, allerdings keinen Einfluss nehmen.

Beim Systemstart hört man auch die Festplatte mit ihren 7200RPM anlaufen, die dann kurze Zeit später vom Lüfter übertönt wird.

Unter stärkerer Belastung ändert sich an den Emissionen erstmal nix. Der Lüfter hält seine Drehzahl und die Temperaturen steigen lediglich leicht an. Egal also, ob der PC lediglich im Leerlauf vor sich hin schläft oder gerade in Lightroom Fotos entwickelt – die Geräuschkulisse bleibt die gleiche.

Selbst bei extremer Last beharrt der Lüfter auf nahezu unveränderter Drehzahl. Die Temperaturen steigen aber deutlich auf bis zu 91°C, der Prozessor wird zur Stabilisierung der Temperatur herunter getaktet. Beim thermischen System samt Lüftersteuerung ist also noch Raum für Verbesserungen. Allerdings sei hier auch angemerkt, dass dieser Test das absolute Worst-Case-Szenario darstellt und im Alltag so kaum möglich ist. Er soll lediglich zeigen, was unter absoluter Maximalbelastung passiert.

Aufrüsten?

Wer sich einen PC ins Haus holt, will vielleicht auch irgendwann einmal Nachrüsten. Ein zweiter RAM-Slot soll vorhanden sein, sodass hier theoretisch problemlos aufgerüstet werden kann. Dem im Wege steht allerdings das Gehäuse, die Rückseite lässt auf den ersten Blick keinen Angriffspunkt erkennen. Der Trick ist, dass zuerst der Standfuß von zwei Schrauben befreit werden muss, bevor eine weitere Schraube zum Vorschein kommt, die das Gehäuse hält. Im Anschluss müssen nur die üblichen Plastik-Haltenasen vorsichtig gelöst werden und schon entblößt sich das Innenleben. Kompliziert ist das nicht, empfehlen würde ich es dennoch nicht. Die Rückseite sitzt sehr fest, sodass es beim Öffnen nicht ausgeschlossen ist, das Gehäuse dadurch zu beschädigen.

HP All-in-One 24-g053ng im Test

Erreichbar ist so die Festplatte, der Arbeitsspeicher und der Lüfter kann gereinigt werden. Einen zweiten Slot für eine SSD gibt es leider nicht, auch handelt es sich um eine klassische 3,5 Zoll HDD – für den Umbau auf eine SSD benötigt man also in jedem Fall einen entsprechenden Adapter.

Viel gibt es im inneren ansonsten nicht zu sehen. Die WLAN-Karte ist noch zugänglich, das wars aber auch schon.

Fazit

Beim HP All-in-One 24 handelt es sich klar um einen Mittelklasse-PC, dem wird die Leistung auch in jedem Fall gerecht. Wirkliche Negativpunkte gibt es nur wenige. Die Ausstattung ist gemessen am Preis stimmig, Anschlüsse sind genug vorhanden und das Display macht einfach Spaß. Für den Heimgebrauch ohne besonders rechenintensive Anwendungen ist die Leistung mehr als ausreichend. Der Sound ist gut, genügend Platz ist auch vorhanden.

Nicht so schön ist die recht träge Festplatte und der mit 4GB knapp bemessene Arbeitsspeicher. Beides lässt sich zum Glück aufrüsten, auch wenn das mit etwas Aufwand verbunden ist. Der einzige wirklich Negativpunkt ist allerdings die zu konservative Lüftersteuerung, die den Lüfter schon im Leerlauf gut hörbar macht. Hier könnte HP gegebenenfalls per Update nachhelfen.

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