HP gibt Tablet- und PC-Geschäft auf

Während einige meiner Arbeitskollegen gestern im Stadion waren, um Hannovers Sieg zu sehen, konnte ich mir das Spektakel mit einem Auge ansehen, das andere Auge klebte am Rechner, denn gestern Abend ist wieder etwas passiert, von dem man sagen würde: „das hätte ich jetzt nicht gedacht“. Es ist noch nicht lange her, da übernahm HP Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar. Palm war schlichtweg pleite. Großes hatte man vor mit der neu hinzugekauften Technologie. Keine Frage, webOS ist ein großartiges System, gerade was die Multitasking-Fähigkeiten betrifft.

Doch in letzter Zeit hörte man immer wieder, dass sich die Tablets (HP TouchPad) nur schleppend abverkaufen – ein Problem, welches sicherlich nicht nur HP hat, sondern auch andere Tablet-Hersteller (ausser Apple). Gestern Abend platzte dann die Bombe. HP macht einen auf IBM. Heißt: man verkauft die komplette PC-Sparte, die auch die Tablets beinhaltet. Damit wird das Unternehmen HP komplett umgekrempelt. Nicht nur, dass man die PC-Sparte verkauft, man will auch mit Autonomy eine Software-Firma kaufen. Auch soll zum Ende des Jahres die komplette webOS-Sparte geschlossen werden.

webOS soll aber durch andere Hersteller lizensierbar sein. Heißt: HTC könnte jetzt kommen und sagen: ich möchte ein Gerät mit webOS bauen. Unwahrscheinlich, aber möglich. Auch ist von einem kompletten Verkauf von webOS die Rede. Da wird sich sicherlich noch einiges tun, zumal Palm ja mit sicherlich auch einige Patente in petto hatte, die nun für andere Unternehmen interessant werden könnten.

Gesamt gesehen ein Schritt, der sicherlich nicht nur mich verwundert hat, wurde doch erst Anfang August bekannt, dass HP noch einmal richtig in die Entwicklung von webOS-Apps investiert – denn wir alle wissen: was nutzt die beste Plattform, wenn man keine Apps hat? Richtig, nicht viel. Ich werde das ganze Spektakel beobachten, ich kann mir nicht vorstellen, dass webOS so sang- und klanglos verschwindet. Gewöhnen müssen wir uns sicherlich daran, dass HP-Notebooks und -Computer aus unserem Sichtfeld verschwinden. Man darf gespannt sein, wer dort zuschlägt. Lenovo hat dies ja mit IBM sehr erfolgreich geschafft.

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5 Kommentare auf "HP gibt Tablet- und PC-Geschäft auf"

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Erst mal abwarten was da kommt. Statt jetzt nur auf Software zu setzen, hätten sie ja auch einfach ihr HW-Portofolio auf ein paar wenige, aber gute Geräte reduzieren können. Und ja, das machen Businesskunden auch mit – siehe Apple.

Bleibt nur zu hoffen, dass sie für den Business range (Elitebooks & Co.) einen sehr guten & fähigen Käufer finden, der das teilweise gute Compaq engineering weiterhin fördert.

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Die webos Geschichte ist ziemlich doof, weil jetzt wäre es ausgereift – davor gab es einfach keine sinnvollen geräte. ich zweifle aber etwas daran, dass der dummkopf apotheker sich lange halten wird. gerade ab nächster woche werden viele große firmenkunden auf eine klarstellung drängen langfristig wird der endkunde höhere preise haben, und einr firma ausgliedern heisst auf kurz oder lang: firma verkaufen nur wer sollte den psg (ich vermute mal personal, server group) den kaufen? lenovo ist bedient, asus hat kein geld, supermicro ebenso. sun ähm oracle will selber den hw bereich extremst kürzen. dell hat keinen bedarf, genug oem… Read more »
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[…] Aus diesem Grunde haben wir alle Vorbesteller per E-Mail informiert und uns entschlossen, euch auch via Blog über diesen Umstand zu informieren. Dies liegt an der bereits hier erwähnten Neustrukturierung von HPs Geschäft. […]

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Sich mit einem Tablet überhaupt auf den Markt zu trauen ohne eine signifikante Anzahl an Apps war schon Irrsinn. Dann sich noch auf gleichem Preislevel von Apple bewegen zu wollen war einfach zum Scheitern verurteilt.
Obwohl WebOS ein gutes und stabiles Betriebsystem für Tablets zu sein scheint ist das Killerkriterium bei Tablets die Anazhal und Qualität der verfügbaren Apps.
Das hat HP nun anscheinend auch erkannt und wollte dem schlechten Geld kein Gutes mehr hinterherwerfen…

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