HP Pavilion 510 im Test – Günstiger Zwerg für den Alltag

Günstige PCs gelten meist als billige Office-Rechner, die ansonsten nicht viel können. Dabei stimmt das nicht immer – gerade die günstigen AMD APU-Systeme sind zu mehr fähig. Der HP Pavilion könnte daher für unter 400 Euro sogar als einfacher Gaming-PC dienen, für alle die kein großes Budget haben. Allerdings hat die Sache auch einen Haken, aber dazu mehr im Test.

Fangen wir mal an mit den technischen Daten und dem Lieferumfang:

  • Prozessor: AMD Quad-Core A10-9700 APU, 4x 3,50GHz (bis zu 3,80GHz), 2MB Cache
  • Grafik: AMD Radeon R7
  • Arbeitsspeicher: 8 GB DDR4
  • Festplatte: 1000 GB SATA-III (7200 U/min)
  • Laufwerke: DVD-Super-Multi-Brenner
  • Netzwerk: Gigabit-Ethernet-LAN
  • Sound: DTS Studio Sound™
  • Eingabegeräte: USB-Tastatur, USB-Maus
  • Anschlüsse: 2x USB 3.0, 4x USB 2.0, Line-Out, Line-In, Mikrofon, 3-in-1-Speicherkartenleser, VGA, HDMI
  • Netzteil: 180 Watt
  • Abmessungen (B x H x T) / Gewicht: 31,5 x 30,7 x 16,3 cm / 5,7 kg
  • Betriebssystem: Windows 10 Home 64
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Technisch erwartet euch hier also kein Wunderwerk, die Technik ist nicht die neueste, sollte aber für die meisten Aufgaben zuhause locker ausreichen. Tastatur und Maus sind dabei, um direkt loszulegen. Beide Teile sind aber recht rudimentär gehalten und wirken ziemlich billig, was durch das einfache Plastik noch unterstützt wird. Es reicht, aber mehr auch nicht.

Ansonsten ist die Verarbeitung ok. Das Gehäuse ist aus einfachem Blech gehalten, die Front aus Plastik. Alles nichts Besonderes, für den Preis aber durchaus in Ordnung. Das Gehäuse ist im Übrigen schön kompakt, es sollte also fast überall Platz finden. Die Anschlüsse sind gut verteilt – so sitzt der SD-Card-Reader nebst zwei USB 2.0 Anschlüssen an der Front, die restlichen Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Schöner wäre hier zwar gewesen, auch an der Front USB 3.0 Anschlüsse einzusetzen, aber man kann gerade bei dem Preis nicht alles haben ;).

Bei der Ausstattung fehlt mir – wie immer wenn keine verbaut ist – die SSD. Aber da wir uns im Bereich unter 400 Euro bewegen, ist das gerade noch ok.

Viel mehr gibt’s zum Äußeren dann auch schon nicht mehr zu sagen. Ein einfacher Quader mit silberner Front, that’s it. Schön aber: Das Gehäuse wird nicht von einem Garantielabel versperrt und die Seitentür lässt sich einfach mittels Thumbscrew öffnen. Aufrüsten sollte daher ohne viel Aufwand möglich sein, aber dazu später mehr.

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Software

Vorinstalliert ist Windows 10, dazu gibt es einen Schwung HP Tools und ein paar zusätzliche Apps und Verknüpfungen. Nichts Besonderes mittlerweile, die HP-Tools sind hier und da ganz nützlich um beispielsweise aktuelle Treiber zu installieren oder den Support zu kontaktieren, die meisten Fremdanbieter-Apps kann man dann aber auch getrost deinstallieren.

Praktisch ist eigentlich nur die Cyberlink Media Suite, direkt DVDs einlegen und ansehen ist also kein Problem. Normalerweise unterstützt Windows 10 das nicht ab Werk. Auch die DTS-Audio-Software ist ganz nett, hier hat HP direkt einen Equalizer und Ähnliches integriert. Praktisch, wenn man direkt Lautsprecher anstecken will.

Performance

Kommen wir direkt zum wichtigsten: Was kann so ein günstiger PC eigentlich? Für Office und Multimedia reicht er locker, das steht wohl außer Frage. Die üblichen Benchmarks in dieser Richtung haben wir natürlich dennoch laufen lassen. Mit einer Ausnahme: PCMark 8 hat den Dienst verweigert, warum auch immer. Sämtliche Versuche brachen mit einer Fehlermeldung ab.

Die gefühlte Performance ist dann allerdings leider nicht so hoch. Die HDD bremst auch hier das System aus, was zu längeren Ladezeiten führt und generell den Anschein erweckt, das System sei zu langsam. Eine SSD könnte Abhilfe schaffen.

Wie ich einleitend aber schon schrieb, interessiert mich vor allem, ob man mit dem Billig-Zwerg auch ein wenig zocken kann. In kurz: Ja, das geht. In länger: Nicht so anspruchsvolle Titel wie Diablo 3 und World of Warcraft laufen in Full HD bei reduzierten Details flüssig, wenn auch nicht optimal. Das liegt aber weniger an zu wenig CPU- oder GPU-Leistung, sondern an einem eher selten gewordenen Flaschenhals: Dem RAM. HP hat dem Pavilion 510-p165ng zwar 8GB spendiert, die stecken aber in nur einem einzelnen Modul. Dadurch kann das System und vor allem die integrierte Grafikeinheit nicht vom schnelleren Dual-Channel-Betrieb profitieren.

Setzt man nun ein zweites 8GB Modul dazu, sind die Unterschiede beachtlich. In World of Warcraft erreicht er bei gleichen Einstellungen durchschnittlich mehr als die doppelte Framerate. Statt zuvor immer nur knapp an der 30FPS Marke zu kratzen schafft er nun mühelos durchschnittlich 60FPS, lediglich in Städten, in denen viele weitere Spieler unterwegs sind, bricht die Framerate dann auf etwas 40FPS ein. Bei Diablo 3 ist der Unterschied ähnlich, wenn auch nicht ganz so gravierend. Wo er mit einem RAM-Modul im Schnitt 30FPS schafft, sind es im Dual-Channel-Betrieb schon 50 FPS durchschnittlich. Immer noch eine ordentliche Steigerung.

Beide Spiele liefen für den Test in niedrigen bis mittleren Detailstufen bei 1920×1080 Pixeln Auflösung.

Theoretisch wäre wahrscheinlich sogar noch mehr möglich, denn HP begrenzt leider den VRAM – also den Arbeitsspeicher, der der integrierten Radeon R7 Grafik zur Verfügung gestellt wird – auf 512MB. Theoretisch möglich wären 2GB, so viel kann die AMD APU verarbeiten. Damit sollten auch etwas anspruchsvollere Spiele flüssig laufen.

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Aufrüsten

Die Seitentür lässt sich wie beschrieben einfach öffnen und auch ein zweiter RAM-Slot ist vorhanden, der bestückt werden kann – und auch sollte. Zusätzlich bietet das Mainboard noch einen PCIe x16 Slot und das (80+ zertifizierte) Netzteil mit 180W auch ein paar Reserven. Eine einfache Mittelklasse-Grafikkarte mit geringer TDP, beispielsweise eine GeForce GTX 1050 oder die neue Radeon RX550 würde hier also auch noch passen. Wichtig ist dabei vor allem, dass sie keinen zusätzlich PCIe 6-Pin Stromanschluss benötigt, denn den bietet das Netzteil nicht und wäre damit wahrscheinlich auch überfordert.

Was fehlt: Zusätzliche SATA-Anschlüsse. Zwei Stück sind vorhanden, diese sind auch belegt und damit wars das. Wer auf das optische Laufwerk verzichten kann, könnte stattdessen noch eine zusätzliche SSD einbauen, ansonsten müsste für eine SSD die HDD getauscht werden. Nicht unbedingt für jeden geeignet.

Abgesehen vom Laufwerk und der HDD kommt man an alle Komponenten einfach heran und braucht lediglich die Seitentür zu öffnen. Für HDD und ODD sind noch ein paar mehr Handgriffe nötig.

Emissionen

Gekühlt werden muss natürlich, dafür setzt HP auf einen relativ kleinen CPU-Kühler nebst einem Gehäuselüfter, der die warme Abluft aus dem Gehäuse zieht. Das Konzept geht aber insofern auf, dass im Normalbetrieb nahezu nichts zu hören ist. Ein leichtes Lüfterrauschen hört man, wenn man direkt daneben sitzt und es komplett ruhig ist. Schon der Tastenanschlag der Tastatur übertönt den Lüfter.

Bei erhöhter Last – zum Beispiel beim Spielen – ändert sich aber auch nicht viel. Das Rauschen wird etwas lauter, stört aber weiterhin nicht. Selbst unter extremer Last lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Prime 95 steckt er weg, ohne dass ein deutlicher Anstieg der Lautstärke zu hören wäre. Schon das angekippte Bürofenster reicht, damit die Außengeräusche den PC mühelos übertönen. Bei einer TDP von nur 65W sollte das aber letztlich auch einfach so sein.

Selbst geräuschempfindliche Nutzer sollten mit dem System daher kein Problem haben.

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Fazit

Das System ist günstig und macht dennoch eine gute Figur. Wer einen PC sucht, der alle Alltagsaufgaben und noch etwas mehr schafft ist hier genau richtig. Auch arbeitet er selbst unter Last angenehm leise. Ein paar nicht so anspruchsvolle Spiele sind auch kein Problem, gerade beliebte Titel wie Diablo 3, World of Warcraft, World of Tanks, Counter Strike, LoL oder Minecraft werden hier auf mittleren Details selbst auf einem FullHD Display flüssig laufen – vorausgesetzt man investiert noch ein paar Euro in ein zweites 8GB RAM-Modul.

Die Arbeitsgeschwindigkeit ist durch die HDD allerdings recht niedrig. Wer eine SSD gewohnt ist, wird hier kaum Freude haben. Zudem ist abgesehen vom RAM und einem PCIe Slot keine Erweiterung möglich. Es stehen schlichtweg keine SATA-Slots mehr zur Verfügung.

Bei der Qualität der beiliegenden Maus und Tastaur könnte man diese beiden Teile aus meiner Sicht auch einfach weg lassen. Einfachstes Plastik das sich auch so anfühlt macht keine Freude beim Arbeiten.

Auch habe ich ein wenig Bauchschmerzen ob der mittlerweile überholten Plattform. Die verbaute AMD APU auf Sockel FM2 ist nicht mehr zukunftsfähig, die neue Ryzen Plattform auf AM4 ist die Zukunft für alle AMD-Fans. Immerhin hat HP aber das System auf DDR4 erweitert, um zumindest hier auf dem aktuellen Stand zu sein – normalerweise setzt die AMD Plattform noch auf DDR3 Speicher.

Alternativen sind allerdings unter den Fertigsystemen noch ziemlich rar gesät, gerade in dieser Preisspanne. Für unter 400 Euro bekommt man hier ein fertig eingerichtetes System, dem eigentlich nichts fehlt. Außer ein zweites RAM-Modul 😉

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