HTC Vive im Test – Aufbau und Hardware

HTC Vive im Test - Aufbau und Hardware

Die HTC VIVE ist mittlerweile schon etwas länger auf dem Markt, auch wir hatten sie daher bereits in einem kurzen Test. Da sich seitdem aber vor allem auch seitens der Spiele einiges getan hat, haben wir uns noch einmal eine HTC VIVE geschnappt und sie ausgiebig getestet. Im ersten Teil schauen wir uns den Aufbau und die Einrichtung sowie die Hardware an, in einem zweiten Teil folgt dann der eigentliche Test des VR Headset.

Fangen wir mit unserer Testplattform an. Als Gaming-PC dient ein HP Omen X 900, den ausführlichen Test dazu findet ihr hier.

Technische Daten:

  • Intel Core i7-6700K 4x 4,00GHz (bis zu 4,20GHz mit Intel Turbo-Boost
  • 0), 8MB Cache, 4 Kerne/8 Threads
  • 16 GB DDR4-2133 (max. 32GB)
  • NVIDIA GeForce GTX 1070 (8GB GDDR5)
  • Intel Z170 Chipsatz
  • 256GB SSD NVMe + 2TB HDD
  • SuperMulti DVD Brenner
  • 3-in-1 Kartenlesegerät
  • Gigabit LAN + Wlan 802.11 a/b/g/n/ac (2×2) + Bluetooth 4.2
  • 8x USB 3.0, 2x USB 3.0 Type-C, 1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort
  • Wasserkühlung
  • Front Kopfhörer- und Mikrofonanschluss
  • 600W Netzteil
  • Windows 10 Home 64bit

Mit der Geforce GTX 1070 samt Core i7-6700K sollte es nicht an Leistung für die VR-Spiele mangeln. Womit wir auch bei den Spielen wären. Die braucht man natürlich zum Testen, also haben wir uns ein paar Titel aus Steams immer größer werdender VR-Bibliothek herausgesucht:

  • Serious Sam VR: The last Hope
  • Abode
  • Portal 2 – VR Stories (Community Mod)
  • Hot Dogs, Horseshoes & Hand Grenades
  • Keep talking and nobody explodes
  • iRacing

Es gibt natürlich noch weit mehr Titel, für uns war aber erstmal wichtig so viele Genres wie möglich einzuschließen. Gerne hätte ich auch die Kollegen mit Resident Evil 7 geschockt, leider gibt es das aber bislang nur für Playstation VR.

So, genug zum drumherum, schauen wir uns die HTC VIVE an. Die überrascht schon mal mit einem großen Karton, denn neben der Brille selbst ist noch jede Menge nötiges Zubehör – allen voran viele Kabel – dabei. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • HTC VIVE Headset
  • HTC VIVE Link Box
  • 1x USB A-A Kabel, 1x HDMI Kabel, 1x Netzteil VIVE Sync Box
  • 2x VIVE Basisstation
  • 2x Wandhalterung für Basistationen
  • 2x Netzteile für Basisstationen
  • 2x VIVE Controller
  • 2x Netzteile für VIVE Controller
  • 1x Sync-Kabel für VIVE Basisstationen
  • 1x Stereo-Headset
  • 1x alternatives Schaustoffband für das Headset
  • Schnellstartanleitung, diverse Unterlagen zu Garantie, Sicherheit, etc.

Alles Nötige ist also dabei, um direkt loszulegen. Die Schnellstartanleitung ist dabei nicht mehr, als ein großes Faltblatt, das alle Komponenten auflistet. Alle Kabel sind ausreichend lang, auch das Kabel dass die Link Box mit der HTC VIVE verbindet ist mit geschätzt 5m mehr als ausreichend.

Was mir an den Kabeln nicht so gefällt: Es gibt keine Zugentlastung. Bewegt man sich und zieht dabei versehentlich am Kabel, kann es passieren dass diese sich von der VIVE Link Box lösen.

Einrichtung

Dass keine gedruckte Anleitung dabei ist hat einfach den Grund, dass es hierfür ein separates Tool gibt. Dieses führt Schritt für Schritt durch den Aufbau und die Einrichtung und prüft parallel auch direkt die korrekte Ausrichtung der Sensoren etc.

Die Verkabelung wirkt auf den ersten Blick erstmal recht komplex, aber am Ende ist es doch recht simpel. Für die Link Box liegen markierte Kabel bei, das orange Ende kommt in die orange Buchse – fertig. Alternativ zum beiliegenden HDMI Kabel kann allerdings auch ein Mini-Displayport Kabel verwendet werden. Auch ansonsten lassen einem die Kabel nur wenig Auswahl, wo man sie ansteckt. Dennoch geht die Anleitung hier jedes Detail durch und gibt sogar eine voraussichtliche Restzeit an.

Etwas schwieriger wird da dann schon die Montage der beiden Basisstationen, die die Bewegungen im Raum erkennen. Diese müssen am besten in über 2m Höhe direkt gegenüber voneinander aufgebaut und in einem Winkel von 30 bis 45° in Richtung der Spielfläche ausgerichtet werden. Die Feinabstimmung um tote Bereiche auf der Spielfläche zu vermeiden kann dann je nach den örtlichen Gegebenheiten etwas dauern. Da wir für den Test nicht in die Bürowände bohren wollten, mussten wir uns eine etwas abenteuerliche Konstruktion mit Kamerastativen überlegen. Funktioniert, aber schön ist es nicht.

Insgesamt hat die Einrichtung samt Anschluss gut 1,5 bis 2 Stunden gedauert. Einen Großteil davon hat allerdings der Download ausgemacht.

Im Anschluss an die Einrichtung benötigt es noch eine Kalibrierung. Hierbei wird der Spielbereich festgelegt und anschließend das System grundlegend erklärt. Auch das war binnen kurzer Zeit erledigt. Um das Spielfeld festzulegen wird einfach mit einem Controller die verfügbare Fläche eingerahmt.

Bedienung

Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, aber schon nach kurzer Zeit findet man sich gut zurecht. Dass die Controller auch in der VR Umgebung angezeigt werden vereinfacht die Eingewöhnung deutlich. Die Controller liegen auch gut in der Hand, alle Tasten und das Touchpad sind bequem erreichbar. Danach ist die Bedienung allerdings stark vom Spiel und dessen Umsetzung abhängig. Gerade die Bewegung im Raum ist hier teils schwierig. Aber das ist ein umfangreicheres Thema, dass ich mir im eigentlichen Test dann näher anschauen werde.

Erster Eindruck

Der darf natürlich auch nicht fehlen. Setzt man die VIVE das erste mal für ein Spiel auf ist es auf jeden Fall ein merkwürdiges Gefühl. Man weiß, es ist nicht echt, der Eindruck entsteht aber dennoch – das Gehirn lässt sich hier trotz der nicht fotorealistischen Grafik schnell dazu verleiten, dass das, was man sieht, echt ist. So entsteht bei Portal Stories VR häufig der Eindruck, man steht wirklich an einer Kante und geht nicht weiter oder neigt sich nur vorsichtig über die Kante – obwohl man eigentlich weiß, dass da überhaupt keine Kante ist. Leichtes Schwindelgefühl kommt auf, man wird vorsichtiger mit Bewegungen, auch über die Brüstung des Industrie-Aufzugs beugt man sich nur zaghaft, man will ja schließlich nicht herausfallen.

Der Eindruck ist durchaus immersiv, trotz der schon im ersten Moment auffallenden technischen Limitierungen. So sieht man links und rechts den Rand des Headsets in Form eines schwarzen Balkens und das Gitternetz der einzelnen Pixel zeigt sich besonders in hellen Umgebungen. Beides vergisst man im Spiel aber sehr schnell. Künftige Generationen von VR-Headsets können sicher die Auflösung pro Auge steigern und auch das Sichtfeld noch vergrößern. Vorausgesetzt natürlich, dass die Leistung der Grafikkarten mit wächst.

Spaß macht es auf jeden Fall von der ersten Minute an – auch die Kollegen, die Schlange standen um es selbst auszuprobieren, hatten ihren Spaß und es gab wirklich einiges zu Lachen. Auch für Außenstehende kann es daher durchaus unterhaltsam sein, einem anderen mit der VIVE zuzusehen. Spiele wie „Keep talking and nobody explodes“ setzen sogar Spieler neben dem eigentlichen Träger des Headsets voraus.

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