Huawei FreeBuds 3 im Test: ANC-AirPods für Android

Huawei FreeBuds 3 im Test: ANC-AirPods für Android

Open fit ohne Unterdruck, aktives Noise-Cancelling und starker Sound sind die Zutaten für die Huawei FreeBuds 3. Was taugen die AirPods für Android?

Ja ich weiß, ich übertreibe es vielleicht mit dem Apple-Vergleich. Aber bei mir ist das positiv konnotiert. Ich bin in meiner Familie einer der wenigen Android-Nutzer, umgeben von iPhones, iPads und iMacs. Bei uns tun die Apple AirPods der 1. Generation noch brav ihren Dienst ohne offensichtliche Akkueinbrüche und seit ihrem Erscheinen haben sie sich bei mir als begeisterndes Produkt entpuppt.

Die oft als Oral-B-Ohrstöpsel verspotteten AirPods hoben die User-Experience mobiler Kopfhörer auf ein neues Level. Aber hier geht es doch um die Huawei FreeBuds 3? Richtig! Deren Essenz ist genau dieses AirPods-Feeling, ein neues Level für mobilen Sound.

Technische Details

Produkteigenschaften der Huawei FreeBuds 3

Bauform Earbuds (Open fit)
Treiber 14,2 mm
Schalldruckpegel 107 dB
Übertragungstechnik Bluetooth LE 5.1
Audiocodec aptX
SBC
Besonderheiten Schweiß- und Wasserresistent IPX4
ANC bis 15dB
Mikrofon
Trageerkennung
Touch-Bedienung
Akkulaufzeit Kopfhörer: 4 Stunden (2×30 mAh)
Ladeschale: 16 Stunden (410 mAh)
Insgesamt: 20 Stunden
Abmessungen 60,9 x 30,4 x 17,8 mm
Gewicht Hörer: 2x 4,5 Gramm
Ladeschale: 48 Gramm

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Klein, handlich, open fit – Mobiler Allrounder

Die FreeBuds 3 sind als Kopfhörer in der Fliegengewichtsklasse der Earbuds ideale Allrounder. Das Case ist so klein, dass man seinen Sound überall mit hinnehmen kann und insgesamt kommen Ohrstöpsel und Ladecase auf 20 Stunden Laufzeit. Das bedeutet, ihr behaltet sie tagelang in der Jacke oder im Rucksack und müsst euch nur einmal pro Woche um den Akku kümmern. Ihr nehmt die FreeBuds 3 für tägliche Wege, ihr könnt damit Joggen gehen (sie sind nanobeschichtet, IPX4), ihr könnt sie euch im Büro reinstöpseln.

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Tragekomfort? Ihr merkt die FreeBuds 3 gar nicht

Im Ohr sitzen die 5 Gramm leichten FreeBuds 3 dann fest, ohne sie komplett zu versiegeln und das für In-Ears typische Druckgefühl aufzubauen – sehr angenehm. Als Earbuds gehören sie zur Klasse der Open-fit-Kopfhörer, dadurch hört ihr die Umgebung deutlicher durch im Vergleich mit der passiven Isolierung von In- oder gar Over-Ears. Unseren Serverraum unterdrückt das ANC sehr effektiv, gegen die klackernden mechanischen Gamer-Tastaturen meiner Kollegen hat open fit allerdings weniger gute Chancen. Zumindest wird es deutlich reduziert. In der typischen Rubberdome-Umgebung erachte ich die FreeBuds 3 durchaus als Büro-tauglich.

Sehr bequem sind auch die Trageerkennung und die Touchsteuerung. Die Wiedergabe stoppt, wenn ihr die FreeBuds aus den Ohren nehmt und per Doppeltippen könnt ihr euch eine der folgenden Funktionen auf jede Seite legen:

  • Wiedergabe/Weiter
  • Wiedergabe/Pause
  • Smart Assistant
  • Noise Cancelling

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ANC ist auch eine Komfortfunktion

Ihr könnt den Phasenversatz des Noise-Cancellings anpassen, das solltet ihr auch denn gewissermaßen ist auch das ein Komfort-Feature. Trotz Open-Fit-Bauweise kann das ANC unangenehmen Druck aufbauen. Es ist dann sehr rigoros bei der Geräuschunterdrückung (bis zu 15dB), ich stelle es aber für einen geringeren Wear-Level meiner Ohren gern mit einem weniger aggressiven Phasenversatz ein. Ich schätze, mit den richtigen Einstellungen könnt ihr den Akku tatsächlich 4 Stunden lang leerhören, ohne dass die Ohrstöpsel unkomfortabel werden. Ihr verstopft eure Ohren halt nicht wie mit isolierenden In-Ears, was auch gesundheitlich ein Vorteil ist. Spielt gerade keine Musik, könnt ihr euch ganz normal unterhalten – Sofern euer Gesprächspartner damit klar kommt, dass ihr weiße Stöpsel im Ohr habt.

Richtig nervig: Das ANC muss nach jedem Verbinden wieder angestellt werden. Ihr merkt dann schon einen Unterschied, das ANC nimmt ordentlich was weg vom Rauschen der Umgebung.

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Mit Flexibilität die Akkusorgen ausgeräumt

Ich habe es ja schon erwähnt: Ihr habt auch mit hoher Lautstärke zwischen 3 und 4 Stunden Akkulaufzeit in den Ohrstöpseln mit je 30 mAh. Bei niedrigerer Lautstärke kann auch gut noch eine Stunde draufkommen. Mit dem Case (410 mAh) könnt ihr beide 4x nachladen. Fürs Büro heißt das, eure FreeBuds 3 müssen mal 30 Minuten Mittagspause machen und danach habt ihr wieder 4 Stunden. Telefoniert ihr durchweg, könnt ihr mit 2,5 Stunden rechnen. Per USB-C tankt euer Case fast genauso schnell satte 70% in 30 Minuten (6W Ladestrom) . Ihr könnt das Case mit dem Logo nach oben auch auf einen Wireless Charger legen, hier bekommt ihr etwa 30% Ladung in einer halben Stunde (2W). Habt ihr wie ich immer ein USB-C-Kabel bei euch, könnt ihr das Case einfach an euer Telefon hängen. Mein P30 Pro kann, wie das Mate 20 Pro, die Induktionsspule auch zum umgekehrten Laden nutzen. Ihr müsst das Case dann nur noch auf die Rückseite des Telefons legen zum Laden. Das sind die Notfälle, im Alltag ist der Akku eigentlich sehr entspannt und sorgenfrei.

Der Akkustand fürs Case und die einzelnen Ohrhörer wird euch bei jedem Verbinden angezeigt, ein kleines Symbol in der Statusleiste hilft euch auch weiter. Mit typischem Hörverhalten ohne große Marathon-Sessions müsst ihr euch um die Ohrstöpsel gar keine Gedanken machen und das Case, wenn es euch einen Ladestand um die 20% anzeigt, eben einfach kurz ans Kabel hängen.

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Die FreeBuds 3 sind auch ein Technologie-Showcase

Den Akkustand bekommt ihr in einem Pop up zu sehen, sobald ihr das Case öffnet. Vorausgesetzt ihr nutzt ein Huawei-Smartphone mit EMUI 10, dann ist das Pairing unschlagbar einfach und frustfrei. Besitzer anderer Smartphones müssen den Pairing-Button am Case nutzen. Es gibt noch mehr Synergien, wenn ihre die FreeBuds 3 mit einem Huawei-Smartphone nutzt. Der in den FreeBuds 3 verbaute Kirin-A1-Chip kümmert sich nicht nur ums Noise-Cancelling und das DSP und die Sensoren, er managt auch die Bluetooth-5-Verbindung (BLE 5.1).

Die Ohrstöpsel können bei geeigneter Gegenseite wie dem P30 Pro oder Mate 20 Pro dank Isochronous Dual Channel zwei stromsparende, getrennte Verbindungen aufbauen. True Wireless bedeutet normalerweise, dass der eine Stecker den Stream auf den zweiten mit hoher Latenz weiterreicht. Mit den FreeBuds 3 könnt ihr also auch youtuben, ohne dass Audio und Video mit ärgerlichem Versatz auseinanderdriften. Mit der nahtlosen Übernahme des Pairings zwischen anderen Huawei-Geräten wie der Watch GT2 oder dem MediaPad gibt es noch weitere Synergie-Möglichkeiten.

Ein ganz besonderes Schmankerl ist der Knochenschall-Sensor, der bei Telefonaten dazu genutzt wird, eure Sprache von der Umgebung zu trennen. Im Kirin A1 werden die Mikrofone und der Knochenschall zusammengeführt, was für euren Gegenüber richtig gut klingt.

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Klangqualität: Richtig starker Sound

Jetzt habt ihr so lange gewartet für das Wichtigste, die Klangqualität. Für EarBuds bringen die 14,2mm-Treiber ordentlich Bass, lebhafte Mitten verzerren nicht selbst bis in hohe Lautstärken hinein und liefern einen insgesamt runden Klang ab. Hier kommt es allerdings stark darauf an, wie gut die Form zu euren Ohren passt – Bessere Abschirmung bringt euch mehr Bass. Die FreeBuds sind etwas höhenbetont, was bei der Durchlässigkeit allerdings hilft, die Umgebung zu übertönen.

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Fazit: Als Einer für alles ein starker Allrounder

Als iPhone-Nutzer landet ihr natürlich bei AirPods, aber das Feeling mit Open Fit und ANC bekommt ihr jetzt auch für Android. Mit gesteigerter Effizienz, schnellerer und robusterer Verbindung schränkt Huawei die Zielgruppe auf die hauseigenen EMUI-10-Smartphones ein. Und dann im Speziellen auch noch einmal auf die Nutzergruppe, die es ultraportabel mag, aber mit In-Ears ein Problem hat.

Sport, Reisen, Business und Büro, Alltag – Ihr kauft euch die Huawei FreeBuds 3 als einzigen Kopfhörer für alle möglichen Szenarien und damit sind sie gar nicht mehr so teuer. Sound, Handling und Ausdauer machen die FreeBuds 3 zu einem Begleiter, den man gern immer dabei hat. Das Feature-Set von Open Fit über ANC bis Wireless Charging lässt sich Huawei mit einem Preis von 159,99 Euro auch gut bezahlen.

Veröffentlicht von

Robert schaut am liebsten auf OLED-Panels und bastelt in seiner Freizeit häufig an Wasserkühlungen. Er zockt am PC sowie der PS4 Pro und fliegt mit seiner Drohne gerne tropische Strände ab.

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