Huawei MateBook 14 mit AMD Ryzen im Test: Leicht, schnell – perfekt?

Huawei MateBook 14 mit AMD Ryzen im Test: Leicht, schnell – perfekt?

Das Huawei MateBook 14 bringt verdammt viel Leistung in einen kompakten Formfaktor. Ob es das perfekte Ultrabook ist, erfahrt ihr im Test.

Beim ersten Blick auf das Datenblatt des MateBook 14 musste ich mich erstmal versichern, mich nicht verlesen zu haben. Denn als Prozessor kommt ein AMD Ryzen 7 4800H zum Einsatz. Ein potenter Achtkernchip, den ihr normalerweise in ausgewachsenen Creator- oder Gaming-Maschinen findet. Für kleinere Geräte – wie das MateBook 14 – hat AMD eigentlich die stromsparende U-Reihe mit weniger Leistung vorgesehen.

Dementsprechend ist das MateBook 14 von Huawei ein echtes Unikat, das mit knapp 800 bis 1100 Euro auch fair bepreist scheint. Schließlich soll es enorm viel Rechenleistung in ein hochwertiges, kompaktes Aluminiumgehäuse bringen. 3:2-Display und Eingabegeräte dürften MateBook-typisch ebenfalls hervorragend sein. Optisch erinnert das MateBook 14 dabei stark an seine 13-Zoll-Geschwister. Aber der Reihe nach. Verschafft euch in den technischen Daten erstmal einen Überblick.

Technische Daten Huawei MateBook 14
Display 35,56 mm (14″), IPS-Display im 3:2-Format und mit Zehnfinger-Touchfunktion, 300 nits Helligkeit
Auflösung 2160×1440 Pixel (2K), 185,43 ppi
Prozessor AMD Ryzen™ 74800H ( 8x 2,90 GHz, 16 Threads, Single-Core-Boost bis 4,2 GHz)
Grafik AMD Radeon Graphics RX Vega 7 (integriert)
Arbeitsspeicher 16 GB 2666 MHz DDR4
Festplatte 512 GB PCIe SSD
Netzwerk Bluetooth 5.0
Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac
Huawei Share
Anschlüsse 1 x USB 3.1 Gen2 Typ C
2 x USB 3.2 Typ-A
1 x HDMI
1 x 3,5 mm Kopfhörerausgang
Akku Li-Ion Akku 56 Wh
Eingabegeräte Tastatur
Touchpad
Sound zwei Stereolautsprecher, vier Digitalmikrofone
Kamera 1 MP, in der Tastatur versenkbar
Sicherheit Fingerprintreader (Windows Hello)
Betriebssystem Windows 10 Home 64 Bit
Abmessungen 30,75 x 22,38 x 1,59 cm
Gewicht 1,49 kg
Preis 1.099 €*

Lieferumfang – Minimalistisch.

In einem schicken, weißen Karton mit Tragegriff kommt das MateBook 14 daher. Optisch erinnert – wie auch der Name – einiges an die Konkurrenz aus dem kalifornischen Cupertino. Soll heißen, dass der Lieferumfang eher mickrig ausfällt. Ein 65W-USB-C-Ladegerät und das MateBook selber – mehr ist nicht drin.

Immerhin könnt ihr mit dem USB-C-Ladegerät auch die meisten Smartphones per Schnellladefunktion mit Strom versorgen. Zudem ist es sehr kompakt und passt in die meisten Hosentaschen. Auch hier steht also Portabilität im Vordergrund.

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Huawei MateBook 14 bei uns im Shop

Verarbeitung und Bedienung – Schlank, hochwertig und die beste Tastatur ihrer Klasse

Auch haptisch steht erneut Apple Pate – und das ist was Gutes. Denn es gibt nur wenige Windows-Notebooks in dieser Preisklasse, die so hochwertig verarbeitet daherkommen. Das Aluminiumgehäuse ist extrem verwindungssteif und alles schließt passgenau ab. Selbst doppelt so teure Laptops werden hier in ihre Schranken verwiesen. Dazu ist das MateBook 14 auch hervorragend ausbalanciert. Seine knapp 1,5 kg verteilt es geschickt, sodass ihr es problemlos in einer Hand halten könnt. Auch im Rucksack oder der Handtasche nimmt das MateBook 14 kaum Platz ein, da es nicht so lang ist wie herkömmliche 16:9-Geräte.

Matebook 14

Ich bin ein echter Fan vom 3:2-Verhältnis des Bildschirms. Während ihr bei anderen 14-Zoll-Notebooks mit 16:9-Format oftmals das Gefühl habt auf eine Schießscharte zu starren, lassen sich am MateBook 14 Webseiten und Dokumente viel eher vollständig anzeigen. Euer Scrollfinger wird es euch danken.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Tastatur 2

Für Vielschreiber geeignet ist die Tastatur: Sie hat einen präzisen Druckpunkt, sehr gute Tastenabstände und liefert euch beim Schreiben ein angenehmes, taktiles Feedback. Außerdem lässt sich ihre Beleuchtung in zwei Intensitätsstufen regeln oder ganz ausschalten. Durch einen Lichtsensor schaltet sie sich selbstverständlich aber auch automatisch ein, wenn ihr das wünscht. Einziges kleines Manko: Die „Ende“-Taste hat es u.a. nicht mehr auf die Tastatur geschafft.

Notebook-typisch fehlen Tasten für „Pos1“, „Ende“ und „Bild auf/ab“

Auch das Touchpad des MateBook ist riesig und dank Microsoft-Precision-Technik super genau und responsiv. Normalerweise schließe ich bei meinen Laptops nach fünf Minuten Arbeit frustriert eine Maus an, aber beim MateBook 14 ist das aufgrund des sehr guten Touchpads nicht wirklich nötig. Zusammen bilden die Eingabegeräte also ein tolles Gespann, welches das Arbeiten für unterwegs deutlich erleichtert.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Touchpad

Auch der Fingerabdrucksensor im Anschaltknopf reagiert sehr schnell und trägt zum sehr guten Gesamteindruck der Bedienung des MateBook 14 bei.

Schön ist zudem, dass ihr die Webcam versenken und euch so vor ungewollten Blicken schützen könnt. Leider ist die Position der Webcam für Zoom-Meetings und Co. nicht optimal. Sie sitzt am oberen Rand der Tastatur und sorgt damit aufgrund der Perspektive gerne mal für ein Doppelkinn.

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Anschlüsse – Alles wichtige dabei

Mit dem MateBook 14 wandert die Anschlussvielfalt des Topmodells X Pro auch endlich in erschwinglichere Gefilde. Bislang hatte das MateBook 13 lediglich zwei USB-C-Ports zu bieten. Mit dem 14-Zoller bekommt ihr nun auch hier zwei USB-3.2-Anschlüsse der ersten Generation mit Typ-A-Ports.

Ein USB-C-Anschluss ist natürlich weiterhin dabei. Mit ihm könnt ihr Daten übertragen, das MateBook 14 laden oder via DisplayPort einen Bildschirm verbinden. Dazu gibt es gleich noch einen vollwertigen HDMI-Anschluss. Somit könnt ihr sogar zwei externe Displays ans MateBook 14 hängen. Ein 3,5mm-Klinkenanschluss steht für eure Kopfhörer bereit.

Matebook 14

Einzig auf Thunderbolt müsst ihr beim MateBook 14 verzichten. Das gibt es lediglich im großen Bruder, dem MateBook X Pro. An diesen könnt ihr somit besonders schnelle SSDs oder eine eGPU zum Zocken anschließen. Das ist beim 14-Zoll-MateBook nicht möglich.

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Display – Das beste Bildformat mit starker Farbraumabdeckung

Über den Formfaktor des Bildschirms habe ich ja bereits einige wohlwollende Worte verloren, aber auch die inneren Werte des MateBook-Displays überzeugen. So ist die Darstellung gut saturiert und bietet euch dank IPS-Technik sehr weite Blickwinkel. Zeigt ihr bearbeitete Fotos etwa einem Kollegen, der neben euch sitzt, braucht ihr euch keine Sorgen über extreme Farbverschiebungen machen. Auch der Kontrast kann sich mit 1240:1 für ein IPS-Panel sehen lassen.

Huawei MateBook 14 SpyderX Elite Kontrast Weißpunkt unkalibriert

Dank einer weiten Farbraumabdeckung mit 100%sRGB sind Arbeiten in Photoshop und Lightroom unterwegs problemlos möglich. Vorher solltet ihr das MateBook aber besser kalibrieren, denn die Farben sind – laut unserem Messgerät – allesamt etwas zu übersaturiert.

Huawei MateBook 14 SpyderX EliteWer wirklich von Haus aus ein perfekt kalibriertes Display benötigt, sollte sich das MateBook X Pro ansehen oder – noch besser und weitaus günstiger – mit einem Kalibrierungstool selbst Hand beim MateBook 14 anlegen. Die erweiterten Farbräume AdobeRGB und DCI-P3 werden vom IPS-Panel auch noch zu jeweils 76% abgedeckt – ein gutes Ergebnis. Kalibriert mit unserem Spyder X Elite überzeugt auch die Farbtreue. Mit einem Delta-E von durchschnittlich 2,99 könnt ihr bereits solide im sRGB-Farbraum werken.

Mit einer Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln liegt das MateBook 14 auch deutlich über den Full-HD-Displays der Konkurrenz. Dementsprechend ist der Bildschirm gestochen scharf. 185 Pixel pro Quadratzoll (PPI) sorgen dafür, dass ihr selbst mit der Lupe kaum einzelne Bildpunkte erkennen werdet. Zum Surfen und dem Lesen von Texten ist das wirklich ideal.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Display2

Etwas schade ist dafür die glänzende Display-Oberfläche. Nutzt ihr das MateBook 14 in sehr hellen Räumen oder mit der Sonne im Rücken, dann müsste es aufgrund der mittelmäßigen Helligkeit von maximal 300 nits eigentlich sehr spiegeln. Unser Testgerät wurde allerdings deutlich heller. Mit 443 nits lag es 47,7%(!) über der Werksangabe. Bei einer so großen Abweichung könnte hier auch schlicht das Datenblatt falsch sein. Damit könnt ihr das MateBook auch draußen eingeschränkt nutzen.

Insgesamt liegt das Display des MateBook 14 auf einem sehr hohen Niveau und deutlich über den meisten Bildschirmen der Konkurrenz.

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Software – Hilfreich, ohne Bloatware und mit einem Killer-Feature

Toll bei bislang allen MateBooks ist das sehr cleane Windows. Bloatware findet ihr hier nämlich überhaupt nicht. Keine nervigen McAfee-Probeversionen, welche euch ein Abo aufschwatzen möchten oder dergleichen. Stattdessen bekommt ihr den sehr guten PC-Manager. Dieser updatet automatisch oder auf Anfrage eure Hardware-Treiber und eure BIOS-Version. Er tut dies sehr unaufdringlich und checkt zudem euer System auf eine reibungslose Funktion.

Dazu gibt es auch noch ein paar Huawei-eigene Optionen für die Farbeinstellungen des Bildschirms. Diese sind den Optionen auf den Smartphones des Marke nachempfunden und ergänzen die Standard-Windows-Optionen eher, als dass sie sie ersetzen.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Huawei Share

Ein geniales Feature, was aber leider nur mit Huawei- oder Honor-Smartphones zum Tragen kommt, ist Huawei Share. Mit diesem könnt ihr euer Handy mit eurem MateBook verbinden und über letzteres steuern. So könnt ihr etwa Raw-Fotos auf eurem Handy öffnen und direkt am PC bearbeiten. Auch der Einsatz eures Smartphones als Webcam ist möglich. Dabei ist wirklich erstaunlich, wie reibungslos und direkt alles funktioniert. Huawei hat sich viel Mühe gegeben, um ein herausragendes Ökosystem mit seinen Geräten aufzubauen.

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Leistung – Enorme Performance (mit einem kleinen Haken)

Nun kommen wir zum Sahnestück des MateBook 14: dem Prozessor. Der AMD Ryzen 4800H mit integrierter Vega-7-Grafik ist eigentlich für dicke Hochleistungs-Notebooks gedacht. Im MateBook 14 verfügt der 45W-Chip über eine etwas beschnittene TDP von 40W. Im Normalfall arbeitet der Achtkerner mit 35-40W, boostet bei Gelegenheit aber auch auf seinen normalen Energieverbrauch hoch.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H DaVinci Resolve

Durch die acht Kerne und 16 Threads pflügt ihr geradezu durch kreative Anwendungen, wie DaVinci Resolve oder Adobe Premiere. Selbst das Rendering von aufwändigeren Effekten verschlingt nicht zuviel Zeit.

Diese Leistung bestätigt sich auch in synthetischen Benchmarks, wie etwa Cinebench R20. Hier kann der Ryzen 7 4800H eine Single-Core-Performance von 474 erreichen. Das liegt auf dem Niveau guter Desktop-Prozessoren. Zudem liegt die Multi-Core-Performance fast schon unerhört weit vor der Konkurrenz. 16 Threads kann der Achtkerner immerhin parallel bearbeiten. Vergleichbare Performance steckte vor zwei bis drei Jahren noch in Workstations.

Auch über eine fixe integrierte Grafikeinheit verfügt der AMD-Prozessor. Hier müsst ihr aber mit leichten Einschränkungen leben. Denn Huawei hat seltsamerweise 2666-MHz-RAM verbaut. Damit taktet auch die Infinity Fabric des Ryzen-Prozessors langsamer. Die Infinity Fabric verbindet die Prozessorkerne mit dem restlichen IO-Die und der GPU. Durch schnelleren Arbeitsspeicher kann auch sie zu einem schnelleren Takt bewegt werden. Besonders in Spielen resultiert das beim MateBook 14 in niedrigeren Bildraten – obwohl die iGPU mehr könnte.

Zum Vergleich haben wir ein Honor MagicBook Pro mit dem kleinerem Sechskerner Ryzen 5 4600H genommen. Dieser hat eine etwas höhere TDP von 45W, aber auch eine nominell schwächere Grafikeinheit. Dafür kommt unser chinesisches MagicBook Pro mit 3200er-RAM daher. In Spielen konnte die vermeintlich schwächere APU somit etwa 15 bis 25 Prozent höhere Bildraten liefern. Im beliebten CS:GO brachte es das MateBook 14 auf 44 FPS in mittleren Details und 1080P-Auflösung. Das MagicBook Pro kam hingegen auf 56 Bilder die Sekunde. Zudem schwankten die Bildraten beim MateBook 14 deutlich: Des Öfteren kam es zu Abstürzen unter die kritische Marke von 30 Bildern die Sekunde. Im CPU-lastigen ANNO 1800 konnte das MateBook 14 den GPU-Nachteil durch seinen stärkeren Prozessor wieder leicht ausgleichen. So schaffte es ähnlich stabile Bildraten – von etwa 35 Bildern die Sekunde – die nur vereinzelt auf ca. 28 FPS fielen.

Im überaus beliebten Fortnite konnte das MateBook 14 auf mittleren Einstellungen ebenfalls gute 44 Bilder die Sekunde erreichen. Das MagicBook war hier allerdings wieder etwas schneller.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Photoshop

Auch in GPU-lastigen Anwendungen wie Adobe Lightroom konnte das nominell schwächere MagicBook Pro bis zu 50% Mehrleistung bieten. Dafür ist es allerdings auch deutlich größer und weniger portabel als das MateBook 14.

Versteht mich nicht falsch, für eine integrierte Grafikeinheit ist die Vega-iGPU des MateBook 14 noch immer sehr schnell, doch hier wäre eben etwas mehr drin gewesen. Da der Arbeitsspeicher zudem verlötet ist, bleibt auch später keine Aufrüstmöglichkeit mehr.

Dennoch ist das alles Kritik auf einem verdammt hohen Niveau, denn in CPU-lastigen Anwendungen ist das MateBook 14 eine Macht, die es in diesem Formfaktor zuvor noch nicht gegeben hat.

Auch die 512-GB-SSD ist sehr fix und trägt zum angenehmen Arbeitserlebnis bei. Sie arbeitet bereits am Limit der PCIe-3.0-Schnittstelle und bietet hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeiten. Dateien und Programme laden zudem schnell und ohne jegliche Verzögerung. Nur die Größe bleibt als kleiner Kritikpunkt übrig, denn eine größere SSD wäre in einem kompakten Arbeitstier wie dem MateBook 14 natürlich immer willkommen.

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Akku – Locker durch den Arbeitstag.

Bei so einer Performance, müsste normalerweise die Akkulaufzeit leiden. Doch dank der effizienten 7nm-Fertigung des AMD-Ryzen-Prozessors und einem sehr guten Energiemanagement der Software, könnt ihr bis zu zehn Stunden mit einer Ladung auskommen. Das ist – gerade für ein Arbeitsgerät wie das MateBook 14 – ein herausragender Wert. Schaut ihr viele YouTube-Videos oder tätigt intensivere Arbeiten am MateBook, sind auch nur fünf bis sieben Stunden drin.

Stellt ihr euch etwas sparsamer an, solltet ihr also auch durch den Arbeitstag kommen. Unsere Energieeinstellung während des Tests war dabei „Mehr Akkueffizenz“. Das sorgte – trotz niedrig taktender CPU – zu keinen spürbaren Performance-Einbußen in intensiveren Anwendungen wie Photoshop.

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Emissionen – Gutes Kühlsystem, das nie nervt

Das Kühlsystem des MateBook 14 ist sogar besser als beim großen Bruder MateBook X Pro. Denn während beim Top-MateBook nur ein Lüfter für den Prozessor verantwortlich ist, bekommt das MateBook 14 gleich zwei spendiert.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Aufrüsten Lüfter

Das Kühlsystem kam in ähnlicher Form auch schon im MateBook 13 zum Einsatz, ist hier aber deutlich größer dimensioniert. Aufgrund ihrer Größe müssen die Lüfter nicht wirklich hochdrehen, um das MateBook 14 in Schach zu halten. Und das, obwohl ihr hier einen Hochleistungsprozessor verbaut habt.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Temperaturen

Die Lautstärke kann sich also – im positiven Sinne – nicht wirklich hören lassen. Dafür sind die Temperaturen teilweise grenzwertig. 101 bis 102 Grad in sind in absoluten Volllastszenarien zumindest punktuell keine Seltenheit. Trotzdem bleibt das Gehäuse dabei erfreulich kühl. Selbst ein Schoßbetrieb ist unter Volllast möglich.

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Aufrüsten – SSD und Wi-Fi-Modul lassen sich tauschen

Zehn Schrauben erwarten euch insgesamt auf der Rückseite. Im Gegensatz zum MateBook 13 müsst ihr beim 14-Zoller keine angeklebten Gummifüße abnehmen. Das erspart euch unnötige Fummelei. Viel austauschen oder aufrüsten könnt ihr beim MateBook 14 erwartungsgemäß leider nicht. Lediglich die Lüfter könnt ihr reinigen.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Aufrüsten

Theoretisch ließe sich auch die M.2-SSD austauschen, doch leider verhindert Huawei dies durch das Aufbringen von Aufklebern. Mit dem Austausch würdet ihr also auch euren Garantieanspruch verlieren. Ebenfalls austauschbar ist das WiFi-6-Modul.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H Geöffnet

Auch der Akku ist nicht verklebt und wurde verschraubt. Das erleichtert den Austausch zu einem späteren Zeitpunkt beträchtlich. Nur den Arbeitsspeicher sucht ihr vergebens. Dieser ist fest verlötet und lässt sich nicht austauschen.

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Sound – Für die Größe sehr gut

Der Klang des MateBook 14 kann die positiven Eindrücke bestätigen, die bereits das 13-Zoll-Modell hinterlassen hat. Bevor ich nun HiFi-Ambitionen wecke, muss ich allerdings sagen, dass ihr dennoch nicht zu viel erwarten solltet.

Bässe sind eher schwach vorhanden und Höhen klingen auf Einstellungen über 70% Lautstärke etwas dominant. Dafür Übersteuern sie kaum, was man von 99% aller Notebook-Lautsprecher nicht sagen kann. Stimmen kommen zudem immer klar und deutlich aus den Stereo-Speakern. Dialoglastige Serien wie The Wire oder The Sopranos könnt ihr euch damit durchaus zu Gemüte führen. Musik kommt auch ok herüber, klingt aber naturgemäß etwas flach und entwickelt nur ein minimales Stereobild.

Positiv überrascht hat mich der Kopfhörerausgang des MateBook 14. Meine ziemlich ineffizienten Over-Ear-Magnetostaten benötigen normalerweise einen dedizierten Kopfhörerverstärker, um auch nur ansatzweise so zu klingen wie vorgesehen. Das kleine MateBook kann sie aber mehr als zufriedenstellend antreiben. Bässe waren vorhanden und nichts klang dünn oder zu leise. Die DT 1770 von Beyerdynamic (250 Ohm) konnten ebenfalls gut angetrieben werden. Eine starke Leistung für einen Laptop.

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Fazit: Huawei MateBook 14 mit AMD Ryzen 7

Das MateBook 14 ist nahe dran an der Perfektion. So viel Leistung in so einem kompakten Formfaktor gab es zuvor schlichtweg nicht. Dazu erhaltet ihr ein Top-Display, sehr gute Eingabegeräte und eine solide Akkulaufzeit.

Beim Display setzt Huawei wieder auf einen hochauflösenden IPS-Screen mit weitem Farbraum und 100% sRGB-Abdeckung. Diese erlaubt sogar semi-professionelle Bildbearbeitung in Photoshop und Lightroom. Das 3:2-Format ist außerdem perfekt fürs Surfen, Office-Programme oder das kreative Arbeiten.

Dank des superstarken AMD-Ryzen-Prozessors könnt ihr selbst Videos mit aufwändigeren Effekten rendern lassen. So viel Power, wie sie der Ryzen 7 4800H bietet, steckte bis vor wenigen Jahren noch in ausgewachsenen Workstation-Desktops. Die Preisgestaltung von Huawei kann ich – angesichts der gebotenen Leistung und hochwertigen Komponenten – nur als fair bezeichnen.

Huawei MateBook 14 AMD Ryzen 7 4800H PCManager

Der einzige kleine Wermutstropfen liegt beim verbauten Arbeitsspeicher: Dieser taktet nicht hoch genug, um alles aus der sehr guten integrierten Grafikeinheit herauszuholen. Für Gaming mit reduzierten Details oder ältere Spiele reicht sie aber dennoch aus. Abgesehen davon leistet sich das MateBook 14 keine echten Schwächen.

Kurz noch ein Wort zu den anderen Modellvarianten: Das kleinere Modell mit Ryzen 5 4600H sollte ebenfalls verdammt schnell und sparsam sein. Leistungsmäßig wird es auch über dem Intel-Topmodell mit Core-i7 liegen. Beide Intel-Modelle dürften vergleichbare Akkulaufzeiten, aber deutlich weniger Gesamtleistung bieten. Dementsprechend würde ich euch beim MateBook 14 immer zu einer Variante mit AMD-CPU raten.

Huawei MateBook 14 bei uns im Shop

*Stand: November 2020

Veröffentlicht von

Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

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