HUAWEI Matebook 14s – Ein würdiger Nachfolger?

      HUAWEI Matebook 14s – Ein würdiger Nachfolger?

      Ich muss ja zugeben, dass das Matebook 14 mit Ryzen-CPU aus dem Jahr 2020 eines meiner Lieblings-Notebooks der letzten Jahre ist – wenn nicht sogar das Lieblings-Notebook. Das geht so weit, dass ich es immer noch täglich nutze. Mit dem Matebook 14s könnte sich das aber ändern. Wie beim Vorgänger ist nicht alles perfekt, aber es macht vieles richtig und setzt auch den Fokus auf die für diese Geräteklasse wichtigen Punkte.

      Das gefällt uns

      • Hohe Leistung
      • Kühl und Leise
      • Gute Ausstattung

      Das gefällt uns nicht

      • Maximal 16GB RAM
      • "Performance Mode" nur mittelmäßig

      Alle wichtigen technischen Daten habe ich in meinem Kurztest bzw. Launch-Artikel zusammengefasst. Wenn ihr nicht so viel lesen wollt, könnt ihr natürlich auch erstmal das Video ansehen:


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      Haptik und Optik

      Wenn ihr allerdings lieber lesen wollt, geht es hier natürlich auch weiter. Zur Verarbeitung gibt es nicht viel zu sagen, denn die ist einfach auf dem von HUAWEI gewohnt hohen Niveau. Das Gehäuse dürfte – mit ein paar kleinen Änderungen – identisch zum Vorgänger sein. Damit ist es genauso Verwindungssteif und genauso sauber gearbeitet wie vorher auch schon. Neu ist die Farbe: Spruce Green. Wobei die Farbe wieder sehr abhängig vom Umgebungslicht ist – oft sieht es eher nach Blau aus.

      Tastatur und Touchpad sind ebenfalls vom Vorgänger übernommen und entsprechend gut. Allerdings: Führend ist man damit nicht mehr. Aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau. Der Tastenanschlag ist gut definiert und es gibt angenehmes Feedback. Der Tastenhub ist mit 1,5mm recht lang für ein Notebook. Ich mag es, ist am Ende aber auch immer Geschmackssache. Das Touchpad ist schön groß und reagiert gut auf Eingaben, allerdings ist es beim Click auch etwas laut, was je nach Umgebung stören kann. In Telefonaten hört euer Gegenüber es jedenfalls ziemlich gut.

      Anschlüsse gibt es auch genug. Zwei mal USB Type-C, einmal Type-A und dazu noch fullsize HDMI und ein Klinkenanschluss. Was fehlt: ein SD-Karten-Slot. Alle USB Anschlüsse bieten aber mindestens USB 3.1 Gen1, der Type-A sogar Gen2. Einer der beiden USB-Type-C-Ports bietet zudem Thunderbolt 4. Offiziell gilt das nur für das 1TB-Modell, in meinem 500GB-Modell ist er aber ebenfalls vorhanden.

      HUAWEI Matebook 14s bei uns im Shop

      Displayseitig hat sich auf den ersten Blick nicht so viel getan, auf den zweiten dann aber doch. Zwar ist es weiterhin ein 3:2-Display, aber der Displayrahmen ist etwas breiter geworden. Endlich steckt die Kamera nämlich wieder im Rahmen des Displays statt in der Tastatur.

      Die Auflösung ist außerdem etwas gestiegen. Optisch gefällt es wie der Vorgänger auch weiterhin. Farben wirken natürlich und nicht übersättigt. Der Kontrast ist sehr gut und insgesamt ist die Darstellung nur ein wenig zu kalt für meinen Geschmack. Das lässt sich aber auch schnell fixen. Gerade, da das Panel ansonsten sehr gute Messwerte abliefert.

      Der sRGB-Farbraum wird zu 97% abgedeckt und AdobeRGB sowie DCI-P3 immerhin noch zu 74 Prozent. Der Kontrast liegt bei bis zu 1500:1 bei höchster Helligkeit und immerhin noch 1000:1 bei 50% Helligkeit. Die Homogenität ist dagegen nicht perfekt und es gibt Abweichungen von bis zu 15% je nach Helligkeit. Das ist – je nach Inhalt – schon mit dem bloßen Auge zu sehen und kann stören.

      Bei der Webcam hatte ich durch die neue Position ein wenig bessere Bilder erwartet, aber so viel besser ist die nicht geworden, selbst bei sehr guten Lichtverhältnissen. Dafür stimmt der Winkel jetzt und man filmt sich nicht immer in die Nase oder tippt seinem Gegenüber ins Gesicht.

      Performance

      Aber eigentlich ist doch der spannendste Teil, was nun drin steckt. Der Core i7-11730H bietet 4 Kerne und 8 Threads bei 35W TDP. Damit liegt er etwas über den bisherigen Tiger Lake CPUs – zumindest auf dem Papier. HUAWEI hat dem Matebook 14s dann noch einen Performance Mode mit 45W spendiert, dazu später mehr.

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      Insgesamt ist die Leistung gut, aber auch nicht überragend. Die Ergebnisse liegen je nach Test über den 28W Tiger Lake CPUs wie dem Core i7-1165G7, wenn auch nicht deutlich. Hier ist es natürlich stark davon abhängig, ob das Vergleichsgerät ordentlich gekühlt wurde. Im Matebook 14s klappt das nämlich ziemlich gut und die Leistung kann auch nach mehreren Durchläufen hintereinander gehalten werden, während andere hier ab dem 2. oder 3. Durchlauf sichtbar abbauten. Mit dem Performance Mode ändert sich daran nicht so viel – in jeder Hinsicht. Die Leistung steigt ein wenig, je nach Test um bis zu 10%, den knapp 30% höheren Energiebedarf kann es aber nicht 1:1 in mehr Leistung umsetzen.

      Je nach Benchmark kommen wir also auf etwa 10% Mehrleistung. Einzige Ausnahme: Blender. Lässt man den OpenCL Benchmark auf die Intel Iris Xe los, kann sie sich durch den High Performance Mode um knapp zwei Minuten verbessern. Falls ihr also primär Blender nutzen wollt, sind das gute Nachrichten. Wobei das wohl weniger das Kerngebiet eines MateBook 14s sein dürfte.

      Unterm Strich ist die Performance aber da, wo man sie erwarten würde.

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      Auf Seiten der SSD gibt es keine Überraschung. Wobei, schon ein wenig. Man setzt auf eine SSD die nicht mal Google findet, was u.A. auch auf die aktuelle Chipknappheit zurückgeführt werden kann. Verbaut ist aber NANYA Speicher samt Marvell Controller, also am Ende ist nur das Gesamtpaket unbekannt. Mit den aktuellen Top SSDs kann sie nicht mithalten, aber am Ende ist sie schnell genug dass nie Wartezeiten durch die SSD auftreten.

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      Emissionen

      Dabei bleibt das Matebook 14s auch immer angenehm leise. Das schon angesprochene Kühlsystem mit den zwei 78mm-Sharkfin-Lüftern liefert, was Huawei versprochen hat. Im Alltag bleibt das Notebook nahezu lautlos, nur aus nächster nähe ist ein minimales Rauschen hörbar. Dafür muss es aber auch extrem leise im Raum sein.

      Unter Last ist es hörbar, aber nicht störend. Selbst bei maximaler Last im Stresstest wird es nicht lauter als ein konstantes Rauschen nebenbei. Sobald man Musik hört, tippt oder auf das Touchpad drückt, hört man nichts mehr davon. 😉 Im Perfomance Modus wird es dann noch mal etwas lauter. Wer Geräuschempfindlich ist, wird sich daran vielleicht auch schon stören. Für mich war es ok und es hat mich zu keinem Zeitpunkt gestört.

      Davon ab merkt man aber, dass der Performance-Modus das System ans Limit bringt. Hier und da tritt Thermal Throttling auf und die Temperaturen steigen deutlich von rund 77°C auf 87°C im Stresstest . Die Ziel-TDP der jeweiligen Einstellung wird aber fast immer gehalten, abgesehen von kurzen Dips während des Thermal Throttlings.

      In den meisten Szenarien ist der Performance Mode daher nicht zu empfehlen. Die Nachteile überwiegen den Leistungszuwachs in der Praxis, abgesehen von ganz bestimmten Anwendungsfällen.

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      HUAWEI Sound

      Dann sind da noch die Speaker. Wie schon in meinem ersten Eindruck erwähnt, sind die richtig gut gelungen. Der Sound ist klar, satt und sogar ein Bassfundament ist vorhanden. Sitzt man direkt davor, stellt sich auch ein Stereo-Effekt ein. Mitten sind hier und da etwas überbetont, Höhen übersteuern dafür selbst bei sehr hoher Lautstärke nicht. Und laut werden kann es, einen mittelgroßen Raum beschallen ist kein Problem.

      Bei Filmen und Serien heben sich Stimmen gut von dem Hintergrund ab. Beachten sollte man nur, dass die Lautsprecher nach unten abstrahlen, ein fester Untergrund ist also zu empfehlen.

      HUAWEI Share

      HUAWEI Share wurde auch etwas erweitert. So kann man jetzt ein aktuelles Tablet mit  HarmonyOS 2.0 als externes Display genutzt werden. Dabei kann es entweder als erweitertes Display, Spiegelung oder zur Kollaboration eingerichtet werden. Das funktionierte im Test auch ziemlich reibungslos, die Übertragung hat kaum Verzögerung. Damit kann man dann auch den HUAWEI M-Pen mehr oder weniger am Matebook nutzen. Schade ist nur, dass man die Stiftposition nicht vorab sieht, wie es bei einer „echten“ Digitizer-Integration der Fall ist. Das wäre dann was für’s nächste Update 😉

      Akkulaufzeit

      Hier gilt wie immer: Je nach Anwendungen kann die Laufzeit (stark) von meinen Erfahrungen abweichen. Ein ganzer Arbeitstag ist bei mir drin gewesen, sofern ich keine anspruchsvollen Tools wie Lightroom, Photoshop oder Resolve genutzt habe – oder wenn dann nur minimal, um hier und da mal ein Foto zu bearbeiten. Alles in allem kommt man also über den Tag und dank dem beiliegenden 95W-Netzteil ist der Akku auch schnell wieder voll. Rund zwei Stunden dauerte das bei mir. Im Akkubetrieb war ich übrigens immer im 60Hz-Modus des Displays unterwegs. Bei 90Hz kann die Laufzeit geringer ausfallen.

      Fazit

      Alles in allem ist das Matebook 14s ein solides Notebook ohne große Überraschungen. Fast schon ein wenig langweilig, aber im positiven Sinne. Man bekommt, was drauf steht, nicht mehr oder weniger. Wobei: Der Sound hat mich schon etwas überrascht und war besser als ich es erwartet hab. Für ein Notebook wirklich gut.

      Das Display ist wieder sehr gut, die Eingabegeräte ebenfalls und die Verarbeitung passt. Auch Emissionen und Hitzeentwicklung überzeugen im Test. Viel Grund zu meckern gibt es daher nicht. Der Performance-Modus ist ein wenig enttäuschend in der Praxis, obwohl die Benchmarks eine höhere Leistung attestieren.

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