Huawei MateBook E im Test – DER Konkurrent fürs Surface Pro?
  • Display
  • CPU
  • RAM | Speicher
  • 12,6'' OLED | 2560 x 1600
  • Intel® Core™ i5-1130G7
  • 16 GB RAM | 512 GB

Huawei MateBook E im Test – DER Konkurrent fürs Surface Pro?

Ist es ein Laptop, ist es ein Tablet? – Nein, es ist ein Surface Pro von Microsoft – oder vielleicht doch das Huawei MateBook E.

Das gefällt uns

  • Display
  • Formfaktor
  • Eingabegeräte
  • Thunderbolt 4
  • Leise
  • Sehr gute Lautsprecher

Das gefällt uns nicht

  • Akkulaufzeit
  • Anschlussvielfalt

Die Surface Pro-Reihe bietet zwar bereits seit acht Generationen Windows-Tablets mit ordentlich Performance – die dank Anstecktastatur auch vollwertige Laptops sind. So langsam springen jedoch auch andere Hersteller auf den Zug.

Ganz vorne mit dabei ist Huawei. Da wir allgemein Fans von deren Geräten sind und Konkurrenz bei 2-in-1 Tablets eine gute Sache ist, wollten wir uns das MateBook E natürlich nicht entgehen lassen.


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Technische Daten

Huawei MateBook E
Display 12,6 Zoll OLED, 2520 x 1600 Pixel, 16:10-Format, 10-Punkt-Touch, Anti-Fingerabdruck, Glänzend
CPU Intel® Core™ i3-1110G4-Prozessor der 11. Generation
Intel® Core™ i5-1130G7-Prozessor der 11. Generation
Arbeitsspeicher 8GB LPDDR4 RAM 4266 MHz | 16 GBLPDDR4x RAM 4266 MHz (verlötet)
Grafik Intel® UHD-Grafikkarte
Intel® Iris® Xe-Grafikkarte
Speicher 128GB | 256GB PCIe-NVMe-SSD | 512 GB PCIe-NVMe-SSD
Anschlüsse, Konnektivität
& Kameras
1x USB-C 4 /Thunderbolt 4
WiFi 6, Bluetooth 5.1
3,5 mm 2-in-1-Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon
8MP-Frontkamera im Rahmen
13MP-Hauptkamera auf der Rückseite
Betriebssystem Windows 11 Home 64 Bit
Windows 11 Home S-Modus 64 Bit
Akku 42 Wh | 65W-USB-C-Netzteil
Maße 28,65 cm Breite x 18,47 cm Höhe x 0,79 cm Tiefe
Gewicht 709 g (nur Tablet)
Gehäuse Vier Lautsprecher
Vier Mikrofone
Farben Nebula Grey (Grau)
Preis* 699 € (Intel® Core™ i3)*
ab 1.199 € (Intel® Core™ i5 wie getestet)*

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Design, Kameras, Eingabegeräte

Und was sollen wir sagen: Es sieht zum Verwechseln so aus, wie das MatePad Pro – ein Android-Tablet von Huawei mit deutlich weniger Leistungsaufnahme. Respekt also erstmal, dass Huawei es hinbekommen hat, einen Prozessor mit viel mehr Abwärme in so ein kompaktes Gehäuse zu verpflanzen – ohne dabei die Optik zu zerstören. Der einzige Hinweis, dass im MateBook etwas performantes drin sitzt, sind die Lüftungsschlitze am oberen Rand.

Hier im Vergleich mit dem Android-Tablet MatePad 11

Optisch gefällt mir das schmale Design echt gut, da es nicht aus der Reihe tanzt und mit weniger als 800 Gramm auch wirklich leicht bleibt. Es könnte aber auch in Tablets von anderen Herstellern zum Einsatz kommen, also weder haptisch noch designmäßig ist das Kunststoffgehäuse so einzigartig wie die Magnesium-Konkurrenz von Microsoft. Meiner Meinung nach ist das aber auch nicht weiter schlimm, denn haptisch macht es trotzdem etwas her.

Bei der Anstecktastatur war ich erstmal skeptisch, denn sie ist nicht angeschrägt, sondern liegt flach auf dem Tisch. Positiver Nebeneffekt ist aber, dass sie überhaupt nicht schwingt oder wackelt, was man jetzt vom Type Cover des Surface nicht behaupten kann. Gerade für Leute, die beim Schreiben gerne mal härter auf die Tasten hauen ist es somit echt gut geeignet.

Allerdings sind sowohl Hülle als auch Tastatur mit ihrer gummierten Oberfläche ziemlich anfällig für Fingerabdrücke. Das ist beim Surface mit dem Alcantara-Cover deutlich hochwertiger gelöst – aber irgendwo muss die Preisdifferenz ja auch herkommen. Der Kickstand ist ebenfalls nicht ganz so gut, wie bei der teureren Konkurrenz. Er ist nämlich Teil des Covers und sitzt nicht am Tablet.

Leider ist das Magnetic Cover auch nur beim teureren MateBook mit Intel Core i5 serienmäßig mit dabei und kostet sonst 149€. Der M-Pencil-Zeichenstift ist sogar bei beiden nur optional und kostet einzeln auch 99€. Wollt ihr also wirklich alle Features des MateBook E voll ausnutzen, müsst ihr beim Einstiegsmodell knapp 250€ drauflegen und beim teuren Core-i5 100€. Immerhin: Zum Start des MateBook kommen beide Modelle zeitlich begrenzt mit kostenlosem Keyboard und Stift zu euch. Außerdem gibt es Office 365 umsonst dazu.

Noch ein paar Worte zu den Kameras: Denn vorne und hinten sitzen jeweils eine mit 8MP und 12,6MP und die sind… wirklich gut – also selbst im Vergleich zu Microsofts Surface-Geräten. Deren Sensoren gelten so ein bisschen als die Krone der Schöpfung, wenn es um Kameras in Windows-Devices geht, aber Huawei setzt da mit dem MateBook E wirklich noch eins drauf.

Mad Respect von meiner Seite, denn seit Jahren meckere ich herum, dass fast alle Windows-Notebooks auf miserable 720p-Cams setzen, während jedes Budget-Smartphone mit was Besserem daherkommt. Und das bessere sitzt jetzt hier im MateBook E. Also wenn ihr viele Videokonferenzen habt, oder auch mal Schnappschüsse machen möchtet, dann ist das damit deutlich besser möglich als mit so ziemlich allem anderen – zumindest mit Windows drauf.

Eine schnelle Anmeldung via Windows-Hello-Erkennung bieten die Kameras aber keine. Dafür gibt es einen fixen Fingerprintreader im Power-Button. Der funktionierte im Test auch gut und erkannte meinen Finger immer auf Anhieb.

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Bildschirm

Das ist alles schon mal nett, aber das echte Highlight des MateBook E ist definitiv der Bildschirm. Dank OLED-Panel mit hoher Auflösung habt ihr im 16:10-Format verdammt viele Farben, weite Blinkwinkel und einen unendlichen Kontrast. Da Huawei auf die OLED-Technologie setzt, kann jeder Pixel einzeln gedimmt werden.

Falls ihr bis dato noch kein solches Panel vor euch hattet: Es ist schwer zu beschreiben, was für ein großer Sprung das eigentlich ist. Meiner Meinung nach, die derzeit ultimative Display-Technik und ja – „MiniLED“ der Marketing-Begriff für schnödes Local-Dimming (von Apple und Co.) sieht dagegen auch kein Land.

Mit gemessenen 430 nits im manuellen Modus wird es zwar nicht ganz so hell wie das Display des Surface Pro, schlägt Microsofts 2-in-1 aber in fast allen anderen Kategorien.

Gerade Farbumfang und Farbtreue sind auf einem absoluten Profi-Niveau. Eine Sache, an die ihr euch aber gewöhnen müsst: Die abgerundeten Ecken. Sie können teilweise Symbole oder Buchstaben verdecken. Nicht wirklich wild, aber erwähnenswert.

Auch der Weißpunkt dürfte etwas akkurater sein. So ist er nämlich deutlich zu kühl. Auch mit dem Kalibrieren via SpyderX Elite ließ sich das nicht wirklich beheben. Für die Bild- und Videobearbeitung unterwegs trotzdem ein Top-Bildschirm – und für den Medienkonsum sowieso.

Zum Shop: Huawei MateBook E

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Anschlüsse

Wenn ihr dann aber mal ein größeres Display anschließen möchtet, wird es etwas kompliziert. Denn abgesehen von einem USB-C-Anschluss und einem Klinkenanschluss, gibt es keinerlei Ports am MateBook. Ihr benötigt also meist eine Docking-Station oder einen Adapter – außer euer Monitor verfügt eben bereits über einen USC-C-Anschluss.

Dafür – und das ist richtig cool – gibt’s Thunderbolt 4. Ihr könnt also hochauflösende Displays anschließen, Daten mit schnellen 35 Gbit die Sekunde übertragen oder eine externe Grafikkarte ans MateBook E hängen.

Zugegeben, das machen jetzt nicht viele Leute, aber in Kombination mit dem richtig guten Display könnte man das MateBook in eine kleine Rendermaschine verwandeln. Echt nice, dass Huawei hier auf diesen Standard setzt.

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Software

Ein großer Vorteil bei Huawei ist auch immer das sehr saubere Betriebssystem. Ja, ihr habt hier ein paar Programme vorinstalliert. Aber es ist echt nichts Nerviges dabei. In Zeiten, in denen selbst teure Laptops mit McAfee-Demoversionen daherkommen, die euch mit Pop-Ups bewerfen, ist das eine schöne Sache.

Huawei MateBook E Leistungsoptimierung

Im MateBook E bekommt ihr lediglich den sehr praktischen PC Manager, der es ohne störende Werbung immer aktuell hält.

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Performance

Im Inneren unseres Testmodells werkelt ein Intel Core i5-1130G7. Die etwas kryptische Zahlen- und Buchstabenkombi steht für eine besondere Variante des bekannteren 1135G7.

Alternativ bekommt ihr das MateBook aber auch mit schwächerem Core i3; wobei der nur über zwei Kerne und vier Threads verfügt, sowie eine schwächere Grafikeinheit nutzt. Dafür kostet die Einstiegsvariante mit derzeit 699€ Euro aber auch viel weniger. Hier müsst ihr dann allerdings noch das Magnetic Keyboard für knapp 150€ dazukaufen.

Mit 9W als Basis-TDP sind beide Modelle deutlich sparsamer als ihre stärkeren Pendants, die unter anderem auch im aktuellen Surface Pro zum Einsatz kommen.

Für den Alltag reicht gerade der i5 aber locker aus. Besonders im Verbund mit 16GB an schnellem Arbeitsspeicher und der wirklich fixen SSD, die bereits am Limit der PCIe 3.0-Schnittstelle operiert. PCIe 4.0 wäre natürlich noch netter gewesen, aber in der Praxis wird man hier keinen Unterschied bemerken.

Egal, ob wir jetzt Photoshop arbeiten, in DaVinci Resolve rendern oder unseren Browser mit Tabs zukleistern, Slow-Downs gibt’s keine. Geschwindigkeitspreise – gerade beim Rendern – aber auch nicht. Ich persönlich würde euch zum i5 raten, da der i3 deutlich weniger Leistung bietet. Zum Zocken sind zwar beide nicht unbedingt geeignet, aber der i5 hierbei noch immer um Welten mehr als der i3.

Eine Runde CS:GO ist mit unserem Testgerät auf jeden Fall drin. UND: Hier habt natürlich immer die Möglichkeit eine eGPU dranzuhängen – dann geht auch beim Gaming einiges.

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Emissionen

Stresst ihr ihn ordentlich, so zieht der Prozessor unter Last kurzzeitig bis zu 30W, wird aber vom Lüfter des Convertibles schnell wieder eingefangen. Knapp 80 Grad waren somit vorübergehend drin, aber das ist für den Formfaktor absolut ok. Auf Dauer pendelt sich der Intel-Chip auch eher bei 60 Grad ein, da er sich auf 10W herunterregelt. Auch außen wird das MateBook somit nicht zu warm.

Die Lüftungsschlitze sorgen für die Wärmeabfuhr

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt ist hierbei, dass das 2-in-1-Gerät auch nicht wirklich laut wird. Klar, wenn ihr die ganze Zeit Benchmarks laufen lasst, dann hört ihr den kleinen Lüfter. Aber er wird jetzt nicht unangenehm hochfrequent oder dergleichen. Beim normalen Surfen, samt YouTube-Videos in 4K bleibt es aber absolut lautlos. Also zum Arbeiten echt angenehm.

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Akkulaufzeit

Weniger angenehm war leider die Akkulaufzeit. Zwischen vier und sechs Stunden waren in unserem Test drin. Da ist die Konkurrenz von Microsoft und auch das MatePad Pro aus eigenem Hause deutlich besser. Aufgrund des OLED-Bildschirms kann die Ausdauer des Huawei-Tablets aber stark schwanken.

Habt ihr viele dunkle Bildschirminhalte kann das MateBook auch etwas länger durchhalten. Wirklich gut ist die Laufzeit dennoch nicht.

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Lautsprecher

Dafür sind die Lautsprecher richtig solide. Zwar ist das Surface Pro 8 nochmal eine Ecke besser, aber im Vergleich zu vielen anderen Tablets UND Laptops bietet das MateBook E einen richtig guten Klang. Selbst tiefe Töne hört ihr damit und auch sonst tanzt kein Frequenzbereich zu sehr aus der Reihe

Das einzige Manko ist, dass es auf höchster Lautstärke etwas dröhnend klingt. Es übersteuert also etwas. Dafür wird es aber auch echt verdammt laut. Für das gelegentliches Netflix-Schauen auf der Couch eine gute Sache.

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Fazit

Das MateBook E hat mich während des Tests ein bisschen durch ein Auf und Ab geführt. Denn der Formfaktor, das Display und die Eingabegeräte sind richtig stark. Und gerade der Bildschirm ist sogar nochmal besser als der im ebenfalls hervorragenden Surface Pro 8.Dafür ist die Akkulaufzeit leider nicht der Hit – und die ist bei so einem portablen Gerät einfach wichtig.

Außerdem könnte der einzelne USB-C-Anschluss etwas störend sein – wenn ihr jetzt keine Docking-Station zur Hand habt.

Mit knapp 1200 Euro ist die hier getestete Variante auch nicht mehr so weit vom Klassenprimus Surface Pro 8 entfernt. Aber immerhin gibt es beim MateBook E mehr Speicher und das Magnetic Keyboard „gratis“ dazu. Der M-Pen für Zeichenarbeiten ist jedoch leider immer nur ein optionales Feature.

Für Sparfüchse könnte auch die Version mit Core i3 spannend sein. Die haben wir zwar nicht getestet, aber wenn ihr vor allem ein Windows-Tablet mit richtig gutem Display und guten Kameras für den Office-Betrieb möchtet, dann ist das für derzeit 699 Euro eine Empfehlung wert. Hier müsst ihr dann aber das Magnetic Keyboard auch noch dazu kaufen.

Insgesamt ist es schön, dass es immer mehr Konkurrenz für Microsofts vormals einzigartiges Surface Pro 8 gibt. Und für manche Anwenderinnen und Anwender dürfte das MateBook aufgrund des Displays und Formfaktors sogar bevorzugen sein.

Was meint ihr? Seid ihr eher Team Surface oder Team MateBook? Schreibt es uns im Kommentarbereich.

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Veröffentlicht von

Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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