Huawei MateBook X im Test: Neuer Laptop für die Chefetage

Huawei MateBook X im Test: Neuer Laptop für die Chefetage

Edles Design, keine Lüfter, gute Leistung – das Huawei MateBook X ist der Traum für sehr spezielle Kunden. Worauf dafür verzichtet werden muss, zeigt der Test.

Ein leichtes und lüfterloses Gerät mit guter Performance ist immer noch sehr selten. In der Welt von Windows Laptops gibt es nur zwei oder drei Geräte, die diese spezielle Nische besetzen (mehr im Fazit). Das Huawei MateBook X ist eines dieser Geräte. Mit genau einer Hardware-Konfiguration in Deutschland überzeugt es dabei in den meisten Belangen. Es hat aber auch in offensichtlichen Szenarien etwas zu kämpfen.

Technische Daten: Huawei MateBook X 2020
Display 33 cm (13“) LTPS-IPS-Display mit, 400 Nits maximale Helligkeit
Auflösung 3000 x 2000px, Pixeldichte von ca. 278 PPI
Prozessor 10th Gen Intel® Core™ i5-10210U Prozessor
4x 1,6 GHz 4, Turbo 4,2 GHz
Grafik Intel® UHD Graphics
Arbeitsspeicher 16 GB LPDDR3 2.133 MHz
Festplatte 512GB
Netzwerk Wi-Fi:
IEEE 802.11a/b/g/n/ac/ax
2,4 GHz and 5 GHz
2 x 2 MIMO (WPA / WPA2 / WPA3)
Bluetooth 5.0
Anschlüsse Kopfhörer-/Mikrofonkombinationsbuchse
Akku Li-Ion Akku mit 42 Wh
Eingabegeräte hintergrundbeleuchtete Tastatur
Trackpad
10-Punkt-Multitouch-Screen
Sound 4x Speaker (2x 2,1W + 2x 2W), Dual-Array-Mikrofon
Kamera 720p
Sicherheit Fingerprint-Reader im Powerbutton
Betriebssystem Windows 10 Home
Abmessungen 28,44 cm x 20,67 cm x 1,36 cm
Gewicht 1,0 Kilo
Preis ab 1149,99€ Euro*

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Design, Verarbeitung – schlicht, stylisch und robust

Beim Außen-Material des Huawei MateBook X handelt es sich um eine Aluminium-Legierung, was zu einem Gewicht von nur etwa 1kg führt. Damit liegt das Notebook nicht nur sehr gut in der Hand, es ist auch überall mit dabei. Mit etwa. 28x21x1,4cm passt es dazu in jeden vollen Rucksack. Es spielt also keine Rolle, ob ihr den ganzen Tag bei Kundenterminen seid, von einem Meetingraum zu nächsten sprintet oder vom Schreibtisch auf die Couch zur Küche und zurück wandert – das Huawei MateBook X gehört zu den Geräten, die immer gerne mitgenommen werden. Obendrauf lässt sich der Displaydeckel dank kleiner Kerbe mit nur einer Hand öffnen. Das ist bei einem so leichten Gerät keine Selbstverständlichkeit.

Große Pluspunkte gibt es dazu für die Positionierung der Anschlüsse. An jeder Seite des MateBook X ist ein USB-Typ-C-Port. Gerade beim Laden des Akkus ist es sehr befreiend, wenn man sich die Seite aussuchen kann, über die der Typ-C-Netzstecker bzw. Zubehör eingesteckt wird. Da dürfen andere Hersteller sich gerne eine Scheibe abschneiden – besonders jener, der in Cupertino seinen Firmensitz hat.

Ebenfalls positiv hervorheben muss ich die sehr gute Tastatur und das Trackpad. Die meisten Windows-Trackpads lassen sich nur im unteren Bereich klicken. Das Huawei MateBook X lässt sich an jeder Stelle klicken. Ein großartiges Feature, dass außer Apple und Huawei meines Wissen kein anderer Hersteller bietet. Es gehört auch zu den Features, die man sehr vermisst, wenn man es mal hatte.

Wie auch schon bei anderen Huawei MateBook 13 oder der D-Serie versteckt sich auch beim MateBook X im Powerbutton ein Fingerprintreader. Der ermöglicht nicht nur Windows Hello, sondern speichert beim Einschalten auch euren Fingerabdruck lange genug, damit ihr direkt bis zum Desktop durchbooten könnt. Ein Feature für das Huawei in der Vergangenheit von uns viel Lob bekommen hat und das andere Hersteller gerne übernehmen dürfen. Die Webcam hingegen ist ebenfalls wieder in einer F-Taste versteckt. Der Winkel ist nicht wirklich vorteilhaft für Video-Konferenzen.

Huawei MateBook X 2020-Webcam

Ansonsten ist das Auftreten des Huawei MateBook X eher schlicht. Mir persönlich hat das Logo auf dem Displaydeckel von älteren Huawei-Notebooks mehr gefallen als der Huawei Schriftzug, der in den letzten Jahren zum Einsatz kommt. Wer es farblich etwas peppiger mag, kann das MateBook X statt in „Silver Frost“ auch in „Forest Green“ kaufen, was wohl ein echter Blickfang ist.

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Anschlüsse – ein Typ-C auf jeder Seite

Wie bereits erwähnt, setzt das Huawei MateBook X auf jeweils einen Typ-C-Anschluss auf jeder Seite. Um genau zu sein, handelt es sich jeweils um einen USB-3.2-Gen2 und USB-3.2-Gen1-Anschluss. An der linken Seite sitzt dazu noch ein 3,5mm Klinkenanschluss.

Wenn der exklusive Einsatz von USB-Typ-C auch im ersten Moment als Einschränkung wahrgenommen werden kann, bietet er eigentlich mehr Freiheiten. Im Büro ist mit einer Docking-Station vom Display bis zur externen Tastatur alles schnell angeschlossen. Wenn der nächste Termin ansteht, ist es nur ein Kabel und das Huawei MateBook X ist frei. Wer einmal komplett in den Kosmos von USB-Typ-C eingetaucht ist, schaut nie wieder zu USB-A zurück.

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Display – sehr guter 3:2-Touchscreen

Das Displayformat 3:2 ist perfekt für produktives Arbeiten. Durch das „höhere“ Display werden in vielen Programmen mehr Elemente angezeigt, bzw. muss bei Webseiten weniger gescrollt werden. Das 13″-Display des Huawei MateBook X ist zum Arbeiten entworfen und nicht zum Filmgenuss. Dabei würden sonst sehr breite schwarze Balken ober- und unterhalb der Inhalte erscheinen, um 16:9 oder 21:9 Inhalte auf einem 3:2-Display darzustellen. Das wäre bei den sehr schlanken Displayrahmen eine echte Verschwendung.

Zusammen mit 3000×2000 Pixeln Auflösung werden Inhalte dazu scharf dargestellt (278ppi) und dank des sehr guten Touchscreens ist die Interaktion mit vielen Medien sehr intuitiv.

Huawei MateBook X 2020-touch

Allgemein ist das Display des Huawei MateBook X sehr gelungen und Farben wirken natürlich. Mit 99% Abdeckung des sRGB-Farbraumes und 74% im erweiterten AdobeRGB-Farbraum eignet sich aber nur bedingt für Grafiker. Ein externer Monitor würde da aber Abhilfe schaffen.

Bei der Ausleuchtung liegt die maximale Abweichung auf dem gesamten Panel bei 10%. Das führt zu einer gefühlt sehr gleichmäßigen Ausleuchtung bei Inhalten. Zusammen mit maximal 431 Nits Helligkeit eignet sich das Huawei MateBook X auch gut fürs Arbeiten draußen und bei nicht optimalen Lichtverhältnissen.

Bei den restlichen Werten muss sich das Huawei MateBook X aber auch nicht verstecken. Beim Tonwert ist es ab Werk etwas schwächer, was aber durch eine Kalibrierung ausgeglichen werden kann. Wie immer könnt ihr euch das Farbprofil hier herunterladen.

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Software – Windows und etwas mehr

Huawei installiert Windows 10 Home auf dem MateBook X vor. Die „Professional“-Version würde bessere Möglichkeiten bieten, den Laptop in die firmeneigene Infrastruktur einzubinden. Zumindest eine Option beim Kauf wäre wünschenswert. Auf der anderen Seite ist der Wechseln von Windows 10 Home zu Pro keine Aufgabe, die eine IT-Abteilung ins Schwitzen bringt – sie werden maximal etwas genervt sein.

Neben Windows 10 sind die typischen Anwendungen von Microsoft auf dem Huawei MateBook X vorinstalliert. Programme wie Word, Xing, Skype und Xbox sind ab dem ersten Start mit dabei. Auf Apps wie Candy Crush oder McAfee hat Huawei zum Glück verzichtet.

Als zusätzliche Software kommt noch der PC Manager zum Einsatz. Hier bekommen Nutzer einen Überblick über den Zustand des Huawei MateBook X – inklusive Status der Treiber und ob Updates zur Verfügung stehen.

Den Abschluss macht Huawei Share. Das erlaubt eine schnelle Kopplung mit eurem Huawei-Smartphone. Der Sensor dafür sitzt im Trackpad, statt wie bei älteren Modelle daneben und mit einem Aufkleber markiert. Hier passt soweit alles. Eine Kopplung geht schnell und danach können Dokumente, Bilder und andere Dateien schnell zwischen Smartphone und Huawei MateBook X ausgetauscht werden.

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Leistung – gut, aber nicht übertreiben

In alltäglichen Aufgaben wie Office, Webbrowsing, und selbst bei der Bildbearbeitung schlägt sich der i5-10210U des Huawei MateBook X gut. Tasks werden schnell verarbeitet und die SSD bietet sehr hohe Lese- und Schreibraten, wodurch auch das Speichern großer Dateien nicht lange dauert.

Problematisch wird es bei Aufgaben, die dann länger den Prozessor belasten. Hier wandelt sich die große Stärke des Huawei MateBook X in seine Schwäche. Der Verzicht auf einen Lüfter sorgt dafür, dass die Abwärme der Intel-CPU nicht schnell genug abgeführt werden kann. Infolgedessen muss der Chip seine Leistung drosseln, um keinen Schaden zu nehmen. Das ist im schlimmsten Fall 20-25% der Leistung, die dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Dadurch brauchen beispielsweise Video-Rendering oder Code-Kompilierung länger als bei Notebooks mit aktiver Kühlung. Der Render eines 30sekündigen 4K-Videos hat beispielsweise genau zehn Minuten gedauert. Beim ähnlich ausgestatteten, aber aktiv gekühlten Huawei MateBook 13 dauert der gleiche Render nur 8 Minuten (bei halbem Arbeitsspeicher).

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Akkulaufzeit – genau ein Arbeitstag ohne Überstunden

Die Akkulaufzeit ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Welche Programme genutzt werden und wie hoch die Displayhelligkeit eingestellt ist, sind nur zwei. Bei einer Mischung aus Office, verschiedenen Adobe-Produkten und viel Chrome war nach etwas sieben Stunden Dauereinsatz der 42Wh-Akku des Huawei MateBook X leer und musste wieder über das 65W-Netzteil geladen werden.

Wer Edge-Browser verwendet und noch nie von Adobe Lightroom gehört hat, könnte auch 7,5 Stunden schaffen. Es ist schade, dass hier nicht noch etwas mehr möglich war, aber die Ingenieure musste eine Entscheidung treffen: Entweder wird das Huawei MateBook X so leicht, dünn und sexy wie es jetzt ist oder es hält eine Stunde länger ohne Steckdose aus.

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Emissionen – genieß die Ruhe

Da im Huawei MateBook X kein Lüfter zum Einsatz kommt, gibt es auch keine Lüftergeräusche. Es spielt also keine Rolle, ob ihr gerade im Netz surft oder Videos in Premiere rendert – Das Notebook wird kein Geräusch von sich geben. Das mag nicht für alle Menschen wichtig sein, aber es ist ein Feature, dass ich persönlich sehr zu schätzen weiß.

Der Preis dafür ist die Wärmeentwicklung des Huawei MateBook X unter starker Last. Hier leistet aber das Gehäuse einen sehr guten Job und verteilt die Wärme gleichmäßig, was dafür sorgt, dass kein einzelner Punkt heiß wird, sondern alles maximal handwarm wird. Im normalen Office-Alltag wird das Huawei MateBook X kaum mehr als lauwarm.

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Aufrüsten – nicht gewünscht

Um an das Innenleben des Huawei MateBook X heranzukommen, müssen insgesamt sieben Schrauben gelöst werden. Drei offensichtliche T4-Torx-Schrauben und vier sehr kleine Kreuzschrauben, die sich unter den geklebten Füßen befinden. Idealerweise habt ihr ein Präzisions-Schraubendreher-Set zur Hand – beispielsweise von Goobay. Das Entfernen der Füße am Notebook selbst erfordert Feingefühl und im Anschluss müssen die Füße auch wieder genau ausgerichtet werden, um an der richtigen Stelle einzurasten.

Nachdem der eingeklickte Boden dann entfernt ist, offenbart sich das Innenleben des Huawei MateBook X, welches auf den ersten Blick aus 50% Akku und 40% kupferfarbenen Hitzeverteiler zu bestehen scheint. Es ist sehr deutlich, dass Huawei nicht möchte, dass Käufer selbst Hand anlegen, da sich überall kleine Aufkleber und Siegel befinden, die in einem Garantiefall dem Techniker zeigen würden, dass hier schon jemand rumgeschraubt hat.

Auch einen Akku-Wechsel möchte Huawei scheinbar nur selbst durchführen. Nachdem vier weitere sehr kleine Kreuzschrauben gelöst sind, wird deutlich, dass der Akku des Huawei MateBook X zusätzlich verklebt ist. Idealerweise ist also die Ausführung mit 16GB Arbeitsspeicher und 512GB SSD ausreichend, bzw. ein Huawei Service Center in der Nähe.

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Sound – sehr gut, aber es schwingt

Der Sound des kleinen Huawei MateBook X ist sehr gut. Höhen sind sauber und Mitten haben tatsächlich Platz im Klangbild. Für Bässe fehlt bei Laptops bauartbedingt etwas Resonanzraum, aber allgemein ist der Klang voll, laut und sauber. Bei einer Präsentation einen kleinen Konferenzraum zu beschallen, ist ohne Probleme möglich. Problematisch wird es nur bei hohen Lautstärken.

Da die Speaker quasi direkt unter den Handballenablagen positioniert sind – also rechts und links neben den Trackpad, lässt alles von mehr als 50% Lautstärke das Gehäuse des Huawei MateBook X leicht schwingen. Die gute Nachricht lautet, dass die Vibrationen selbst bei maximaler Lautstärke den Klang kaum beeinflussen. Inwieweit solche Schwingungen als störend empfunden werden, muss jeder für sich entscheiden.

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Fazit zum Huawei MateBook X 2020

Das Huawei MateBook X ist ein echtes Designerstück. Es ist flach, leicht, sieht sehr gut aus und fühlt sich exzellent in der Hand an. Das Touch-Display erlaubt dazu eine intuitive Nutzung. Das große Highlight ist aber weiterhin das lüfterlose Design. Dadurch entsteht kein Lärm, was für bestimmte Nutzer sehr wichtig ist.

Der Preis dafür ist die reduzierte Leistung bei starker Last der CPU. Wessen Arbeitstag aus Excel, PowerPoint und Outlook besteht, wird keine Probleme mit dem Huawei MateBook X bekommen. Selbst Adobe-Programme wie Lightroom und Photoshop laufen rund. Video-Editoren, Programmierer, Architekten und alle die dauerhaft viel Stress auf den Prozessor ausüben, brauchen aber ein anderes Gerät. In der Chef-Etage kann aber jeder mit Ausnahme des CTO hier zugreifen.

Wer Wert auf ein lüfterloses Gerät legt, hat nicht viel Auswahl. In der Windows-Welt fallen da neben dem Huawei MateBook X noch das Microsoft Surface Pro 7 (Test), bzw. das Surface Go 2 (Test) oder das Samsung Galaxy Book S ein. Aus einem anderen Kosmos wäre da auch das M1-MacBook Air (Test) zu erwähnen. Bei ansonsten hunderter verschiedener Laptops kann man vier Laptops aber nicht wirklich als Auswahl bezeichnen. Wo es wenig direkte Konkurrenz gibt, ist außerdem ein Preisvergleich schwierig.

Wer unbedingt ein modernes, stylisches und vor allem lüfterloses Notebook möchte, muss sich mit einem entsprechenden Preisschild abfinden. Einen modernen Prozessor passiv zu kühlen, ist schwierig und erfordert viel Ingenieurskunst. Mit 1150€* für 512GB SSD und 16GB Arbeitsspeicher empfinde ich das Huawei MateBook X dabei sogar als sehr fair bepreist und empfehlenswert ist es allemal.

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*Stand Januar 2021

Veröffentlicht von

Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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