HUAWEI Nova Test – gehobene Mittelklasse

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HUAWEI hat sich in den letzten Jahren vom sehr günstigen „China-Hersteller“ zu einem etablierten und durchaus ernst zu nehmenden Hersteller gemausert, was sich zuletzt mit dem HUAWEI P9 samt Leica-Kamera gezeigt hat. Mit den Nova und Nova Plus hat man zur IFA 2016 gleich zwei neue Mittelklasse-Modelle vorgestellt, das kleinere HUAWEI Nova haben wir uns im Test einmal genauer angesehen.

Schon beim Auspacken fällt auf, dass sich HUAWEI Gedanken gemacht hat. Ich bin ehrlich gesagt selten von etwas Simplen wie einer Verpackung überrascht, aber im Falle des Novas hat schon die OVP überzeugt. Den Deckel nach oben abziehen, schon liegen Smartphone, Zubehör und Zettelwerk geordnet vor einem. Aber schauen wir uns erstmal die technischen Daten an:

  • Qualcomm Snapdragon 625, 2,0GHz Octa-Core-Prozessor
  • 3GB Arbeitsspeicher
  • 32GB Interner Speicher, erweiterbar um bis zu 2TB per Micro-SD-Card
  • Dual-SIM fähig, wenn keine Micro-SD-Card verwendet wird
  • Android 6.0 mit Emotion UI (EMUI) 4.1
  • 12MP Hauptkamera, 8MP Frontkamera, LED-Blitz
  • 4k UHD Videoaufzeichnung
  • 5 Zoll Full HD IPS Display, 443ppi
  • Fingerprint-Scanner
  • GPS, LTE, UMTS, WLAN nach b/g/n Standards, 2,4GHz, Bluetooth 4.1, USB Type C

Wer sich ein wenig mit HUAWEI beschäftigt hat wird hier schon die erste Besonderheit entdeckt haben: Die Kamera unterstützt als erstes Smartphone von HUAWEI auch 4k-Videoaufnahmen. Auch sonst hat die Kamera einiges zu bieten. Die Pixel fallen mit 1.25μm recht groß aus, um möglichst viel Licht einzufangen. Darüber hinaus hat man diverse Low-Light- und Beauty-Modus integriert. Die Kamera ist damit eines der Hauptargumente, für das Nova, zumindest auf dem Papier. Ob es dem gerecht wird, schauen wir uns später an.

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Lieferumfang, Haptik und Verarbeitung

Weiter geht’s mit den Äußerlichkeiten. In der Verpackung findet sich erstmal das Nova selbst, dazu gibt’s diverses Zettelwerk, ein Ladeadapter, ein USB Type C auf A Kabel und ein kabelgebundenes Headset das ein wenig an Apple Earpods erinnert.

Haptik und Verarbeitung sind auf sehr hohem Niveau. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, das verwendete Aluminium fühlt sich sehr hochwertig an. Auch liegt das Nova sehr angenehm in der Hand, was nicht zuletzt durch die abgerundeten Kanten und den leicht geschwungenen Rücken kommt. Die Größe ist angenehm, auch wenn ich selbst eher Fan von größeren Smartphones bin. An der Front gibt es keine Kante, es fühlt sich an, als gingen das Gorilla Glass und Gehäuse direkt ineinander über. Die Tasten haben einen angenehm definierten Druckpunkt und wackeln nicht im Gehäuse. Schönes Detail: Der kleine rote Rand am Power-Button ist jedes Mal wieder ein Blickfang. Das einzige was mich stört? Der hässliche IMEI-Aufkleber auf der Rückseite und die etwas dicken Display-Ränder ober- und unterhalb des Displays. Angesichts des Gesamtbilds aber zu verschmerzen.

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Designtechnisch bedient man sich bei den anderen HUAWEI Smartphones, die Rückseite ähnelt beispielsweise dem von HUAWEI gefertigten Nexus 6P, das Gehäuse insgesamt an das Mate 8 oder HUAWEI P9. Trotzdem hat es seinen eigenen Touch, da es sich anders anfühlt und auch in Details unterscheidet. Die einen finden es daher langweilig, mir gefällt’s aber dennoch.

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Display

Und wo wir schon bei der Optik sind, schauen wir uns doch gleich noch das Display an. Fünf Zoll misst es in der Diagonalen, also die goldene Mitte für viele Nutzer. Dadurch liegt es wie erwähnt angenehm in der Hand und kann auch problemlos mit einer Hand bedient werden. Die Auflösung ist mit 1920×1080 Pixeln zeitgemäß, mehr braucht es bei der Diagonale nicht. Das Bild ist daher sehr scharf, die Farben kräftig, ohne übersättigt zu sein und der Kontrast ist ordentlich. Schwarz ist schwarz, zumindest soweit es bei einem LC-Panel möglich ist. Die Blickwinkel sind mehr als groß genug, erst bei extremen Winkeln dunkelt das Display horizontal etwas ab, während es vertikal heller wird bei sehr steilem Winkel. Aber wer schaut schon in einem 90 Grad Winkel auf das Display?

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Hell genug ist es ebenfalls, selbst in der Mittagssonne hatte ich keine Probleme, das Display abzulesen – maximale Helligkeit vorausgesetzt. Was mir an der Stelle nicht so gefiel war übrigens die Helligkeitssteuerung, die ich nach wenigen Tagen deaktiviert habe. Sie reagiert immer mit etwas Verzögerung, je nach Situation kann das stören. Die meiste Zeit hatte ich die Helligkeit daher auf etwa 60% gestellt, was auch tagsüber hell genug und nachts nicht zu hell ist. Wirkliche Negativpunkte gibt’s beim Display also nicht.

Software

Softwareseitig setzt HUAWEI auf Android in Version 6.0, darüber liegt die Emotion UI 4.1 von HUAWEI. Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, dass man ein iPhone in der Hand hält, denn der HUAWEI-Launcher ist stark an Apples iOS angelegt. So gibt es keinen App-Drawer, sondern alle Apps liegen auf den Homescreens verteilt, eine Sortierung ist nur per Ordner und verschiedener Homescreens möglich.  Ob das nun gut oder schlecht ist muss jeder für sich entscheiden, mir gefällt es nicht besonders – weshalb nach kurzer Nutzung direkt der Nova Launcher installiert wurde. Auch die Menüstruktur der Einstellungen und das Notification-Center sind angepasst worden, manche Einstellungen sucht man daher erst einmal eine Weile. Wer zuvor schon ein HUAWEI Smartphone genutzt hat, wird sich dafür sofort zurechtfinden.

Neben der optischen Anpassung hat HUAWEI auch eine Menge Features mitgegeben. Einerseits wurden der Kamera viele verschiedene Modi und eine sehr umfangreiche Kamera-App spendiert, aber dazu später mehr. Andererseits wurden Features wie der schon von anderen HUAWEI Geräten bekannte „Knuckle Touch“ – also die Bedienung per Gesten mit dem Fingerknöchel – oder die teilweise Steuerung per Gesten auf dem Fingerprint-Reader integriert. Dadurch soll die Bedienung möglichst einfach von der Hand gehen, was in der Regel auch der Fall ist. Über den Fingerprint-Reader nach unten streichen, schon öffnet sich das Notification-Center, in der Galerie-App kann außerdem per wischen nach links oder rechts durch die Fotos gescrollt werden.

Per Knuckle Touch oder auch Knuckle Sense lassen sich zudem durch Zeichnen von bestimmten Buchstaben oder Gesten Screenshots erstellen oder Apps öffnen. Standardmäßig ist das Feature deaktiviert, aktivieren lässt es sich in den Einstellungen unter Intelligente Unterstützung -> Bewegungssteuerung -> Zeichnen. Hier können dann auch die Apps bestimmt werden, welche über die vorgegebenen Gesten geöffnet werden. Die Erkennung funktionierte bei mir nicht immer problemlos. Zwar wurde die Geste zwar korrekt gedeutet, sobald sie erkannt wurde, doch oft habe ich statt der Geste einfach zwischen den Homescreens hin und her gewischt oder die Suche geöffnet als ich das W für die Wetter App zeichnen wollte. Wischt man auf dem Homescreen nämlich einfach nur nach unten, öffnet sich die Systemweite Suche nach Apps, Kontakten, etc. Was hingegen sehr gut erkannt wird, ist das Erstellen von Screenshots mittels doppeltippen mit dem Knöchel.

Schön ist auch, dass HUAWEI nur wenige Apps vorinstalliert. Bei den meisten vorinstallierten Apps handelt es sich zudem nur um Platzhalter – erst, wenn man diese öffnen möchte, wird die eigentliche App installiert. Das meiste lässt sich auch kurzerhand deinstallieren und keine der Apps möchte einem ein Abo verkaufen. Mittlerweile leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Anfangs ungewohnt ist das recht aggressive RAM- und Akkumanagement des HUAWEI Nova. Apps, die im Hintergrund laufen werden ohne gesonderte Einstellungen schnell geschlossen oder gestoppt, schaltet man das Display aus werden alle nicht „geschützten“ Apps gestoppt. Das führt dann unter anderem dazu, dass Widgets einfach stehen bleiben und beispielsweise eine falsche Uhrzeit anzeigen oder gar dazu, dass Messenger Apps erst nach Aktivieren des Displays Notifications anzeigen. Wichtige Apps sollte man also als geschützte App setzen, diese Einstellung findet sich in den erweiterten Einstellungen im Akkumanager und dort „geschützte Apps“. „Schützt“ man die App, wird sie auch bei ausgeschaltetem Display nicht gestoppt oder beendet und Notifications kommen problemlos an.

Das System prüft auch permanent den Stromverbrauch von Apps und meldet potenziell stromhungrige Apps per Notification. An sich eine nette Idee – Doch wenn ich YouTube Videos gucke brauche ich keine Notification, die mir mitteilt, dass YouTube eventuell viel Energie benötigt. 😉

Etwas nervig am aggressiven Speichermanagement ist allerdings, dass Apps sehr schnell aus dem RAM fliegen. Das bedeutet auch, dass z.B. eine auf Google Maps aufgerufene Wegbeschreibung immer wieder neu abgerufen werden muss, wenn man Maps für ein paar Minuten in den Hintergrund schiebt. Ist eine Turn-by-turn Navigation aktiv passiert dies aber natürlich nicht. Die positive Seite dagegen ist, dass dadurch das Nova immer flüssig läuft, auch wenn man zig Apps „geöffnet“ hat.

Performance

Wie schon angeschnitten lief das Nova während des Testzeitraums immer angenehm flüssig, auch intensivere Nutzung mit mehreren Apps parallel und häufigem wechseln zwischen den Apps steckt es problemlos weg. Apps starten schnell und ohne große Verzögerung, beim Scrollen gibt es keine Ruckler und auch sonst laufen die Animationen und Apps angenehm flüssig.

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Leistungsintensive Spiele können das Nova aber schon mal ans Limit bringen, der verbaute Snapdragon 625 ist eben doch kein High-End SoC. Dafür hält sich aber auch die Hitzeentwicklung in Grenzen. Wo mein HUAWEI P9 zu einer heißen Rückseite tendiert, bleibt das Nova lediglich etwas wärmer als Handwarm. Man spürt also, dass es viel zu tun hat, unangenehm wird es aber nicht.

Angenehm schnell geht auch das Entsperren von der Hand. In 95% der Fälle ist es beim aus der Tasche ziehen bereits entsperrt, noch bevor ich das Display sehe. Der Fingerprint-Reader auf der Rückseite reagiert sehr schnell und zuverlässig, die Position ist für meinen Geschmack gut gewählt. Andere bevorzugen hingegen den Fingerprint-Reader auf der Vorderseite wie bei Apple und Samsung.

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Natürlich gibt’s an der Stelle aber auch ein paar synthetische Benchmarks. Über die tatsächliche Performance im Alltag sagen diese aber in der Regel nur bedingt etwas aus und sind nur der Vollständigkeit halber enthalten.

Kamera

Die Kamera im Smartphone wird immer wichtiger. Man hat sie immer dabei, viele setzen mittlerweile ausschließlich auf das Smartphone als Kamera im Urlaub oder Alltag. Das weiß man natürlich auch bei Huawei und hat eine 12 Megapixel Kamera mit 1.25μm großen Pixeln verbaut. Die großen Pixel sollen zusammen mit der F2.2 Blende dafür sorgen, dass mehr Licht eingefangen wird, auch bei schlechten Lichtverhältnissen.

Außerdem hat man der Kamera App jede Menge Funktionen und Modi spendiert, um dem Benutzer das meiste abzunehmen. So gibt es den normalen vollautomatischen Modus, einen HDR-Modus, Nachtmodus, extra Modus für Lichtspur-Effekte oder Timelapse-Aufnahmen und vieles mehr. Wer lieber selbst über sein Foto bestimmen will, der findet im Profimodus alle nötigen Einstellungsmöglichkeiten. Hilfsraster gibt es ebenfalls, entweder für den goldenen Schnitt oder die Fibonacci-Spirale. Damit lassen sich Fotos nach gestalterischen Grundlagen ausrichten. Auch ein Wasserzeichen mit beispielsweise dem Wetter und Standort lässt sich automatisch einfügen.

Auch die Frontcam wurde bedacht, so hat diese nicht nur einen großen Aufnahmewinkel und mit 8MP eine hohe Auflösung, sondern auch softwareseitig wurde dafür gesorgt, dass die Selfies perfekt werden. So gibt es einen Beauty-Modus, der falten und andere Unreinheiten der haut verschwinden lässt und die Augen etwas vergrößert um ein wenig Manga-Effekt rein zu bekommen. Aber auch einen extra Makeup-Modus gibt es. Über diesen könnt ihr euch virtuell schminken, indem ihr aus verschiedenen Vorlagen auswählt. Wie das dann aussieht? Tja nun, meine Kolleginnen hatten leider gerade keine Zeit für den Test, daher…

Und ja, ich finde das genauso gruselig wie ihr! 😉 Auslösen könnt ihr Selfies übrigens bequem über den Fingerprint-Reader auf der Rückseite. Das ist vom Handling her auf jeden Fall angenehmer als noch irgendwie den Auslöser auf dem Display zu erreichen.

Die Hauptkamera bietet dagegen noch deutlich mehr Modi. So gibt es für Nachtaufnahmen den Super-Nacht-Modus, einen automatischen HDR-Modus für schwierige Lichtverhältnisse und einen Lichtspur-Modus, beispielsweise um interessante Effekte mit vorbeifahrenden Autos zu erzielen. Viele der Nacht-Effekte sollte man mit einem Stativ nutzen oder das Nova zumindest auf einem Geländer abstützen oder ähnliches. Andernfalls verwackeln die Bilder recht schnell – klar, bei verlängerten Belichtungszeiten. Die Galerie zeigt die verschiedenen „Qualitätsstufen“, jeweils mit einem auf 100% vergrößerten Ausschnitt. Reihenfolge ist Automatik, HDR, Super-Nacht und Manuell.

Bilder bei gutem Licht sehen gut aus und enthalten viele Details. Die Farben wirken in der Regel natürlich und der Autofokus ist schnell im scharfstellen. Apropos Autofokus: eine Follow-Fokus Option ermöglicht es, ein Objekt anzuvisieren und ihm zu folgen. Nette Sache, gerade wenn man sich schnell bewegende Objekte wie Kinder oder Haustiere erwischen will.

Während die Aufnahmen bei gutem Licht schön scharf sind, geht diese Schärfe bei schlechtem Licht schnell verloren. Die Software greift ziemlich stark mit einem Weichzeichner ein, der viele Details verwischt, um das Rauschen in den Griff zu bekommen. Das passiert leider auch im Super-Nacht-Modus oder bei HDR-Aufnahmen. Verhindern lässt sich das nur schwer, denn die Automatik versucht natürlich einen Mittelweg zwischen möglichst langer Belichtungszeit und geringer Gefahr des Verwackelns zu finden – wofür der ISO-Wert erhöht wird, was zu Rauschen führt, was zum Eingreifen der Nachbearbeitung führt. Die Verwendung eines Stativs könnte zwar helfen, aber das erkennt das Nova natürlich nicht von allein, auch wenn das eine nette Idee für die nächste Version wäre.

Greift man zum Stativ für Nachtaufnahmen sollte man also am besten den manuellen Modus nutzen. Hier greift der Weichzeichner nicht so massiv ein, da man den ISO-Wert und damit das Rauschen niedrig halten kann. Die daraus resultierenden Fotos können sich sehen lassen und brauchen sich vor manch deutlich teurerem Smartphone definitiv nicht verstecken.

Videos können mit bis zu 4k bei 30FPS aufgenommen werden, diese sind dann auch sehr detailreich und scharf. Zu schnell sollte man sich bei 30FPS allerdings nicht bewegen und ein optischer Bildstabilisator hätte dem Nova gutgestanden, um die Aufnahmen etwas smoother zu machen. Ein elektronischer Stabilisator ist allerdings zuschaltbar und sorgt für ruhigere Bewegungen. Verfügbar ist dieser aber nur bei Aufnahmen in FullHD, nicht bei 4K Aufnahmen. Die Ergebnisse aus der Stabilisierung sind in Ordnung, schnelle Bewegungen wirken allerdings etwas verwaschen und es entsteht ein merkwürdiger Morph-Effekt im Video – dieses Problem haben allerdings viele Elektronische Video-Stabilisatoren. Mit der Stabilisierung in Googles Pixel Smartphones kann das Nova aber nicht mithalten.

Einen kleinen Haken gibt es aber noch bei der Kamera-App: Hin und wieder erkennt sie die Ausrichtung des Smartphones nicht richtig, sodass horizontal aufgenommene Fotos vertikal angezeigt werden und umgedreht. Kann man in der Galerie-App schnell korrigieren, passieren sollte es dennoch nicht.

Akkulaufzeit

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Der Akku misst 3020mAh und soll laut HUAWEI problemlos über den Tag reichen – auch bei starker Nutzung. Meine Nutzung ist verglichen mit anderen schon recht stark. Mehrere E-Mail-Konten und Messenger werden per Push aktualisiert, hin und wieder läuft ein Spiel, lese ich zusätzlich recht viel im Feedreader und Twitter pusht ebenfalls Notifications und wird rege genutzt. Mit dem HUAWEI P9 komme ich damit gerade durch den Tag – das hat allerdings auch mehr Leistung und ein größeres Display bei nahezu identischer Akkukapazität.

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Beim HUAWEI Nova ist das anders. Trotz der oben genannten Nutzung bei durchschnittlich 3 Stunden aktivem Display habe ich immer noch einen gewissen Puffer am Ende des Tages. Etwa 40% Akku bleiben in der Regel am Tagesende, natürlich immer etwas vom Tagesverlauf abhängig. Man kommt also bei moderater Nutzung bequem durch den Tag, lediglich Poweruser oder Pokemon-Spieler benötigen wahrscheinlich noch eine Powerbank zur Absicherung.

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Natürlich gibt es aber auch hier einen synthetischen Benchmark als Anhaltspunkt und zur Vergleichbarkeit mit anderen Geräten. Die Werte können natürlich abweichen unter unterschiedlichen Bedingungen, aber es gibt zumindest einen groben Richtwert, an dem ihr euch orientieren könnt.

Audio

Nun, es kommt Ton raus. Viel mehr kann man schon kaum dazu sagen. Der Lautsprecher taugt für gelegentliche Telefonate per Freisprechfunktion, bei Musik driftet er aber schon bei halber Lautstärke ins blecherne, hochtonlastige ab. Tiefen und tiefe Mitten fehlen fast komplett. Klar, fetten Bass erwartet man bei einem Smartphone auch nicht, aber etwas mehr Details dürften es doch sein.

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Schließt man Kopfhörer an, wird es etwas besser. Wer die üblichen Lifestyle-Kopfhörer nutzt, die auf die Tiefen abzielen und entsprechend abgestimmt sind, wird für unterwegs mit dem Nova gut zurechtkommen. Mit meinen Beyerdynamics DT 770 Pro allerdings hört man jede Schwäche – die Tiefen sind kaum vorhanden, ein paar Mitten verirren sich hier und da mal ins Ohr und nur die Höhen sind vollständig.

Aber Audio ist letztlich auch eine sehr persönliche Sache, jeder nimmt die Musik anders wahr und hört vor allem auch anders – ich nutze ansonsten einen FiiO X3 ii als mobilen Audioplayer, bin also etwas vorbelastet.

Fazit

Das Gesamtbild des HUAWEI Nova ist stimmig. Die Verarbeitung ist hervorragend, die Qualität kann überzeugen und das Display sieht einfach gut aus. Die Akkulaufzeit ist gut genug um einen ganzen Tag zu überstehen und das System läuft flüssig. Auch die Kamera leistet sehr gute Dienste, nicht nur bei Sonnenlicht. Wer etwas experimentieren möchte, kann mit dem Profimodus sehr gute Ergebnisse erzielen.

Kritik gibt es nur für die radikale Energie- und Arbeitsspeicher-Verwaltung und dass man Apps manuell „freischalten“ muss, damit sie auch bei ausgeschaltetem Display noch weiterlaufen. Das soll am Ende der Akkulaufzeit dienen, kann für alle, die bisher kein HUAWEI Smartphone nutzten aber erstmal verwirrend und frustrierend sein, wenn keine Benachrichtigungen ankommen.

Für Audio-Enthusiasten ist das Nova nicht geeignet, aber ich denke die Audiophilen unter euch nutzen eh nicht das Smartphone um Musik zu hören – oder?

Insgesamt kann ich das Nova aber fast ohne Einschränkungen empfehlen, denn auch der Preis ist mit aktuell 379 Euro angemessen. Hierfür bekommt man ein solides Mittelklasse-Smartphone mit Luft nach oben und nur wenigen, kleinen Einschränkungen.

Wäre das HUAWEI Nova ein Auto, würde man es gehobene Mittelklasse nennen. Zur Ober- und Luxusklasse fehlt noch ein Stück, aber die normale Mittelklasse lässt es locker hinter sich.

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3 Antworten auf HUAWEI Nova Test – gehobene Mittelklasse

  1. avatar Franz sagt:

    Kleiner Hinweis, die Kamera hat eine f2.2 Blende, ansonsten guter Test 🙂

  2. avatar Hannes sagt:

    Hi Franz,

    danke für den Hinweis! 😉

  3. avatar Dirk Schoemakers sagt:

    Noch ein Tipp. Den IMEI-Aufkleber kann man ab machen. Finde ich eine gute Lösung. Dann muss man die nicht auch noch auf die Rückseite drucken.
    Ich hab den Aufkleber abgemacht und auf das Zettelwerk geklebt.

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