Huawei P40-Serie vorgestellt: Kameraking die zweite?

      Huawei P40-Serie vorgestellt: Kameraking die zweite?

      Huawei hat die P40 Serie endlich offiziell vorgestellt, nachdem wir es in diversen Leaks bereits teilweise sehen konnten. Viele Überraschungen gab es daher nicht mehr, aber doch das eine oder andere Highlight.

      Besonderes Augenmerk liegt beim P40 Lineup natürlich wieder auf der Kamera. Nicht umsonst teasert uns Huawei seit einiger Zeit mit dem Slogan „Das neue Fotowunder“. Aber werfen wir erstmal einen Blick auf die Technischen Daten:

      Technische Daten HUAWEI P40-Serie

       

      HUAWEI P40 PRO HUAWEI P40
      Display 6,58″ FHD+ OLED „Overflow Display“
      2640x1200px
      90Hz Refresh Rate
      6,1″ FHD+ OLED
      2340x1080px
      SoC Kirin 990 Octa Core (2 x Cortex-A76 Based 2,86 GHz + 2 x Cortex-A76 Based 2,09 GHz + 4 x Cortex-A55 1,86 GHz)
      Big Core + Tiny Core NPUs (Neural-Network Processing Unit)
      Mali-G76 16-Core GPU
      „SuperCool“-Kühlsystem
      Software EMUI 10.1
      Android AOSP Basis, keine Google Mobile Services
      HUAWEI App Galerie
      Speicher 8GB RAM
      256GB Speicher
      Erweiterbar per Nano Memory Card
      8GB RAM
      128GB Speicher
      Erweiterbar per Nano Memory Card
      Kamera „Ultravision Leica Quad Camera“
      50 MP Ultravision
      Hauptkamera
      – 1/1.28″ Sensor
      – f1.8, OIS
      – Octa-Phase Detection (Octa PDAF)*
      – 3rd Gen AI Engine
      – XD Fusion Engine
      – Multi Spectrum Farbtemperatursensor
      – Super Night Mode
      – Super Resolution
      40 MP Ultraweitwinkel und Video-Kamera
      – OIS
      – RYYB Sensor
      – 4K60 Video
      12 MP „SuperSensing“ Tele-Kamera
      – entspricht 80mm KB-Äquivalent
      – f3.4, OIS, AIS, Object Tracking
      – RYYB Sensor
      – Super Steady Telephoto Video
      Dual 32 MP Frontkamera
      – f2.2, IR-Sensor, Autofocus
      – 4k60 Video
      – AI Best Moments
      „Ultravision Leica Triple Camera“
      50 MP Ultravision
      Hauptkamera
      – 1/1.28″ Sensor
      – f1.8, OIS
      – Octa-Phase Detection (Octa PDAF)*
      – 3rd Gen AI Engine
      – XD Fusion Engine
      – Multi Spectrum Farbtemperatursensor
      – Super Night Mode
      – Super Resolution
      16 MP Ultraweitwinkel Kamera
      – F2.2
      8MP Tele Kamera
      – 3x Zoom
      – F2.4, OIS
      32MP Frontkamera
      – F2.0
      – AI Best Moments
      Konnektivität 5G (SA/NSA), 4G, Dual SIM, eSIM
      WiFi 802.11 a/b/g/n/ac/ax
      WiFI 6+, 160MHz Band, bis zu 2400mbit/s Downlink
      Bluetooth 5.0
      NFC
      GPS, AGPS, GLONASS, Galileo
      USB-Type C
      Akku 4200mAh
      40 Watt SuperCharge
      Fast Wireless Charging
      3800mAh
      22.5W Fast Charge
      Farben Midnight Black
      Silver Frost
      Blush Gold (ab 02.05.2020)
      Abmessungen 158,2 x 72,6 x 8,95 mm 148,9 x 71,06 x 8,5 mm
      Gewicht 203g 175g
      Preis 999 Euro 799 Euro

      *PDAF Autofokus bei 100% der Pixel, nach Pixel-Binning 8 Phasen pro Pixel

      Bekannter SoC

      Das Herzstück der P40 Reihe ist der Kirin 990 5G. Der wurde zwar bereits zur IFA 2019 vorgestellt und steckt auch schon im Mate 30 Pro, genügend Leistung bietet er aber allemal. Neben der eigentlich 8-Kern CPU stecken noch die NPU (Neural Processing Unit) und die Mali-G76 GPU sowie das Bailong 5G Modem im SoC. Der Kirin 990 war damit auch der erste SoC, der direkt mit integriertem 5G Modem aufwarten konnte. Unterstützt werden die SA und NSA Standards, es kann also standalone und Nicht-standalone 5G Netze nutzen. Zudem unterstützt es nahezu alle Sub 6 5G Standards weltweit.

      Vier Kameras, viele Pixel, viele Sensoren

      Die größte Änderung ist natürlich die Kamera. Wie auch schon bei den Vorgängern das Highlight und eines der primären Features. Das Kameramodul auf der Rückseite fällt dafür auch sehr groß aus. Verbaut sind insgesamt drei Kameras: die 50 Megapixel „Ultravision“ Hauptkamera, eine 40 Megapixel Ultra-Weitwinkelkamera, die außerdem der primäre Sensor für Videos ist. Dazu gibt es natürlich auch einen Zoom, die Auflösung der „SuperSensing“ Periskop-Kamera beträgt 12 Megapixel. Haupt- und Weitwinkel-Kamera setzen erneut auf einen RYYB Sensor, der mit dem P30 Pro eingeführt wurde. Die Auflösung ist etwas gestiegen und natürlich kommt auch wieder Pixel-Binning zum Einsatz. Das bedeutet, dass mehrere Pixel zu einem einzelnen zusammengefasst werden, um die Bildauflösung zu verringern, die Bildschärfe und Details allerdings beizubehalten bzw. sogar noch zu verbessern.

      Interessantes Detail: Bei Videos nutzt das P40 Pro nicht die 50 Megapixel Hauptkamera, sondern den 40 MP Ultra-Weitwinkelsensor. Spannend bleibt, ob dadurch die Videoqualität deutlich gesteigert werden kann, die bei HUAWEI ja leider bis zuletzt deutlich unter der Fotoqualität lag.

      Beim Autofocus setzt HUAWEI jetzt auf einen Octa PDAF – also eine erweiterte Phasenerkennung für den Fokus. HUAWEI verspricht obendrein bis zu 50-Fachen Zoom ohne Qualitätsverlust. Dazu werden alle drei Kameras im Verbund genutzt und aus diesen drei Aufnahmen dann das Bild zusammengefügt. Hier bin ich sehr auf den Praxiseinsatz gespannt, denn der Super Zoom des P30 Pro war zwar schon ziemlich gut und in vielen Situationen auch richtig beeindruckend, die 50x Aufnahmen allerdings waren mehr Spielerei als tatsächlich nutzbare Fotos.

      Ich konnte mit der Kamera schon mal ein bisschen herumspielen und der erste Eindruck ist wirklich gut. Der Autofokus ist verglichen mit dem Vorgänger deutlich schneller und präziser, Farben und Details sehen gut aus und auch im Low Light liefert es auf den ersten Blick ziemlich gute Ergebnisse. Da ich bislang nur in meiner Wohnung damit „unterwegs“ war, ist der Eindruck natürlich bisher noch sehr oberflächlich. Der 5x Zoom scheint auch noch einmal besser geworden zu sein, genauso der 10x Hybrid-Zoom. Näheres muss hier aber natürlich der Test zeigen. Beim 50x Zoom von „ohne Qualitätsverlust“ zu sprechen ist aber schon sehr gewagt. Wie üblich bei den Testgeräten gehe ich erstmal von einer Vorserien-Firmware aus, die kurz vor dem Marktstart aktualisiert wird.

      Softwareseitig wurde auch einiges nachgelegt. Die Kameras haben neue AI Real Time Processing Features bekommen wie Best Moments inklusive Vorschlägen und direkter Auswahl, ob die entstandene Aufnahme als Foto, Video oder GIF versendet werden soll – für den Fall dass ein Moment mehr als nur einen Augenblick dauerte. Mehr zu den Features gibt es dann im ausführlichen Test.

      Großes Display, kompaktes Gehäuse

      Was bei den ersten Fotos und direkt nach dem Einschalten auch gleich auffällt: Die große Punchhole Notch in der Front. Erinnert ein Wenig an die Notch im Samsung Galaxy S10, fällt allerdings größer als dort aus. Neben den zwei 32MP Kameras befinden sich in der Front noch ein IR Sensor sowie ein Gestensensor. Auch wenn die Notch an das S10 erinnert, die unzähligen tollen Wallpaper zur Notch passen leider nicht ganz beim P40 Pro.

      Das Display fällt mit 6,58″ ziemlich groß aus, trotzdem wirkt das P40 Pro noch angenehm kompakt. Das liegt unter anderem an den minimalen Displayrahmen. Um das Display herum verläuft nur ein wenige mm schmaler schwarzer Rahmen. Es ist gegenüber die P30 Pro mit seinem 6,47″ Display sogar noch etwas geschrumpft. Dafür muss man allerdings mit einer Punchhole-Notch leben. Die sitzt im oberen linken Eck und ist ziemlich breit ausgefallen. Da die Notch jetzt nicht mehr direkt am Rand sitzt, nimmt sie zudem noch weiteren Platz des Displays ein, da links der Aussparung der Platz nicht mehr wirklich genutzt werden kann. Gleiches gilt für den schmalen Bereich darüber. Dadurch rutschen Benachrichtigungen sehr weit in die Mitte des Displays und es bleibt nicht viel Platz.

      Das Display setzt übrigens auf 90Hz Refresh-Rate. Damit kann es mit den Flaggschiffen anderer Hersteller nicht mehr direkt mithalten, dafür sind die 90Hz aber dauerhaft aktiv. Nicht wie bei einem gewissen südkoreanischen Konkurrenten.

      Das Displayglas sowie die Glas-Rückseite sind an allen Seiten und Ecken abgerundet und „um die Ecke gezogen“. Dadurch soll es sehr angenehm und „Satt“ in der Hand liegen. Die Krümmung an den Seiten fällt dabei deutlich weniger stark aus als beim Mate 30 Pro. Im Display befindet sich auch wieder ein Fingerprint-Reader, der im Vergleich zum Vorgänger 30% größer geworden ist und zudem auch schneller reagieren soll.

      Neuer Standard 5G

      Eine weitere große Neuerung ist das integrierte 5G Modem. Serienmäßig kommt nun jedes Modell der P40-Reihe mit dem neuen Mobilfunkstandard. In Deutschland ist der Nutzen zwar noch begrenzt, für die Zukunftsfähigkeit ist dieser Schritt aber durchaus sinnvoll. Sobald sich die Chance bietet, muss ich das natürlich auch mal testen – einen Sendemasten gibt es in Berlin ja immerhin bereits. Schönes Detail im Übrigen ist der eSIM-Support. Seit der Einführung von eSIM wurde es um das Thema ja relativ ruhig und nur weniger Smartphones bieten die Nutzung an.

      Damit der Kirin 990 samt NPU und 5G Modem nicht überhitzt, setzt HUAWEI auf die gleiche Kühltechnologie wie beim Mate X(s). Eine Vaporchamber in Kombination mit einem Graphen-Film sorgt dafür, dass die Abwärme schnell und effizient abgeführt wird. Ein ähnliches System kommt auch schon in den Matebooks zum Einsatz.

      EMUI 10.1 – HMS statt GMS

      Softwareseitig kommt Android 10 (AOSP) mit EMUI 10.1 zum Einsatz. Hier wurde noch etwas poliert und auch neue Features gibt es. MeeTime ist dabei die umfangreichste Neuerung. Klingt wie ein Facetime Klon und teilweise kommt das auch hin. Primäres Feature ist die Videotelefonie, aber es lassen sich darüber auch direkt der Bildschirminhalt teilen, inklusive Markierungen auf dem Inhalt. MeeTime ist vorerst exklusiv für EMUI 10.1 verfügbar – also die P40-Modelle. Später soll es noch für EMUI 10 Geräte via Update verfügbar gemacht werden. Ob und falls ja wann es auch auf Smartphones anderer Hersteller funktioniert ist noch offen.

      Nutzer eines Huawei Matebooks bekommen zudem zusätzliche Features für die Multiscreen Collaboration. Die Darstellung des Smartphone-Screens auf dem Notebook wird damit erweitert und es können direkt Anrufe und Videotelefonate auf dem Matebook geführt werden. Außerdem wird der Speicher des Smartphones direkt an das Notebook angebunden, sodass man Daten des Smartphones öffnen kann, ohne sie vorher auf das Notebook zu kopieren.

      EMUI 10.1 basiert auf dem Android AOSP, das bedeutet es gibt, wie beim Mate 30 Pro, keine Google Mobile Services. Wie der aktuelle Stand bezüglich der App-Versorgung und Kompatibilität aussieht habe ich euch erst kürzlich hier zusammengefasst. Natürlich überschattet das Grundproblem der fehlenden GMS ein bisschen die Features und Ausstattung der P40 Pro-Serie, aber Huawei tut aktuell alles, um diese Lücken möglichst schnell zu schließen.

      „Kleiner“ Akku, trotz 5G

      5G gilt nicht umsonst als Akkukiller – durch den erhöhten Energiebedarf gegenüber 4G haben entsprechende Geräte oft das Problem einer zu kurzen Akkulaufzeit. Der Akku im P40 Pro misst 4200mAh und kann via 40W SuperCharge schnell wieder gefüllt werden. 15 Wireless Charging ist ebenfalls wieder an Bord. Ob der Akku ausreicht, um das P40 bei aktivem 5G über den Tag zu bringen wird dann der Test zeigen müssen.

      HUAWEI P40 und P40 Pro+

      Neben dem P40 Pro wird es noch zwei weitere Versionen geben. Das kleinere und günstigere P40 sowie das P40 Pro+ als Über-Flaggschiff.

      Die Unterschiede des P40 Pro+ zum P40 Pro sind schnell erklärt: Es gibt ein anderes Kamera Setup für noch größeren Zoom. Neben der 50MP Hauptkamera kommen zwei 8MP Sensoren zum Einsatz. Einer davon bietet einen 3fachen Zoom wie man ihn im Mate 30 Pro vorfindet, während der zweite Sensor einen 10fach optischen Zoom bietet. Möglich macht das auch hier ein Periskop-Aufbau der Optik. Ein weiteres Detail ist dann das verwendete Material. Statt Glas kommt eine Rückseite aus Keramik zum Einsatz. Farblich wird es mit Schwarz und Weiß aber erstmal konservativ.

      Das P40 hat dann schon einige Unterschiede mehr. Eine Gegenüberstellung der technischen Daten findet ihr in der Tabelle oben. Abstriche müsst ihr hauptsächlich bei der Kamera und dem Display hinnehmen. Statt des „Overflow Displays“ gibt es ein klassisches flaches OLED Panel. Dem einen oder anderen dürfte das sicher auch besser gefallen.

      Ebenso muss man beim P40 auf Wireless Charging verzichten und die Periskop-Linse im Kamera-Setup entfällt. Dafür gibt es einen 3x Zoom, was einem 80mm KB-Äquivalent entspricht. In der Front gibt es statt zwei nur noch eine 32MP Kamera und eine Vielzahl der Sensoren entfällt. IR-Tiefensensor sowie der Gestensensor sind dem Rotstift zum Opfer gefallen, ebenso wie der Autofokus der Frontkamera.

      Der Akku fällt außerdem etwas kleiner aus und kann „nur“ mit 22,5W geladen werden. Durch die geringere Kapazität bleibt die Ladezeit aber fast identisch zum P40 Pro. Der größte Minuspunkt aus meiner Sicht ist das IP-Rating: Statt IP68 gibt es im P40 lediglich IP53 – es geht also nicht kaputt, wenn man mal nasse Finger hat – im Regen sollte man es aber vielleicht besser nicht nutzen.

      Verfügbarkeit und Preise

      Vorbestellt werden können das HUAWEI P40 und P40 Pro ab sofort. Das P40 Pro+ wird hingegen erst in der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

      Preislich geht es mit 799 Euro beim P40 los, das P40 Pro liegt dann bei 999 Euro. Die Vorverkaufsphase läuft bis zum 01.05.2020, die Auslieferung erfolgt ab dem 02.05.2020.

      Apropos Vorbestellungen: Für Vorbesteller packt HUAWEI richtig was ins Paket: Es gibt bei beiden Modellen eine HUAWEI Watch GT2e sowie die HUAWEI Freebuds 3 gratis dazu. Macht einen Mehrwert von rund 380 Euro (UVP).

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