Huawei Watch GT2 Pro im Test – Immer noch mein Favorit

      Huawei Watch GT2 Pro im Test – Immer noch mein Favorit

      Mit der Watch GT2 hat Huawei Ende letztes Jahr die erste Smartwatch vorgestellt, die ich länger als eine Woche aktiv tragen konnte – und bis zuletzt daher auch getragen habe. Mit der Huawei Watch GT2 Pro gibt es nun eine noch etwas bessere Versionen mit feinen Verbesserungen. Ob die sich auszahlen, habe ich mir die letzten Wochen angesehen.

      Was mir bislang an der Watch GT2 gefiel war vor allem, dass Huawei sich auf die – für mich – wichtigen Punkte konzentriert hat. Statt haufenweise Features, Mini-Tastaturen, Apps und so weiter gibt es vor allem eine lange Laufzeit, Benachrichtigungen und die Aktivitätsaufzeichnungen. Mit der GT2 Pro ändert sich das ein wenig, aber fangen wir mal ganz vorne an.

      Im Lieferumfang ist das gewohnte Zubehör dabei. Neu ist dabei die induktive Ladeschale anstelle der alten Schale mit 2 Ladepins. Dazu gibt’s natürlich ein USB Type C Kabel und ein wenig Beiwerk in Form von Hinweisen und Anleitungen. Und natürlich die Uhr selbst samt Armband.

      Hier gibt es verschiedene Modelle, die sich sowohl farblich als auch im Material unterscheiden. Für Sportler bieten sich die Kunststoffarmbänder an, während die Lederarmbänder besser in den (Business-) Alltag passen. Zum Test habe ich die Nebula Gray Version bekommen, alternativ gibt es noch Night Black. Das Lederarmband ist anfangs übrigens ziemlich steif, etwas Lederpflege (wirklich nur ganz wenig) hilft, es geschmeidiger zu machen und auch direkt zu schützen.

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

      Was mir direkt gefallen hat: Die GT2 Pro ist trotz der extra Features kaum größer als der Vorgänger und wirkt durch das geänderte Design sogar noch schlanker als zuvor. Für mich außerdem die spannendste Änderung: Induktives Laden per Qi-Standard statt Pogo-Pins in der Ladeschale. Dadurch kann ich die Uhr grundsätzlich überall laden, wo ich sonst auch mein Smartphone lade. Außerdem kann ich so auf Reisen einfach ganz auf das Ladegerät verzichten, da die Uhr im Zweifel einfach über ein Smartphone mit Reverse Wireless Charging aufgeladen werden kann. In meinem Testzeitraum hab ich die Ladeschale daher bisher nur einmal genutzt, um sie benutzt zu haben und die Uhr stattdessen auf dem Smartphone oder meinem Wireless Charger auf dem Nachttisch geladen. Vorteil an der Ladeschale allerdings: Die Uhr wird automatisch perfekt ausgerichtet und magnetisch gehalten, was durch den abgerundeten Rücken auf anderen Wireless Chargern und dem Smartphone nicht ganz so einfach ist.

      Ansonsten besteht die Uhr aus Saphirglas und einem Gehäuse aus Titan, was besonders widerstandsfähig sein soll. Als ungewollten Härtetest habe ich die Watch GT2 Pro des Öfteren vergessen abzulegen, bevor ich angefangen habe auf meiner aktuellen Baustelle zu arbeiten. Das Ergebnis war viel Staub und Dreck auf Gehäuse und Glas, aber auch einige Stöße gegen die Uhr. Das alles hat sie bislang ohne jegliche Kratzer oder andere Spuren überstanden. Wer sich erinnert: Die Watch GT2e, die ich vor kurzem getestet hatte, kam ganz ohne Baustelle nicht so gut davon. Der Materialmix geht also voll auf. Auch optisch gefällt sie mir richtig gut.

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

      Auch die Steuerung ist weiterhin sehr intuitiv und einfach. Das Display unterstützt natürlich Touch und über die beiden Tasten an der rechten Seite lassen sich das Menü aufrufen sowie eine personalisierte Aktion ausführen. Standardmäßig öffnet die untere Taste das Trainingsmenü, sie kann aber frei belegt werden und nahezu jede Funktion der Uhr direkt aufrufen. In meinem Fall ist das die Taschenlampe – noch ein Feature von dem ich anfangs nicht dachte, dass ich es überhaupt mal nutzen würde.

      Das OLED Display selbst ist unverändert zum Vorgänger und reagiert weiterhin gut auf Eingaben und ist auch in der Mittagssonne noch problemlos ablesbar.

      Noch spannender sind aber die softwareseitigen Änderungen. Neu ist hier beispielsweise die Offline-Wegführung auch ohne Smartphone. Damit kann einfach ein Weg mit der Uhr aufgezeichnet werden, beispielsweise auf einer Wanderung oder einfach beim Städteurlaub, um danach den Rückweg zu finden. Dafür wird einfach eine Aktivität wie ‚Wandern‘ gestartet und schon zeichnet die Uhr die GPS-Koordinaten parallel zum Training auf, auch ohne Smartphone. Am Ende kann dann entweder „Rückweg“ oder „Direkter Weg“ gewählt werden.

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

      Eine Änderung, auf die ich lange gewartet habe, ist das Anpassen von Watchfaces. Bislang waren die angezeigten Informationen des gewählten Watchface vorgegeben, die Watch GT2 Pro unterstützt nun aber auch variable Watchfaces, die sich direkt an der Uhr anpassen lassen. Leider ist die Anzahl der verfügbaren Watchfaces mit dieser Funktion noch sehr überschaubar und meine Favoriten waren nicht dabei. So zeigt meine Watch GT2 Pro jetzt eben weiter eine zweite Uhrzeit an, statt eine für mich nützlichere Information. Insbesondere die eher schlichten Watchfaces ermöglichen meist keine Anpassung. Aber immerhin: Man kann nun auch ein eigenes Watchface erstellen. Oder zumindest ein eigenes Hintergrundbild unter ein vorgefertigtes Watchface legen. Dafür reicht es das gewünschte Bild – am besten mit dem Zielmotiv mittig – in der Galerie des Smartphones zu öffnen und kurz das Smartphone auf die Uhr zu legen. Der Ausschnitt passt nicht immer, aber meist klappt es direkt. Die Uhr schaltet dann einfach zwischen den übertragenen Fotos durch.

      Schade ist, dass die Huawei Health App keinen Hinweis darauf gibt, ob ein Watchface personalisierbar ist oder nicht. Hier muss man also durchprobieren. Allerdings: Während ich den Test gerade abschließen wollte, kam HUAWEI noch mit einem Watchface Store um die Ecke, sodass es eine noch größere Auswahl an Watchfaces gibt, die zum Teil dann aber auch gekauft werden müssen.

      Was als Feature allerdings nicht hinzukam: kontaktloses Bezahlen. Sehr schade, aber angesichts der noch fehlenden breit akzeptierten Zahlungsmethode innerhalb des Huawei-Ökosystems auch nachvollziehbar. Die Technik hierfür ist vorhanden, sobald ein passender Zahlungsdienst bereitsteht, dürfte es dann hoffentlich bald losgehen. Huawei Pay soll ja angeblich noch 2020 nach Deutschland kommen, so langsam wird es aber eng…

      Davon ab gibt es weiterhin die Aktivitätenerkennung, sodass die meisten Übungen automatisch durch die Uhr erkannt werden. Per Audiosignal macht sie sich dann auch bemerkbar und man kann das Training direkt mit einem Fingertipp starten. Die Genauigkeit kann ich schwer beurteilen, dafür befindet sich in meinem Alltag zu wenig Sport. Die kurzen Sprints zur S-Bahn werden allerdings direkt erkannt. Was mir noch fehlt, ist ein Renovierungsmodus 😉 .

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

      Die für mich wohl wichtigste Funktionen bleiben aber die Benachrichtigungen und sogar – was ich vorher nie dachte – die Telefonfunktion. Anrufe annehmen, wenn man gerade die Hände voll hat und einfach über die Uhr Telefonieren ist sehr praktisch und funktionierte bislang immer hervorragend. Die Sprachqualität ist ausreichend, wenn auch nicht überragend. Es reicht, um gut verstanden zu werden und auch das Gegenüber zu verstehen. Selbst im Auto reicht die Lautstärke aus, um die Uhr einfach als Freisprecheinrichtung zu nutzen. Benachrichtigungen kommen zuverlässig, teilweise sogar noch vor dem Smartphone, an. So vibriert erst die Uhr, dann das Smartphone. Stört mich nicht weiter, wollte ich aber erwähnt haben.

      Notifications kommen an sich auch zuverlässig an, aber die Anzeige ist manchmal etwas merkwürdig. Hebt man nicht sofort den Arm um die Benachrichtigung, die gerade an kam zu sehen, verschwindet sie im Notification Center und liegt dann dort mit teilweise mehrere Tage alten Benachrichtigungen, die ich längst gelesen habe. Hier fehlt noch etwas Feinschliff, um die Darstellung zu optimieren.

      Ebenfalls neu sind Apps. Bislang gibt es exakt zwei davon, beides sind einfache Puzzle-Spiele auf der Watch. Kann ich ehrlich gesagt drauf verzichten und bislang fehlt mir, abgesehen von einer Zahlungsoption, auch keine App auf der Uhr. Mal gucken, was Huawei und die App-Entwickler hier noch rausholen. Meist weiß man ja erst was einem fehlt, wenn man sieht, dass es existiert 😉.

      Bei der Akkulaufzeit hat sich nichts geändert: Die 2 Wochen sind weiterhin problemlos möglich. Mein größtes Problem mit der Laufzeit ist daher nur, daran zu denken rechtzeitig zu laden, als dass sie zu kurz wäre.

      Was mich ein wenig stört: Huawei selbst bietet die Original Armbänder weiterhin nicht separat an. Sollte also ein Armband kaputt gehen oder einfach abgenutzt sein, muss man sich bei Drittherstellern umsehen. Da die Armbänder allerdings nicht proprietär befestigt sind gibt es hier dann eine ziemlich große Auswahl von Kunststoff über Leder bis hin zu Edelstahl. Eine Auswahl an Original-Armbändern wäre trotzdem schön zu sehen.

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

      Fazit HUAWEI Watch GT2 Pro: Gutes sinnvoll weiterentwickelt

      Insgesamt halten sich die Neuerungen also in Grenzen, weshalb es wohl auch nur für den „Pro“ Zusatz gereicht hat, statt für eine neue Watch GT3. Große Kritikpunkte gibt es für mich nicht – der größte ist wohl die noch fehlende Unterstützung für kontaktloses Bezahlen. Sobald Huawei hier seinen eigenen Zahlungsdienst parat hat, dürfte sich das hoffentlich ändern.

      Die Verarbeitung ist weiterhin hervorragend, sie liegt gut an und drückt nicht. Das Armband ist nach etwas Lederpflege und eintragen sehr angenehm zu tragen.

      Insgesamt bleibt für mich vor allem: Wenn ihr aktuell eine Smartwatch sucht, die Watch GT2 Pro sollte definitiv in die engere Auswahl, wenn ihr mit den genannten Schwächen leben könnt. Denn ansonsten bietet sie alles, was eine Smartwatch braucht und verpackt das ganze unaufdringlich in einem schicken Gehäuse und mit sehr langer Akkulaufzeit.

      HUAWEI Watch GT2 Pro Nebula Gray bei NBB

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