Ig Nobel Prize: Der Unwahrscheinlichkeitspreis 2016 für Rattensex und Juckphänomen

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Manche Studien wirken auf den ersten Blick sinnlos oder skurril. Das Magazin Improbable Research sammelt die ungewöhnlichsten Forschungsprojekte und zeichnet sie jedes Jahr aus. Und so gibt es bei diesem alternativen Nobelpreis auch 2016 wieder Besonderes zu entdecken: Beispielsweise die Auswirkung bestimmter Textilien auf das sexuelle Verhalten von Ratten (und Männern). Aber auch Volkswagen darf sich über einen Preis freuen.

„Forschung, die Leute erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt“ – das ist das Motto von Improbable Research. Sechs Mal im Jahr erscheint ein Magazin, das diverse Studien versammelt wie beispielsweise „Der Effekt des Fernsehens auf das sexuelle Verhalten“ (senkt effektiv die Geburtenrate), „Schmeckt nach Hühnchen“ (eine Menge, beispielsweise Dinosaurier) und „Landet eine Katze immer auf ihren Pfoten?“ (meistens ja, aber nie ab einer bestimmten Höhe). Jährlich schreitet die Unwahrscheinlichkeits-Forschung zum Höhepunkt: Der Vergabe des Ig Nobel Prize im späten September.

In der Kategorie „Fortpflanzung“ ergatterte Ahmed Shafik aus Ägypten eine der Trophäen. Seine Studie untersucht, ob das Tragen von Polyester- oder Baumwollhosen das sexuelle Verhalten von Ratten und Männern beeinflusst. Der eindeutige Schluss: Polyester vermindert die Fruchtbarkeit.

Im Bereich Chemie kommt Volkswagen die zweifelhafte Ehre eines Preises. Die Forscher erhalten die Auszeichnung für ihre Untersuchung, wie man Emissionen automatisch verringert, wenn Wagen getestet werden. Erfolgreich waren die Wolfsburger ja.

Der Medizin-Preis geht ebenfalls nach Deutschland, denn hier entdeckten Forscher ein ungewöhnliches Phänomen: Wenn es auf der linken Seite juckt, man sich aber rechts kratzt und dabei in einen Spiegel schaut, dann verschwindet das Jucken. Und umgekehrt.

An Aristoteles und das Lügner-Paradox erinnert eine internationale Studie, bei denen man Lügner fragte, wie oft sie denn lügen würden. Und herausfinden wollte, wie glaubhaft die Antworten sind.

Bei der Wahrnehmung landen japanische Forscher ganz vorne. Es geht ihnen darum, herauszufinden, ob Dinge anders erscheinen, wenn man sich bückt und den Gegenstand durch die eigenen Beine betrachtet. Die Antwort bleibt uns die Web-Seite allerdings schuldig. Wir werden da wohl selbst nachforschen müssen und gebückt zwischen unseren Beinen hindurchschauen. Wer weiß, wie sich die Dinge dann ändern.

Via Wired.de

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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