Im Kurztest: LG 49LB620V Full-HD direct LED TV

Die Wahl des richtigen Fernsehers ist immer schwierig. Gerade was die Größe und die Ausstattung betrifft sollte man möglichst genau überlegen, was man sucht. Schließlich kauft man ja nicht jedes Jahr einen neuen Fernseher.

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Für diejenigen, die hauptsächlich Wert auf ein möglichst gutes, großes Bild und einen günstigen Preis legen haben wir uns einmal den LG 49LB620V angesehen. Der Fernseher bietet alle nötigen Grundfunktionen wie ein Full-HD-Panel, einen Tripple-Tuner (DVB-T, -C, -S), Direct-LED-Backlight und als Bonus noch die Cinema-3D-Technik von LG – also passives 3D per Polarisationstechnik. Die 3D-Brillen hierfür sind sehr günstig und benötigen keine Shutter-Technik. Gerade für diejenigen, die auf den Shutter-Effekt empfindlich sind, sehr zu empfehlen. Auf Smart-TV wurde bei dem Gerät komplett verzichtet.

Zur Einstimmung fangen wir erst mal mit einem Hands-On an:

Optik/Design und Verarbeitung

Optisch kommt der Fernseher eher schlicht daher. Keine unnötige Spielerei bei Design, sondern hauptsächlich ein dünner Rahmen, zwei kleine Standfüße anstelle eines großen und das ganze in schlichtem Silber-Grau. Finde ich persönlich gut gelungen, da das Design hier auf das Wesentliche reduziert ist.
Die Verarbeitung ist ebenfalls gut, lediglich hier und da steht die Displayeinfassung 1-2 mm vom eigentlichen Panel ab. Das sieht man allerdings nur, wenn man direkt davor steht und den Rand genau betrachtet. Von der üblichen Sitzposition vor dem TV fällt so etwas natürlich gar nicht auf.
Durch die kleinen und recht leichten Standfüße wackelt er etwas, wenn man ihn anstößt. Das liegt aber auch mit an der Größe, ich kenne keinen Fernseher, bei dem das nicht passieren würde. Normalerweise schubst man seinen Fernseher auch nicht die ganze Zeit 😉

Lieferumfang

Hier gibt es nicht viel zu sagen: Eine Fernbedienung ist natürlich dabei, die Batterien dafür ebenfalls. Zusätzlich liegen noch zwei 3D-Brillen und ein paar Kabelbinder bei. Natürlich auch das obligatorische Handbuch und Netzkabel, das war es dann aber auch schon.

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Anschlüsse

Bei den Anschlüssen ist eigentlich alles dabei, was man so braucht: 2x HDMI, 1x Component, 1x Cinch, 1x Scart, 1x optischer Audio-Ausgang, 1x USB 2.0, VESA 400x 400 für die Wandmontage und natürlich die Anschlüsse für die Tuner.
Insgesamt also alles Wichtige vertreten. Wer allerdings viele Geräte wie DVD/BluRay oder ähnliches nutzt, sollte vorher prüfen, ob die HDMI-Anschlüsse denn auch reichen. Und wer analoge Anschlüsse wie den Cinch-A/V und Component-Anschluss benötigt muss beachten, dass diese Eingänge kombiniert sind: Der grüne Component Eingang ist gleichzeitig auch der Video-Eingang für die Cinch-Verbindung. Wer also beides braucht, schaut hier leider in die Röhre.

Bildqualität

Kommen wir zum Wichtigsten: der Bildqualität! Alles in allem ist diese sehr gut. Es gibt durch die Direct-LED-Technik – das bedeutet, die LED-Hintergrundbeleuchtung sitzt hinter dem Display, statt im Rand, wie es bei Edge-LED der Fall ist – kein so genanntes „Light Bleeding“. Den Effekt kennt ihr sicher, wenn bei dunklen Szenen an den Rändern des Displays die Hintergrundbeleuchtung durchscheint. Generell liefert er bei dunklen Bildern ein sehr gutes Bild, es ist fast kein Clouding wahrzunehmen, also es bilden sich keine helleren „Wolken“ bei schwarzen/dunklen Inhalten.
Dafür hat die Direct-LED Technik einen anderen Nachteil: Bei sehr hellen Bildern erkennt man einen Helligkeitsabfall am Rand des Displays. Bei komplett weißem Bild bilden sich auch dunkle Wölkchen mittig im Display. Ausgelöst wird das durch den Abstand der LEDs hinter dem Panel. Mittig zwischen den quadratisch angeordneten LEDs ist die Helligkeit einfach geringer als direkt „über“ der LED. Das fällt allerdings auch nur dann auf, wenn man ein komplett weißes Bild betrachtet. Bei normalen Inhalten wie Filmen oder Fotos fällt nur der Helligkeitsabfall am Rand etwas auf, wenn helle Inhalte dargestellt werden.
Ganz vermeiden lassen werden sich derartige Probleme bei LED-Fernsehern vermutlich nie, was einfach der Backlight-Technologie geschuldet ist. Aber dafür steht ja schon die OLED-Technik in den Startlöchern.

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Ausleuchtung

Was der LG auch gut macht: Trotz der 100-MHz-MCI-Technik – also das Panel hat keine „echten“ 100Hz – gibt es auch bei schnelleren Bewegungen kaum Schlieren oder Verzerrungen, wie es sonst häufig der Fall ist. Erst wenn es an extrem schnelle Bewegungen geht, sieht man die Schwächen dieser interpolierten 100Hz.

Die 3D-Darstellung ist ausbaufähig. Ich fand den Effekt nicht so plastisch, wie ich ihn von meinem TV mit Active-Shutter-Technologie gewohnt bin. Auf der anderen Seite ist die Polarisationstechnik auf Dauer angenehmer für die Augen. Aber das empfindet jeder anders, daher solltet ihr am besten selbst ausprobieren, ob passives oder aktives 3D für euch die bessere Wahl ist.

Alles in allem hätte ich bei einem so günstigen Gerät aber mit einem schlechteren Bild gerechnet.

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Multimedia

Wie Eingangs erwähnt, fehlt jegliches Smart-TV Feature bei dem Gerät. Die einzige verfügbare Funktion ist die Wiedergabe von Medien wie Fotos, Videos oder Musik über den USB 2.0 Anschluss. Die gängigen Medien spielt der LG auch ohne zu murren ab, selbst HD-Inhalte sind kein Problem. Es könnte beim Navigieren durch die Medien allerdings manchmal etwas schneller sein.

Fazit

Alles in allem ist der Fernseher sein Geld durchaus wert, wenn man Wert auf ein gutes Panel zum günstigen Preis legt. Kein Light-Bleeding ist ein großer Pluspunkt, auch das Design ist ansprechend und die Anschlüsse für einen Großteil der Haushalte mehr als ausreichend. Wer allerdings die Multimediazentrale für sein Wohnzimmer gleich im TV integriert haben will, ist hier definitiv falsch.

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3 Antworten auf Im Kurztest: LG 49LB620V Full-HD direct LED TV

  1. avatar plam sagt:

    Der TV ist ja inzwischen ausverkauft. Kommt der wieder?

  2. avatar Balin sagt:

    Guten Tag. Ich suche nach den TV vergleichbar mit diesen http://pc24.de/lg/55ef950v.html und ich möchte eine Frage stellen uber LED TV, dass SIe in dieser Artikel beschrieben haben. Haben sie die gleiche Parametern? Hast dieses LG 49LB620V Möglichkeit um die Andere (dritte) Geräte zu verbinden? Ich kann immer noch nicht die Wahl, zu bestimmen. Danke.

  3. avatar Fx sagt:

    Danke, nach langem Suchen habe ich endlich diese praktische und auch für den Laien verständliche Beschreibung der Direct-LED gefunden. Das hat mir sehr geholfen, da ich gerade überlege, mir einen anderen LG mit dieser Technologie (in diesem Fall wörtlich „Slim Direct-Lit LED“) zuzulegen.

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