Im Test: LG 34UC97 – Display mit Schwung

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Selten hat mich eine Technik, der ich anfangs skeptisch gegenüberstand, so schnell überzeugt wie 21:9 Monitore. Als der erste 21:9 Monitor vor mir stand war schnell klar: Ab jetzt gibt’s nichts anderes mehr. Das war „damals“ der LG 29UM65. Mit 29 Zoll Diagonale und 2560×1080 Pixeln Auflösung war das schon ein sehr angenehmes Arbeiten. Mittlerweile sind die Monitore weiter gewachsen und erreichen Diagonalen von 34“, dazu kommt eine höhere Auflösung und am besten auch noch ein Curved-Panel. So wie im LG 34UC97, der mir netterweise von LG für einen Test zur Verfügung gestellt wurde.

Ausstattung

Jede Menge Anschlüsse und ein integrierter aktiver USB 3.0 HUB, was will man mehr? Eine Höhenverstellung zum Beispiel. Auf die hat LG beim 34UC97 leider verzichtet. Andere LG Modelle wie der 34UC87 haben dagegen einen Standfuß mit Höhenverstellung. Die MAXXAUDIO Surround-Lautsprecher sind „nice-to-have“, ich setze aber eher auf separate Lautsprecher. Was fehlt? Ganz klar die Option, eine VESA-Halterung anzubringen. Hier muss erst ein separater Adapter bei LG angefordert werden. Warum man diesen nicht einfach beilegt, erschließt sich mir nicht.

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Der Übersicht halber hier die wichtigsten technischen Daten:

  • Displaytyp Curved TFT-LCD Aktiv Matrix mit 3,8m Radius und White LED Backlight
  • Bildschirmdiagonale 86,36 cm (34″)
  • Hintergrundbeleuchtung White LED
  • Bildformat 21:9
  • Native Auflösung 3440 x 1440 @ 60 Hz Thunderbolt / DP / (HDMI 50Hz)
  • Farbdarstellung 1,073 Mrd (10Bit) bei DisplayPort; 16,7 Mio. (8Bit) bei HDMI und Thunderbolt
  • Farbsteuerung 6 Achsen Farbkontrolle
  • Helligkeit (cd/m²) 300
  • Kontrastverhältnis DFC 5 Mio.:1
  • Kontrastverhältnis (statisch) 1000:1
  • Betrachtungswinkel horizontal (CR 10:1) 178 °
  • Betrachtungswinkel vertikal (CR 10:1) 178 °
  • Reaktionszeit (GtG) 5 ms
  • Eingangssignal Digital
  • Synchronisation digital
  • Formatumschaltung Wide, Cinema 1, Cinema 2, Original, 1:1
  • Eingangsbuchse 2 x HDMI, 2 x Thunderbolt™ 2, DisplayPort, USB 3.0 (1 upstream / 2 downstream)
  • Ausgangsbuchse Audio out 3,5 mm Klinke

Montage

In kurz: Sehr einfach und sogar allein machbar – wenn auch nicht zu empfehlen. Den zweiteiligen Standfuß montiert, Monitor dran gehängt und festgeschraubt, fertig. Insgesamt nur 3 Schrauben müssen festgezogen werden.

Unbenannt

Optik

Auf den ersten Blick fällt vor allem eines auf: Die Größe. Der LG 34UC97 ist einfach riesig. Fast schon gigantisch. Dazu die leicht goldene Rückseite, der verchromte Rahmen: Er fällt definitiv sofort auf. Meinen Kollegen entfuhr meistens direkt ein „Was ist das denn für ein Monitor?!“. Ganz im Gegensatz zum massiven Monitor selbst, wirkt der Standfuß dann fast schon zierlich.

Ein schönes Detail ist das verdeckte Anschluss-Panel. Die Kabel laufen so an einem zentralen Punkt zusammen. Das wirkt direkt aufgeräumter, selbst bei vielen Kabeln. Allerdings ist die Kabeldurchführung etwas knapp bemessen – gerade Displayport oder HDMI Kabel sind ja doch recht dick. Nutzt man den USB-Hub, Displayport und HDMI oder Thunderbolt zeitgleich, muss man schon etwas quetschen damit alles passt. Durch die Vielzahl an Anschlüssen kommt da schon mal einiges an Kabeln zusammen.

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schiefe Abdeckung und Kabeldurchführung

Verarbeitung

Hier gibt es nichts zu meckern. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Spaltmaße gleichmäßig, nichts klappert oder wackelt.

Einziger Negativpunkt: Durch seine Größe und den zierlichen Standfuß wackelt der LG 34UC97 ein wenig auf dem Fuß. Schon die normalen Bewegungen beim Schreiben reichen dafür aus. Sofern man aber nicht gezielt darauf achtet, fällt es kaum auf.

Beim Standfuß bzw. dessen Befestigung fällt auch noch ein unschönes Detail auf: Die Abdeckung, damit man die Schrauben nicht mehr sieht, sitzt irgendwie schief. Warum? Ich weiß es nicht. Schön ist aber anders – zum Glück sieht man es nach der Montage nur noch sehr selten.

Bedienung

Auch ein Monitor will bedient werden, zumindest bei der Ersteinrichtung oder beim Wechseln des Eingangssignals. Dazu hat LG, wie bei den meisten ihrer Monitore eine Art Joystick verbaut. Mehr Tasten gibt es nicht. Das soll die Bedienung einfacher und übersichtlicher machen.

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Soweit kommt das auch hin: Über den Joystick kann man problemlos durch die Menüs wechseln, ohne ihn sehen oder umgreifen zu müssen.

Der Nachteil daran ist allerdings, dass für jede Änderung das Menü geöffnet werden muss. Einzige Ausnahme ist die Lautstärke, die direkt gesteuert werden kann.

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Aber schon das Wechseln des Eingangssignals ist dann recht umständlich: Menü durch Druck auf den Joystick öffnen, Einstellungen öffnen, Quicksettings öffnen, Eingangssignal-Einstellungen öffnen, Quelle auswählen. Zurück zur vorherigen Quelle? Wieder der gleiche Weg. Schön wäre eine Option, sich Schnellbefehle anlegen bzw. das erste Pop-Up Menü personalisieren zu können. MAXX-Audio und Picture-by-Picture nutze ich beispielsweise gar nicht. Aus den Schnelleinstellungen bekomme ich sie trotzdem nicht raus oder durch andere Funktionen ersetzt.

Bildqualität

Die Königsdisziplin. Wie gut ist das IPS-Panel wirklich? In kurz: Sehr gut.

Aber natürlich soll das nicht alles sein. Die Blickwinkel sind sehr stabil, egal aus welchem Winkel man auf das Display schaut, es gibt nahezu keine Farbinvertierung, Verdunkelung, oder Schlierenbildung. Also auch mit mehreren Personen vor dem Monitor hat man keine Probleme. Die Auflösung reicht für den normalen Sitzabstand auch locker. Einzelne Pixel sieht man nur bei sehr genauem hinsehen aus kurzer Distanz.

Pixel sieht man nur bei genauem hinsehen

Pixel sieht man nur bei genauem hinsehen

Kontrast und Schwarzwert sind ebenso sehr gut: Schwarz ist wirklich schwarz.

Große LED-Monitore oder Fernseher leiden häufig unter so genanntem Light-Bleeding und/oder Clouding. Ersteres führt zu hellen Rändern am Bildschirmrand, Zweiteres zu hellen Flecken im Bild. Gerade bei dunklen Inhalten machen sich die beiden Punkte daher bemerkbar. Beim LG 34UC97 ist aber beides vernachlässigbar. Nur bei voller Helligkeit, abgedunkeltem Raum und ganz genauem Hinsehen erkennt man minimalstes Clouding. Light-Bleeding konnte ich gar nicht feststellen.

Flackern oder Flimmern? Gibt’s nicht. „Flicker free“ stimmt hier also auf jeden Fall.

Die Farben sind richtig knackig und trotzdem nicht überstrahlt, Schrift ist extrem scharf. Auch sonst macht er sowohl beim normalen Office-Einsatz, als auch bei Videos oder gar Spielen eine gute Figur. Alle Inhalte sind gestochen scharf und für den Casual-Gamer reicht die Reaktionszeit auch locker aus. Schlierenbildung konnte ich keine feststellen. Für Hardcore-Gamer oder Profis würde ich dann aber doch eher ein Modell mit Freesync oder G-Sync empfehlen.

Audioqualität

Nicht so wichtig wie die Bildqualität, daher kurz und knackig: Der Ton ist ganz ok, aber nichts was ich dauerhaft nutzen würde. Bass ist Mangelware, der beschriebene Surroundeffekt stellt sich nicht ein. Von daher als Notlösung insgesamt ok, aber mehr auch nicht.

Curved Effekt und Praxis

Und was heißt das jetzt alles für die Praxis und was genau bringt „Curved“ denn überhaupt? Als Vergleich habe ich meinen Standard-Monitor: Einen LG 29UM65. Also auch 21:9 Format, aber ohne Curved und „nur“ 2560×1080 Pixel Auflösung. Und um es kurz zu machen: Die 5 Zoll mehr nebst der höheren Auflösung machen sich doch sehr stark bemerkbar.

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Der LG 34UC97 ersetzt durch die Größe und Auflösung locker zwei Displays. Klar, zwei 24“ Monitore mit Full-HD Auflösung bieten etwas mehr Platz zum Arbeiten, benötigen aber auch deutlich mehr Platz auf dem Tisch, mehr Kabel und vor allem ein Notebook oder PC mit mehreren (digitalen) Display-Anschlüssen. Hier spart der LG daher trotz seiner schieren Größe Platz und Kabelgewirr. Zwei Programme oder Browserfenster haben bequem nebeneinander Platz.

Seine wahre Stärke offenbart der LG 34UC97 aber erst bei Foto- oder Videobearbeitung. Der Verfügbare Platz ist einfach enorm, sodass man jederzeit die wichtigsten Toolbars, Zeitleisten, usw. geöffnet lassen kann – selbst wenn das Full-HD-Video in seiner tatsächlichen Größe angezeigt wird. Auch im Professionellen Umfeld sollte der Monitor dank 10 Bit Support eine gute Figur machen.

Den Curved Effekt zu beschreiben ist schon schwieriger. Das Bild wirkt einfach etwas plastischer als bei einem normalen Monitor. Es kommt einem quasi leicht entgegen und ich hatte nie das Gefühl auf einen 34“ Monitor zu gucken. Normalerweise neigt man ja dazu, auf so große Distanz eher kleinere Monitore zu empfehlen, was hier aber definitiv nicht nötig ist.

Fazit

Das Fazit zu einem Testgerät ist mir, glaube ich, noch nie so leicht gefallen. Kurzum: Ich bin trotz der kleineren Schwächen in der Bedienung und der fehlenden Höhenverstellung einfach nur begeistert. Der schier unendliche Platz, die tolle Farbdarstellung, quasi kein Light-Bleeding, all das lässt mich die Schwächen schnell vergessen.

Eine „Schwäche“ ist aber so leicht nicht zu übersehen: Der Preis. Aktuell könnt ihr den LG 34UC97 für 929 Euro bei uns bestellen. Das Schwestermodell 34UC87 mit höhenverstellbarem Standfuß und ohne Surround Audio ist mit derzeit 879 Euro etwas günstiger zu haben.

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6 Kommentare auf "Im Test: LG 34UC97 – Display mit Schwung"

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Wieso gibt es keine Verlosung? 😀

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Lässt sich die Bildschirmausgabe von zwei PCs parallel ausgeben (also so eine Art Splitscreen auf dem Bildschirm)

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Ja, Splitscreen klappt:

„DUAL LINKUP
The Dual Linkup feature allows two compatible portable devices–such as a computer, camera, phone, or Blu-ray player–to be connected to the monitor, and both can be viewed on the same screen simultaneously.

* To use Dual Linkup, one device must be connected to the DisplayPort while the other is connected to either the HDMI or DVI port“

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Ein ganz feines Gerät, wir haben zwei die Links und rechts neben einem IMac stehen. Nur wenn Ihr wie wir auf die VESA Halterung angewiesen seit, kauft Euch was anderes. Der LG Service und die Versprechen auf der Seite sind beides gleich viel wert: nichts! Wochenlanger Schriftverkehr letztendlich haben wir einen bekommen. Das war das letzte Mal LG!!

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Hab auch schon mal über das Format nachgedacht.
Die Bildfläche ist 34 cm hoch, d.h. gleich wie bei meinem 27″ Monitor.
Wenn man also Inhalte nutzt, die 16:9 am besten aussehen, wie Filme oder TV, dann sind die Monitore gleichwertig (abgesehen davon, dass man dann links und rechts noch was ansehen kann). Für Büroarbeit, Surfen und vieles anderes ist das aber sicher trotzdem fein.

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