Im Test: MSI All-in-One-PC AG270 – Einer für (fast) alles

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All-in-One-PCs sind im Gaming-Bereich noch nicht besonders weit verbreitet, bislang gab es auch schlicht nur wenig Auswahl in diesem Bereich. MSI hat sich aber daran gemacht, dies zu ändern und mittlerweile auch einige Modelle auf dem Markt. Dennoch fristen die Systeme unter den Gamern eher ein Nischendasein. Woran das liegen könnte wollte ich mir mal anschauen und hab mir daher den MSI All-in-One-PC AG270 für einen Test geschnappt.

Die technischen Daten des All-in-Ones lesen sich schon mal gut:

  • NVIDIA® GeForce® GTX 970M Grafik mit 3GB GDDR5 für höchste 3D‐Leistung
  • Intel® Core™ i7‐4720HQ 4x 2.60 GHz (Turboboost 2.0 bis zu 3,50GHz)
  • 8GB DDR3 SO-DIMM 1333MHz (2x 4GB)
  • 128GB SSD + 1TB HDD (3,5″ SATA II, 7200rpm)
  • 27″ mattes QHD-IPS-Display (2560×1440)
  • Augenschonende Anti-Flicker Technik
  • Innovatives ultradünnes Design mit Anti‐Glare Display
  • Extra Geschwindigkeit mit schnellem SSD plus großer Daten‐Festplatte
  • Hochwertige Military Class 4 Komponenten
  • Imposantes Klangerlebnis mit YAMAHA Lautsprecher
  • HDMI‐Eingang mit MSI Instant‐Display‐Technik: PC als externer Monitor nutzbar
  • HDMI-Ausgang zum Anschluss eines externen Monitors
  • 3x USB 3.0 und 2x USB 2.0 Anschlüsse, integrierter Kartenleser
  • Super Charger: Handy/MP3‐Player auch bei ausgeschaltetem PC aufladbar
  • Gigabit Netzwerkanschluss und schnelles WLAN
  • Befestigung an der Wand möglich (VESA‐Wandhalterung 100 x 100mm)
  • Windows 10 64-Bit

Der gute erste Eindruck bleibt auch nach dem Auspacken bestehen: Die Verarbeitung ist sehr gut, die Rückseite besteht komplett aus Metall und die Front ist fast vollständig vom matten Displayglas bedeckt. Das Design ist dann natürlich Geschmackssache – ich finde es ok, aber auch nicht überwältigend. Das eher dunkel gehaltene Rot zusammen mit den schwarzen Elementen wirkt aber nicht zu aufdringlich und auf den ersten Blick vermutet man nicht unbedingt einen Gaming-PC.

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Die meisten Anschlüsse liegen auf der Rückseite, zusätzlich gibt es an der linken Gehäuseseite zwei USB 3.0 Anschlüsse und einen SD-Card-Slot neben den Bedienelementen. Die Rückseitigen Anschlüsse umfassen zudem zwei USB 3.0, zwei USB 2.0, zwei HDMI-Out und einen HDMI-In, einen Gbit LAN-Port und Audio-Ports für Line-In/Out, Mikrofon und Kopfhörer. Besonders der HDMI-Eingang ist hervorzuheben, da er eine Seltenheit bei All-in-Ones darstellt. Darüber lassen sich problemlos externe Geräte wie Notebooks, PCs oder auch ein TV-Receiver anschließen und auf dem internen Display darstellen. Auf der rechten Seite des Gehäuses versteckt sich dann noch das DVD-Laufwerk – im ersten Moment hatte ich es aber komplett übersehen. Die Verarbeitung lässt ansonsten keinen Raum zur Kritik. Gleichmäßige Spaltmaße, hochwertige Materialien, nichts klappert oder wackelt.

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Der Standfuß sorgt außerdem für stabilen Stand, ohne Angst haben zu müssen, dass der PC umkippt. Allerdings steht das Display bauartbedingt immer etwas schräg nach hinten geneigt. Das ist ergonomisch nicht optimal und gefällt mir auch nicht besonders. Aber auch hier ist es ja immer Geschmackssache bzw. auch von der Sitzhaltung und der restlichen Umgebung abhängig. Alternativ lässt sich der PC ansonsten auch per VESA-Vorbereitung an die Wand oder einen Monitor-Ständer hängen.

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Für die Haptik gibt es aber Punktabzug: Die Bedienelemente an der linken Gehäuseseite sind von vorne nicht zu sehen und auch nicht beschriftet. Bis man die richtigen Tasten blind und auf Anhieb findet dauert es eine ganze Weile. Der Druckpunkt der Tasten ist auch nicht optimal, zu weich und dabei schwergängig reagieren die Tasten. Der eigentliche Druckpunkt hat kaum Kontur, ob man die Taste wirklich gedrückt hat fühlt man dadurch nur schwer. Auch die daneben liegenden USB-Anschlüsse und den SD-Card-Einschub findet man nur schwer, ohne hinter den PC zu blicken. Ein weiterer, kleiner, Minuspunkt geht an die SSD-Kapazität. 128GB sind einfach nicht mehr zeitgemäß – viele Spiele benötigen bereits 30 und mehr GB Speicherplatz, die 128GB sind da sehr schnell voll. Das weiß man aber vorher, daher wirklich nur ein Mini-Minuspunkt.

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Softwareseitig kommt Windows 10 zum Einsatz, soweit also nichts Besonderes. MSI setzt dabei aber auf einiges an Bloatware, die erst einmal entfernt werden will. Daneben gibt es aber noch nützliche vorinstallierte Software wie eine Recovery-Suite, mittels der man ganz einfach Wiederherstellungsmedien erstellen kann, oder auch das Gaming Center, in dem einige Einstellungen des Systems direkt vorgenommen werden können und das auch verschiedene Status des Systems wie die RAM-Nutzung oder die CPU-Last anzeigt. Über den Killer Network-Manager lassen sich die Netzwerkeinstellungen optimieren und „Nahimic for MSI“ sorgt für die Soundoptimierung. Es liegt auch noch eine 6-Monatige Lizenz für die „Xsplit Gamecaster“ Software bei, mit der sich Game-Session live streamen oder aufzeichnen lassen.

Schauen wir uns das Display an. Wie schon erwähnt setzt MSI auf ein mattiertes IPS-Display mit einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln. Außerdem setzt man auf die augenschonende Anti-Flicker-Technik. Die Blickwinkel sind gut, auch bei sehr steilem Winkel gibt es nahezu keine Farbverfälschungen, das Bild dunkelt lediglich etwas ab und der Kontrast lässt nach. Nvidia G-Sync ist nicht an Bord, die maximale refresh-Rate liegt bei 60Hz. Dennoch konnte ich im Test kein Tearing oder Stutter bemerken, das Display reagierte trotz der 6ms Reaktionszeit noch schnell genug.

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Farben wirken lebendig, ohne zu übertreiben und auch dunkle Szenen kommen durch einen guten Schwarzwert gut rüber. Dennoch ist das Schwarz noch nicht perfekt – das übliche Problem mit LC-Displays.

Mit den verbauten Komponenten markiert der MSI All-in-One-PC AG270 mittlerweile nicht mehr die Oberklasse, aber liegt noch im guten oberen Mittelfeld. Die Kombination aus Core i7 4720HQ und Nvidia GTX 970M reicht noch für die meisten Titel, wobei die Displayauflösung hier kritisch werden könnte. Aber dazu kommen wir später, erstmal gibt’s ein paar synthetische Benchmarks.

3D Mark

Im Klassiker 3D Mark liefert das System die erwarteten Ergebnisse. Natürlich kann man nicht mit den High-End Maschinen mithalten, aber man liegt im guten Mittelfeld, sodass man bei den meisten Spielen kaum Probleme bekommen sollte.

SSD

Die SSD muss sich natürlich auch beweisen. Die Werte sind allerdings allenfalls Mittelmaß. Verbaut hat MSI eine Transcend Industrial MSA370 SATA III mSATA SSD. Gerade schreibend ist das Modell nicht das schnellste, aber auch lesend muss sie sich mit dem unteren Mittelfeld zufrieden geben. Zum Vergleich: Die ebenfalls verbaute Western Digital HDD schreibt im Schnitt 20MB/s schneller als die Transcend SSD. Da gäbe es definitiv bessere Module. Spiele oder andere aufwändige Programme laden auch etwas langsamer, als auf meinem Vergleichssystem mit ähnlicher Hardware und einer SanDisk X300 SSD. Die Zugriffszeiten könnten ebenfalls besser sein.

In der Praxis macht sich das wie erwähnt nur gelegentlich bemerkbar. Bei aufwändigeren Programmen und spielen, insbesondere bei der Installation dieser Programme, merkt man den Unterschied am ehesten. Dennoch sind die Lade- und Reaktionszeiten noch immer weit schneller als bei einer normalen HDD.

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Gaming

Kommen wir zum Gaming. Hier liefert das System definitiv eine bessere Figur, als die SSD 🙂 .

Für den Test antreten mussten Titel wie Crysis 3, Rise oft he Tomb Raider, Risen 3, F1 2015 und World of Warcraft als der Klassiker unter den MMOs.

Mit kaum einem Titel hatte das System ernsthafte Probleme, doch zumindest bei Crysis 3 mussten die Details auf Medium geschraubt und Features wie die Kantenglättung auf ein Minimum reduziert werden, um konstant über 30 FSP zu erzielen. In sehr hardwarelastigen Titeln wie Metro 2033 und Risen 3 genügte eine Reduzierung der Details hingegen leider nicht, um die Framerate konstant über 30 FPS zu halten.

Die Gaming-Leistung reicht also für aktuelle und sicher auch einige kommende Titel noch locker aus, sofern man nicht alle erdenklichen Einstellungen aufs Maximum hochschrauben muss. Die diversen Optionen zur Kantenglättung sind durch die hohe Auflösung beispielsweise kaum noch nötig und können bedenkenlos deaktiviert werden.

Stark verbessert gegenüber dem Vorgängermodell hat MSI die Kühlung. Wo vorher noch hochfrequente Lüfter verzweifelt versuchten für Abkühlung zu sorgen, ist nun Ruhe eingekehrt. Selbst unter erhöhter Last wie den Benchmarks ist das Kühlsystem nur hin und wieder zu hören, auch nach längeren Gamesessions war nicht viel zu hören. Im Idle ist er dagegen nahezu unhörbar – der normale Sitzabstand genügt um ihn nicht mehr wahrzunehmen.

Selbst unter maximaler Last auf Prozessor und Grafikkarte sind die Lüfter überraschend leise. Es entsteht lediglich ein normales Lüfterrauschen, das z.B. bei uns im Büro schnell von der üblichen Geräuschkulisse übertönt wird. Auch nach fast zwei Stunden Burn-In-Test stieg der Geräuschpegel nicht merklich und auch die Temperaturen blieben konstant. Luft nach oben ist also auch noch.

Fazit

Insgesamt liefert sich der MSI nur wenige Schwächen. Das Display ist noch nicht perfekt, vor allem in sehr hellen Umgebungen, die SSD könnte durchaus performanter sein und die Tasten am Gehäuse sind zu schwammig. Ansonsten liefert er aber eine solide Gaming-Perfomance und ein leises Kühlsystem, was schon sehr viel Wert ist.

Es bleiben also letztlich primär Kleinigkeiten, an denen MSI bei einem Nachfolger feilen sollte, die aber die eigentliche Nutzung nur wenig beeinflussen.

Empfehlen kann ich den MSI AIO Gamer daher vor allem jenen, die sich den Platz für einen Desktop sparen, dabei aber nicht auf ausreichend Performance und ein großes, hochauflösendes Display verzichten wollen. Alle aktuellen Spiele laufen flüssig, wirkliche Einschränkungen in der Darstellung muss man dabei auch nicht hinnehmen.

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