Im Test: MSI GT72 Dominator Pro Gaming Notebook

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Mit der Vorstellung der Nvidia GeForce GTX 970M und 980M kamen auch neue Gaming Notebooks auf den Markt. Den Anfang machte MSI mit der GT72-Serie.

Da sich hinsichtlich des Gehäuseaufbaus und des Lüftersystems zur Vorgängerserie GT70 so einiges getan hat, wollten wir uns auch mal die neue Serie genauer angucken. Dazu haben wir uns eins der leistungsstärksten Modelle ausgesucht, das GT72-2QE16SR21BW Dominator Pro.

Die wichtigsten technischen Daten in der Übersicht:

  • Intel® Core™ i7-Prozessor der vierten Generation
  • Windows 8.1
  • Neueste GeForce® GTX 980M High-End-Grafik mit 8 GB Speicher
  • Großer 17,3“ Anti-Reflection Bildschirm mit Full-HD-Auflösung
  • Super RAID mit zwei schnellen SSDs plus großer Daten-Festplatte
  • Starke und leise Cooler Boost 3 Dual-Fan-Kühlung
  • Mehrfarbig beleuchtete Gaming-Tastatur von SteelSeries
  • Schnelles Killer™-DoubleShot-Pro-Netzwerk für LAN & ac-WLAN
  • High-End-Soundsystem von Dynaudio mit Sound Blaster™ Cinema

Am Gehäuse sieht man dann schon die ersten Veränderungen: Die Unterseite ist fast komplett mit Lüftungsgittern durchsetzt, damit das neue Dual-Fan-System auch genügend Frischluft ziehen kann. Dazu gesellen sich zwei riesige Luftauslässe auf der Rückseite, um die warme Luft raus zu lassen. Was direkt danach auffällt, sind extrem viele Anschlüsse: 6 x USB 3.0, 2 x Mini-Display-Port, 1 x HDMI, Gigabit LAN, und so weiter. Weitere Eindrücke zum Gehäuse und den Anschlüssen gibt es in unserem Hands-On-Video:

Das Gehäuse ist auch schlanker geworden im Vergleich zum Vorgänger, ebenso hat das Notebook etwas abgenommen. Wirklich schlank und leicht ist es zwar dennoch nicht, aber mit 3,8 kg bringt es immer noch deutlich weniger auf die Waage, als die Konkurrenz mit vergleichbarer Ausstattung.

Beim Lieferumfang wurde allerdings etwas gespart: Lediglich das Notebook nebst Netzteil ist enthalten, mehr nicht. Im Inneren des Gehäuses wird aber wieder geprotzt: zwei 128 GB SSDs laufen im RAID 0, zusätzlich können noch zwei weitere M.2 SSDs verbaut werden. Daneben gibt es dann noch eine 2,5-Zoll-HDD, die natürlich ebenfalls gegen eine SSD ersetzt werden kann, wenn man das möchte. Ebenso gibt es insgesamt vier RAM-Slots, zwei von denen sitzen direkt unter der Wartungsklappe. Für die anderen beiden Slots muss allerdings das ganze Gerät zerlegt werden, da diese unter der Tastatur liegen und die Tastatur nicht separat herausgenommen werden kann. Wenigstens sind ab Werk aber die beiden unzugänglichen Slots belegt, sodass problemlos nachgerüstet werden kann.

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Die Verarbeitung ist durchwegs sehr gut, keine unregelmäßigen Spaltmaße, keine scharfen Kanten oder Ähnliches. Beim Hochheben knarzt es zwar hier und da gelegentlich, was aber bei dem Gewicht nicht weiter verwunderlich ist. Die Tastatureinfassung sowie der Displaydeckel bestehen aus Aluminium, was dem ganzen noch einen hochwertigen Touch verpasst.

Was mich aber wirklich gestört hat? Der Akku ist nicht nur im Gehäuse integriert, nein, er ist zudem verklebt und nahezu unmöglich zu erreichen. Ein Akkutausch ist daher definitiv nur in der Fachwerkstatt möglich.

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Bei der Tastatur wurde wieder auf eine Steelseries-Gaming-Tastatur mit 3-Zonen-Beleuchtung gesetzt. Die Haptik ist gut gelungen, auch wenn ich mir einen knackigeren Druckpunkt wünschen würde. Schön sind aber die recht großen Tasten, damit lässt sich auch problemlos schreiben. Die Windows-Taste wurde hier auch von links neben der Leertaste auf die rechte Seite verlegt. Damit lässt sich die Gefahr, mitten im Spiel versehentlich auf dem Desktop zu landen, deutlich minimieren – aber es braucht auch etwas Eingewöhnungszeit, bis man die Taste blind findet. Ansonsten liegen alle weiteren Bedienelemente links der Tastatur, also Power-Taste und Cooler-Boost-Taste.

Das Touchpad geht in Ordnung, auch wenn es mir persönlich nicht besonders gut gefällt. Zwar reagiert es recht genau auf die Eingaben, aber mir fehlt die haptische Abgrenzung zur Einfassung. Es einfach blind zu bedienen wird da zur Gedultsprobe. Erwischt man es nämlich zu nah am Rand, führt man ungewollt eine Windows 8.1 Geste aus. Bei einem Gaming-Notebook kann man das allerdings ignorieren – die meiste Zeit wird ja eh eine Maus angesteckt sein. Schönes Detail: Das Touchpad wird automatisch deaktiviert, sobald man eine Maus anschließt.

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Das Display ist schön scharf und bietet satte Farben. Bei den Blickwinkeln muss man lediglich horizontal von unten betrachtet Farbinvertierungen hinnehmen. Seitlich oder von oben betrachtet sind die Blickwinkel sehr stabil.

Leistungstechnisch hat MSI alle Geschütze aufgefahren. Die Grafikikarte ist die aktuell Stärkste auf dem Markt, dazu 16 GB RAM, 2 x 128 GB SSDs im RAID 0, klingt alles perfekt. Aber es gibt einen kleinen Wermutstropfen: Die CPU. Zum Einsatz kommt hier ein Core-i7-4710HQ, der zwar schnell ist, aber im Vergleich zum Rest dann doch eher hinterher hinkt. Gerade bei einem Preis von aktuell rund 2300 Euro hätte ich mir zumindest einen Core-i7-4860HQ gewünscht, der um die 5% schneller ist. Gerade bei prozessorlastigen Titeln kann es da sonst schon mal eng werden. So konnte beispielsweise Risen 3 von der stärkeren Grafik nicht profitieren – es läuft weiterhin mit rund 36 FPS, wie auch beim MSI GT60 mit einer GTX 880M und dem Core-i7-4710HQ.

Bei den synthetischen Benchmarks sieht es da schon etwas anders aus, da hier die Grafikkarte einen deutlichen Schub bringt. Ohne groß herum zu reden hier die Ergebnisse:

Es hat also ordentlich Power, nur für 4K Gaming, wie im Firestrike Ultra Test simuliert, reicht es dann doch noch nicht ganz – trotz des gigantischen 8GB großen GDDR5-Grafikspeichers. Mangels eines passenden Monitors konnte ich aber leider keinen realen Test mit 4K Auflösung durchführen.

Im Synthetischen Stresstest kann der Turbo-Takt von 3,3Ghz nicht voll gehalten werden und die CPU taktete auf bis zu 2,7GHz runter. Dazu muss man allerdings anmerken, dass dieser Test mittels Prime 95 Sehr entfernt ist von der Realität. Eine derartige Auslastung wird kein Spiel erzeugen.
Unter 3D Mark lief die CPU permanent mit mindestens 3,2Ghz auf allen vier Kernen – selbst im Firestrike Ultra Test.
Kleiner Minuspunkt aber an der Stelle bezüglich des dauerhaften Turbos: Alle Kerne laufen im „Sport“ Modus von MSI mit 3,3Ghz Turbo. Dadurch können Single-Core Threads nicht vom vollen Turbo-Potenzial profitieren, da die 3,5Ghz nur erreicht werden können, wenn nur ein Kern den Boost nutzt.
Aber auch hier: Bei normaler Nutzung wird man diesen Punkt kaum bemerken.

Alles in allem ist die Leistung mehr als gut. Jegliches Spiel, Programm, was auch immer lief absolut problemlos, auch größere Anwendungen und Spiele starten binnen weniger Sekunden dank der schnellen SSDs. Also wer vor allem Leistung sucht kann hier bedenkenlos zuschlagen. Wer aber wirklich kompromisslose Leistung will, sollte vielleicht noch etwas warten. Soweit ich gehört habe, sollen auch noch GT72-Modelle mit stärkerem Prozessor auf den Markt kommen.

Kommen wir aber zu der für mich größten und wichtigsten Neuerung: Das Kühlsystem. Endlich werden zwei Lüfter verbaut. Und obendrein sogar noch zwei sehr große Lüfter. Das sorgt für einen deutlich ruhigeren und ausgeglicheneren Betrieb. Schwankungen der Drehzahl gibt es kaum, die Lüfter selbst geben auch nur ein niederfrequentes Surren von sich, pfeifen oder ähnliche hochfrequente Töne treten nicht auf. Dennoch wird das Notebook unter voller Last recht laut, denn es produziert natürlich schon einiges an Abwärme. Aber da wie erwähnt kein hochfrequentes Pfeifen entsteht, ist der Geräuschpegel erträglich.

Die Temperaturen waren durchwegs im grünen Bereich. Bei maximaler Last im Stresstest lag die CPU bei lediglich 76°C, die GPU bei 71°C. Top Werte, vor allem angesichts dessen, dass die Lüfter noch nicht auf der maximalen Drehzahl liefen. Per Cooler-Boost-Taste lässt sich die Drehzahl noch einmal erhöhen und die CPU-Temperatur sinkt auf 70°C, die GPU auf rund 68°C.

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Als Fazit kann ich sagen, dass jeder, der ein Gaming Notebook vorrangig als Desktop-Replacement sucht und es nicht groß rumschleppen will, hier bedenkenlos zuschlagen kann. Der Preis ist natürlich nicht ohne, wer sparen will, kann das Modell aber beispielsweise auch ohne SSDs und ohne Betriebssystem bestellen, da sinkt der Preis sehr deutlich. Bei uns im Shop findet ihr die gesamte Übersicht aller Modelle aus dieser Serie.

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