Intel​: Neue Alder-Lake-CPUs für Notebook und Desktop

Intel​: Neue Alder-Lake-CPUs für Notebook und Desktop

Intel hat auf der CES 2022 mit Alder-Lake-H endlich die neuen Mobil-Prozessoren der 12ten Gen. für Notebooks vorgestellt. Mit im Gepäck hatte Intel zudem 22 neue Desktop-Prozessoren, die das aktuelle Alder-Lake-S-Lineup abrunden. Intels EVO-Projekt geht derweil in die dritte Runde.

Intel Alder-Lake-H für Notebooks

Alder-Lake als Architektur selbst ist nicht mehr ganz frisch und in Form von Alder-Lake-S bereits für den Desktop gestartet. Bei Notebooks sind drei Leistungskategorien geplant: „H“ steht für Prozessoren mit 45 Watt, „P“ für 28 Watt und „U“ für 9 bzw. 15 Watt. Mit Alder-Lake-H will Intel demnach wieder zurück an die Spitze der Notebooks-CPUs. Im Desktop-Segment hat das mit Alder-Lake-S bei der rohen Leistung bereits geklappt und auch auf der CES 2022 hat Intel gezeigt, wozu die neue Architektur in Notebooks fähig sein soll.

Das neue Flaggschiff-Modell, der Intel Core i9-12900HK, soll um bis zu 28 Prozent schneller als der Vorgänger Intel Core i9-11980HK sein. Die Zahlen basieren auf Benchmarks in 19 Spielen. In Blender soll der Intel Core i9-12900HK bis zu 30 Prozent schneller rendern können und in CrossMark Creativity Scenario erreicht er 22 Prozent mehr als der Vorgänger.

Insgesamt bewirbt Intel die H-Reihe als perfekte Wahl für Gamer und Medienschaffende. Denn auch in Anwendungen soll die neue CPU mit einer hohen Multi-Core-Performance punkten und in ausgewählten Benchmarks den berüchtigten Apple M1-Chip und AMDs Ryzen 9 5900HX überholen. Konkret soll dies im „C/C++ Integer“-Benchmark in SPEC CPU 2017 „bei ähnlichen Notebooks mit einer TDP von 155 bzw. 165 Watt“ der Fall sein. Dabei handelt es sich natürlich um einen synthetischen Benchmark, die wahre Leistung kann variieren.

Im berühmten Adobe Premiere PudgetBench ist der Intel Core i9-12900HK ganze 44 Prozent schneller als das Vorgängermodell. Er liegt damit – laut Intel – sogar knapp vor dem Apple M1 Max.

Wie genau getestet wurde, ist auf den Folien (wie so oft) nicht 100%ig ersichtlich und nicht alle Einzelheiten sind trotz Kleingedrucktem nachvollziehbar. Alle Benchmarks wurden von Intel ausgewählt und die Diagramme auf Basis von Intels Daten erstellt. Sie dürften den Hersteller in einem besonders guten Licht dastehen lassen. Mehr Objektivität wird es wie immer erst in Form von unabhängigen Tests geben.

Grundsätzlich unterscheidet sich Intel Alder-Lake-H nicht stark von der P- oder U-Reihe. Durch die höhere Leistungsaufnahme werden aber höhere Taktraten erreicht. So schafft es das Spitzenmodell Intel Core i9-12900H bzw. HK sogar auf 5,0 GHz.

Modell Kerne/
Threads
Kerne max. Turbo L3-Cache Intel vPro
Core i9-12900HK 14/20 6P/8E 5,0 GHz 24 MByte Essentials
Core i9-12900H 14/20 6P/8E 5,0 GHz 24 MByte Enterprise
Core i7-12800H 14/20 6P/8E 4,8 GHz 24 MByte Enterprise
Core i7-12700H 14/20 6P/8E 4,7 GHz 24 MByte Essentials
Core i7-12650H 10/16 6P/4E 4,7 GHz 24 MByte
Core i5-12600H 12/16 4P/8E 4,5 GHz 18 MByte Enterprise
Core i5-12500H 12/16 4P/8E 4,5 GHz 18 MByte Essentials
Core i5-12450H 8/12 4P/4E 4,4 GHz 12 MByte

Zudem sind die meisten H-Modelle Intel vPro-zertifiziert. Damit sind sie besonders für Business-Notebooks oder Firmengeräte interessant. Es wird zwischen „Enterprise“ und „Essentials“ unterschieden.


Ansonsten bietet die mobile Version von Alder-Lake fast die gleichen Neuerungen wie die Desktop-Variante: Unterstützung von DDR4 und DDR5, Wi-Fi 6E, Thunderbolt 4 und eben die neue little-Big-Architektur mit schnellen und energieeffizienten Kernen. Es wird allerdings nur PCIe Gen4 unterstützt und nicht schon PCIe 5.0 wie in Desktop-PCs. Die wichtigsten Informationen dazu könnt ihr hier nachlesen.

Intel Alder-Lake-P und -U für mehr Effizienz und Akkulaufzeit

Es gab auch einen kleinen Überblick über die kommenden P- und U-Modelle von Alder-Lake für Notebooks. Die P-Modellreihe ist für „normale“ Notebooks gedacht. Sie wird in den meisten Büro- und Mediennotebooks stecken.

Die U-Reihe ist für besonders stromsparende Ultrabooks geplant. Dabei wird nochmals zwischen Modellen mit 15 Watt und 9 Watt unterschieden.

Modellflut von Alder-Lake-S für den Desktop

Wie erwähnt, gibt es mit Intel Core i5-12600K(F), i7-12700K(F) und i9-12900K(F) bereits einige Alder-Lake-Prozessoren für den Desktop zu kaufen. Den Intel Core i9-12900K haben wir uns schon genauer angeschaut (Test). Intel hat das Sortiment auf der CES 2022 weiter aufgestockt.

Ganze 22 neue Prozessoren wurden vorgestellt. Dabei reicht die Spannweite vom Core i9-12900 bis zum Celeron G6900T. Ergänzt wurden neben neuen Modellen auch unterschiedliche Versionen ohne integrierte Grafik (F) und mit weniger Takt sowie Verbrauch (T).

Modell Kerne/Threads P-Takt E-Takt L3-Cache TDP Grafik
Core i9-12900 16/24 2,4 – 5,1 GHz 1,8 – 3,8 GHz 30 MByte 65 – 202 W UHD 770
Core i9-12900F 16/24 2,4 – 5,1 GHz 1,8 – 3,8 GHz 30 MByte 65 – 202 W
Core i9-12900T 16/24 1,4 – 4,9 GHz 1,0 – 3,6 GHz 30 MByte 35 – 106 W UHD 770
Core i7-12700 12/20 2,1 – 4,9 GHz 1,6 – 3,6 GHz 25 MByte 65 – 180 W UHD 770
Core i7-12700F 12/20 2,1 – 4,8 GHz 1,6 – 3,6 GHz 25 MByte 65 – 180 W
Core i7-12700T 12/20 1,4 – 4,7 GHz 1,0 – 3,4 GHz 25 MByte 35 – 99 W UHD 770
Core i5-12600 6/12 3,3 – 4,6 GHz 18 MByte 65 – 117 W UHD 770
Core i5-12600T 6/12 2,1 – 4,6 GHz 18 MByte 35 – 74 W UHD 770
Core i5-12500 6/12 3,0 – 4,6 GHz 18 MByte  65 – 117 W UHD 770
Core i5-12500T 6/12 2,0 – 4,4 GHz 18 MByte 35 – 74 W UHD 770
Core i5-12400 6/12 2,5 – 4,4 GHz 18 MByte 65 – 117 W UHD 730
Core i5-12400F 6/12 2,5 – 4,4 GHz 18 MByte 65 – 117 W
Core i5-12400T 6/12 1,8 – 4,2 GHz 18 MByte 35 – 74 W UHD 730
Core i3-12300 4/8 3,5 – 4,4 GHz 12 MByte 60 – 89 W UHD 730
Core i3-12300T 4/8 2,3 – 4,2 GHz 12 MByte 35 – 69 W UHD 730
Core i3-12100 4/8 3,3 – 4,3 GHz 12 MByte 60 – 89 W UHD 730
Core i3-12100F 4/8 3,3 – 4,3 GHz 12 MByte 58 – 89 W
Core i3-12100T 4/8 2,2 – 4,1 GHz 12 MByte 35 – 69 W UHD 730
Pentium Gold G7400 2/4 3,7 GHz 6 MByte 46 W UHD 710
Pentium Gold G7400T 2/4 3,1 GHz 6 MByte 35 W UHD 710
Celeron G6900 2/4 3,4 GHz 6 MByte 46 W UHD 710
Celeron G6900T 2/2 2,8 GHz 4 MByte 35 W UHD 710

Bemerkenswert ist, dass alle vorgestellten CPUs 20 PCIe-Lanes und bis zu 128 GB Arbeitsspeicher unterstützen. Als Speicher kann Alder-Lake-S entweder maximal DDR5-4800 oder DDR4-3200 verwenden. Wichtig ist, dass ihr beim Kauf auf die Specs des Motherboards achtet.

Geht man nach den Präsentationen und Benchmarks, so stellt Intel besonders den Core i9-12900 und den Core i5-12600 in den Mittelpunkt. Beide treten in den Tests gegen den beliebten Ryzen 7 5700G an und übertreffen ihn in diversen Produktivitäts-Tests. Den Core i5-12600 um bis zu 31 Prozent und den Core i9-12900 sogar um bis zu 44 Prozent.

Es wäre nicht Intel, wenn es nicht auch ein neues Chipset für Motherboards gäbe. Mit dem neuen 600er-Chipset (H670, B660 und H610) gibt es drei neue Stufen für die Alder-Lake-Architektur. Die Z690-Reihe gibt es bereits zu kaufen. Sie stellt die Kategorie mit der umfangreichsten Ausstattung dar.

Funktion Z690 H670 B660 H610
Kerne & BCLK Übertakten x
Speicher übertakten x x x
Speicherkanäle 2 2 2 1
DMI 4.0 Lanes 8 8 4 4
PCIe 4.0 Lanes bis zu 12 bis zu 12 bis zu 6
PCIe 3.0 Lanes bis zu 16 bis zu 12 bis zu 8 8
SATA 3.0 (6 Gb/s) bis zu 8 bis zu 8 4 4
Max. USB-Ports 14 14 12 10
Intel Rapid Storage Tech 19.x x x x x
Intel VMD x x x x
PCIe Storage Support x x x x
PCIe Raid 0,1,5 Support x x
Wi-Fi 6E x x x x

Rückkehr der Standard-Kühler

Lange galten die mitgelieferten Kühler bei Intel-Prozessoren als „gerade so ausreichend“ oder wurden gar nicht erst mitgeliefert. Das wird sich mit den neuen Desktop-Prozessoren ändern. Intel hat ab sofort drei Stock-Kühler mit unterschiedlicher Kühlleistung in petto. Alle neuen Alder-Lake-Prozessoren mit 65 Watt Leistung und ohne K-Suffix bekommen die neuen Standard-Lüfter mitgeliefert. Das Modell für die i9-Reihe bietet sogar adressierbare RGB-Beleuchtung.

Leider gibt es noch keine Benchmarks oder Angaben, wie gut diese neuen Boxed-Kühler arbeiten. Sie sehen zwar leistungsfähiger aus als die letzte Generation Boxed-Kühler, dürften vielen dedizierten CPU-Kühlern angesichts der Größe jedoch deutlich unterlegen sein.

Intel EVO 3.0

Intels Evo-Programm hat als Project Athena begonnen und stellt gewisse Anforderungen (Key Experience Indicators) an Notebooks. So muss die Akkulaufzeit mindestens 9 Stunden betragen, das Gerät muss innerhalb weniger Sekunden hochfahren und vieles mehr.

Mit der Alder-Lake-Architektur setzt Intel die Messlatte nun etwas höher an: Evo-zertifizierte Notebooks müssen Intel-CPUs der 12. Generation verwenden, Wi-Fi 6E bieten, dynamisch Hintergrundgeräusche herausfiltern können, mindestens eine Full-HD-Webcam verwenden und die „Intel Connectivity Performance Suite“ unterstützen. Es wird auch eine „Intel Visual Sensing Technology“ angegeben, aber es gibt keine genauen Angaben, was sich dahinter verbirgt.

Grundsätzlich scheint das EVO-Projekt für Intel ein großer Erfolg zu sein. Bisher gibt es knapp über 100 Geräte, die das EVO-Logo tragen dürfen. Weitere Notebooks befinden sich bereits in der Entwicklung.


Was denkt ihr über Intels 12. Intel-Core-Generation? Und wie ist eure Meinung zum EVO-Projekt? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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Veröffentlicht von

Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

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