Intel: Neuronales Netzwerk macht GTA V fotorealistisch

Intel: Neuronales Netzwerk macht GTA V fotorealistisch

Grand Theft Auto V hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, die Modder- und Technikszene hat aber daran einen Narren gefressen. Diesmal hat sich Intel dem Spiel angenommen und mit Machine-Learning versucht, San Andreas fotorealistisch zu machen.

Der fiktive US-Staat San Andreas mit seiner Metropole Los Santos ist dem Gebiet um Süd-Kalifornien mit seiner Mega-City LA bereits wunderschön nachempfunden. Doch ein neues Projekt von Intel namens “Enhancing Photorealism Enhancement” soll das Ganze noch eine Ecke weiterbringen.

Stephan R. Richter, Hassan Abu Alhaija und Vladlen Kolten – Forscher bei Intel Labs – haben den Titel durch ihr neuronales Netzwerk laufen lassen und waren selbst vom Ergebnis überrascht: Die Videos sehen genauso aus, wie die leicht schwammigen Fotos und Videos, die man hin und wieder aus der Frontscheibe seines Autos macht. Tatsächlich schafft es die Kombination aus etwas ausgewaschenem Licht, glatten Asphalt und realistischen Reflektionen an den Autos, das Ganze für echte Aufnahmen von Los Angeles zu halten. Wirklich ziemlich beeindruckend!

Die Forscher haben zuerst ein neuronales Netzwerk mit Bildern von Städten gefüttert – lustigerweise stammen viele davon aus Deutschland – und danach das Video-Material von GTA V durchlaufen lassen. Ein Großteil des Realismus entsteht durch ergänzte Details bei Licht, Straßenbelag und Gebäuden. Wer genau nachlesen will, was die Forscher herausgefunden und gemacht haben, kann sich das Whitepaper durchlesen. Einige Journalisten beschreiben, dass sich das Video wie eine geschmeidige Fahrt durch Google Maps anfühlt.

Dabei geht das Projekt weiter als andere Versuche, da es bei der Umwandlung mit dem neuronalen Netzwerk auch geometrische Informationen von GTA selbst verwendet. Diese sogenannten „G-buffers“ können Informationen zu Abständen zwischen Objekten im Spiel, der Kamera, der Qualität der Texturen oder den Glanz des Autolacks enthalten.

Wir werden – leider – wohl so schnell keinen offiziellen „Fotorealismus-Patch“ für GTA V bekommen, dennoch werden bereits jetzt Machine-Learning und neuronale Netzwerke beim Gaming verwendet. In Form von AI-Upscaling, wie etwa bei Nvidias DLSS, wird ein Bild in einer niedrigeren Auflösung hochgerechnet und aufgehübscht. Damit spart sich die Grafikkarte selbst viel Arbeit. Auch viele Texture-Mod-Projekte nutzen diese Technik, um alten Spielen neues Leben einzuhauchen!

Natürlich sind wir noch Jahre von echtem Fotorealismus entfernt, vor allem in spielbaren Bildraten. Dennoch ist es interessant zu sehen, dass es mehr Wege dahin gibt, als reine Rechenkraft durch stärkere Grafikkarten.

Was denkt ihr darüber? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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Quelle: theverge

Veröffentlicht von

(Junior) Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

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