Intel Tiger Lake: Besseres Gaming, AI und neue Logos

      Intel Tiger Lake: Besseres Gaming, AI und neue Logos

      Intel hat endlich offiziell den Startschuss für die nächste CPU-Generation gegeben. Die elfte Intel-Core-Iteration mit dem Codenamen „Tiger Lake“ soll deutlich mehr Leistung in den Notebook-Markt bringen, dabei aber sparsam und ziemlich smart sein.

      Auf dem rein digital abgehaltenen Event hat Intel zwei neue Produkte detailliert vorgestellt. Das Wichtigste dürfte wohl die Einführung der nächsten CPU-Architektur namens „Tiger Lake“ sein. Eine der spannendsten Behauptungen von Intel ist dabei, dass sie mit ihrem Flaggschiff Core i7-1185G7 deutlich vor AMDs Ryzen 7 4800U in so ziemlich jeder Kategorie sein wollen.

      Dieser Vorsprung kommt aber nicht allein durch die CPU-Leistung, sondern auch durch die neue Xe-Grafikeinheit, die in den meisten neuen Intel-CPUs (ab Core i5) stecken soll. Tiger Lake soll damit Bildraten um die so wichtige 60 Fps-Marke in aktuellen Spielen in Full-HD erreichen. Damit wäre 1080p-Gaming durchaus in ultra-mobilen Notebooks möglich.

      Was bisher geschah…

      Intel möchte in Laptops nicht nur bei der Anwendungsleistung, sondern auch bei leichtem Gaming Punkten. Bisher waren leistungsstarke integrierte Grafikeinheiten im Prozessor ein großer Pluspunkt der AMD-APUs. Um zu zeigen, dass damit nun Schluss ist, hat Intel den neuen Vierkerner Core i7-1185G7 gegen AMDs Achtkerner Ryzen 7 4800U in diversen Kategorien antreten lassen.

      Das Ergebnis ist überraschend: Der Vierkerner gewinnt angeblich immer, lässt sogar eine Intel-CPU der zehnten Generation zusammen mit einer Nvidia MX350 hinter sich. Das ist durch die neue Xe-Grafikeinheit möglich, die auf lange Sicht die bisherige Intel-UHD-Grafik ablösen soll.

      Xe ermöglicht 60 Fps bei Full-HD

      Während der Online-Präsentation – aber auch im Begleitmaterial – hat Intel seine Grafikmuskeln spielen lassen und viele Spielevergleiche zwischen AMD Renoir und Intel Tiger Like gezeigt. In grafiklastigen Spielen wie Gears Tactics, Grid (2019) und Total War: Troy erreichte der Ryzen 7 4800U meist zwischen 30 und 40 Fps. Intels Core i7-1185G7 lief dabei zwischen 50 und 60 Fps.

      Dabei handelt es sich nachdrücklich erwähnt um Full-HD. Nähere Angaben zu den Einstellungen oder den verwendeten Systemen wurden nicht gemacht, jedoch handelt es sich hierbei wohl um niedrige Grafikeinstellungen.

      Deutlicher scheint der Unterschied beim beliebten Counter Strike: Global Offensive (CS:GO). Intel zeigte hier eine Tochter (Intel-Laptop) und ihren Vater (AMD-Laptop), die zusammen CS:GO spielen. Während der Vater mit einem Ryzen 7 4800U um die 75 Fps erreicht hat, schaffte sie mit Intels Vierkerner sogar über 120 Fps.

      Gleich darauf streamten beide das Spiel auch noch ins Internet. Während die Tochter flüssig weiterspielen und dabei streamen konnte, wurde es beim Vater zu einer reinen Diashow. Trotz acht Kernen und SMT.

      AI nun auch auf dem Prozessor

      Intel hat das Thema AI nicht unerwähnt gelassen und es mindestens alle zehn Minuten hochgelobt. Damit sollen gewisse Tasks auf einem speziell dafür vorhandenen Kern in der CPU ausgelagert werden. Dieser soll sich dann mit seiner künstlichen Intelligenz und Deep-Learning-Eigenschaften darum kümmern. Ein Paradebeispiel ist das Ausschneiden von Objekten in Adobe Photoshop. Der Nutzer soll nur noch auf das Objekt der Wahl im Bild klicken müssen und die AI kümmert sich darum, es perfekt auszuschneiden.

      Daneben soll es dank AI auch beim Videoschnitt und anderen Anwendungen zu einem großen Leistungsschub kommen. Intel erwähnte aber auch, dass es eine Weile dauern kann, bis Anwendungen die Leistung des eigenen KI-Kern wirklich nutzen. Hier sind die Hersteller gefragt, per Updates nachzuliefern.

      Grundsätzlich soll Tiger Lake aber in Anwendungen bis zu 20 Prozent schneller und im Grafikbereich doppelt so schnell wie der Vorgänger Ice Lake-U sein. Beherrscht eine Anwendung den AI-Kern, kommt Intels DL Boost hinzu und soll zu einer fünffachen Leistungssteigerung führen. Daneben bringt Tiger Lake nun auch Wi-Fi 6, Thunderbolt 4 und endlich Unterstützung für schnelleren DDR4-Ram.

      Intels neue Kleider

      Wie schon in diversen Leaks vermutet, hat Intel auch sein Logo und die bekannten CPU-Logos (Intel Core i) erneuert. Das neue Intel-Logo erinnert dabei an eine Mischung aus dem aktuellen Logo und dem allerersten Logo des Technologie-Giganten. Die neuen Intel-Core-i-CPU-Logos wurden verändert und kommen nun moderner und kantiger daher.

      Project Athena + Tiger Lake = Evo

      Vor über einem Jahr startete Intels Project Athena quasi als Nachfolge-Bezeichnung der Ultrabooks. Mit dem Projekt stellte Intel noch strengere Vorgaben an die Startgeschwindigkeit, Akkuleistung und weitere Eigenschaften von modernen Notebooks. Jedoch konnte sich das Project Athena nicht gut vermarkten und ging in der Öffentlichkeit weitestgehend unter.

      Das will Intel nun mit Tiger Lake ändern und ruft den Markennamen „Evo“ aus. Evo soll Intels neue Vorzeige-Marke für Produkte werden, die auf Tiger Lake basieren und die strengen Athena-Vorgaben erfüllen.

      Übersicht der Tiger-Lake-Prozessoren

      Die elfte Core-i-Generation für Laptops wird in zwei Klassen aufgeteilt: UP3 steht für das bisherige U-Segment und eine TDP von 12 bis maximal 28 Watt. UP4 wird das bisherige Y-Segment ablösen und eine TDP von 7 bis 15 Watt bieten. Alle Tiger-Lake-CPUs werden zum Start vier PCIe-4.0-Lanes anbieten. Spätere Varianten von Tiger Lake bekommen mehr PCIe-Lanes.

      Modell Kerne/Threads Basis-Takt Max. Takt Cache (MB) Iris Xe (EU) DDR4/LPDDR4x TDP
      i7-1185G7 4K / 8T 3,0 4,8 12 96 3200 / 4266 Bis 28W
      i7-1165G7 4K / 8T 2,8 4,7 12 96 3200 / 4266 Bis 28W
      i5-1135G7 4K / 8T 2,4 4,2 8 80 3200 / 4266 Bis 28W
      i3-1125G4* 4K / 8T 2,0 3,7 8 48 3200 / 3733 Bis 28W
      i3-1115G4 2K / 4T 3,0 4,1 6 48 3200 / 3733 Bis 28W
      i7-1160G7 4K / 8T 1,2 4,4 12 96 – / 4266 15W
      i5-1130G7 4K / 8T 1,1 4,0 8 80 – / 4266 15W
      i3-1120G4* 4K / 8T 1,1 3,5 8 48 – / 4266 15W
      i3-1110G4 2K / 4T 1,8 3,9 6 48 – / 4266 15W
      * Erscheint erst 2021

      Offizieller Startschuss für Tiger Lake war der 2. September. Über 50 neue Notebooks mit Intels Tiger Lake, aber auch Projekt Athena wurden angekündigt und sollen Ende September bis Anfang Oktober auf den Markt kommen. Insgesamt sind über 150 neue Tiger-Lake-Notebooks bis zum nächsten Jahr geplant und rund 20 davon sollen zur Evo-Marke gehören.

      Nun seid ihr gefragt! Was denkt ihr über Tiger Lake, Projekt Athena, die neuen Logos und das neue Intel? Schreibt uns gerne einen Kommentar!

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      Quelle: Intel

      Veröffentlicht von

      (Junior) Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

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