Intel Tiger Lake-H45-Prozessoren: Ordentlich Tiger im Tank

      Intel Tiger Lake-H45-Prozessoren: Ordentlich Tiger im Tank

      Alle Achtung: Intel hat mit den CPUs der Tiger-Lake-Generation wirklich gute Prozessoren für aktuelle Notebooks abgeliefert. Diese Tiger-Lake-CPUs haben aber eine TDP von 35 Watt. Mit Tiger-Lake-H45 schürt Intel nun weiter das Feuer und macht AMDs 5000er-Reihe ordentlich Konkurrenz.

      Intel hat bereits mit der 35-Watt-Variante ihrer Tiger-Lake-CPUs gut vorgelegt, setzt mit der 45-Watt-Version aber noch einen drauf. Die elfte Generation an Prozessoren für Notebooks soll unglaubliche Single-Core-Performance, eine gute Balance aus Mobilität und Gaming für Enthusiasten und die neueste Fassung der Grafikeinheit Xe bieten. Sehen wir uns mal alle Neuigkeiten und Informationen zu Tiger-Lake-H45 im Detail an.

      Tiger-Lake geteilt durch Vier

      Intel hat während der Präsentation gezeigt, dass es seine Tiger-Lake-Notebooks in vier Kategorien unterteilt :

      • Essential: Reicht für 1080p Gaming bei 60 fps und mittleren bis hohen Einstellungen.
      • Thin Enthusiast: Dünne aber leistungsfähige Notebooks, 1080p mit bis zu 240Hz oder 4K mit bis zu 60Hz, mittlere bis hohe Einstellungen.
      • Halo Enthusiast: Gaming wie am Desktop-Rechner, 1080p mit bis zu 240Hz oder 4K mit bis zu 120Hz, hohe bis maximale Einstellungen.
      • Ultraportable: Besonders dünn und kompakt, 1080p Gaming bei 70+ fps, hohe Einstellungen, verwendet „aber“ Tiger-Lake-H35.

      Technische Übersicht zu Tiger-Lake-H

      Im Grunde ist Tiger-Lake-H nichts überraschend Neues, es ist die technische Weiterentwicklung der aktuellen Chips. Dafür wurde aber ordentlich am Takt (da erhöhte Leistungsaufnahme) und an der Kernanzahl geschraubt. Aber kurz zu den Dingen, die Tiger-Lake-H45 insgesamt bietet:

      • Willow-Cove-Architektur auf Basis des 10nm-SuperFin-Verfahrens
      • Unterstützt eine Taktfrequenz von bis zu 5,0 GHz mit der Intel Turbo Boost Max Technologie 3.0
      • Bis zu acht Kerne und 16 Threads
      • Möglichkeit, manche SKUs (Prozessoren) zu übertakten. Achtet hier auf ein „k“ im Namen.
      • 20fach-PCIe-Gen-4. Die CPU-Lanes sind der integrierten Grafikeinheit und PCIe-Speicher vorenthalten.
      • Intel Rapid Storage Technology, um direkt aus RAID0 zu booten
      • Bis zu 44-PCIe-Lanes (20-PCIe-Gen4 und 24-PCIe-Gen3)
      • Xe-Grafikeinheit mit 32 Execution-Units
      • Thunderbolt 4 mit einer Bandbreite von bis zu 40Gbps
      • Intel-Killer-Wi-Fi6E-Modul. Das „E“ ist hier wichtig, da es ein neuer Frequenzbereich ist.
      • Unterstützung für Intel Optane H20 für Performance und Kapazität
      • IPU6SE ist integriert für hohen MIPI-Support
      • Zweifach eDP (DisplayPort 1.4b) für sparsame Zweitdisplays

      Das liest sich alles schon sehr gut. So ziemlich alles was sich anspruchsvolle Nutzer bei einem mobilen Prozessor wünschen können, wurde verbaut. Besonders die PCIe-Gen4-Unterstützung und Wi-Fi-6E sind hervorzuheben, das haben aktuelle mobile Ryzen-5000-Prozessoren nicht.

      Zudem erlaubt Intel diesmal einigen Modellen mit einem „K“-Kürzel sogar ein wenig Übertaktung. Bisher trägt dieses Prädikat aber nur der Intel Core i9-11980HK. Dennoch sehr schön zu sehen! Mit dem Intel Extreme Tuning Utility (XTU) können Enthusiasten angenehm über eine Anwendung übertakten und müssen nicht (unbedingt) im BIOS herumbasteln.

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      Leistung, Balken und Benchmarks

      Natürlich gab es auch jede Menge Benchmarks und Balken, die zeigen sollen, wie schnell die neuen Prozessoren sind. Dabei hat Intel manchmal mit der Konkurrenz, manchmal mit Tiger-Lake-H35 und manchmal mit den Vorgängern (10. Generation) verglichen. Damit es aber nicht zu viel wird, hier ein paar ausgewählte Ergebnisse:

      • Im Vergleich Core i9-11980HK gegen Core i9-10980HK gibt es einen durchschnittlichen Leistungssprung von 19 Prozent* bei der Multicore-Leistung. Beim Spiel War Thunder sind es sogar 21 Prozent*.
      • Im direkten Vergleich mit dem Ryzen 9 5900HX kann sich der Core i9-11980HK bei der SingleCore-Leistung deutlich absetzen. Im Spiel Grid 2019 sogar bis zu 26 Prozent*, bei Tom Clancy´s Rainbow Six Siege um 21 Prozent*.
      • Es wurde auch ein Core i5-11400H mit einem Ryzen 9 5900HS verglichen. Zwei CPUs die in sehr dünnen, aber leistungsstarken Notebooks vorkommen. Hier ist Intel meist knapp hinter dem Ryzen. In manchen Spielen aber auch ein wenig besser. Bestes Beispiel: Troy: A Total War Saga: Siege. Hier liegt Intel mit 12 Prozent* vorne.

      Insgesamt würde ich sagen, dass Intel mit Tiger-Lake-H45 nun gleichauf mit AMDs Ryzen-5000er-Reihe ist. Durch einige modernere Funktionen (PCIe-Gen4, Wi-Fi6E) und besonders in Single-Core-Anwendungen ist Intel dem Konkurrenten voraus. An anderer Stelle hält es sich die Waage.

      Einen konkreten Vergleich der beiden Grafikeinheiten, Xe vs. RX Vega, gab es aber bisher nicht. Es bleibt auch spannend, wie kühl und stromsparend Intels 45-Watt-Prozessor wirklich ist. Denn die Prozessoren dürften maximal meist deutlich mehr Strom verbrauchen, als es die 35 oder 45 Watt eigentlich suggerieren.

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      Tiger-Lake-H45 für Kreative

      Während der Präsentation ging es auch regelmäßig um den Einsatz in Kreativbereich. So sollen die starken Xe-Grafikeinheiten mit 32 EUs gut 4K-Videos mit 60 fps handhaben können und einen Hardware-Encoder für AV1 bieten. Tiger-Lake soll auch fantastisch für AI-Bildbearbeitung sein und dank PCIe-Gen4 auch einen ständig schnellen Datenfluss ermöglichen. Hervorgehoben wurde auch Thunderbolt 4, was tatsächlich für einige Künstler sehr wichtig ist. So können damit professionelle Monitore aber auch externe Grafikkarten besser verwendet werden.

      Laut Intels Datenblatt soll Tiger-Lake den Adobe-AfterEffects-Workflow um 20 Prozent* steigern, bei Bildbearbeitung um 22 Prozent* schnellere Ergebnisse liefern und – ganz wichtig – in MS-Office-Produkten den Workflow um 14 Prozent* steigern. Es gab auch einen direkten Kreativ-Vergleich eines Core-i9-11980HK mit einem Ryzen 9 5900HX, bei dem Intel zwischen 18 und 24 Prozent* vor der Konkurrenz liegt.

      *Kurzer Erklär-Bereich: Die gezeigten Ergebnisse sind nur mit etwas Vorsicht zu genießen. Intel und AMD verfälschen diese Ergebnisse natürlich nicht, nehmen und zeigen aber meist nur Ergebnisse, die ihre Produkte im besten Licht dastehen lassen. Sie können also in gewissen Szenarien durchaus stimmen, zeigen aber nicht das gesamte Bild.

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      Intel vPro und mobile Xeon-CPUs

      Natürlich wurde auch vPro erwähnt, da die Plattform im Business-Sektor ziemlich wichtig ist. Um es kurz zu fassen: Tiger-Lake-H45 bietet mehr Geschwindigkeit, mehr integrierte Sicherheitsmechanismen und mehr Leistung im Bereich des professionellen Computing.

      Das Glanzstück des vPro-Segments ist der neue Intel Xeon W-11000-Prozessor. Dieser bietet im Vergleich zu den „normalen“ mobilen Prozessoren nun folgende Vorteile:

      • Error Correction Code (EEC) im Speicher. Damit werden die Daten ständig auf ihre Korrektheit geprüft und ggf. korrigiert.
      • Intel Hardware Shield mit Intel Control-flow Enforcement Technology (Intel CET) und Intel Threat Detection Technology (Intel TDT). Also Sicherheitsmechanismen gegen Angriffe direkt auf der Hardwareseite.
      • Intel Total Memory Encryption (Intel TME). Der Arbeitsspeicher wird verschlüsselt.
      • Intel Active Management Technology (Intel AMT)
      • Intel Deep Learning Boost. Steigert die Leistung bei KI-Aufgaben.
      • Thunderbolt 4 und Wi-Fi-6E

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      Tiger-Lake-H45 im Überblick:

      Kommen wir aber zum Herzstück des Artikels. Die Liste aller neuen Tiger-Lake-H45-Prozessoren. Beachtenswert ist das die Anzahl an Kernen und Threads nun endlich erhöht wurde. Bis zu acht Kerne und 16 Threads sind nun mit Tiger-Lake-H45 möglich. Damit sind sie nun auch auf dem Papier gleichauf mit den AMD-Ryzen-Prozessoren.

      Modell Kerne/
      Threads
      Basistakt – max. 1-Kern-Turbo L3-Cache Grafik max. GPU-Takt DDR4
      Core i9-11980HK 8/16 2,6 – 5,0 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core W-11955M 8/16 2,6 – 5,0 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i9-11950H 8/16 2,6 – 5,0 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i9-11900H 8/16 2,5 – 4,9 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core W-11855M 6/12 3,2 – 4,9 GHz 18 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i7-11850H 8/16 2,5 – 4,8 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i7-11800H 8/16 2,3 – 4,6 GHz 24 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i5-11500H 6/12 2,9 – 4,6 GHz 12 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i5-11400H 6/12 2,7 – 4,5 GHz 12 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200
      Core i5-11260H 6/12 2,6 – 4,4 GHz 12 MByte Iris Xe 1,45 GHz 3200

      Die neuen Prozessoren sehen auf dem Papier – und den gezeigten Benchmarks – wirklich gut aus und könnten es mit den aktuellen AMD-APUs aufnehmen. Endlich finden sich auch Achtkerner der Tiger-Lake-Architektur in Notebooks und auch der Takt wurde ordentlich angezogen. Ich erwarte, dass sich vor allem der Core i7-11800H in vielen Mittelklasse-Gaming-Notebooks finden wird, da er einen Sweet-Spot zwischen Preis und Leistung bildet. Die bisherigen Tiger-Lake-Prozessoren, die sich in vielen Intel-Notebooks finden lassen, heißen eigentlich Tiger-Lake-H35 (TDP von 35 Watt) und wurden bereits zur CES 2021 vorgestellt.

      Mit Tiger-Lake-H45 will Intel in direkter Konkurrenz zu AMDs Ryzen-5000-Modellen gehen. Und da bisherige Testergebnisse von Tiger-Lake mit 35 Watt bereits erstaunlich gut waren, könnte es damit durchaus gut gelingen. Sobald wir ein Testgerät mit einem Tiger-Lake-H45 in die Hände bekommen, lassen wir die beiden Könige des Spielplatzes gegeneinander antreten.

      Was denkt ihr darüber? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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      Quelle: Intel

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      Veröffentlicht von

      (Junior) Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

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