iPad Praxistest eines Apple Newbies

Ich bin seit dem 28. Mai Besitzer eines iPad 3G mit 64 GB Speicher und einer Vodafone SIM-Karte und das iPad ist mein erstes Produkt aus Cupertino. Diese Tatsache dürfte mich von den meisten iPad-Besitzern unterscheiden.

Zunächst einmal kurz zu der Frage „Wozu ein iPad?“: Ich war mir seit der Keynote im Januar sicher, dass ich mir das iPad holen würde. Bedingt durch meinen langen Arbeitsweg verbringe ich täglich knapp zwei Stunden im Zug.

Bisher habe ich die Zeit meist mit Zeitung lesen verbracht, doch die Nachrichten waren zum einen auf eine Quelle beschränkt und zum anderen spätestens abends nicht mehr aktuell. Das war mir also alles irgendwie zu analog und Apple sollte Abhilfe schaffen.

Aber genug dazu, kommen wir zum iPad selbst.

Mein erster Eindruck nach dem Auspacken: Super verarbeitet aber schwerer als ich dachte. An das Gewicht habe ich mich mittlerweile gewöhnt, nach einer Weile sollte man halt den Arm oder die Hand irgendwo ablegen. Die Verarbeitung finde ich auch nach knapp drei Wochen großartig. Sowas kenne ich persönlich bisher nur von Lenovos Thinkpads, aber die haben kein so schönes Design.

Das Display und insbesondere die Touch-Funktionalität führte auch bei mir zum Aha-Effekt. Das Akku hält bei mir mit aktivierten 3G und WLAN, 90% Display-Helligkeit (mehr als ausreichend) und regelmäßigen Syncen von drei E-Mail Konten im Dauereinsatz (Mailen, Surfen, Apps) so ca. 7-8,5 Stunden. Die von Apple genannten 10 Stunden dürften also mit einem leicht veränderten Profil gut erreichbar sein.

Die Bildschirmtastatur ist besser als ich es erwartet hatte, ich schreibe diesen Beitrag gerade darauf. Das dauert zwar ein bisschen länger als auf dem Notebook, aber da ich auch auf dem Notebook nur mit 2-4 Finger schreiben kann, ist der Unterschied nicht besonders groß.

Der ersten Besuche im App-Store waren eher enttäuschend, es gab nur wenige deutsche iPad Apps und die iPhone Apps sind von Ausnahmen abgesehen (z. B. Carcassonne) aufgrund der Auflösung unansehnlich bis unbrauchbar.

Das Angebot verbessert sich jedoch von Tag zu Tag. Die meiner Meinung nach bisher am besten gelungene deutsche Nachrichten- App, Die Welt HD, läuft nach dem letzten Update endlich auch stabil und stürzt nicht mehr ab.

Ich hoffe, die anderen großen deutsche Verlage machen es ihr bald nach. Bis dahin nutze ich zusätzlich die gelungenen kostenlosen Apps der großen US-Zeitungen. Das Angebot an Spiele-Apps ist schon recht groß aber nicht so mein Thema. Auch das Angebot der Service- Apps wächst ständig sodass ich beinahe täglich im App-Store schaue was es neues gibt.

Mails, Surfen, Musik und YouTube: Ich arbeite normalerweise primär mit Outlook (Notebook und Handy) doch das Mailprogramm des iPads ist die bislang beste mobile Alternative, die ich gesehen habe. Kurze Mails am Abend oder unterwegs schreibe ich nun immer auf dem iPad, es liegt einfach näher bei mir und es geht schnell und einfach.

Für das Öffnen von PDFs oder Excel Dateien braucht man übrigens nicht zwingend die kostenpflichtigen Apps von Apple, das geht auch so. Nur bearbeiten kann man sie so nicht.

Beim Surfen ist es ähnlich. Ich nutze nun unterwegs und meistens auch zu Hause das iPad wenn ich Artikel im Internet lesen möchte oder bei Facebook meinen Feed lese. Mit dem iPad auf dem Sofa zu sitzen, ist einfach viel bequemer als am Schreibtisch zu sitzen oder mit dem Notebook auf den Beinen. Man hält das Internet wirklich irgendwie in der Hand.

In diesem Zusammenhang muss ich aber auch sagen, dass die fehlende Flash-Unterstützung wirklich störend ist. Für YouTube gibt es zwar eine relativ gut gemacht Lösung doch beim Lesen einiger Blogs fehlen mangels Flash Unterstützung häufig einfach ein paar Inhalte. Es ist mir egal wie die das lösen (HTML5 oder Flashsupport durch Apple), Hauptsache die lösen das 🙂

In Sachen Musik sind das Programm und die internen Lautsprecher aus meiner Sicht ok, aber keine Offenbarung.

Mein Fazit: Die Verarbeitung des iPads ist großartig, das Display ist super und für meine Haupteinsatzgebiete – Medienkonsum über Apps und Browser – ist das iPad bis auf die fehlende Flashunterstützung ideal.

Ich bin also sehr zufrieden mit dem Kauf des iPads und mit dem Launch immer weiterer iPad Apps steigt meine Zufriedenheit momentan eher noch. Das iPad ist für mich kein Notebook- Ersatz aber es ergänzt es bei meinem Nutzungsprofil ideal.

Leider bin ich mir auch ziemlich sicher, dass dieses Jahr kein anderer Hersteller ein Alternativgerät auf den Markt bringt, das ein ähnlich gutes Hardware-Interface bietet. Auch wenn ich hoffe, dass ich mich irre.. Wenn ja, erfahrt Ihr es hier im Blog bestimmt.

Bin ich jetzt also vom Apple Newbie zum Apple Fanboy geworden? Was das iPad angeht ja, aber ansonsten bleibe ich gerne bei meinem Thinkpad Edge mit Windows 7.

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18 Kommentare auf "iPad Praxistest eines Apple Newbies"

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Seit 28. Juni?? Oder meinst du Mai 🙂

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Ja, ich meine natürlich Mai 🙂

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Flash wirst du bald nicht vermissen, HTML5 wird das hoffentlich demnächst ersetzen. Außerdem bin ich eigentlich froh, dass Flash NICHT auf dem iPad/iPhone ist, denn auf dem Safari unter OSX ist das der Haupt-Absturzgrund bei mir bzw. belastet manchmal grundlos die CPU mit 100%.

Aber sonst netter Bericht, den ich als iPad-User so unterschreiben kann.

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Netter und unaufgebrachter Apple-Artikel. Ich habe mir selbst auch ein iPad bestellt, weil ich es mit der Konkurrenz bzw. Alternativen genauso sehe.
Seit dem 600E von IBM bin ich Thinkpad-Nutzer und freue mich jetzt schon auf das iPad wenn Du die Verarbeitung mit Thinkpads vergleichst.

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Willkommen im Club 😉

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Mist, habe gehofft auf den Screenshots eine neue App zu finden aber ich habe ungefähr genau das selbe auf meinem iPad installiert 🙂
Finde den AppStore aufm iPad schrecklich um Apps zu durchstöbern oder etwas zu finden. Das ist mein 2. größtes Manko am iPad, das größte ist das man sein iPad draußen quasi garnicht bedienen kann, wegen Spiegel.

Schöner Artikel.

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Woher hast du denn den schicken Wallpaper auf dem iPad? Hättest du dazu vllt. einen Link? Danke schon mal im vorraus!

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Hattest du auch mal überlegt, die Zeitung durch ein Netbook bzw. Subnotebook abzulösen? Ich fahre täglich auch 2 x ca. 40 Minuten Zug und schlage die Zeit derzeit mit einem Netbook tot. Da ich im Zug nicht nur surfe, sondern oft auch mal ne Serie schaue, ist zumindest für mich ein Netbook/Subnotebook praktischer, das braucht man zum schauen nicht immer halten. Auf ein Tablet bin ich aber trotzdem scharf: Wie du sagst, zum surfen, Mails checken, facebooken auf der Couch ist es einfach ideal, denk ich. Aber ich werde trotzdem warten, bis es ein anderes vernünftiges Tablet gibt. Ich mag… Read more »
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Ich weiß auch, dass ich mir demnächst ein Tablet kaufe, erstmal warte ich jedoch das groß angepriesene WeTab & die Reaktionen an 😉

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>Flash wirst du bald nicht vermissen

Ein universelles Multimedia-Format wird man überhaupt ganz-und-gar niemals nie nicht vermissen …
Dem passiven, aber zahlungsfreudigen (Abo, Apps, etc) Medienkonsumenten mag’s schon egal sein.

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@David Danke

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@David: hast du schonmal den Atomic Webbrowser ausprobiert? Es gibt ne lite Version, aber erst die 0,79€ „teure“ pro Version hat n AD Blocker, lesezeichenleiste und und und.

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Und ganz vergessen, ich finde den math sheet Taschenrechner 1000 mal besser als den Touch calc! Der Touch Calc hat viel zu große Tasten und math sheet nutzt den vorhandenen Raum besser aus!

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Danke.

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Ich werde mir das iPad auf jeden Fall auch bald zulegen, da ich von der Bedienbarkeit und dem Touchscreen einfach überwältigt. Bislang hatte ich eigentlich kein allzu großes Interesse an dem Gerät, doch als ich das iPad zum ersten Mal selbst in den Händen halten konnte, habe ich mich gleich in dieses Teil verguckt 🙂

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[…] wird mein Kollege David damit sicher zufrieden sein – er ist ja Einsteiger und hat seine Erfahrungen mit dem iPad bereits […]

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