JEDEC: SSDs sind nicht als Archivierungmedium geeignet

Ein Solid State Drive (SSD) sollte nicht als Archivierungsmedium für besonders wichtige Daten verwendet werden. Das belegen nun noch einmal die Untersuchungen der renommierten Organisation JEDEC (Joint Electron Device Engineering Council), die Standards im Bereich der Elektronik festlegt. Die schnellen Flash-Speicher-basierten Laufwerke eignen sich zwar problemlos für das kurz- und mittelfristige Aufbewahren und Bereitstellen von Daten – im Idealfall stets im aktiven Einsatz unter Strom -, aber bleibt die Stromversorgung für einen längeren Zeitraum aus, sind SSDs anfällig für Datenverlust.

Der Bericht der JEDEC erläutert unter anderem, dass SSDs sehr empfindlich auf die längere Lagerung ohne Stromzufuhr reagieren. Darüber hinaus soll ein direkter Zusammenhang zwischen der Betriebstemperatur der Flash-Speicher-Laufwerke und der Langlebigkeit der darauf gespeicherten Daten bestehen. Laut der Organisation gilt: Je höher die (zulässige) Temperatur beim Schreiben der Daten, um so besser auch deren Langlebigkeit.

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Um ein JEDEC-Zertifikat zu bekommen, müssen Consumer-SSDs Daten ein Jahr lang ohne Stromversorgung halten können. Dafür gelten spezifische Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Betrieb bei 55 Grad Celsius und die Lagerung bei 40 Grad Celsius sowie weitere sehr theoretische Werte. Wer jetzt denkt, Enterprise-SSDs würden in dieser Hinsicht besser abschneiden, der irrt. Laut JEDEC müssen entsprechende Modelle Daten sogar nur 3 Monate ohne Strom halten können (Betrieb bei 55 Grad Celsius, Lagerung bei 40 Grad Celsius).

Abschließend also noch einmal der klare Hinweis: SSDs sind nicht als Medium zur Langzeitarchivierung wichtiger Datenbestände geeignet, schon gar nicht wenn die Lagerung ohne Strom erfolgen soll. Für solche Fälle ist die gute alte Festplatte immer noch die bessere Wahl.

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Bild: NBB
Quelle: JEDEC (PDF)
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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6 Kommentare auf "JEDEC: SSDs sind nicht als Archivierungmedium geeignet"

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Gast

Wie verhält sich das dann mit USB-Sticks? Greifen diese nicht auf die selbe Technik zurück wie SSDs? Allerdings nutze ich meine Sticks auch nicht regelmäßig.

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Webmaster

@Pascal: USB-Sticks setzen auf eine etwas andere Technologie, daher sind sie ja z.B. in der Regel auch deutlich langsamer als SSDs. Aber dennoch verhalten sie sich ähnlich und sollten nicht zu lang ohne Energieversorgung herumliegen.

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Gast

Selten so ein Unsinn gelesen, habe einen USB stick im Schrank liegen, 2 Jahre und vor einer Woche die Daten ohne Probleme gelesen…

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Gast

Es sagte ja auch niemand das grundsätzlich nach einem Jahr die Daten weg sind. Kleinere „Verluste“ bei MP3s und Filmen wird man wahrscheinlich eh nicht bemerken, bei einer DB sieht das schon ganz anders aus..

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[…] Die Extreme 900 Serie bietet bis zu 2TB (1,92 GB formatiert) Speicherplatz in einem lediglich 76 x 76 x 11mm kleinen Gehäuse. Damit ist sie kaum größer als eine 1,8″ Festplatte. Neben dem 2TB Topmodell gibt es auch kleinere Varianten mit 480 und 960GB. Alle Modelle sind mit dem neuen USB 3.1 Typ C ausgestattet. Damit sollen laut SanDisk Datenraten bis zu 850 MByte/s möglich sein. Die hohe Kapazität und Geschwindigkeit haben aber ihren Preis: Die 480GB Version schlägt mit 399,99 US-Dollar zu buche, die 960GB liegt dann schon bei 599 Dollar und für das Topmodell werden satte 999,99 Dollar fällig. Verlieren sollte… Read more »
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Gast

Moderne SSD-Platten sind mit Kondensatoren ausgerüstet, welche die Stromversorgung bei einem plötzlichen Out bis zu 4 Sekunden aufrecht erhalten kann. das reicht aus um die im Platten Cache befindlichen Daten auch restlos zu sichern.

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