Jenseits des iPhones: Apple soll an Elektroauto tüfteln – mit deutscher Hilfe

AppleIn der vergangen Woche waren vereinzelt Gerüchte auf bekannten Apple-Blogs aufgetaucht, die dem kalifornischen Technologieriesen gewisse Ambitionen in der Automobilbranche attestierten. Nachdem diesen Meldungen zunächst nicht allzu viel Bedeutung beigemessen werden konnte, liefert das Wall Street Journal nun jedoch sehr konkrete Hinweise, dass Apple vor geraumer Zeit ein Geheimprojekt gestartet hat, dessen Ziel es offenbar ist, ein Elektro-Fahrzeug zu entwickeln. An dem Projekt soll auch ein Deutscher entscheidend beteiligt sein.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderinformationen berichtet, hat Apple für das Geheimprojekt mit dem Codenamen „Titan“ mittlerweile mehrere Hundert Mitarbeitern abgestellt. Schon die schiere Größe dieses Teams impliziert also, dass es der Konzern mit den Entwicklungsarbeiten ernst meint. Dennoch kann laut der US-Publikations derzeit aber nicht mit Gewissheit gesagt werden, ob es in Zukunft ein Elektroauto unter der Marke Apple geben wird. Die Kalifornier sind bekannt dafür, auch schon mal diverse Prototypen zu entwickeln und an Technologien zu forschen, die es schlussendlich nicht oder zumindest nicht in zuvor angedachter Form auf den Markt schaffen. In Anbetracht eines Bargeldvermögens in Höhe von aktuell rund 170 Milliarden US-Dollar sind derlei Experimente ein relativ sorgenfrei zu unterhaltendes Hobby.

Trotz des höchstwahrscheinlich noch ungewissen Ausgangs für das Project Titan laufen die Planungen in Cupertino dem Artikel nach allerdings sehr konkret ab. So sollen sich Apple-Verantwortliche beispielsweise in Österreich mit Auftragsfertigern hochwertiger Automobilteile getroffen haben.

In vollem Umfang sind die Arbeiten am Project Titan laut Wall Street Journal wohl erst im Jahr 2014 aufgenommen worden, nachdem Apple-CEO Tim Cook dem Ganzen seine Zustimmung erteilte hatte. Der Hauptverantwortliche für den Bau eines Elektroautos im Unternehmen soll ein alter Bekannter sein: Steve Zadesky. Zadesky ist Vizepräsident für Produktdesign bei den Kaliforniern und war schon an der Entwicklung von iPod und iPhone beteiligt. Viel wichtiger ist im Kontext des besagten Artikels jedoch vermutlich die Tatsache, dass er früher als Ingenieur beim US-Automobilhersteller Ford tätig war.

Abgesehen von Zadesky arbeiten mittlerweile zudem diverse andere Automobilexperten bei Apple, wie das Wall Street Journal erfahren hat. Der Konzern soll sich im Laufe der letzten Jahre und Monate eifrig nach Talenten mit entsprechendem Background umgesehen und sowohl von der aufstrebenden US-Firma Tesla wie auch anderen Automobilherstellern erfolgreich Personal abgeworben haben. Eine wichtige Personalie, auf die aufmerksam gemacht wird, ist in diesem Zusammenhang der Deutsche Johann Jungwirth, der seit September 2014 bei Apple arbeitet und zuvor Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Mercedes-Benz war.

 

Bild: Apple
Quelle: Wall Street Journal
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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1 Kommentar auf "Jenseits des iPhones: Apple soll an Elektroauto tüfteln – mit deutscher Hilfe"

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Gast

Also zumindest finanziell steht Apple schon mal wesentlich besser als Tesla da und kann sich solche Forschungen sicherlich leisten, ohne im Budget allzu sehr eingeschränkt zu sein. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob Apple am Ende selbst zum Autobauer wird oder die Technik in Zusammenarbeit mit einem etablierten Autohersteller auf den Markt bringt. Denn auch wenn Apple auf dem Mobilfunk-Markt ein hohes Ansehen genießt, heißt das nicht automatisch, dass sich auch Autofahrer für Apple entscheiden, anstatt weiter auf gewohnte Marken der Autoindustrie zu setzen und sich eher für einen e-Golf oder BMW i3 zu entscheiden.

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