Kampffisch steuert selbstständig sein fahrendes Aquarium

Abovemarine

So als Fisch hat man es in einem Aquarium nicht leicht: der Platz ist begrenzt und man stößt sich an den Glaswänden schnell mal die Nase ein. Der neuseeländische Projekt-Designer Adam Ben-Dror hat seinem Liebling José deshalb ein fahrendes Aquarium „The Abovemarine“ spendiert, das der kleine Siamesische Kampffisch selbst steuern kann. Dessen Kumpel Pedro muss dagegen mit einem stationären Aquarium auskommen.

Eigentlich ist es ein einfaches Prinzip, das hinter dem fahrenden Aquarium steckt: Schwimmt ein Fisch in Richtung einer Glaswand, dann bewegt sich auch das Abovemarine in dieselbe Richtung. Der Fisch schwimmt dann zwar, soll in seiner Glasbehausung aber kaum vorwärts kommen und so auch nicht gegen Außenwände stoßen. Das Aquarium wird dadurch quasi innen größer als es von außen aussieht. Dr. Who würde seine Freude daran haben.

In dem Projekt steckt eine Menge Know-How und Technik: Eine Kamera nimmt das Aquarium von oben auf. Ein Rechner wertet das Kamerabild aus und ermittelt in Echtzeit per Mustererkennung, in welche Richtung der Fisch gerade schwimmt. Kommt er in die Nähe der Glaswand, dann steuert der Rechner Motoren mit omnidirektionalen Rädern so an, dass das gesamte Aquarium in die Schwimmrichtung des Fisches fährt. Ben-Dror benutzt als Grundlage für die Mustererkennung die freie Programmbibliothek OpenVC, die Algorithmen für das maschinelle Sehen und die notwendige Bildverarbeitung mitbringt.

Ben-Dror hat seinem Fisch José antrainiert, sich auf seine Hand zu fixieren und in diese Richtung zu schwimmen. Der Erbauer glaubt, dass José dadurch gelernt hat, sein mobiles Heim selbst zu steuern und mit Menschen und Landtieren zu interagieren. Als Dauerbehausung ist das Abovemarine aber nicht geeignet. Ob der fahrende Kampffisch José damit glücklicher ist als sein stationäres Pendant Pedro wissen wir nicht. Zumindest kann José im Gefahrfall versuchen, einer Katze davonzufahren.

Quellen/Foto: Adam Ben-Dror, Vimeo

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Über Oliver Bünte

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2 Antworten auf Kampffisch steuert selbstständig sein fahrendes Aquarium

  1. avatar YK sagt:

    Der Fisch schwimmt dann zwar, kommt in seiner Glasbehausung aber nicht vorwärts und kann so auch nicht gegen Außenwände stoßen.

    Was für ein Quatsch. Das Aquarium ist ein geschlossenes System, genauso wie ein Auto.
    Eine Fliege kann im Auto auch an die Frontscheibe fliegen, obwohl sie sicherlich keine 200km/h fliegen kann.

    Das Aquarium kann sich jetzt war bewegen, für den Fisch wird es aber nicht größer. Egal ob es sich bewegt oder nicht, er berührt nach der gleichen Zeit die andere Seite.

  2. avatar JM sagt:

    Genauso ist es, wie YK es schon dargestellt hat!
    Der Fisch hat dadurch nicht mehr Platz im Glas. Zudem bewegt sich das Aquarium wohl auch in die entsprechende Richtung, wenn sich der Fisch regungslos am Rand aufhält.
    Damit es für den Fisch eine größere Wirkung hat, müsste eher ein Wasserstrom generiert werden, der aus der Richtung ins Glas strömt, an dessen Stelle sich der Fisch befindet, was konstruktionstechnisch sicherlich interessant wäre ^^
    Jedenfalls könnte der Fisch dann im Strom schwimmen ohne sich jedoch im Aquarium selbst von der Stelle zu bewegen. Das dann am besten noch in Kombination mit der Aquariumobil-Technik aus dem Video! 🙂

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