Kaufberater: Darauf solltet ihr bei einem PC-Gehäuse achten

      Kaufberater: Darauf solltet ihr bei einem PC-Gehäuse achten

      Es gibt eine große Vielfalt an PC-Gehäusen von günstig für die Basics über geräumig für E-ATX und Wasserkühlung bis hin zum limitierten Designer-Stück. Unser Guide hilft euch bei der Kaufentscheidung.

      Die meisten Selbstbau-PCs entstehen sicherlich für Gamer mit besonderen Anforderungen an die Ausstattung und Optik. Über Gaming-PCs hinaus lohnt es sich aber auch, sich ein Case gezielt auszusuchen für:

      • Workstations
      • Office-PCs
      • Silent-PCs
      • als Benchtable
      • Showcase

      Bist du als PC-Bauer eher praktisch veranlagt oder umgibst du dich als PC-Nutzer gern mit stylischer Technik? Machst du es gleich richtig oder entwickeln sich deine Projekte mit der Zeit? So individuell wie wir alle sind auch PC-Gehäuse und für manche erwachsen diese Stiefmütterchen zur wichtigsten Komponente. Die Auswahl ist riesig: Fractal Design, Sharkoon, Thermaltake, Corsair, Coolermaster, BeQuiet, NZXT, Antec und viele mehr bieten günstige und teure PC-Gehäuse als Zuhause für eure Hardware.

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      Einfach „nur ein Case“ oder steckt da mehr dahinter?

      Neben den Möglichkeiten, das PC-Case auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen, was die Ausstattung angeht, gibt es natürlich auch noch Preisklassen, die sich auf die Qualität auswirken. Das merkt man beim Material, bei der Verarbeitung und daran, wie aufwendig die Cases gefertigt werden. Ihr dürft euch natürlich raussuchen, wieviel Geld ihr ausgeben wollt. Die günstigsten Cases starten bei 20 Euro, für das Thermaltake Level 20 Tempered Glass Edition könnt ihr da mal eben auch 900 Euro drauflegen. Dieses Designer-Case ist aus Aluminium, Stahl und Glas gefertigt, hat Türscharniere und feiert das 20-jährige Firmenjubiläum. Für ein weniger mondänes Case kann man aber auch schon mal zwischen 100 und 200 Euro ausgeben.

      Die günstigsten Cases sind eine gute Sparmaßnahme, wenn ihr mit einem wirklich knappen Budget operiert und lieber euer ganzes Geld in Performance stecken wollt. Ihr müsst dann aber auch mit ein paar Nachteilen leben:

      • Plastik oder falls Metall, dann oft dünner
      • Staubfilter nicht so gut -> Mehr Aufwand beim Säubern
      • Scharfe Ecken und Kanten
      • Teilweise schlicht hässlich
      • Schlechte Lüfter
      • Schlechte Schraubengewinde halten oft nur einen Zusammenbau aus
      • Weniger Zubehör
      • Weniger Möglichkeiten beim Zusammenbau
      • Konstante Angst, etwas kaputt zu machen
      • Große und unregelmäßige Abstände zwischen Komponenten
      • Weniger Platz für Kabel hinter dem Mainboard-Tray
      • PCIe-Cover müssten rausgebrochen werden

      Mit etwas mehr Budget könnt ihr viele dieser Nachteile ausräumen und dafür gibt es auch gute Gründe:

      • Gute Gehäuse sind langlebig und der einmalige Invest bringt lange was
      • Mehr Anschlüsse
      • Komfortablerer Aufbau
      • Mehr Platz

      Big, Midi, Mini oder ITX – Die Größenfrage

      Sowohl bei Cases als auch bei Mainboards gibt es verschiedene Formfaktoren. Sehr beliebt sind Midi-Tower, da gibt es die meiste Auswahl. Wer es gern geräumig hat, schaut bei den Big-Towern und handliche Cases sucht ihr am besten bei Mini-Towern oder ITX-Cases. In unserem Konfigurator kann man Cases auch nach den Mainboard-Formfaktoren von E-ATX bis Mini-ITX selektieren.

      Während man kleinere Boards meist locker in großen Towern unterbringt, habt ihr bei einem Mini-ITX-Case im Nachhinein nicht mehr die Option auf ein reguläres ATX-Board. Aber hey, falls ihr mit zwei RAM-Bänken klar kommt (einfach große Module kaufen), dann bieten die Mini-Boards auch dicken Prozessoren und Grafikkarten eine Plattform. Unser Build im Fractal Era zeigt, dass man nicht auf Performance verzichten muss.

      In Sachen Laufwerks-Bestückung sollte vorab ein Plan existieren. Schnelle M.2-SSDs sitzen ja mittlerweile auf den Mainboards. Wie viele 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Laufwerke ihr einsetzen wollt, müsst ihr euch vor dem Kauf einfach überlegen. Einzelne HDDs und SSDs tragen mittlerweile so große Kapazitäten, dass umfangreiche Festplattenkäfige nicht mehr notwendig sind. Viele moderne Gehäuse verzichten zudem auf einen 5,25-Zoll-Laufwerksschacht für DVD- oder Blu-Ray-Brenner. Hier könnt ihr euch mit einem externen Laufwerk Abhilfe verschaffen oder aber ihr greift zu einem Case mit traditionellem Laufwerksschacht in der Front.

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      Lüfter, Wasserkühlungen und Lautstärke

      Mit der Größe und Preisklasse eines Gehäuses geht oft auch das Kühlpotential Hand in Hand. Größere Cases haben mehr Platz für Lüfter oder Radiatoren – Mehr und größere Lüfter erreichen eine höhere Kühlleistung schon bei niedrigen Drehzahlen. In der Regel sind die Lüfter vorinstalliert, in der Front und hinten. Frontlüfter sind so angebracht, dass sie Frischluft anziehen, die hinteren führen die erwärmte Luft ab. Schließt ihr die Gehäuselüfter am Mainboard an, werden sie durch die CPU-Temperatur gesteuert: Höhere Last auf dem Prozessor steigert die Drehzahlen und damit die Kühlung.

      So richtig effektiv sind Wasserkühlungen, weil sie die Abwärme mit dem Medium Flüssigkeit direkter an eine größere Oberfläche verteilen. Die Radiatoren, die als Wärmetauscher dienen, sitzen entweder an der Frischluftzufuhr in der Gehäusefront oder aber im Gehäusedeckel, wo sie die Verlustleistung der Komponenten noch besser aus dem Case transportieren. Ein großer Tower-Kühler nimmt zwar die Energie von der CPU gut auf, kann sie aber nur innerhalb des Gehäuses verteilen und ist so abhängig von der Belüftung.

      In günstigen Gehäusen werden Wasserkühlungen oft nur wenige Optionen eingeräumt, mit Glück passt ein Radiator rein. In den höheren Preisklassen bekommt man meist mehrere Optionen, so dass es nicht bei einer All-in-One für die CPU bleiben muss. Geräumige Cases wie das Fractal Define 7 fassen oben bis zu 420mm-Radiatoren und vorn bis zu 360mm. Mit zwei 360mm-Radis bekommt ihr locker einen AMD Ryzen 9 3950X und eine Nvidia GeForce 2080Ti gekühlt. Diese Kombination kann unter Luft schon sehr laut werden. In ein BeQuiet Pure Base 500 passen immerhin noch ein 360mm-Radiator an der Front und 240mm oben, womit ein solches Setup nur minimal lauter beziehungsweise weniger kühl laufen würde.

      Staubfilter und Kabel-Management

      Zu einem Qualitätsmerkmal bei PC-Gehäusen gehört auch die Wartungsfreundlichkeit und Langlebigkeit. Gute Cases tragen Staubfilter für die Flächen, an denen Luft von außen eingesaugt wird, damit der Innenraum möglichst sauber bleibt. Das reduziert langfristig den Aufwand für den Nutzer. Große Unterschiede gibt es auch bei den Zugangsmöglichkeiten. Wer sich häufig mit seiner Hardware und Umbauten beschäftigt, sollte auf einen leichten Zugang achten. Einfache Cases befestigen ihre Seitenteile mit Schrauben, manchmal schon mit Thumbscrews. Bei besseren Gehäusen bekommt ihr Magnethalterungen oder sogar Türscharniere.

      Eine weitere Möglichkeit der Differenzierung ist das Kabel-Management. Die Netzteil- und Datenkabel müssen nicht lose rumhängen, in der Mittel- und Oberklasse liefern euch die Case-Hersteller mindestens Kabelbinder, oft auch Klettverschlüsse und Führungen für ein sauberes Innenleben. Dadurch fängt sich weniger Staub und ihr müsst seltener ran.

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      Fazit: Ein Case nach euren Bedürfnissen

      So ein PC-Gehäuse kann euch mitunter eine ganze Weile begleiten und viele Generationen an Grafikkarte und Prozessoren überdauern. Wenn ihr wirklich kein Budget übrig habt, kauft ihr euch einfach einen günstigen Kasten, um eure Hardware unterzubringen. Der Sweet Spot für Funktionalität und Langlebigkeit eines Cases liegt etwas über 100 Euro, wenn ihr könnt, solltet ihr darauf zielen. Ansonsten hindert euch natürlich nichts daran, noch mehr Geld in ein Case eurer Wahl zu stecken. Verarbeitung und Design sind immer ausbaufähig.

      Veröffentlicht von

      Robert schaut am liebsten auf OLED-Panels und bastelt in seiner Freizeit häufig an Wasserkühlungen. Er zockt am PC sowie der PS4 Pro und fliegt mit seiner Drohne gerne tropische Strände ab.

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