Kommentar: Wearables – Zukunft ohne Zukunft?

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Die großen Hersteller bringen immer neue Wearables wie Smartwatches und Fitnessarmbänder auf den Markt. Trotzdem stellt sich die Frage: Sind wir in der Zukunft angekommen? Von mir gibt es ein klares „Nein“. Und das sind die Gründe.

Wearables sind die Zukunft, da bin ich mir ziemlich sicher. Nur, so weit sind wir noch nicht. Die bisherigen Lösungen sind lediglich Vorboten für das, was möglich sein wird, und sprechen in Form von Fitnessarmbändern, Smartwatches und Sportuhren mit GPS nur einen begrenzten Nutzerbereich an. Sportler, Power-User, Geeks und Nerds. Was soll sich daran ändern?

Viel. Sehr viel. Es mag seltsam klingen, aber es liegt nicht an der Technik, sondern der KI – der Künstlichen Intelligenz. Abgesehen davon, dass man über den Begriff streiten kann, sind die Dinge um uns herum fast immer dumme Insellösungen, die nur innerhalb ihres Radius sehr begrenzt interagieren und reagieren können. Am ehesten traue ich Google/Alphabet und Apple zu, hier Lösungen zu schaffen, die unterschiedliche Bereiche verknüpfen und alltagstauglich sind. Beste Voraussetzungen hätte eigentlich Samsung mit ihrem breiten Produktportfolio, aber da scheinen die Abteilungen munter nebeneinander her zu entwickeln.

Beispiele für intelligentere Produkte? Die Smartwatch dient nicht nur als „Kreditkarte“, sondern auch als Schlüssel fürs Eigenheim und Auto. Die Körpertemperatur könnte mit der Heizungsregelung verknüpft sein. Wenn unser Taschencomputer, also das Smartphone, schon weiß, wie und wo wir uns bewegen, könnte tatsächlich etliches komfortabler gelöst werden. Das hört bei der automatischen Nachbestellung von Dingen des alltäglichen Bedarfs sowie gesundheitlicher Vorschläge nicht auf. Allerdings weht bei all diesen Lösungen ein Hauch von „Schöne neue Welt“ mit, und vielleicht wehren wir uns instinktiv dagegen, dass sich Dinge zu sehr in unser Leben einmischen.

Das ist das große Aber. Es gibt auch kleine Sachen, die im Moment noch schief laufen, nicht nur bei den Wearables. Mein Lieblingsbeispiel: Der Wecker im Smartphone. Wenn ich meinen Urlaub im Kalender eintrage, möchte ich gefragt werden, ob der Wecker für diese Zeit deaktiviert werden soll. Tut das dumme Ding nicht. Hand aufs Herz: Wie viele von Euch werden am ersten Urlaubstag vom Smartphone geweckt, weil man vergessen hat, den Wecker auszuschalten? Eben. Wenn die kleinen Sachen sich schon so schleppend entwickeln, wie soll dann das große Ganze funktionieren?

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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Eine Antwort auf Kommentar: Wearables – Zukunft ohne Zukunft?

  1. avatar Obi Wan sagt:

    Das mit dem Wecker klingt nach einem guten Patententwurf, aber ich bin auch ehr für CC Geschichten. Dem Artikel kann ich mir nur anschließen. Danke

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