Kunst per Touch: Was man über Prisma wissen sollte

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Neben Pokémon Go eroberte eine andere App in kürzester Zeit die Herzen von Smartphone-Anwendern: Prisma. Mit der kostenlosen Software lassen sich „Kunstwerke“ mit einem Touch erstellen und per Wischgeste verfeinern. Wir haben die App ausprobiert und zeigen noch zwei Alternativen, wie man auf Knopfdruck digitale Gemälde erstellt.

Anfangs gab es die App Prisma lediglich für iOS, nach einer kurzen Beta-Phase erschien sie dann am Montag auch für Android.

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Das Besondere an Prisma ist, dass sie ähnlich wie Deep Dream von Google eine künstliche Intelligenz benutzt, die mit Bildern gefüttert wird. Die A.I. malt dann das Bild neu, beispielsweise im Stile von Van Gogh, Mondrian oder ganz allgemein in japanischer Manier. Über 30 Filter stehen zur Verfügung, über manchen wird zum Geld verdienen ein Sponsor eingeblendet. Damit kann man leben.

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Die Bedienung ist denkbar einfach: Bild auswählen, Ausschnitt festlegen und Filter anwenden. Zuvor sollte man allerdings den Einstellungen einen Besuch abstatten, denn hier lässt sich das störende Prisma-Wasserzeichen ausschalten. Anschließend lädt die App das Bild auf den russischen Server hoch, um es zu berechnen. Das führte schnell zu Kritik, da sich der Entwickler das Nutzungsrecht vorbehält – ähnliche Bestimmungen kennt man allerdings auch von Instagram.

Prisma-Einstellungen

Das Ergebnis landet dann als 1024 x 1024 Pixel großes Bild auf dem iPhone. Über eine horizontale Wischgeste lässt sich der Effekt verblassen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, lässt es sich beispielsweise in Fotos speichern oder direkt auf Instagram oder Facebook teilen. Kleiner Tipp: Man kann bereits gespeicherte Bilder erneut laden und noch weiter verfremden.

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Alternativen im Web und für den Desktop: Deepart.io und Studio Artist

Über die Webseite deepart.io lassen sich nach dem gleichen Prinzip wie bei Prisma Bilder neu interpretieren. Nach dem Hochladen des Bildes über die Webseite, dem Aussuchen eines Filters und der Eingabe einer E-Mail-Adresse geht es los: Nach rund zehn Minuten erhält man eine Mail mit dem fertigen Bild. In der Zwischenzeit kann man sich entscheiden, ob man das Bild doch lieber auf „Privat“ stellt oder es bei der Voreinstellung „Öffentlich“ lässt.

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Allerdings gibt es bei DeepArt.io erhebliche Einschränkungen: Kostenlos gibt es nur die geringe Auflösung von 500 x 500 Pixel und ein Wasserzeichen, für 1300 x 1300 Pixel und ohne Wasserzeichen bezahlt man bereits 19 Euro. Richtig teuer wird dann die Variante mit 3000 x 3000 Pixeln, die 149 Euro kostet und bis zu 24 Stunden für die Erstellung benötigt.

Dagegen wirkt eine andere Software-Lösung für PC und Mac fast günstig: Studio Artist beherrscht ebenso die Neuinterpretation von Bildern. Im Gegensatz zu den Cloud-Lösungen kommt zwar kein neuronales Netzwerk zum Einsatz, die Ergebnisse sind trotzdem oft beeindruckend. Zudem läuft alles lokal und man kann sogar zusehen, wie das Bild entsteht, und Videos anfertigen. Die mächtige Software hat allerdings auch ihren Preis, sie ist regulär mit 400 US-Dollar angesetzt, aber meistens für 300 Dollar zu haben.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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