Kurztest: Coolstream Neo² Twin

Es gibt viele Menschen, die wollen eines mit dem Receiver tun: Einfach nur fernsehen. Und dann gibt es Menschen wie mich, denen reicht das nicht. Sie wollen mit einem Receiver viel mehr tun. Und genau diese Menschen hat die Coolstream Neo² Twin als Zielgruppe.

Es ist ein HD-Receiver mit einem Linux-Betriebssystem. Mit NeutrinoHD um genau zu sein. Neutrino hat seine Ursprünge noch von der mittlerweile über 15 Jahren alten dbox2. Mal eben ein kleiner Geschichtsexkurs: Die dbox2 war ein digitaler Receiver und von den technischen Features her seiner Zeit weit voraus. Beim einem Preis von fast 900 Mark aber auch nicht weiter verwunderlich. So verfügte es neben einem eingebauten analogen Modem, sogar über 10 MBit Half-Duplex Netzwerkkarte. Als Prozessor diente ein PowerPC-Prozessor von Motorola mit 66 MHz. Außerdem waren 8 MByte Flashspeicher sowie 32 MByte Arbeitsspeicher verbaut. Einige Hacker erkannten das Potenzial der dbox2 und haben eine Lücke ermittelt, um die original Firmware durch Linux zu ersetzen. Somit war auch Neutrino geboren, welches eine auf Receiver angepasste Benutzeroberfläche für das Linux-Betriebssystem bot. Später kamen weitere Receiver wie die Dreambox auf den Markt, die von Werk aus mit Linux ausgestattet bzw. dafür vorbereitet waren.

Die Vorteile von Neutrino auf dem Receiver sind vielfältig. Es bringt neben der benutzerfreundlicheren Oberfläche auch die Möglichkeit mit, den Receiver über eines der zahlreichen Plugins um weitere Funktionen zu erweitern.

NeutrinoHD hingegen ist aus Neutrino hervorgegangen und eine speziell angepasste Version für HD-Receiver. NeutrinoHD findet man serienmäßig auf allen Coolstream-HD-Receivern.

Begrüßung beim ersten Start

Nun aber mal zurück zum Coolstream Neo² Twin. Es ist ein Receiver, der sehr gut verarbeitet ist und dessen einzige Besonderheit nicht nur das Betriebssystem ist, sondern auch zwei verbauten Tuner. Dank des zweiten Tuners, können gewünschte Sendungen im Hintergrund aufgezeichnet werden, während man nebenbei ganz was anderes schaut. Den Coolstream Neo² Twin gibt es sowohl mit Satelliten- als auch mit Kabel-Tuner. Damit die Aufnahmen gespeichert werden können, braucht man natürlich auch ein Speichermedium. Der Coolstream Neo² Twin ist für den Einbau einer 2,5″ Festplatte vorbereitetet. Wer sich Bastelei ersparen will, kann auch einfach eine externe Festplatte per USB anschließen.

Um eine Aufnahme zu starten, muss man nicht wirklich viel tun. Man merkt sich entweder im EPG die entsprechende Sendung zur Aufnahme vor oder startet mit einem Knopfdruck auf der Fernbedienung die Aufnahme bei einer laufenden Sendung. Auch erlaubt das Gerät zeitversetztes Fernsehen.

Ein weiteres tolles Feature sind die zahlreichen Plugins. Neben den „offiziellen“ Plugins gibt  wie TuxMail, TuxBox Commander oder VNCViewer, gibt es noch zahlreiche von der Community entwickelte 3rd Party Plugins.

Was gibt sonst noch zum einem Receiver sagen? Dank 600 MHz schnellem PowerPC-Prozessor reagiert er recht schnell auf Eingaben mit der Fernbedienung. Die Umschaltzeiten  waren akzeptabel, wobei der integrierte Receiver in meinem Fernseher  im Vergleich einen Tick schneller war. Beim Umschalten kommt zuerst der Ton und das Bild einen kleinen Augenblick später. Fand ich am Anfang etwas komisch, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Persönliches Fazit: Einen Receiver wie den Coolstream Neo² Twin, brauchen wirklich nur die Hardcore-Nutzer, die mehr als einfach nur Fernsehen wollen. Dank Linux auf dem Receiver, ist der Coolstream Neo² Twin aber eine richtig gute Multimedia-Box.

Mit der Benutzeroberfläche von NeutrinoHD kam ich super schnell zurecht. Das lag aber vielleicht auch daran, dass ich jahrelang die oben genannte dbox2 mit Neutrino im Besitz hatte und die Unterschiede auf den ersten Blick kaum sichtbar sind.  Aber auch davon abgesehen, bin ich mir relativ sicher, dass man sich schnell an die Oberfläche gewöhnt. Habe schon wesentlich hässlichere Oberflächen gesehen. Wer noch ausführlichere Infos zu NeutrinoHD und weitere Screenshots von der Oberfläche sehen möchte, dem sei dieser Beitrag aus der Tuxbox-Wiki empfohlen: http://wiki.tuxbox.org/wiki/NeutrinoHD

Der Coolstream Neo² Twin ist bei uns im Shop für 349 Euro erhältlich. Wer keine zwei Tuner braucht, kann auch zum kleineren Modell, der Coolstream Zee greifen. Den gibt es bereits für 199 Euro.

Vollständige technische Daten:

Abmessungen
B x H x T (in mm) 360 x 65 x 225
Gewicht (in kg) 2,5
Anschlüsse
Tuner DVB-S2 (2x) oder DVB-C (2x)
Audio Ausgänge Cinch (R/L) / digital S/PDIF (optisch)
Video Ausgänge Video-Cinch, / Komponente / HDMI / SCART
Daten S232 / USB (1 x Front / 1x Rückseite) / eSATA
Hardwaremerkmale
Display OLED (128 x 32 px)
Smartcardreader Typ 2
Common Interface 1
Sprachen 9
HDTV Formate 720p (50Hz) 720p (60Hz) 1080i (50Hz) 1080i (60Hz) 1080p (24Hz) 1080p (25Hz)
Update über USB / Netzwerk / Internet
Weitere Merkmale
TWIN-Tuner für Aufnahmer und Wiedergabe zweier Programme gleichzeitig
OLED-Display (128 x 32 px) für komfortable Bedienbarkeit
EPG Infos für die laufende / nächste Sendung / 5 Tage
Favoritenlisten unbegrenzt
Programmspeicherplätze unbegrenzt
Timerplätze / Sleeptimer unbegrenzt
Videotext / Top-Videotext
Kindersicherung
Festplattenfunktion
externe und interne Festplatte möglich (intern 2.5″)
Aufnahme über EPG / Timer
Max. Festplattengröße in GB ist unbegrenzt
Unterstützte Formatierungen: EXT2, EXT3, EXT4, FAT
Timeshift abschaltbar
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Über Cihan Boz

Hallo, ich bin seit 2011 Community Manager bei notebooksbilliger.de. Ich liebe Technik und lebe in Berlin. Finden könnt Ihr mich natürlich auch auf Twitter, Facebook, Instagram und natürlich Google+.
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2 Kommentare auf "Kurztest: Coolstream Neo² Twin"

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Gast
Hey, bei SAT Receivern hat man immer so schon viel Auswahl … ich mit meinem Kabel-TV (DVB-C) leider nicht, und es wird sogar noch weniger wenn ich einen Twin-Tuner will um auch im Hintergrund aufzuzeichen. Desshalb hab ich mir vor kurzem einen VU+ Ultimate gekauft, der hat 3 Tuner nach Wahl (DVB-S2 oder DVB-C) und somit bin ich sehr flexibel. Damit kann man sogar gleichzeitig KabelTV und SAT TV schauen, einfach die passenden Tuner stecken. Als Betriebssystem kommt das Enigma2-Linux zum Einsatz (laut Gerichtsurteil von vor kurzem darf das sogar Enigma2 genannt werden obwohl sich Dream Multimedia, der Hersteller der… Read more »
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