Kurztest: Crucial DDR5 RAM 32 GB 4800 MHz – schnell, schlicht und erschwinglich

      Kurztest: Crucial DDR5 RAM 32 GB 4800 MHz – schnell, schlicht und erschwinglich

      Mit Intels neuen Alder-Lake-CPUs wurde gleichzeitig der neue Sockel 1700 mitsamt DDR5 und PCIe 5.0 etabliert. Noch ist der Markt für DDR5-Speicher relativ übersichtlich und auch kostenintensiv. Wir haben uns mit dem Crucial DDR5 RAM CL40 mit 32 GB Speicher und einer Taktfrequenz von 4800 MHz das aktuell erschwinglichste Pendant angeschaut.

      Was der Sockel 1700 noch alles für Neuerungen mit sich bringt, erfahrt ihr in unserem Beitrag zum Intel Core i9-12900K (Test). Neben Crucial gibt es bisher nur wenige weitere Anbieter für den neuen DDR5-Standard. Beim Testsample handelt es sich um ein Modul mit 32 GB RAM und den Timings CL40-39-39. Schaut man sich vergleichebare DIMMs an, dann ist das Modul von Crucial mit einem Preis von 216,99 Euro* bei uns im Shop tatsächlich aktuell am günstigsten zu bekommen

      Standard-Optik mit flacher Bauhöhe

      Das Modul wird in einem einfachen Blister aus Kunststoff ausgeliefert. Weiteres Zubehör oder Papierkram gibt es nicht. Auch das Modul selbst zeigt sich ohne Headspreader oder RGB-Beleuchtung schlicht und funktional. Bis auf einen kleinen Aufkleber auf dem Kit verrät nichts die Herkunft vom großen Halbleiterhersteller Micron bzw. dem dazugehörigen Tochterunternehmen für Consumer-Electronics namens Crucial.

      Der Vorteil ist, dass es angesichts der flachen Bauhöhe von 32 mm nicht zu Komplikationen mit CPU-Kühler kommen kann. Das ist bei sehr hohen Kühlkörpern auf dem RAM oder sehr ausufernden CPU-Kühlern gerne mal der Fall. Wer hingegen nach einer auffälligen Optik sucht, dürfte mit dem Testsample nicht so viel anfangen können.

      Testsystem mit Gigabyte Z690 Aorus Ultra und Intel i7-12700K

      Viele Worte über Verarbeitung und Materialwahl gibt es dadurch ebenfalls nicht zu verlieren, denn es handelt sich schlicht um ein sauber verarbeitetes Standard-Modul ohne Schnickschnack. Die Montage verläuft wie bei den meisten RAM-Modulen unkompliziert und schnell. Bei unserem Testsystem mit be Quiet! Silent Loop 2 kommt man zudem selbst mit ungeskillter Feinmotorik einfach an die RAM-Steckplätze. Das komplette Build besteht aus:

      • Fractal Design S2 Vision
      • Gigabyte Z690 Aorus Ultra
      • Intel Core i7-12700K
      • Gainward GeForce RTX 3090 Phoenix
      • Crucial P5 Plus 1TB
      • be Quiet! Silent Loop 2 360mm
      • Thermaltake Toughpower PF1 ARGB 850W

      Sind der RAM und alle anderen Komponenten installiert, kann es auch direkt losgehen. Der Rechner startet, ohne zu murren.

      Z690-Mainboard bietet XMP-Profile nach BIOS-Update

      Der RAM von Crucial unterstützt XMP 3.0, allerdings sind keine abweichenden Profile auf dem RAM hinterlegt. Dafür bietet Gigabyte mit dem Aorus Ultra diverse XMP-Profile, die sich je nach Speicher und Hersteller nutzen lassen. Komisch nur, dass das beim Aorus Ultra nicht der Fall ist. Schnell wird das Problem erkannt: Die installierte BIOS-Version ist noch von Anfang 2021. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Profile anscheinend noch nicht. Mit der Version „F8e“ vom 28.03.2022 erscheint im BIOS unter der Reiter „Tweaker“ auch der Punkt „DDR5 XMP Booster“, unter dem man die entsprechenden Profile auswählen kann.

      Da Crucial eine Submarke von Micron ist, stammen die Module natürlich auch von Micron. Du kannst also aus vier vorgefertigten Profilen bis maximal 5400 MT/s auswählen, die einwandfrei funktionieren sollten. Wenn du selbst übertakten möchtest, kannst du das ebenfalls tun. Speziell dafür gibt es noch zwei freie Slots direkt auf dem RAM.

      5400 MT/s bringen bei den meisten Games kaum Leistungszuwachs

      Ich habe mir für diesen Test angeschaut, ob es hinsichtlich der Leistung überhaupt einen Unterschied macht, ob ich mit 4800 MT/s oder 5400 MT/s unterwegs bin. Immerhin sind 4800 MT/s der Einstieg in der Welt des DDR5-RAMs. Aber auch mit 5400 MT/s sind die Unterschiede marginal. Bisher mangelt es in unserer Datenbank zudem an Vergleichskandidaten. Lediglich den Kingston FURY Beast (Test) haben wir bisher getestet, allerdings in Kombination mit einem anderen Testsystem.

      Bringt die Wahl eines schnelleren Profils im UEFI also einen spürbaren Unterschied im Alltag? Ehrlich gesagt kaum. Oft sind die Unterschiede in den Benchmarks so gering, dass sie in das Kapitel Messtoleranz fallen. Das gilt vor allem für die Benchmarks in CineBench R20 und R23, bei letzterem wirkt sich die höhere RAM-Geschwindigkeit sogar negativ auf die Ergebnisse aus. Lediglich im AIDA64 Cache & Memory Benchmark wird ein höherer Datendurchsatz sichtbar, der angesichts der anderen Ergebnisse jedoch kaum Auswirkungen auf die generelle Performance des PCs hat. Immerhin: Der DIMM wird nicht heiß oder instabil, selbst bei dauerhafter Belastung.

      In Anno 1800 sind die Unterschiede zwischen 4800 und 5400 MT/s ebenfalls marginal, Ähnliches gilt für Cyberpunk 2077 und Shadow of the Tomb Raider. Eine Ausnahme bildet allerdings CS:GO. Hier haben höhere Taktraten des RAM tatsächlich eine deutliche Auswirkung auf die Bildrate im Spiel.

      Generell dürften spürbare Unterschiede bei einem Großteil der aktuellen Spiele aber erst bei deutlich höheren Taktraten eintreten. In Tests von diversen Kollegen im Netz ist nämlich selbst bei 6400 MT/s kein großer FPS-Boost erkennbar. Erst bei noch höheren Taktraten sollte es dann tatsächlich interessant werden.

      Fazit: Crucial DDR5 32 GB 4800 MHz CL40

      Angesichts der Benchmarks ergibt es aktuell also wirklich nur für ausgewählte Spiele Sinn, mehr Geld für schnelleren DDR5-Arbeitsspeicher auszugeben. Die Unterschiede sind in den meisten AAA-Spielen jedoch so gering, dass es die Mehrkosten und den höheren Stromverbrauch kaum rechtfertigt. Lediglich bei exzessiven CS-Spielenden, die auf der Suche nach dem letzten Quäntchen Leistung sind, stellt schneller DDR5-RAM eine brauchbare Option dar.

      Modder- und Gamer*innen, die Wert auf eine auffällige Optik inkl. RGB-Beleuchtung und Co. legen, dürften mit dem schlichten Erscheinungsbild des Moduls von Crucial ebenfalls nur bedingt glücklich werden. Wer hingegen viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld sucht, dürfte mit den Modulen von Crucial mehr als glücklich werden. Das gilt ebenfalls, wenn nur wenig Platz unter dem CPU-Kühler zur Verfügung steht. Den einzelnen Riegel gibt es mit 32 GB RAM aktuell für 217 Euro*, mehr Performance sollte das Kit mit 2×16 GB bringen, es kostet mit 255 Euro* aber auch mehr.

      Crucial DDR5 RAM im Shop

      *Stand: Mai 2022

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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