Kurztest LG H4 Musicflow: Multifunktionaler Aktivlautsprecher

Der LG H4 ist nicht nur ein einfacher Bluetooth-Lautsprecher mit integriertem Akku. Neben der Wiedergabemöglichkeit von verlustfreien Musikdateien lädt er durch WLAN-Anbindung eigenständig Musik von Streamingdiensten oder aus dem lokalen Netzwerk, arbeitet im Heimkinosystem am Surround-Sound mit oder bietet mit der Multiroom-Funktion in Verbindung mit weiteren LG-Lautsprechern synchronisierte Musikbeschallung in mehreren Räumen.

Der silberfarbene Aktivlautsprecher ist kompakt gebaut und integriert sich mit seinem knapp 20 cm breiten, 7 cm hohen und 6,4 cm tiefen Gehäuse sehr gut in Wohnungen mit modernem Einrichtungsstil. Auch unterwegs macht er eine gute Figur. Die tolle Verarbeitung und das stabile Gehäuse machen ihn robust und widerstandsfähig. Nur das hohe Gewicht von 812 g könnte beim Transport negativ auffallen.

Im Aktivlautsprecher arbeiten zwei Breitbandtreiber mit einer Musikleistung von 20 W. Zur Anhebung der tiefen Frequenzen beherbergt der LG H4 noch zwei Passivmembranen, von denen jeweils eine nach vorne und eine nach hinten gerichtet ist.

Bedienelemente für die alltägliche Nutzung befinden sich an der Oberseite. Ein Kreis mit vier Befehlen (Lauter/Leiser, Wiedergabe/Pause, Signaleingangsquelle) umschließt den Power-Button, der auf kurzen Druck über eine verschiedenfarbige LED den Akkuladestand symbolisiert. Um den LG H4 auszuschalten, muss man den Power-Button etwas länger gedrückt halten. An der rechten Gehäuseseite sitzen die Anschlüsse für das Netzteil zum Laden des Akkus und für ein Klinkenkabel für kabelgebundene Zuspieler sowie zwei weitere Druckknöpfe für Netzwerkkonfigurationen.

Um den Lautsprecher in ein WLAN einbinden zu können, benötigt man ein iPhone oder Android-Smartphone, auf dem die App Music Flow installiert ist. Über eine geführte Installationsroutine gelingt die Netzwerkkonfiguration schnell und einfach. Der LG H4 lässt sich mit WLAN-Funknetzen in 2,4 und 5 GHz einbinden. Will man einen weiteren LG H4 mit dem WLAN-Netzwerk verbinden, um beispielsweise einen besseren Stereo-Effekt zu erzielen, gelingt die Anbindung auf Knopfdruck. Daraufhin muss man in der App nur noch den gewünschten Wiedergabe-Modus auswählen. Neben dem Stereomodus kann man mehrere LG H4 in einem sogenannten Gruppierungsmodus zusammenlegen. Dadurch wird die Wiedergabe synchronisiert und alle Speaker geben dieselbe Musik aus, solange sie im selben WLAN eingebunden sind. Außerdem kann man beim LG H4 den Heimkino-Modus aktivieren. In Verbindung mit einer Musicflow-kompatiblen Soundbar und einem weiteren LG H4 Lautsprecher ist er dann Teil eines Surround-Sound-Systems.

Zusätzlich lässt mit der App Music Flow die Musikwiedergabe steuern. Besitzt man mehrere LG H4 Speaker, kann man über die Smartphone-App auf jedem Lautsprecher andere Musik wiedergeben. DRM-geschützte Musik lässt sich nicht mit der App abspielen. Dafür muss man auf andere Player zugreifen und die Bluetooth-Verbindung aktivieren. Nutzt man Streamingdienste wie Google Music oder Spotify mit Premium-Option, dient das Smartphone nur noch als Fernbedienung. Den Musik-Stream lädt der Lautsprecher selbstständig über das WLAN mit Internetanbindung. Das schont den Akku des Smartphone. Doch beim Testen verkürzte die App Music Flow die Akkulaufzeit eines Apple iPhone 5s von etwa 60 Stunden auf 18 Stunden. Laut Batterie-Info von iOS 9 war die App in der Version 1.7.15 für über 60 % des Akkuverbrauchs verantwortlich, obwohl die App nicht im Vordergrund aktiv war, keine Musik abgespielt wurde, der Lautsprecher ausgeschaltet und das iPhone mit einem anderen WLAN verbunden war. Eigenhändiges Beenden der App über den App Switcher löste das Akku-Problem.

Die Akkulaufzeit des LG H4 ist mit rund fünf Stunden ordentlich. Im Akkulaufzeittest empfing der Lautsprecher die Musik per Bluetooth und war währenddessen mit einem WLAN verbunden. Praktischerweise lässt sich die Akkukapazität des Lautsprechers prozentgenau in der App Music Flow ablesen. Ein Ladevorgang mit dem beigelegten Netzteil dauert etwa 2,5 Stunden.

Empfängt der LG H4 die Musik digital über Bluetooth oder WLAN, neigt das Klangbild zur Überhöhung der Mitten und bietet damit eine gute Stimmenpräsenz. Bass und Höhen sind einen Müh zu leise. Bei niedriger Lautstärke dämpfen Verzerrungen im oberen Mittenbereich und der geringe Dynamikumfang den Musikgenuss. Analog über Klinkenanschluss von einem LG G4 bespielt, ändert sich der Klangcharakter des LG H4. Das Frequenzbild ist homogener und musikalische Details kommen mehr zur Geltung. Verzerrungen setzen erst bei sehr hohen Lautstärken ein.

Fazit

Der kompakte Aktivlautsprecher LG H4 Music Flow überzeugt mit WLAN und Bluetooth-Anbindung und eignet sich damit für Anwendungsbereiche, die viele Speaker seiner Klasse nicht bieten. Neben der Musikübertragung via Bluetooth lässt er sich im WLAN-Verbund mit anderen Lautsprechern in einen Multiroom-System oder im Heimkino für Surround-Effekte einsetzen. Über Google Cast bezieht er Musik direkt von Streamingdiensten oder aus dem lokalen Netzwerk. Der LG H4 ist kein Leichtgewicht, bietet aber gute Akkulaufzeiten. Das stabile Gehäuse vermittelt einen wertigen Eindruck, was durch das silberfarbene Finish verstärkt wird. Die Klangqualität über Bluetooth und WLAN ist akzeptabel, über Klinkenanschluss überzeugt das Klangbild mit besserer Auflösung und höherer Dynamik.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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