Kurztest: MiniX Neo X6 Android Mediaplayer & Retro-Konsole

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Tipp: Den MiniX NEO X6 erhaltet Ihr in unseren Angeboten der Woche für derzeit nur 54,99 Euro! Aber nur so lange der Vorrat reicht.

Früher hatten die meisten eine DVD- oder Bluray Sammlung, noch davor eine VHS oder gar Laserdisc Sammlung. Dann kamen die ersten HTPCs auf den Markt, aber die waren eher in der Unterzahl. Erst als Streaming via Netflix&Co. sich so langsam verbreitet, findet man in immer mehr Haushalten kleine Boxen oder Sticks, um eben diese Angebote wahrzunehmen, oder auch die eigene, mittlerweile digitalisierte DVD-Sammlung darüber anzusehen. Hier kommen nun Hersteller wie MiniX ins Spiel, die eben diese Boxen und Sticks anbieten. Mit dem NEO X6 hat man einen günstigen Alleskönner im Angebot, den wir uns natürlich einmal ansehen wollten.

Laut MiniX soll der NEO X6 „Maximales Entertainment“ bieten – ob dem so ist, dazu kommen wir später. Erstmal geht’s an den Lieferumfang, der unspektakulär aber vollständig ist. Dabei ist neben dem NEO X6 eine einfach gehaltene Fernbedienung, die WLAN-Antenne, Netzteil, ein USB-Kabel – seltsamerweise USB A auf USB A – und ein kurzes HDMI-Kabel. Es ist also alles dabei, um direkt loszulegen.

An Anschlüssen wurde auch nicht gespart. Neben WLAN und Bluetooth als drahtlose Optionen stehen noch ein LAN-Port, HDMI, 2x USB 2.0, ein MicroSD-Slot und ein 3,5mm Klinkenanschluss zur Verfügung. Übrigens, für Nutzer eines älteren Fernsehers: Der Klinkenanschluss kann mittels Adapter auch als Composite-Video-Out genutzt werden. Einziger Nachteil: XBMC bzw. Kodi funktioniert dann nicht.

Startschwierigkeiten

Nach dem Anschließen folgt das Einschalten und Einrichten. Angeschlossen ist er noch recht einfach: Stromversorgung anschließen, HDMI-Kabel mit dem Monitor oder Fernseher verbinden, gegebenenfalls LAN-Kabel anstecken oder die externe Festplatte per USB anschließen. Die Ersteinrichtung birgt dann aber gerade für Neueinsteiger einige Stolpersteine. Es gibt nach dem Einschalten keinen Assistenten, der einen durch die wichtigsten Schritte leitet. Auch gibt es keine Einweisung durch eine kurze Führung durch die Menüs oder ähnliches.

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MiniX Metro Launcher

Begrüßt wird man unvermittelt von einem Auswahlbildschirm, ob man den normalen, oder den „MINIX METRO“ Launcher nutzen möchte. Da er für die Nutzung per Fernbedienung angepasst sein soll, nehme ich den MINIX METRO Launcher. Der startet auch direkt, doch auch hier: Keine Erklärungen. Also erstmal in die Einstellungen, schließlich ist das Wichtigste was Android braucht eine Internetverbindung. Die Einstellungen sind recht übersichtlich, der Erste Punkt beschäftigt sich dann auch direkt mit der Internetverbindung. WLAN und LAN stehen zur Auswahl, der Einfachheit halber wähle ich WLAN, wähle mein Netzwerk aus und tippe den Schlüssel ein. Die Anzeige bleibt anschließend etwa 2 Minuten im Status „Connecting“ stehen, ohne dass sich etwas tut. Neues Netzwerk, neuer Versuch, gleiches Problem. Also kurzerhand das LAN-Kabel hervorgekramt und angeschlossen: Verbunden. Endlich. Kurze Recherche im Internet, der WLAN Bug scheint wohl bekannt und auch bereits behoben. Also in den Einstellungen nach einem Update gesucht und direkt auch eines gefunden. Nach der Installation klappte es dann auch mit dem WLAN im ersten Anlauf.

Anfangs lief das System auch gefühlt etwas träge. Eingaben der Fernbedienung registrierte es erst nach etwa einer halben Sekunde. Diese Verzögerungen sind seit dem Update ebenfalls dahin. Generell sollte man erstmal alle Updates, auch im Google Play Store, durchlaufen lassen, bevor man versucht den NEO X6 zu nutzen. Während nämlich Apps aktualisiert werden, ist das System dadurch ziemlich ausgelastet. Ein bekanntes Problem unter älteren Android Versionen.

Der MINIX METRO Launcher ist übrigens auf Englisch voreingestellt, eine Option dies zu ändern hab ich bisher nicht gefunden. Lediglich das Android System darunter konnte ich anpassen.

Bedienung

Die Oberfläche ist wie erwähnt auf die Bedienung per Fernbedienung oder Maus/Tastatur-Combo optimiert. Das bedeutet große Icons, durch die man per Pfeiltasten oder Steuerkreuz navigieren kann. Der Launcher besteht dabei aus einer großen Ordner-Fläche, in denen man die gewünschten Apps ablegen kann um sie schnell zu finden. Zusätzlich findet man Shortcuts zu den Einstellungen, allen Apps, dem App Store und einem Task-Killer. Neue Apps kann man über das + Symbol in den Ordnern oder auf den Homescreen hinzufügen.

Fernbedienung mit Hindernissen

Apps lassen sich über die beiliegende Fernbedienung recht gut bedienen, wobei es natürlich von der jeweiligen App abhängt. Einen Haken hat die Sache allerdings: Die vorinstallierten Apps liegen in recht alten Versionen vor, in denen die Fernbedienung noch akzeptabel funktioniert. Nachdem man aber den Play Store und sämtliche Apps aktualisiert hat, funktioniert die Fernbedienung nur noch rudimentär in vielen Apps. Im Play Store war es zum Beispiel unmöglich, die Suche zu öffnen, innerhalb der Netflix App lässt sich die Sprache nicht mehr ändern und einen einfachen Pause-Button gibt es auch nicht. Es gibt aber Abhilfe, wenn auch leider nur in Form einer alternativen Fernbedienung oder einer Maus-Tastatur-Combo. MiniX selbst bietet dafür z.B. die AirMouse2 an, die sowohl eine Fernbedienung, als auch eine Tastatur und eine Maus kombiniert.

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Rudimentäre Fernbedienung

Was leider auch nicht funktionierte, war die Steuerung per Smartphone. Zwar bieten sowohl der MiniX Launcher als auch Kodi diese Möglichkeit, beide bekam ich jedoch nicht zum Laufen. Das kann allerdings auch mit unserem Firmennetzwerk zusammenhängen, das diese Verbindungen gegebenenfalls geblockt hat.

Performance

Hier soll es erstmal um die allgemeine Performance des Systems gehen, wie schnell lässt sich navigieren, wie schnell starten Apps, und so weiter. Wie es sich bei Gaming oder Streaming schlägt erfahrt Ihr dann unter den jeweiligen Unterpunkten.

Insgesamt ist die Performance in Ordnung. Hin und wieder ruckelt es mal oder braucht eine App länger zum Starten. Hier und da merkt man auch mal Inkompatibilitäten mit manchen Apps, die dann schlicht gar nicht richtig laufen wollen und für alles eine gefühlte Ewigkeit benötigen. Das kann an der nicht ganz taufrischen Android Version liegen, aber auch an der MiniX Anpassung des Systems. Was allerdings hilft, ist – ich mags kaum schreiben – der vorinstallierte „Clean Master“. Eine App, die den RAM und Cache „aufräumt“. Eigentlich sind solche Apps meist eher schein als sein, hier hilft es aber ab und an die Optimierung zu starten, wenn das System anfängt zu ruckeln.

Zusammenfassend kann man trotzdem sagen, dass die Performance in Ordnung ist. Der MiniX NEO X6 setzt keine neuen Maßstäbe, aber er lässt sich frustfrei bedienen, was das wichtigste ist. Benchmarks erspare ich uns daher an dieser Stelle.

Apps

Hier muss man glaube ich nicht viel sagen: Das System basiert auf Android 4.4 KitKat und der Play Store ist vorinstalliert. Man hat also Zugriff auf Millionen von Apps, die einzige Einschränkung ist hier die Steuerung. Manche App lässt sich wie bei der Bedienung beschrieben einfach nur schwerlich ohne zusätzliche Hardware nutzen.

Vorinstalliert: Google Play Store

Vorinstalliert: Google Play Store

Video-Streaming

Kommen wir zum Kernelement: Video-Streaming. Der MiniX NEO X6 stemmt Dateien bis zu 1080p Auflösung und bietet auch für H.265 bzw. HEVC Codierte Videos eine Hardware-Decodierung. Damit laufen auch die im neuesten Standard komprimierten Filme problemlos.

Online-Mediatheken

Wie bei den Apps beschrieben kann man via Google Play Store jede Menge Apps installieren – darunter auch die üblichen Verdächtigen wie Netflix, Sky Go, WATCHEVER, Maxdome, und so weiter. Das funktioniert auch soweit problemlos, die Apps starten fehlerfrei, nach dem Login im jeweiligen Dienst kann auf die Bibliothek zugegriffen werden. Die Streams laufen auch flüssig und in HD, sofern der Anbieter und die Internetanbindung es erlauben.

Hier kämen wir zum ersten und bislang einzigen Minuspunkt: Nicht alle Dienste erlauben das Streaming in FullHD auf nicht extra zugelassenen Geräten. Netflix beispielsweise läuft dadurch nur in SD Qualität auf dem MiniX NEO X6. Das liegt allerdings direkt an Netflix und nicht am MiniX.

Netzwerk-Bibliothek

Im Gegensatz zu manch anderen Lösungen kann der MiniX auch direkt auf die heimische Filmsammlung via USB oder über das Netzwerk zugreifen – ohne per Sideload oder Root Apps einschmuggeln zu müssen. Vorinstalliert ist dafür direkt eine angepasste XBMC Version, mittlerweile eher als Kodi bekannt.

Die Features von Kodi sind extrem umfangreich, von einfacher Wiedergabe von einer USB-Festplatte über Netzwerk-Streaming bis hin zu Online-Kanälen ist alles möglich. Die Navigation ist in den letzten  Jahren optimiert worden und stellt kein Problem dar. Das Menü ist dabei größtenteils selbsterklärend, wenn auch manche Punkte – wie die Auswahl des Speichermediums – den unerfahrenen Nutzer vor Probleme stellen können.

Hier jetzt aber alle Funktionen von Kodi aufzuzählen würde etwas den Rahmen sprengen. In kurz: Es ist ein vollständiges Media-Center, das keine Wünsche offen lässt. Auch an der Funktion an sich lässt sich kaum etwas aussetzen: Die Wiedergabe läuft problemlos bis hin zu 1080p Inhalten mit 60FPS und als H.265 codiert. Werden die Daten direkt von einer Festplatte per USB übertragen gibt es auch keinerlei Ruckler oder Buffering. Nutzt man hingegen WLAN hängt es etwas von der Übertragungsgeschwindigkeit ab. Bei einer schlechten bis mittleren Verbindung kann es bei FullHD Inhalten schon zu Zwischenpuffern und Aussetzern kommen. Bei guter Verbindung ist es identisch zur Verbindung per LAN-Kabel: „Normales“ Streaming funktioniert problemlos und ohne Aussetzer. Bei sehr großen Dateien – beispielsweise bei einer untouched BluRay mit rund 50GB – kann es aber eng werden. Solch große Dateien nutzen aber die wenigsten.

Gaming

Da der MiniX NEO X6 auf Android basiert, kann man natürlich auch damit zocken. Dazu empfiehlt es sich ein Gamepad per Bluetooth oder USB zu verbinden. Seit Android 4.0 ist die Controller-Unterstützung direkt im System enthalten, viele aktuelle Gamepads und Controller funktionieren daher von Haus aus ohne besondere Einstellungen oder gar Root. In meinem Test habe ich zum Zocken einfach einen Xbox 360 Wired Controller genutzt, die Wireless Version mit Windows-Adapter funktioniert aber ebenfalls. Gleiches gilt z.B. für die Playstation 3 und 4 Controller. Nicht funktioniert hat hingegen der Xbox One Controller.

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Bei aufwändigeren Titeln bekommt der NEO X6 aber recht schnell Probleme. Real Racing 3 stottert und ruckelt im Rennen, während die Menüs teilweise ewig laden. Die Leistung ist einfach nicht auf anspruchsvolle Spiele hin optimiert.

Auch lassen sich nicht alle Titel per Gamepad steuern, doch gerade Rennsimulationen oder Jump’n’Run Titel sind kein Problem. Titel wie Tower Defence oder Aufbau-Strategien sind aber eher schwierig per Controller oder Fernbedienung spielbar.

Was dagegen aber sehr gut funktioniert, sind Retro-Titel die per Emulator laufen. Und wer hat sie nicht: Die Klassiker seiner Kindheit, an die man immer mal wieder zurück denkt und man gerne auch mal wieder spielen würde. Dafür bietet der Play Store diverse Emulatoren für Game Boy, Super Nintendo, NES und Co. an. Dem Retroabend vor dem Fernseher steht also nichts im Wege.

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Ausprobiert habe ich den kostenfreien Emulator „Snes9x EX+“ – sperriger Name und etwas unübersichtliche Menüs, aber er funktionierte ohne weitere Konfiguration. Zwar liefern kostenpflichtige Emulatoren meist elegantere Menüs, aber da der Emulator ohne zu murren seinen Dienst verrichtete kann ich mich nicht beklagen. Spiele waren schnell geladen, die Steuerung per Xbox 360 Controller kein Problem. Man kann hier aber natürlich noch weitaus mehr: Der Controller lässt sich anpassen, die Steuerung in Gänze personalisieren, und so weiter. Alle getesteten Spiele liefen außerdem einwandfrei, auch wenn es etwas ungewohnt ist, Super Mario Land oder Turrican II mit einem Xbox Controller zu spielen ;).

Wichtig: Der Play Store bietet ausschließlich die Emulatoren an, nicht die Spiele. Die Spiele können zwar online bezogen werden, beachtet dabei aber, dass dies in Deutschland nicht erlaubt ist sofern Ihr das Spiel nicht im Original besitzt. Daher findet Ihr hier auch keine Links zu etwaigen Download-Portalen.

Fazit

Der MiniX NEO X6 setzt keine Maßstäbe, sondern primär tut er vor allem eines: Funktionieren. Ob als Media Center oder Retro-Gaming-Konsole, er verrichtet seinen Dienst weder besonders gut, noch besonders schlecht.

Positiv ist auf jeden Fall die geringe Größe festzuhalten, ebenso der niedrige Preis. Der Stromverbraucht sollte ebenfalls recht gering ausfallen. Die Anschlussmöglichkeiten reichen mehr als aus, um externe Speichermedien, einen Empfänger für eine externe Fernbedienung oder ein Gamepad anzuschließen. Schön ist auch, dass nahezu alle Streaming-Anbieter genutzt werden können, ebenso die diversen Mediatheken der TV-Sender. Sehr gut hat mir auch der Einsatz als Retro-Konsole gefallen, um ohne großartige Kosten oder gebastel mal wieder die Klassiker zu spielen.

Negativ bleibt festzuhalten, dass das System nach längerer Nutzung hin und wieder anfängt zu ruckeln und die mitgelieferte Fernbedienung in den aktuellen App-Versionen häufig nahezu unbrauchbar ist. Ersteres lässt sich durch gelegentliche Neustarts beheben, zweiteres durch Einsatz einer Maus-Tastatur-Combo oder der MiniX AirMouse 2. Auch für neue, aufwändige Spiele ist der NEO X6 nur bedingt geeignet.

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