Kurztest Sony SRS-X3: Kantiger Lautsprecher mit breitem Sound

Der kompakte Bluetooth-Lautsprecher Sony SRS-X3 überzeugt mit einem gut abgestimmten Klangbild. Dabei konzentriert sich der Sony-Speaker nicht wie die meisten Bluetooth-Speaker auf überbetonte Bässe, sondern auf feine Höhen, gut abgestimmte Mitten und tiefem Bass – solange man bei den Einstellungen einige Dinge beachtet.

Der quaderförmige Bluetooth-Lautsprecher Sony SRS-X3 wiegt mit von uns gemessenen 782 g knapp 70 g weniger, als der Hersteller angibt. Trotzdem ist er damit kein Leichtgewicht und wiegt satte 250 g mehr als der HP Roar Plus. Neben dem Sony SRS-X3 befindet sich lediglich ein Ladegerät mit passendem Kabel im Karton. Eine Tasche für den Transportschutz des 18,5 x 6,5 x 6,7 cm großen Lautsprechers liegt nicht bei.


Der aktive Stereolautsprecher ist tadellos verarbeitet: Spaltmaße sind klein und gleichmäßig, die Anschlüsse für Ladekabel und Klinkenkabel sind passgenau eingelassen und die Lautsprechergitter sehr stabil. Für festen Stand sorgen sechs dicke Gummifüße. Sie verhindern nicht nur ein Verrutschen auf glatten Oberflächen, sondern entkoppeln das Gehäuse sehr effektiv von der Unterlage und verhindern damit die Übertagung von Vibrationen, was unangenehmes Dröhnen zur Folge haben kann. Zusätzlich hat Sony die Oberflächen mit griffigem Gummi überzogen. Auf der Oberseite sind die Bedientasten hinter der Gummischicht eingelassen. Beim Betätigen vermitteln sie durch einen spürbaren Druckpunkt ein gutes Feedback. Neben dem Power-Button befinden sich Tasten zur Lautstärkeregelung, zur Wahl des Eingangskanals (Bluetooth, Audio-in über Klinkenkabel) sowie eine Bluetooth-Pairing-Taste. Ebenfalls an der Oberseite sitzt der NFC-Chip zum schnellen Koppeln von kompatiblen Geräten. Außerdem befindet sich noch eine Telefontaste zum Annehmen von eingehenden Anrufen oder zum Aktivieren von Sprachassistenten wie Siri. Zusätzlich ist noch eine Taste für Virtuell Surround Sound integriert. Bedienelemente zur Titelsteuerung wie Start, Stopp, Vor und Zurück bietet der Sony-Speaker nicht.

Akku

Eine kleine LED an der Oberseite signalisiert den Ladevorgang oder weist darauf hin, dass der Akku demnächst die Grätsche macht. Beginnt die LED zu blinken, kann man noch etwa 1,5 Stunden Musik bei moderater Lautstärke hören. Im Test hielt der Akku insgesamt knapp sieben Stunden durch. Zum Vergleich: Der Bluetooth-Lautsprecher HP Roar Plus kann mit einer Akkulaufzeit von zwölf Stunden glänzen. Immerhin schaltet sich der Sony-Speaker bei Inaktivität nach 15 Minuten ab und verhindert damit eine sinnlose Entladung des Akkus. Ein kompletter Ladevorgang dauert gut drei Stunden.

Sound

In der Vorderseite sind zwei Treiber mit einer Musikleistung von je 10 W untergebracht. Sie schieben zwei zusätzliche Passivtreiber an, die auf Vorder- und Rückseite positioniert sind. Damit produziert der kleine Aktivlautsprecher ein sehr ausgewogenes Klangbild. Die Bässe werden nicht überproportional laut ausgegeben, sondern glätten den Sound weit nach unten hin ab – so soll es sein. Denn mit gut austarierten Mitten und filigranen Höhen bereitet das Musikhören mit dem Sony SRS-X3 viel Freude, obwohl die Musik mit dem verlustbehafteten Bluetooth-Codec SBC übertragen wird. Doch dreht man die Musik zu laut auf, überwirft sich der kleine Lautsprecher in den Höhen und verschluckt die Tiefen. Das geschieht schon ab der Hälfte der maximalen Lautstärke. Mit zugeschaltetem Virtuell Surround Sound über die Sound-Taste entsteht in der Tat ein kleiner Surround-Effekt, der aber zu Lasten der sonst so guten Mittenwiedergabe bei gleichzeitig zu lauten Höhen geht. Uns hat das Klangbild ohne Virtuell-Surround besser gefallen.

Fazit

Der kompakte Bluetooth-Lautsprecher Sony SRS-X3 ist erstklassig verarbeitet und macht zudem einen robusten Eindruck. Die Bluetooth-Kopplung mit Zuspielern ist durch NFC schnell erledigt. Neben der einwandfrei arbeitenden Freisprechfunktion meistert der Sony-Lautsprecher seine eigentliche Aufgabe mit Bravour: Bei moderater Lautstärke gibt er Musik erfrischend ausgeglichen und ohne künstliche Anhebung ausgewählter Frequenzen wieder. Nur wenn man die Lautstärke auf über 50 Prozent stellt oder den Virtuell Surround Sound aktiviert, verliert der Sony-Speaker seine Neutralität. Wer auf ein ausgewogenes Klangbild wert legt und mit der relativ kurzen Akkulaufzeit von etwa 7 Stunden auskommt, erhält mit dem Sony SRS-X3 einen der besten Bluetooth-Lautsprecher seiner Preisklasse.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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